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Mittwoch, 1. Februar 2017

Cannibal - Aus dem Tagebuch des Kannibalen






Cannibal
(Cannibal)
mit Carsten Frank, Victor Brandl, Tobias Sickert, Joachim Sigl, Carina Palmer, Bernd Widmann, L. Dora
Regie: Marian Dora
Drehbuch: Marian Dora
Kamera: Marian Dora
Musik: Ghazi Barakat / Victor Brandt / Alexander Hacke / J.G Thirlwell / Brandl Victor
Ungeprüft
Deutschland / 2005

Es war einmal: ein kleines, ländliches Städtchen, ein netter, kahlköpfiger Mann mit Kinnbart, der die Straßen durchstreift... Seine offentsichtliche Suche nach einem geeigneten Partner verläuft ohne Erfolg. Im Internet setzt er seine Suche fort... Er sucht nach dem "Fleisch"..., findet ein "Opfer", trifft sich mit dem jungen Mann auf dem freien Feld und nimmt ihn mit auf seinen Gutshof, den er gemäß den eigenen Wünschen präpariert hat... Der Eine wird mit seinem Körper zahlen, der andere mit der Einsamkeit... 


Ich kann mich nicht daran erinnern,das es mir einmal so schwer gefallen ist,die Eindrücke und Empfindungen,die ein Film bei mir hinterlassen hat, in Worte zu fassen,wie nach diesem Film. Als erstes sollte man erwähnen,das man diesen Film besser nicht mit normalen Maßstäben messen sollte,denn ich bin der Meinung,das dies nicht möglich ist.

Die ersten Worte werden in diesem Film nach 24 Minuten gesprochen und lauten "Ich bin dein Fleisch". Auch wird im weiteren Verlauf des Films mit den Worten eher spärlich umgegangen. Und genau das macht die Atmo des Films meiner Meinung nach noch um einiges bedrückender, als sie sowieso schon ist. Ich finde nicht, das dieser Film langweilig ist, so wie viele Leute das behaupten. Sicher, wenn man nur von den Gore-Szenen ausgeht, die erst in der zweiten Hälfte des Films kommen,dann mag es diesen Anschein erwecken. Bei diesem Film muß man halt von Anfang an wissen, auf was man sich einlässt, es kommt auf die Erwartungshaltung an.

Ich persönlich finde den Aufbau des Films absolut richtig und auch die ganzen "schwulen Szenen" gehören einfach dazu. Das heisst natürlich nicht, das ich sie schön fand, aber sie gehören einfach zum Gesamtbild und verstärken die absolut kranke und verstörende Atmo, die den ganzen Film über herrscht. Wenn man sich immer vor Augen hält,das dieser Film ja an eine wirkliche Geschichte anlehnt,dann sieht man ihn mit ganz anderen Augen und auch nur unter diesem Aspekt kann der Film sich richtig entfalten und der Betrachter in die Geschichte eintauchen.

Die menschlichen Abgründe die sich hier auftun, sind meiner Meinung nach für "normale" Menschen nur sehr schwer nachzuvollziehen und zu begreifen. Der normale Verstand versucht sich zu weigern, das Gesehene als Realität anzusehen, wenn auch nur indirekt. Und trotzdem sagt man sich selbst immer wieder: "So,oder so ähnlich ist es wohl passiert". Der Film löst die ganze negative Gefühlspalette im Zuschauer aus, er ist eklig, abstossend und auch verwirrend. Man will oder kann sich kaum vorstellen, das Menschen zu so etwas in der Lage sind und doch ist es so.

Man sollte sich deshalb wirklich genau überlegen, ob man sich diesen Film ansieht oder nicht, denn es ist mit Sicherheit kein Film für die breite Masse. Ich könnte mir aber auch vorstellen, das einige Hartgesottene Schwierigkeiten mit diesem Film haben. Die Darsteller fand ich übrigens sehr gut ausgewählt, da es sich wirklich um absolute Durchschnittstypen handelt, die das ganze noch realistischer wirken lassen. Zum Ende gesellt sich zu der kranken Atmo auch noch eine sehr makaberer und morbider Anstrich ,wenn man allein die gedeckte Tafel sieht.

Insgesamt gesehen ist "Cannibal" kein normaler Film, aber meiner Meinung nach auf seine Art und Weise ein Kunstwerk, auch wenn sich das in diesem Zusammenhang sicher sehr pervers anhört,aber es kommt wie gesagt auf die Betrachtungsweise an. Eine Punktvergabe verkneife ich mir, da dies bei diesem Film sehr schwer ist. Aber die Gore-Effekte sind sehr hart und derbe und allein schon wert, das man sich diesen Film ansieht.


Bewertung entfällt

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