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Freitag, 17. März 2017

Cujo






Cujo
(Cujo)
mit Dee Wallace, Danny Pintauro, Daniel Hugh Kelly, Christopher Stone, Ed Lauter, Kaiulani Lee, Billy Jayne, Mills Watson, Sandy Ward, Jerry Hardin, Merritt Olsen, Arthur Rosenberg, Terry Donovan-Smith, Robert Elross, Robert Behling
Regie: Lewis Teague
Drehbuch: Stephen King (Roman) / Don Carlos Dunaway
Kamera: Jan de Bont
Musik: Charles Bernstein
FSK 16
USA / 1983

Mit Horrorträumen reagiert der sechsjährige Tad (Danny Pintauro) auf die Schwierigkeiten seiner Eltern. Dabei waren Donna (Dee Wallace) und Vic Trennton (Daniel Hugh-Kellys) eigens von New York fortgezogen, um in einer Kleinstadt ein besseres Leben zu führen. Doch anstatt der erhofften Idylle stellen sich immer größere Probleme ein, bis eines Tages auch der Horror reale Gestalt annimmt: Cujo, der gutmütige Bernhardiner, verwandelt sich urplötzlich in eine blutrünstige Bestie. 


Eigentlich sind Bernhardiner ja als äußerst gutmütige Hunde anzusehen, die ja zudem auch noch zur Rettung schneeverschütteter Menschen eingesetzt werden. In dieser Verfilmung eines Romans von Stephen King allerdings bekommt man einen vollkommen anderen Eindruck dieser gutmütigen Hunderasse, verwandelt sich doch der lammfromme Cujo durch den Biss einer Fledermaus in eine reißende Bestie, die zu einer großen Gefahr für ihre Mitmenschen wird und einigen Leuten auf brutale Art und Weise das Leben nimmt. Bis es allerdings dazu kommt vergeht doch eine geraume Zeit, denn in der ersten Filmhälfte ist von Tierhorror noch herzlich wenig zu verspüren. Die ersten gut 45 Minuten bieten vielmehr eine recht gute Charakterzeichnung der Hauptdarsteller und bieten einen tiefen Einblick in die Eheprobleme von Donna und Vic, dessen kleiner Sohn Ted von ständigen Alpträumen geplagt wird. Dabei ist diese Phase des Filmes allerdings keineswegs langweilig gestaltet, sondern bietet eine solide Grundlage für einen dramaturgisch äußerst gelungenen Spannungsaufbau, der sich zwar eher langsam dafür aber sehr stetig aufbaut und insbesondere in der zweiten Hälfte der Geschichte seinen absoluten Höhepunkt erreicht.

Ebenso verhält es sich auch mit der vorherrschenden Grundstimmung des Geschehens, das zu Beginn noch keine Spur einer bedrohlichen Situation erkennen lässt, sondern vielmehr den Eindruck eines soliden Ehe-Dramas vermittelt, in dem von Tierhorror so gut wie nichts zu verspüren ist. So sieht man dann auch den eigentlichen Hauptdarsteller Cujo eher selten, lediglich ab und zu wird der Bernhardiner eingeblendet, der sich mit der Zeit immer mehr verändert, was einerseits rein Äußerlich aber auch in seiner Wesensveränderung zu erkennen ist. Und so dauert es auch nicht mehr lange, bis der ehemals gutmütige Hund sein erstes Opfer tötet, dem schon kurz danach das nächste folgen soll. Nun sollte man in diesem Film nicht unbedingt die große visuelle Härte erwarten, denn Gorehounds werden sicherlich nicht auf ihre Kosten kommen. Ein wenig Blut und einige Bissattacken sind alles, was man in diesem Bezug zu sehen bekommt und dennoch entfaltet der Film einen immens hohen Härtegrad, der sich besonders im zweiten Teil des Geschehens bemerkbar macht. 

Dabei wird die Härte allerdings nicht durch explizite Gewaltdarstellungen freigesetzt, sondern ergibt sich aus der Lage, in der sich Donna und ihr kleiner Sohn befinden, die bei Cujos Besitzer ihren defekten Wagen reparieren lassen wollten. Nichtsahnend, das dieser schon längst seinem Hund zum Opfer gefallen ist, befinden sie sich nun auf dessen Grundstück und müssen sich in dem Wagen vor der reißenden Bestie in Sicherheit bringen. Wenn man versucht, sich in diese scheinbar aussichtslose Situation hineinzuversetzen, dann kann einem schon ganz schön mulmig werden. Die Tatsache, das der Wagen auch noch in der sengenden Hitze steht, macht die Lage der beiden nicht unbedingt erträglicher und so ist es auch nur eine Frage der Zeit, bis sie an die psychischen und physischen Grenzen geführt werden. Auch wenn in dieser Phase des Filmes gar nicht einmal sonderlich viel passiert, gestaltet sich das Geschehen extrem spannend und setzt dabei eine unglaublich starke Intensität frei, die sich ganz automatisch auf das Sehverhalten des Zuschauers überträgt. Von einer Minute auf die andere entpuppt sich das bis dahin eher ruhige Geschehen als atmosphärisch äußerst dichtes Szenario, das gleichzeitig eine enorme Faszination ausstrahlt. Nichts ist mehr zu spüren von der eher beschaulichen Stimmung der ersten 45 Minuten, nicht selten entsteht dabei das Gefühl das man sich in einem vollkommen neuen Film befindet, der jetzt wirklich Tierhorror der besseren Art bietet.

Sicherlich mag es genügend Leute geben, denen es etwas an blutigen Passagen mangelt doch insgesamt gesehen ist "Cujo" auf jeden Fall einer der sehr guten Vertreter des Sub-Genres, dessen Stärke meiner Meinung nach gerade in den beiden vollkommen verschiedenen Filmhälften liegt. Wird man zunächst teilweise richtiggehend eingelullt und in Sicherheit gewogen, so trifft einen die enorme Intensität der zweiten Filmhälfte umso stärker. Stärker hätte Regisseur Lewis Teague den Kontrast kaum herausstellen können, der hier definitiv vorhanden ist. Sein Film bietet auch ohne große Mengen an Blut allerbeste Horror-Unterhaltung die zwar eine gewisse Anlaufzeit benötigt, dafür dann aber umso heftiger zur Geltung kommt und ein insgesamt sehr gelungenes Filmerlebnis bereitet. Dazu trägt auch das gut agierende Darsteller-Ensemble bei, das durch jederzeit überzeugendes Schauspiel zu überzeugen weiß. Insbesondere Dee Wallace in der Rolle der Mutter sticht dabei besonders hervor, ist sie doch als ehebrüchiges Frauenzimmer ebenso überzeugend wie als die Mutter, die mit allen Mitteln um das Leben ihres Sohnes kämpft.


Fazit:


"Cujo" ist bestimmt nicht zu den ganz großen Highlights des Sub-Genres zu zählen, jedoch siedelt sich der Film auf jeden Fall im oberen Drittel an. Trotz einer eher ruhigen ersten Hälfte bietet das Geschehen jederzeit kurzweilige und sehr unterhaltsame Filmkost, die ihre Höhepunkte allerdings ganz klar im zweiten Teil hat. Dennoch kann man das Gesamtpaket als sehr gut bezeichnen, so das sich eine Sichtung des Werkes immer wieder lohnt.


8/10

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