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Mittwoch, 18. Januar 2017

Hidden in the Woods (2012)






Hidden in the Woods
(En las afueras de la ciudad)
mit Siboney Lo, Carolina Retamal, Josefa Mora, Daniel Antivilo, Carmen Paz, Emilia Cárdenas, Camila Navarrete, François Soto, Boris Vasquez, Luis Vasquez, José Hernandez, Carolina Escobar, Pedro Pérez, Nicole Pérez
Regie: Patricio Valladares
Drehbuch: Patricio Valladares / Andrea Cavaletto
Kamera: Tomas Smith
Musik: keine Information
ungeprüft
Chile / 2012

Es ist ein Albtraum, aus dem es kein erwachen zu geben scheint. Vom eigenen mit Drogen handelnden Vater über Jahre hinweg immer und immer wieder missbraucht, führen die beiden Schwestern Ana und Anny irgendwo in den Wäldern Chiles ein menschenunwürdiges Leben. Als die Polizei auf das inzestgestörte Treiben aufmerksam wird, eskaliert die Situation. Gewalt folgt auf Gewalt und eine Erlösung der beiden Mädchen rückt in weite Ferne, als Onkel Costello auftaucht. Der soziopathische Gangsterboss fordert von den beiden die Drogen des Vaters zurück und schreckt dabei vor keiner Grausamkeit zurück.


Über kaum einen anderen Film wurde in den letzten Jahren so hitzig und kontrovers diskutiert als über den vorliegenden Beitrag "Hidden in the Woods", mit dem sich der chilenische Regisseur Patricio Valladares sicherlich kein Denkmal gesetzt hat. Die Gründe dafür sind mannigfaltig, denn diese Independent Produktion strotzt dermaßen vor Unzulänglichkeiten, das dem Betrachter ganz unweigerlich die Haare zu Berge stehen. Dabei ist das keinesfalls in dem mit geschätzten 90.000$ äußerst spärlichem Budget zu begründen, denn obwohl man der Geschichte das kaum vorhandene Geld an allen Ecken und Enden ansieht, hätte man weitaus mehr aus dem Szenario heraus holen können. All die Misstände des Werkes aufzuzählen ist gar nicht einmal so leicht, da man ehrlich gesagt überhaupt nicht weiß womit man anfangen soll. Als erstes könnte man der Frage auf den Grund gehen, ob man überhaupt einen weiteren Beitrag dieser Art braucht, wobei die Mixtur aus Rape and Revenge, Drama und Terrorfilm von Haus aus gar nicht mal übel ist. Es haperst vielmehr an der Umsetzung des Ganzen und dieser Umstand fällt einem auch schon nach wenigen Minuten sehr explizit ins Auge. 

Ganz besonders fällt die schlechte Kameraarbeit auf, die größtenteils viel zu wackelig ist und sich zudem auch noch sehr oft viel zu nah am Geschehen befindet. Dadurch entstehen immer wieder Passagen in denen man diverse Abläufe nicht so richtig nachvollziehen kann. Unterstützt wird dieser Eindruck auch noch durch viel zu hektische Schnitte, was in der Summe gesehen das Seherlebnis schon ganz erheblich trübt. Zwar entsteht durch die fiebrige Drehweise durchaus eine gewisse Atmosphäre, aber andererseits werden die Nerven des Zuschauers mit zunehmender Laufzeit regelrecht malträtiert. Als wenn das alles nicht schon schlimm genug wäre, muss man sich auch noch durch die Bank mit äußerst schlechten Darstellern rumschlagen. Die Protagonisten agieren dabei stellenweise extrem laienhaft und wirken an etlichen Stellen mehr als nur ungelenk und hölzern. Am schlimmsten fällt dieser Umstand bei den beiden Hauptdarstellerinnen ins Gewicht, denn obwohl man sich die größte Mühe gibt, kann man während des gesamten Filmes gar keinen Bezug zu den beiden Schwestern aufbauen. Somit ist es dann auch so gut wie unmöglich, so etwas wie Mitleid für deren Situation zu empfinden, was bei einer Geschichte dieser Art aber im Prinzip definitiv der Fall sein sollte. Man erlebt also die Abläufe viel eher auf eine komisch distanzierte Art und Weise und ertappt sich immer öfter dabei, wie teilnahmslos man doch die eigentlich grausamen Ereignisse an sich vorüber ziehen lässt.

manch einem mag es eventuell nach Sichtung des Filmes vollkommen anders gehen, aber bei mir wollte zu keiner Zeit der berühmte Funke überspringen. Stattdessen habe ich mich eher über die teils dämlichen Dialoge, die unzähligen Kraftausdrücke und die grottenschlechte deutsche Synchronisation geärgert. Manchen Figuren wurden hier nämlich Stimmen gegeben die jeder Beschreibung spotten und den unterdurchschnittlichen Gesamteindruck dieses Beitrages noch mal ein wenig nach unten korrigieren. Ebenso wie mancher Darsteller erscheinen diverse Synchronstimmen dabei wie ein absoluter Fremdkörper und fügen einer als Schreckensszenario gedachten Story eine trashige und unfreiwillig komische Note bei. Das ist ebenso unnötig wie ein Pickel am Arsch und setzt den ganzen Defiziten dann auch die absolute Krone auf. Daran ändert auch der zumindest in der zweiten Hälfte des Filmes enthaltene Härtegrad nichts, denn auch wenn hier mit einigen äußerst blutigen Szenen aufgewartet wird, ist die Qualität der SFX auch nicht sonderlich hoch. Außerdem wirkt das Ganze manchmal wie eine sinnlose Aneinanderreihung brutaler Aktivitäten, um die lahme erste Filmhälfte vergessen zu machen. In dieser wird nämlich lediglich einiges angedeutet, wobei wirkliche Schauwerte eher Mangelware sind.

In visueller Hinsicht erinnert "Hidden in the Woods" oftmals an die 2008 erschienene argentinisch-spanische Produktion "I'll Never Die Alone", wobei der letztgenannte Titel auf jeden Fall der weitaus bessere Film ist. Warum dem vorliegenden Beitrag dann sogar noch ein US-Remake zu teil wurde ist mir völlig schleierhaft, denn nach der Sichtung des schlechten Originals verspürt man eigentlich überhaupt keinen Drang, sich auch noch eine Kopie des Werkes anzuschauen. "Hidden in the Woods" spaltet definitiv die Meinungen und man wird auch noch weiter hitzig über dieses üble Machwerk diskutieren, über den Status eines etwas besseren Amateurfilms wird der Beitrag aber sicher nicht hinaus kommen. Und so wird am Ende im Prinzip auch nur eine Sache ganz sicher im Gedächtnis bleiben, nämlich der Ärger darüber, das man sich so wie ich das teure Mediabook zugelegt hat und diesen Fehlkauf bitter bereut.


Fazit:


"Hidden in the Woods" zählt ganz bestimmt zu den kontroversen Filmen, kann jedoch aufgrund seiner Erzählstruktur und der etlichen Unzulänglichkeiten nicht wirklich überzeugen. Zu keiner Zeit entsteht eine Bindung zu den Figuren, was für eine Geschichte dieser Art das absolute Todesurteil darstellt. Aber auch ansonsten bietet das Szenario so gut wie gar nichts das man positiv erwähnen könnte und lediglich der geneigte Gorehound könnte zumindest Gefallen an der zweiten Filmhälfte finden.


3/10

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