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Dienstag, 21. Februar 2017

Das Geisterschiff der schwimmenden Leichen






Das Geisterschiff der schwimmenden Leichen
(El Buque Mandito)
mit Maria Perschy, Jack Taylor, Barbara Rey, Carlos Lernos, Manuel de Blas, Blanca Estrada, Margarita Merino
Regie: Amando de Ossorio
Drehbuch: Amando de Ossorio
Kamera: Raul Artigot
Musik: Anton Garcia Abril
Ungeprüft
Spanien / 1974

Bootsbauer Howard Tucker hat eine geniale Werbeidee: Er setzt zwei junge und hübsche Models auf hoher See in einem seiner Sportboote aus. Sie sollen, so sein Plan, von einem Passagierschiff aufgelesen werden und für eine Sensationsstory sorgen – was Gelegenheit gäbe, die Hochseetauglichkeit seiner Schiffe zu rühmen. Doch es kommt anders: Die beiden Models treiben in einen geheimnisvollen Nebel, in welchem alsbald ein mittelalterliches Schiff auftaucht. Tucker startet eine Suchexpedition, welche schnell auf das mysteriöse Schiff stößt. An Bord findet das bunt gemischte Trüppchen zwar nicht die Mädchen, muss sich aber schon bald mit den Geistern der Tempelritter herumschlagen, die in einer parallelen Dimension über die Weltenmeere schippern ... 


Das ist nun also mittlerweile der dritte Teil der Legende um die untoten Templer und wie schon der Titel des Filmes verraten dürfte, wartet diese Fortsetzung mit einer Besonderheit auf, die anscheinend sogar vielen Fans ziemlich schwer im Magen liegt und so dafür sorgt, das dieser Teil zumeist als schwächster der Reihe angesehen wird. Bekommt man es in vorliegendem Film mit Templern zu tun, die ohne ihre Pferde auf der Bildfläche erscheinen, was zugegebenermaßen etwas gewöhnungsbedürftig erscheint, aber den Gesamteindruck der Geschihte nicht weiter trüben dürfte. Im Gegentei, denn ich empfinde die Thematik, die Untoten Skelette dieses Mal auf ein altes Schiff zu verfrachten gar nicht einmal so übel, fühlt man sich doch sofort an die legende des fliegenden Holländers erinnert, was dem Szenario eine durchaus interessante Note verleiht. Zugleich kann man bei de auf dem Schiff stattfindenden Passagen ohne Weiteres Ähnlichkeiten zu Carpenters "The Fog - Nebel des Grauens" nicht ganz von der Hand weisen, denn insbesondere in atmosphärischer Hinsicht ist vorliegender Film ähnlich gut, auch wenn nicht ganz die Intensität von Carpenters Werk erreicht werden kann.

Dennoch ist Teil drei der Legende atmosphärisch wieder einmal sehr gelungen, was allerdings auch noch nie das Problem dieser spanischen Gruselfilme war. Es ist der fast vollkommen fehlende Härtegrad, der hier doch äusserst stark ins Auge fällt, wobei der in den Vorgängern ja auch nicht sonderlich hoch ausgefallen ist. Doch hat man dort wenigstens einige etwas blutige-und auch härtere Momente zu Gesicht bekommen, die das ganze Geschehen doch etwas aufgewertet haben. Hier jedoch sucht man nach diesen Szenen vergebens, wodurch das Szenario fast ausschließlich durch seine dichte-und teils bedrohliche Grundstimmung zu gefallen weiss. Hinzu kommt selbstverständlich auch die trashige Note, die allen Teilen der Reihe anhaftet und die auch auf gewisse Art und Weise als absolutes Markenzeichen anzusehen ist. Man muss schon eine gewisse Vorliebe für eher harmlose Gruselfilme haben und nicht auf harte -und blutige Splatter-Orgien geeicht sein, um diesem Film etwas abgewinnen zu können, hier handelt es sich wirklich um ein Werk, das von seinem in Fan-Kreisen erworbenem Kultstatus lebt. 

Dennoch verfügt das Geschehen über einen ordentlichen Spannungsaufbau, der wie schon üblich von der absolut passenden Filmmusik begleitet wird. dabei entstehen durchaus Momente, in denen sich eine leichte Gänsehaut beim Zuschauer bilden kann, denn das vorhandene Grusel-Ambiente kann sich jederzeit sehen lassen. Amando de Ossorio setzt prinzipiell auch in dieser Fortsetzung auf die altbewährten Zutaten, die ganz bestimmt nicht jeden überzeugen, aber bei Liebhabern ihre Wirkung ganz bestimmt nicht verfehlen. Und auch die Änderung des Schauplatzes kann man als sehr willkommene Abwechslung ansehen, auch wenn viele Leute gerade diesen Punkt eher als sehr negativ ankreiden.

Alles in allem kann sich auch "Das Geisterschiff der schwimmenden Leichen" absolut sehen lassen, dennoch handelt es sich um den bisher schwächsten teil der Reihe. Natürlich liegt das wie immer im Auge des Betrachters, doch im gegensatz zu seinen beiden Vorgängern fällt der Film schon etwas ab. Dennoch handelt es sich immer noch um richtig gute-und teilweise unfreiwillig komische Gruselunterhaltung, die man sich sehr gut anschauen kann, ohne dabei seine Zeit zu verschwenden. Ich fühlte mich jedenfalls kurzweilig und gut unterhalten, wobei ich in erster Linie einmal mehr von der exzellenten Atmosphäre angetan war, die ohne wenn und aber der Höhepunkt der gesamten Reihe ist.


Fazit:


Nicht ganz so gut wie die Teile 1 & 2 bietet "Das Geisterschiff der schwimmenden Leichen" immer noch gute und kurzweilige Gruselkost, der auch wieder der übliche Trash-Faktor beiwohnt. Härte und Blut sollte man allerdings nicht erwarten, denn bei diesen Dingen kocht Teil drei der reihe doch auf absoluter Sparflamme. Wem das allerdings nichts ausmacht, der sollte auf jeden Fall einmal einen Blick riskieren.


6/10

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