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Montag, 27. Februar 2017

All In or Nothing






All In or Nothing
(Rivers 9)
mit Vinnie Jones, Elisabeth Röhm, Thomas Downey, Kayla Carlyle, C. Thomas Howell, Jamie Kennedy, Neil Brown Jr., Leslie Easterbrook, Ed O'Ross, Adrian Kirk, Craig Ahrens, Carmine Caridi, T.J. Castronovo
Regie: Chris W. Freeman / Justin Jones
Drehbuch: Chris W. Freeman
Kamera: Steven Parker
Musik: Darren Morze Quinlan
FSK 16
USA / 2015

Jake Rivers steckt in großen finanziellen Schwierigkeiten. Als in seiner Stadt ein Casino eröffnet, sind das Fluch und Segen zugleich. Die Mafia hat hier die Finger im Spiel und versucht, die Kontrolle über die Stadt zu bekommen. Jake aber sieht jetzt seine Chance und trommelt alle seine ebenfalls glücklosen Freunde zusammen; gemeinsam wollen sie die Mafia mit ihren eigenen Waffen schlagen und so den Coup des Jahrhunderts landen. Schließlich haben sie nichts zu verlieren aber alles zu gewinnen.


Schon der Originaltitel "Rivers 9" sowie die Inhaltsangabe deuten an, das es sich bei vorliegendem Beitrag um eine Anlehnung an "Ocean's Eleven" handelt und die Ähnlichkeiten zum genannten Werk sind dann auch unübersehbar. Leider haben es Chris W. Freeman und Justin Jones aber versäumt ihrer Geschichte die nötige Klasse zu verleihen, um zumindest ansatzweise an den Film von Steven Soderbergh heran zu reichen. Das liegt ganz eindeutig an der Unentschlossenheit der Regisseure, deren Erzählung während der gut 90 Minuten Laufzeit des Öfteren gern einmal die Richtung wechselt, ohne sich dabei wirklich festlegen zu können. Das ist sehr schade, denn so bietet beispielsweise der Einstieg in das Geschehen durchaus Potential für eine herrlich schwarz-humorige Story, das allerdings mit zunehmender Laufzeit immer mehr verschenkt wird. Die guten Ansätze verlaufen dabei recht schnell im Sand, so das schon nach einer relativ kurzen Zeitspanne der enthaltene Humor immer weiter verflacht. Ganz besonders macht sich das in den Dialogen bemerkbar, denn wenn hier zumindest am Anfang noch ein wenig Sarkasmus zu erkennen ist, so wird man in der Folge vielmehr mit manchmal schon albernen Wortwechseln bedient, an denen man sich nur bedingt erfreuen kann.

Spätestens zu dem Zeitpunkt als der Plan von Jake und seinen Freunden fest steht folgt dann eine totale Richtungsänderung innerhalb des Szenarios. "All In or Nothing" versucht nun fast schon krampfhaft, den Eindruck einer witzigen Gangster-Komödie zu erwecken, was bei genauerer Betrachtung aber kaum gelingt. Die ganze Chose wirkt nämlich viel zu aufgesetzt, was sich streckenweise auch im Schauspiel der Protagonisten niederschlägt. Es scheint fast so, als wenn man hier auf Teufel komm raus etwas erzwingen wollte und genau dieser Umstand hat dem Film dann letztendlich mehr geschadet als geholfen. 

Trotz dieser offensichtlichen Defizite beinhaltet die Geschichte aber dennoch einen gewissen Unterhaltungswert und lässt zumindest in einigen Passagen auch ein wenig Charme erkennen. Manche Sprüche zaubern dem Betrachter dezente Schmunzler ins Gesicht und auch die ein oder andere skurrile Situation animiert zum lachen, aber leider treten diese Momente viel zu selten in Erscheinung, als das man zu einem gänzlich überzeugenden Gesamteindruck gelangen könnte. "All In or Nothing" reiht sich dann auch nahtlos in die Riege der unzähligen Filme ein, bei denen vorhandenes Potential unverständlicherweise vollkommen verschenkt wurde. Übrig bleibt ein ziemlich durchwachsenes Filmerlebnis, in dem sich einige gute Momente mit zu viel Leerlauf abwechseln. Ebenso verhält es sich auch mit den Darstellern, die stellenweise wirklich ganz gut agieren, um dann aber wieder ungelenk und hölzern daher kommen, was den eher unstimmigen Gesamteindruck nur noch zusätzlich hervor hebt.

W. Freeman und Justin Jones haben es versäumt, viel mehr aus ihrer Erzählung heraus zu holen und die Schwächen innerhalb de Drehbuches sind auch unübersehbar. So präsentiert sich dann im Endeffekt ein Film der verpassten Möglichkeiten, der sich maximal im Niemandsland des üblichen Durchschnitts ansiedeln kann. Eine Sichtung kann man aber dennoch wagen, nur sollte man keinesfalls erwarten, das "All In or Nothing" einen allzu nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis hinterlassen wird. 


Fazit:


Hier wäre nun wirklich eine Menge mehr drin gewesen, doch leider wurden die stellenweise richtig guten Ansätze nicht konsequent heraus gearbeitet. Einige starke Momente sind dann ganz einfach zu wenig, um diesem Beitrag ein durchgehend gelungenes Zeugnis auszustellen. 


5/10

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