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Sonntag, 22. Januar 2017

Covert Operation






Covert Operation
(The Borderland)
mit Sedina Balde, Michael Chan, Sabine Crossen, Serge Crozon-Cazin, James Gerard, Muriel Hofmann, Morgan Jonas, Kirt Kishita, Bey Logan, Constance Pizon, Jared Robinsen, Richard Sammel, Antony Szeto
Regie: Mathieu Weschler
Drehbuch: Mathieu Weschler
Kamera: Vincent Vieillard-Baron
Musik: Bruno Linck
keine Jugendfreigabe
Hongkong / Frankreich / 2012

Gabriel ist Kopfgeldjäger und in Asien gestrandet. Als ein britischer Geheimdienstagent namens Witaker vermisst wird, wird er auf die Rettungsaktion angesetzt - man vermutet den Agenten irgendwo im Grenzgebiet zwischen China und Nordkorea. Gabriels Lohn wird die Entlassung aus seinem Dienst und seine Freiheit sein. Doch die geheime Mission entpuppt sich als Himmelsfahrtkommando. Gabriel wird bei seinen Nachforschungen im Niemandsland gefangen genommen und in ein nordkoreanisches Militärlager verschleppt. Er trifft dort zu seiner Überraschung nicht nur Witaker, sondern auch noch weitere westliche Gefangene. Gabriel muss das Unmögliche versuchen: Eine Flucht aus dem Lager. Denn um jeden Preis muss er Witaker zu den Autraggebern bringen. Denn nur dann ist er frei und darf in seine Heimatland zurückkehren.


Nach seinem Animationsfilm "The Trashmaster" legte Mathieu Weschler 2012 mit "Covert Operation" seinen ersten Spielfilm vor, der im Netz größtenteils sehr negative Kritiken auf sich vereint. Und zugegebenermaßen handelt es sich hier auch um alles andere als ein filmisches Meisterwerk, doch dafür bekommt der Fan actionreicher Martial Arts Kost eine ganze Menge geboten. Mit Sedina Balde in der Hauptrolle kann man dabei auf einen Welt-und Europameister im Karate zurück greifen und der gute Mann liefert dann auch eine wirklich gute Kostprobe seiner Kampfkunst ab. Ansonsten sollte man in darstellerischer Hinsicht aber nicht zu viel erwarten, denn sämtliche Akteure wirken zwar stets bemüht, fallen jedoch nicht unbedingt durch überragendes Schauspiel ins Auge. Wenn man diese Produktion also lediglich auf die vorhandenen Action-Passagen reduziert und sich am puren Unterhaltungswert orientiert, dann kommt man jederzeit auf seine Kosten. Ansprüche an eine ausgefeilte Geschichte darf man allerdings nicht haben, denn die recht dünn gesäte Rahmenhandlung bietet keinerlei Spielraum für anspruchsvolle Filmkost.

Es ist vielmehr so, das sich in weiten Teilen ein ziemlich hanebüchenes Szenario offenbart, in dem Dinge wie Sinn und Logik eine sehr untergeordnete Rolle spielen. Zudem ist das Geschehen mit allerlei Klischees angereichert worden, was sich insbesondere in der Darstellung des Feindbildes Nordkorea immer wieder zu erkennen gibt. Hier werden sogar die Mineralwasser-Flaschen mit dem Konterfei von Kim Jong-un verziert, was dem Zuschauer schon ein leichtes Schmunzeln ins Gesicht zaubert. Auch ansonsten beinhaltet die Story einige durchaus komödiantische Ansätze, wobei man allerdings schwer einschätzen kann, ob diese Momente völlig bewusst eingefügt wurden, oder ob es sich um eher unfreiwillige Komik handelt. Wie dem aber auch sei, stellenweise erscheint der Humor durchaus passend, andererseits gibt es immer wieder Momente, in denen die Abläufe eher etwas albern erscheinen.

Die Logik wird in mehreren Phasen fast gänzlich zur Seite geschoben, denn trotz wirklich gut in Szene gesetzter Kampfeinlagen scheint es mehr als unglaubwürdig, das die Hauptfigur hier im Alleingang durch ein nordkoreansiches Militärlager wütet und dabei im Stil eines Bulldozers dem zahlenmäßig weit überlegenen Gegner den Garaus macht. Das Ganze gestaltet sich allerdings sehr kurzweilig und wertet den Gesamteindruck ein wenig auf. Mathieu Weschler lässt so zu keiner Zeit einen Zweifel daran, das Kämpfe und satte Action im absoluten Mittelpunkt seiner Geschichte stehen und diese Dinge das löchrige Drehbuch übertünchen sollen. Das gelingt natürlich nur teilweise, denn auch wenn man sich als Betrachter völlig auf die angesprochenen Zutaten fokussiert, kann man die starken Defizite dieser Produktion unmöglich gänzlich übersehen.

Im Endeffekt ist "Covert Operation" nicht so schlecht geraten, wie manche Bewertungen es eventuell vermuten lassen. Allerdings sollte man die eigene Erwartungshaltung von Anfang an in die richtigen Bahnen lenken, um am Ende keine Enttäuschung zu erleben. Als Martial Arts B-Movie gut geeignet eignet sich das Werk aber keinesfalls für höhere Ansprüche. Zu guter Letzt noch ein paar Worte zum Cover der deutschen Blu-ray, das einen ohne Weiteres auf eine falsche Spur lenken könnte. Wird einem doch an dieser Stelle vielmehr ein Kriegs-oder Söldnerfilm suggeriert, was "Covert Operation" aber definitiv nicht ist. Manch einer könnte sich davon in die Irre führen lassen und allein aufgrund dieses Aspektes eine schlechte Bewertung abgeben, da der Inhalt des Filmes in eine völlig andere Richtung abzielt.


Fazit:


Mich persönlich hat "Covert Operation" recht gut unterhalten, wobei man von diesem Film keinerlei Wunderdinge erwarten sollte. Das Geschehen ist lediglich für die Zielgruppe der Martial Arts Fans geeignet und diese sollte im Prinzip auch jederzeit auf ihre Kosten kommen. Alle anderen Zutaten sollte man eher nebensächlich betrachten, denn dann bekommt man zumindest kurzweilige Unterhaltung ohne großen Nährwert geboten.


6/10

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