Follower

Donnerstag, 23. März 2017

Kobra, übernehmen Sie (Serie)






Kobra, übernehmen Sie
(Mission: Impossible)
mit Greg Morris, Peter Lupus, Peter Graves, Barbara Bain, Martin Landau, Leonard Nimoy, Lynda Day George, Steven Hill, Lesley Ann Warren, Sam Elliott, Vic Perrin, Arline Anderson, Jack Donner, Tom McDonough, Sid Haig
Regie: Reza Badiyi / Barry Crane / u.A.
Drehbuch: Bruce Geller / Allan Balter / u.A.
Kamera: Ronald W. Browne / Keith C. Smith / u.A.
Musik: Lalo Schifrin / Richard Markowitz / u.A.
FSK 12
USA / 1966 - 1973
171 Episoden a ca. 48 Minuten

Jim Phelps leitet die IMF (Impossible Mission Force), eine Spezialeinheit im Auftrag der amerikanischen Regierung, die immer dann eingesetzt wird, wenn besonders heikle Einsätze anstehen. Um keine politischen Verwicklungen befürchten zu müssen, lehnt die Regierung jede Kenntnis von den Unternehmen ab. Zum ausgesuchten Team von Phelps gehören mehrere Experten auf dem Gebiet der Verwandlung, sowie Technik- und Waffenexperten. Zu Beginn jeder Folge erhält Phelps ein Tonband mit Hintergrundinformationen, das sich jeweils nach 5 Sekunden selbst zerstört.


Schon lange bevor ein gewisser Tom Cruise in der Filmreihe "Mission Impossible" in der Rolle des Agenten Ethan Hawke die haarsträubendsten Abenteuer besteht, gab es die Original-Serie "Kobra, übernehmen Sie". In der Zeit von 1966 - 1973 lösten Jim Phelps und sein Team dabei fast 171 Fälle (einige der Episoden sind Zweiteiler) und mussten dabei so manch unmögliche Mission meistern. Im Bereich der Agenten-Serien ist dieses Format dabei wohl das absolute Non plus Ultra und dürfte auch den meisten Fans heute noch durchaus geläufig sein. Natürlich kann man die damaligen Fälle nicht mit den heutigen Action-Blockbustern vergleichen, denn zur damaligen Zeit ging es doch noch um Einiges sanfter zur Sache. So mag dem ein oder anderen auch die Kultserie nach heutigen Maßstäben etwas angestaubt und antiquiert erscheinen, dennoch erliegt man immer wieder dem unvergleichbaren Charme der 60er und frühen 70er Jahre, wenn das Original-Team bei der Arbeit zu beobachten ist. Die Rezeptur der Serie ist dabei relativ einfach gestrickt und mit der kurzen Inhaltsangabe auch sehr treffend beschrieben. Im Prinzip sind sämtliche Fälle nach dem gleichen Strickmuster aufgebaut und dennoch hat man nie das Gefühl, das hier irgendwie Langeweile aufkommen könnte. 

Dafür sorgt allein schon die oft auftretende Abwechslung innerhalb der Darstellerriege, denn innerhalb der Jahre wechseln doch einige der Hauptdarsteller. Lediglich Greg Morris in der Rolle von Barney Collier ist vom Anfang bis zum Ende mit dabei und ansonsten sind Peter Lupus ( 161 Episoden) und Peter Graves (143 Episoden die großen Konstanten. Ja, selbst der gute Graves ist erst mit der zweiten Staffel zum Team gestoßen, denn in der ersten Staffel war es noch Steven Hill, der die Aufträge entgegen nahm und das jeweilige Team zusammen stellte. Peter Graves war dafür aber auch noch in der Neuauflage "In geheimer Mission" (1988 - 1990) mit an Bord, wobei der Serie keine allzu lange Lebensdauer beschieden war. Ansonsten wurde in gewissen Abständen immer gut durchgemischt und Darsteller wie Martin Landau, Leonard Nimoy, Barbara Baine, oder auch Steven Hill gaben sich die Ehre. Auch in den jeweiligen Nebenrollen bekam es der Zuschauer immer wieder mit namhaften Schauspielern der damaligen Zeit zu tun, Anthony Zerbe, Pernell Roberts und sogar Sid Haig sind dafür nur einige Beispiele. Thematisch gesehen gab es die typische Agenten-Kost, wobei selbstverständlich der Kampf Gut gegen Böse immer wieder im Vordergrund stand. Wer dabei welche Seite einnahm muss nicht weiter erläutert werden, denn selbstredend nimmt die amerikanische IMF Einheit die sogenannte Heldenrolle ein und muss sich zumeist mit bösen Buben oder ganzen Regierungen aus fiktiven Ostblock-Ländern herum schlagen. 

