Follower

Freitag, 3. März 2017

Das Blutgericht der reitenden Leichen






Das Blutgericht der reitenden Leichen
(La Noche De Las Gaviotas)
mit Victor Petit, Maria Kosly, Sandra Mozarowsky, Jose Antonio Calvo, Julia Saly, Javier de Rivera, Pilar Vela, Fernando Villena, Maria Vidal, Oscar Phens, Susana Estrada, Luis Ciges
Regie: Amando de Ossorio
Drehbuch: Amando de Ossorio
Kamera: Francisco Sanchez
Musik: Anton Garcia Abril
Ungeprüft
Spanien / 1975

Ein junges Ehepaar zieht in einen stillen Ort irgendwo an der spanischen Küste. Doch die Dorfbewohner sind alles andere als freundlich. Ein schrecklicher Fluch lastet auf ihnen, denn in der nahen Burg hausen die untoten Tempelritter. Sie verlangen regelmäßig als Blutopfer eine Jungfrau. In der Hoffnung, vom Terror der Untoten verschont zu bleiben, liefern die Bewohner freiwillig ihre Töchter dem Bösen aus. Doch der junge Arzt will dem Grauen ein Ende bereiten und begibt sich so selbst in höchste Gefahr


Dies ist nun also der Abschluss der Legende um die untoten Templer und nachdem Amando de Ossorio im dritten Teil doch mit der ungewohnten Location auf einem Schiff aufwartete, kehrt er hier wieder zu den Wurzeln der Geschichte zurück. Schauplatz ist dieses Mal ein einsam gelegenes Dorf, das jährlich von den Templern heimgesucht wird und junge Frauen als Opfer darbringen muss, um Unheil vom Dorf fernzuhalten. Meiner Meinung nach handelt es sich hier um den schwächsten teil der Reihe, der zwar in atmosphärischer Hinsicht vollkommen überzeugen kann, es aber ein wenig an der nötigen Spannung vermissen lässt. Zu vorhersehbar erscheinen die Ereignisse und man kann sich von Beginn an das folgende Geschehen ausmalen.

Dennoch ist es wieder einmal die äußerst gruselige Grundstimmung, die den Film von der ersten bis zur letzten Minute trägt und über so einige andere Mankos hinwegtäuschen kann. Vielleicht war bei diesem letzten teil auch ganz einfach nur die Luft raus, denn im Endeffekt gleichen sich die jeweiligen Szenarien sehr stark, so das man letztendlich nicht unbedingt etwas neues geliefert bekommt und die ganzen Handlungsabläufe locker vorhersehen kann. Auch "Das Blutgericht der reitenden Leichen" beginnt mit einem Rückblick in die Vergangenheit und zeigt dabei die Greueltaten, die von den damals noch lebenden Templern an unschuldigen Menschen begangen wurden. Erst danach geht es dann in die Gegenwart, in der ein junger Arzt seine neue Stelle in dem abgelegenen Dorf antreten will. Außer Ablehnung und frostigem Schweigen gibt es für ihn allerdings nichts zu ernten, wollen die Bewohner doch das unheimliche Geheimnis um keinen Preis offen legen. Man sieht also, das Ossorio auf altbewährte Zutaten gesetzt hat, nur das diese nicht so gut miteinander harmonieren, wie es noch in den ersten 3 Teilen der Fall war.

Nun kann man sich bestimmt darüber streiten, ob nicht diverse Änderungen noch einmal für etwas Schwung gesorgt hätten, allerdings hätte das der Reihe insgesamt ein wenig ihr ganz eigenes Flair genommen. Denn schon die Tatsache, das die Templer im dritten Teil auf einem Schiff unterwegs waren, hat bei vielen Fans nicht unbedingt auf Gegenliebe gestoßen, obwohl ich das als willkommene Abwechslung angesehen habe. Da hier nun aber wieder auf das alte Schema zurückgegriffen wurde, kann sich eventuell sogar etwas Langeweile breitmachen, gleichen sich die Teile 1, 2 & 4 doch ziemlich stark und es stellt sich fast zwangsläufig der Eindruck ein, das man alles schon einmal gesehen hat. Gerade beim gewählten Ende verstärkt sich dieser Aspekt noch mehr, fällt es doch wie in eigentlich allen 4 Filmen äußerst simpel und bieder aus, an dieser Stelle hätte man wirklich etwas mehr bewerkstelligen können.

Nichtsdestotrotz ist "Das Blutgericht der reitenden Leichen" immer noch als solider Abschluss einer Reihe anzusehen, die schon immer die Meinungen gespalten hat. Das liegt sicher auch in der zumeist sehr unblutigen Umsetzung der Filme begründet, denn etwas härtere Passagen bekommt man doch eher selten zu sehen. Wie nicht anders zu erwarten, ist auch die hier vergebene Altersfreigabe vielmehr als mittelschwerer Witz anzusehen und ganz generell wäre eine 16er Freigabe für die gesamte Reihe aus heutiger Sicht mehr als nur angemessen.


Fazit:


Das Ende der Legende um die reitenden Leichen bietet solide Gruselkost, die allerdings vollkommen ohne Härte daherkommt. Eine sehr gelungene Atmosphäre und ein wie immer überzeugender Score sind die Stärken eines Filmes, der ansonsten über keine größeren Höhepunkte verfügt. Für Fans ist allerdings auch dieser vierte teil absolutes Pflichtprogramm.


5,5/10

Keine Kommentare: