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Dienstag, 10. Januar 2017

Some Kind of Hate






Some Kind of Hate
(Some Kind of Hate)
mit Ronen Rubinstein, Brando Eaton, Spencer Breslin, Sierra McCormick, Andrew Bryniarski, Grace Phipps, Lexi Atkins, Maestro Harrell, Michael Polish, Noah Segan, Justin Prentice, Jasper Polish, Audrey Ellis Fox, Josh Ethier
Regie: Adam Egypt Mortimer
Drehbuch: Adam Egypt Mortimer / Brian DeLeeuw
Kamera: Benji Bakshi
Musik: Robert Allaire
keine Jugendfreigabe
USA / 2015

Unnachgiebiges Mobbing hat Lincolns Leben in einen wahren Albtraum verwandelt. Aber schon bald lernt er wahren Terror kennen, da er auf eine einsame Reformschule für Teenager in Schwierigkeiten geschickt wird. Die Qualen, die Lincoln hier erleidet, sind noch viel schlimmer. Doch diesmal wird er beobachtet vom Geist eines Mädchens, die vor Jahren in den Selbstmord getrieben wurde. Lincoln setzt den Geist frei und damit eine racherfüllte und nicht zu stoppende, dunkle Macht.


Man nehme eine brisante und in der heutigen Zeit immer aktuelle Thematik, mische diverse Horror und Mystery Elemente bei und schon bekommt man einen absolut sehenswerten Genre Beitrag, der so manch einen positiv überraschen könnte. Genau nach diesem Prinzip hat Regie-Debütant Adam Egypt Mortimer seinen Erstling "Some Kind of Hate" konzipiert und präsentiert so eine Geschichte, in der die Thematik des Mobbings auf extreme Art und Weise behandelt wird. Das dabei die Einführung eines von Rachegelüsten zerfressenen weiblichen Geistes ziemlich an den Haaren herbei gezogen ist kann man getrost vernachlässigen, denn während der gesamten gut 80 Minuten Laufzeit lässt Mortimer unmissverständlich durchklingen, das thematisch gesehen ganz eindeutig Mobbing und dessen Folgen im Fokus des Geschehens stehen.

Dabei beginnt die Erzählung noch relativ normal, denn zu Beginn ist Hauptfigur Lincoln "nur" den in der heutigen Zeit normalen Mobbing-Attacken seiner Mitschüler ausgesetzt. Dies ändert sich schlagartig, als der Teenager in eine obskure Schule inmitten der Wüste verfrachtet wird, in der Schüler wieder auf den richtigen Weg gebracht werden sollen. Hierbei lässt sich auch sogleich einer der großen Stärken dieses kleinen, aber sehr feinen Filmes erkennen, denn die Wüsten-Location sorgt für eine grandiose Grundstimmung, in der Trostlosigkeit und Hoffnungslosigkeit besonders stark zum Ausdruck kommen. Gleichzeitig lässt sich aber auch eine kaum zu definierende Schönheit erkennen, denn trotz der trostlosen Einöde beschleicht einen durchgehend das Gefühl, an dieser Stelle eins mit der Natur zu werden. Dieser Aspekt verleiht dem Ganzen etwas Außergewöhnliches und sorgt gleichzeitig dafür, das die gesamten Abläufe in atmosphärischer Hinsicht extrem stimmig daher kommen.

Nachdem man sich in der ersten Hälfte des Filmes mit visueller Härte noch merklich zurück hält, bekommt man danach einige wirklich blutige Einstellungen zu sehen, die eine 18er Freigabe auch durchaus rechtfertigen. Extreme Härten sollte man dennoch nicht erwarten, denn der handelsübliche Rahmen wird zu keiner Zeit gesprengt. Das hätte aber auch irgendwie nicht so richtig in das Szenario gepasst, denn "Some Kind of Hate" besinnt sich vielmehr auf das zu behandelnde Thema, wobei Mortimer das Mobben anderer Menschen streckenweise regelrecht anprangert und dabei bildlich gesehen den mahnenden Finger in die Höhe reckt. Das dabei nicht immer alles vollkommen logisch von statten geht dürfte sich von selbst verstehen, aber in der Summe offenbart sich hier ein herrlich stimmiges Gesamtbild, das diesen Beitrag mehr als sehenswert erscheinen lässt.

Auch wenn an dieser Stelle die eventuellen Folgen und Reaktionen auf jahrelanges Mobbing durch die Horrorelemente größtenteils überspitzt dargestellt werden, sollte sich ein jeder genau überlegen, was für Konsequenzen entstehen könnten, wenn man andere Menschen vollkommen unbegründet physisch und psychisch quält. Und so kann man "Some Kind of Hate" auch jederzeit als Warnung verstehen, denn selbst eine geschundene Seele könnte irgendwann nach Vergeltung schreien und diese dann auch auf brutale Art und Weise in die Tat umsetzen.


Fazit:


Die Meinungen über diesen Beitrag werden ganz bestimmt auseinander gehen, doch mir persönlich hat das Regie-Debüt von Adam Egypt Mortimer ausnehmend gut gefallen. Diesen Regisseur sollte man auf jeden Fall im Auge behalten, denn eventuell wird man in den nächsten Jahren noch so manchen guten Film von ihm zu Gesicht bekommen.


7/10

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