Der immer wieder verfilmte Ost-West Konflikt stand also auch hier ganz eindeutig im Vordergrund und wie nicht anders zu erwarten, waren die Rolle auch innerhalb dieses Formates ganz klar verteilt. Einer der Höhepunkte sind dabei die Waffen und Tricks mit denen gearbeitet wird. Aus heutiger Sicht kann man sicherlich nur darüber schmunzeln, aber für die damalige Zeit erschien das Ganze streckenweise doch äußerst spektakulär. So konnte man im Laufe der Jahre die Weiterentwicklung der Geräte gut nachvollziehen und war doch das ein oder andere Mal darüber erstaunt, mit wie viel Fantasie die Macher ans Werk gegangen sind. Natürlich ist das alles nicht mehr mit den jetzigen Maßstäben zu vergleichen, aber gerade diese Dinge haben dem Format doch sehr viel Reiz und auch Charme verliehen. Die immer wieder auftretenden Action-Passagen wirken heute bestimmt altbacken, sind jedoch mit viel Liebreiz versehen und entsprechen der damaligen Zeit Dekade. Und obwohl sich die jeweiligen Fälle in Aufbau und Struktur unglaublich ähneln, wurde jede einzelne Folge mit einer gehörigen Portion Spannung versehen, da man sich oft nicht sicher sein konnte, ob auch wirklich das gesamte IMF Team heil aus den jeweiligen Missionen heraus kommt. Es wurde nämlich sorgsam darauf geachtet, das die oft unlösbar erscheinenden Aufgaben nicht mit spielerischer Leichtigkeit gelöst werden konnten und so mussten Phelps und Konsorten so manch brenzlige Situation überstehen, bis am Ende der Erfolg gesichert war.

Man mag zu dieser Serie stehen wie man will und gerade bei den heutigen Action-Jüngern mag sie eventuell nicht auf allzu viel Gegenliebe stoßen, aber ihren Kultstatus und den unvergleichlichen Charme kann man ihr keinesfalls absprechen. Nicht umsonst hat man es hier auf sage und schreibe 171 Folgen gebracht, in den späten 80ern noch eine 35-teilige Neuauflage präsentiert und die "Mission: Impossible" Filmreihe ins Leben gerufen. Gerade Letztere umfasst mittlerweile auch schon fünf Filme und das alles wäre ohne das Original nie zustande gekommen. Ich persönlich verehre diese kultige Agenten-Serie und kann nur jedem die mittlerweile günstig zu erwerbende Gesamtbox ans Herz legen, denn hier bekommt man erstklassige und kurzweilige Kost serviert, die man sich auch heutzutage noch sehr gut anschauen kann und dabei immer wieder auf Sachen stößt, die eigentlich längst schon in Vergessenheit geraten waren.


Fazit:


"Kobra, übernehmen Sie" bietet absolut unterhaltsame Agentenkost der alten schule und versteht es auch heute noch, den Zuschauer immer wieder aufs Neue zu begeistern. Trotz der immer gleichen Erzählstruktur und des sich wiederholenden Story-Aufbaus gibt es keinerlei Längen, was gleichzeitig auch für die hohe Qualität dieses Formates spricht.


9/10

Keine Kommentare: