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Sonntag, 8. Januar 2017

Die Rückkehr der reitenden Leichen






Die Rückkehr der reitenden Leichen
(El Ataque de los muertos sin ojos)
mit Tony Kendall, Fernando Sancho, Esperanza Roy, Frank Brana, Jose Canalejas, Loreta Tovar, Ramon Lillo, Lone Fleming, Maria Nurja, Jose Thelman, Juan Cazalilla, Betsabe Ruiz, Marisol Delgado, Luis Barboo, Francisco Sanz
Regie: Amando de Ossorio
Drehbuch: Amando de Ossorio
Kamera: Miguel Fernandez Mila
Musik: Anton Garcia Abril
Ungeprüft
Portugal / Spanien / 1973

In der Nähe eines kleinen spanischen Dorfes steht eine verfluchte Festung. Nachts entsteigen aus den Gräbern rund um das alte Gemäuer die untoten Tempelritter, die vor vielen Jahrhunderten wegen ihrer grausamen Rituale hingerichtet wurden. Als in dem kleinen Ort ein traditionelles Fest zum Jahrtag der Vernichtung der Templer gefeiert wird, kehren die grausamen Reiter zurück. Gnadenlos erschlägt die Horde der Untoten die Bewohner und die Touristen. Nur wenige können sich in ein Haus retten und müssen dort um ihr Leben fürchten...


Amando de Ossorios Fortsetzung um die Legende der reitenden Leichen beginnt gleich am Anfang mit einer etwas härteren Passage, die zeitlich in der Vergangenheit spielt und dem Zuschauer näherbringt, wie die damaligen Dorfbewohner die Templer geblendet und danach getötet haben. So wird gleich zu Beginn die Hoffnung beim Zuschauer geschürt, das dieser zweite Teil in Sachen Härte eventuell etwas mehr zu bieten hat als sein Vorgänger. Und tatsächlich wartet dieser zweite Teil mit etwas mehr Härte und auch Tempo in der Geschichte auf, die zudem auch noch etwas actiongeladener ist. Nun sollte man hier dennoch kein Splatter/Gore Feuerwerk erwarten, denn dafür sind diese Grusel-Klassiker ganz einfach nicht ausgelegt, so das sich die etwas blutigeren Passagen auch hier in einem überschaubaren Rahmen bewegen. Die Temposteigerung in der Erzählweise und einige nette Action-Sequenzen sind aber eine sehr willkommene Neuerung, waren diese Dinge doch im Vorgänger so gut wie nicht vorhanden.

Und dennoch kommt "Die Rückkehr der reitenden Leichen meiner persönlichen Meinung nach nicht ganz an Teil 1 heran, wobei ich noch nicht einmal genau sagen kann, woran das eigentlich liegt. Vielleicht ist es ganz einfach im vorhandenen Ende dieses Filmes begründet, das doch etwas zu lau und unspektakulär erscheint, so das man im ersten Moment doch eine leichte Enttäuschung verspüren kann. Ansonsten gibt es allerdings auch hier nicht viel zu beanstanden, denn auch im Bezug auf die vorherrschende Atmosphäre wurde wieder ganze Arbeit geleistet, damit der geneigte Grusel-Liebhaber auf seine Kosten kommt. Wer also sein Hauptaugenmerk auf eine äusserst dichte und düstere Grundstimmung legt, kann auch bei diesem Film nicht viel verkehrt machen, denn in dieser Beziehung wird eine Menge geboten. Allein schon die Passagen in denen die untoten Templer aus ihren Gräbern steigen, sind als absolutes Highlight anzusehen und werden von der immer bedrohlicher anschwellenden Musik noch zusätzlich hervorgehoben.

Im Bezug auf die inhaltliche Tiefe der Story braucht man sich nichts vormachen, man bekommt eine eher recht dünne Rahmenhandlung serviert, was aber letztendlich nicht sonderlich ins Gewicht fällt, da der Film in der Hauptsache von seiner fantastischen Atmosphäre lebt. Obwohl ich bisher eher ein gegner dieser Filme war muss ich ganz ehrlich gestehen, das ich ihnen mittlerweile eine Menge abgewinnen kann, auch wenn es genügend Leute gibt, die das wohl vollkommen anders sehen. Doch die legende um die untoten Templer übt wirklich eine ungeheure Faszination aus, der man sich nur schwer entziehen kann. Für Freunde der harten Gangart eignen sich die Filme allerdings wirklich nicht, denn die vorhandene Härte ist insbesondere nach heutigen Maßstäben nicht unbedingt mit neuen Filmen zu vergleichen, dafür zählt hier allerdings der Charme-Faktor für Liebhaber älterer Gruselfilme, den man keinesfalls vernachlässigen sollte. Auf jeden fall hat Amando de Ossorio auch mit dieser Fortsetzung geschaffen, der ein ausgeprägter Kultstatus anhängt, den man nicht übersehen kann. Und auch im darstellerischen bereich wird man trotz einiger unlogischer Verhaltensweisen einiger Protagonisten mit recht solidem Schauspiel konfrontiert, das man in etlichen anderen Horrorfilmen schon weitaus schlechter gesehen hat.

Letztendlich ist auch "Die Rückkehr der reitenden Leichen" vor allem in atmosphärischer Hinsicht eine echte Granate, zudem ist hier das gesamte Geschehen temporeicher und actionlastiger gestaltet, so das letztendlich nur das ziemlich schwache einen Wermutstropfen in das ansonsten sehr gute Gesamtbild einfließen lässt. Hätte mir noch vor einigen Jahren jemand erzählt, das ich der Legende um die untoten Templer etwas Positives abgewinnen kann, hätte ich ihn für verrückt erklärt, doch mittlerweile zählen längst nicht mehr ausschlieplich die Splatter-und Gore Einlagen in einem Horrorfilm. 


Fazit:


Insgesamt gesehen kann auch "Die Rückkehr der reitenden Leichen" ein sehr gutes Gesamtbild abgeben, das einzig und allein durch ein schwächelndes Finale einen etwas schalen Nachgeschmack hinterlässt. Ansonsten macht es wieder sehr viel Spaß, den skelettierten Templern bei ihrem Rachefeldzug beizuwohnen. Atmosphärische Gruselkost mit einigen blutigen Szenen dürfte hier das Herz eines jeden Liebhabers höher schlagen lassen.


7/10

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