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Dienstag, 24. Januar 2017

Cabal - Die Brut der Nacht






Cabal - Die Brut der Nacht
(Nightbreed)
mit Craig Sheffer, Anne Bobby, David Cronenberg, Charles Haid, Hugh Quarshie, Hugh Ross, Doug Bradley, Catherine Chevalier, Malcolm Smith, Bob Sessions, Oliver Parker, Debora Weston, Nicholas Vince, Simon Bamford
Regie: Clive Barker
Drehbuch: Clive Barker
Kamera: Robin Vidgeon
Musik: Danny Elfman
ungeprüft
USA / 1990

Aaron Boone wird geplagt von seltsamen Alpträumen. Er träumt von einem Leben in der Stadt Midian. Da gibt es leider nur ein Problem: Zu der unter einem Friedhof gelegenen Stadt haben nur Freaks und Monster Zutritt. Verzweifelt sucht Aaron den Psychologen Dr. Decker auf, um sich von seinen Albträumen befreien zu lassen. Doch Decker hat etwas ganz anderes im Sinn. Er führt schon lange Krieg gegen den Dreck und Schmutz, der seine Erde bevölkert. Dass dabei meist nur Familien mit Kinder ausgelöscht werden, stört ihn reichlich wenig. Als Aaron ihm nun seine Träume offen legt, sieht Decker die Möglichkeit, ihm alles in die Schuhe zu schieben. Außerdem hat er es lange schon auf die Brut von Midian abgesehen. Aaron scheint dazu die Eintrittskarte zu sein. So stellt Decker Aaron eine Falle und lässt ihn von der Polizei aus dem Weg räumen. Jedoch nicht ohne sich vorher die Stadt aus Aarons Träumen zeigen zu lassen. Jetzt soll er der Brut der Nacht an den Kragen gehen. Doch die Monster haben schon lägst den toten Aaron zu sich geholt und so kommt Decker nicht ganz unangekündigt. Die Schlacht um die Stadt Midian beginnt.


Der Engländer Clive Barker hat sich im Laufe der Jahre sowohl als Schriftsteller wie auch als Regisseur einen Namen gemacht, allein schon sein Werk "Hellraiser" hat in Fan-Kreisen einen absolut verdienten Kultstatus. Seine hier vorliegende zweite Regiearbeit "Cabal - Die Brut der Nacht" basiert auf seinem Roman "Cabal" und dürfte wohl einen äußerst sehenswerten und gleichsam außergewöhnlichen Horrorfilm darstellen, wie man ihn nicht jeden Tag zu Gesicht bekommt. Das ist in erster Linie einer fantastischen Genre-Kombination zu verdanken, denn obwohl es sich um einen echten Horrorfilm handelt, sind die äußerst starken Fantasy-Einflüsse schwerlich zu übersehen. Erstaunlicherweise gibt es zu dieser grandiosen Geschichte immer noch keine offizielle deutschsprachige Veröffentlichung, so das man zwangsweise auf diverse Bootlegs zurückgreifen muss. 

Trotz der hohen Alterseinstufung setzt Barker keinesfalls auf einen gesteigerten visuellen Härtegrad, denn bis auf wenige etwas blutigere Einstellungen kocht der Film in dieser Beziehung eher auf Sparflamme. Seine wahren Stärken offenbart "Nightbreed", wie der Film im Original heißt an ganz anderen Stellen, denn neben der richtig gut und interessant erzählten Story liegt das absolute Highlight bei den enthaltenen Effekten. Schon die Vielzahl der verschiedenen Kreaturen fällt sofort ins Auge und die Vielfalt der verschiedenen Masken ist ganz einfach gigantisch. An dieser Stelle merkt man ganz besonders, das sehr viel Wert auf die Liebe zum Detail gelegt wurde, denn die Visualisierung der "Kreaturen der Nacht" verschlägt einem selbst in der heutigen Zeit immer noch die Sprache. Die Mixtur aus Horror und Fantasy verleiht dem Ganzen gleichzeitig etwas märchenhaftes und so ist es dann auch nicht wirklich verwunderlich, das durchgehend der Eindruck einer schaurigen Grusel-Mär entsteht.

Ein weiteres Highlight ist sicherlich der Auftritt von David Cronenberg, der den meisten hauptsächlich durch seine oft umstrittenen Body-Horrorfilme ein Begriff sein dürfte, der aber gleichzeitig öfter mal einen Ausflug als Darsteller wagt. In "Cabal - Die Brut der Nacht" ist der gute Mann sogar in einer Hauptrolle zu sehen und er spielt die Rolle des bösen Psychiaters mit einer Inbrunst, das er alle anderen Protagonisten förmlich an die Wand spielt. Nimmt man nun noch die durchgehend grandiose Atmosphäre dieses Werkes dazu, dann sollte sich im Prinzip ein richtig überzeugendes Gesamtbild ergeben, so das "Nightbreed" ohne wenn und aber als kleiner Klassiker des Genres angesehen werden kann. Ein Ausflug in die unterirdische Fantasie-Stadt Midian ist also definitiv lohnenswert, denn insbesondere hier kommt die heraus ragende Grundstimmung besonders gut zum tragen. 

Auch wenn Cliver Barkers Langfilm Debüt "Hellraiser" aus dem Jahr 1987 in Fan-Kreisen bestimmt den höchsten Stellenwert einnimmt, siedelt sich der vorliegende Film nur knapp dahinter an. Eine nahezu fantastische Genre-Kombination mit allerlei phantastischen Kreaturen wird hier von einer spannend erzählten Geschichte umrahmt. Auch nach über 25 Jahren hat "Cabal - Die Brut der Nacht" dabei rein gar nichts von seinem Reiz und seiner visuellen Faszination eingebüßt, so das man in regelmäßigen Abständen immer wieder gern eine Sichtung vornimmt. Nachdem das Werk nun auch nicht mehr indiziert ist kann man sicherlich hoffen, das es in absehbarer Zeit auch endlich einmal zu einer längst überfälligen und offiziellen Veröffentlichung bei uns in Deutschland kommen wird. Verdient hätte es der Film allemal, beinhaltet er doch ein hohes Maß an Klasse.


Fazit:


"Cabal - Die Brut der Nacht" vereint absolut perfekt die Elemente aus Horror, Fantasy und Märchen und dürfte allein schon deswegen etwas ganz Besonderes darstellen. Besonders wegen der hervor stechenden Arbeit der Maskenbildner bleibt diese Geschichte in der Erinnerung hängen, denn eine solch facettenreiche Auswahl an Kreaturen bekommt man eher selten geboten.


9/10

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