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Sonntag, 2. April 2017

Blood Punch






Blood Punch - Und täglich grüsst der Tod
(Blood Punch)
mit Milo Cawthorne, Olivia Tennet, Ari Boyland, Adelaide Kane, Cohen Holloway, Fleur Saville, Mike Ginn, Amanda Reed
Regie: Madellaine Paxson
Drehbuch: Eddie Guzelian
Kamera: Neil Cervin
Musik: Adam Berry
keine Jugendfreigabe
USA / 2014

Der smarte Milton (Milo Cawthorne) wird erwischt, als er Crystal Meth kocht. Dafür bestraft und eingelocht, muss er an einer Selbsthilfegruppe teilnehmen. Dort begegnet er der ebenso durchgeknallten wie schönen Skyler (OliviaTennet). Er fühlt sich sofort zu ihr hingezogen, derart obsessiv, dass es bereits kurz nach dem ersten Treffen zum Sex kommt. Sie überredet ihn darauf, zusammen aus der Reha-Anstalt auszubrechen und gemeinsam einen großen Coup zu landen: Er soll eine große Menge Meth für sie kochen, schließlich winkt eine exorbitant hohe Summe Geld. Es gibt nur ein Problem: Skylers psychotischer Freund Russell (Ari Boyland), der ebenfalls Teil des Plans ist. Zusammen machen sie sich auf den Weg in eine abgelegene Hütte. Mitten in den tiefsten Wäldern des Landes angekommen offenbart sich schon bald, dass an diesem verfluchten Ort ein dunkles Geheimnis schlummert. Scheinbar müssen sie dort jeden Tag aufs Neue durchleben. Verzweifelt suchen sie eine Lösung diesem blutigen, übernatürlichen Alptraum zu entkommen, denn die Dealer wollen ihre Ware. Und das um jeden Preis ...


Morden in der Endlosschleife


So ungefähr könnte man den Inhalt dieser Independent Horrorkomödie beschreiben, so das der Vergleich zu "Und täglich grüßt das Murmeltier" keinesfalls von der Hand zu weisen ist. Dennoch gestaltet sich die vorliegende Horrorkomödie ein wenig anders, denn während im Film mit Bill Murray immer wieder die genau gleichen Einstellungen serviert wurden, hat Regisseurin Madellaine Paxson bei ihrem Regie Erstling in dieser Beziehung zumindest für ein wenig Abwechslung gesorgt. Bis die Geschichte aber zum inhaltlichen Kernpunkt gelangt wird der Zuschauer mit einer etwas zu lang geratenen Einführung konfrontiert, in der einem die Hauptfiguren ein wenig näher gebracht werden sollen. Das gelingt allerdings nur bedingt, denn im Prinzip werden die Charaktere lediglich oberflächlich beleuchtet, zudem verfügt keiner der Darsteller über die Fähigkeiten, in irgend einer Weise Sympathiepunkte beim Betrachter zu sammeln. Das ist schade, denn so findet man auch schwerlich einen echten Bezug zur gesamten Story, die streckenweise etwas zu lang geraten erscheint. Das führt dann auch zu einer Langatmigkeit die man durchaus hätte vermeiden können, indem man diverse eher belanglose Elemente weg gelassen - und das Ganze knackiger in Szene gesetzt hätte.

"Blood Punch - Und täglich grüsst der Tod" hat nämlich ohne Weiteres seine witzigen Momente, jedoch treten diese keinesfalls in der Anhäufung auf die man sich gewünscht hätte. So fällt es dann auch nicht leicht von einer waschechten Horrorkomödie zu sprechen, denn Paxson hat ihre Erzählung mit zu vielen Nichtigkeiten versehen, anstatt sich mehr auf die humorige Schiene zu konzentrieren. Einige bissige Dialoge und manchmal auftretende Situationskomik sind dann ganz einfach zu wenig, um in der Gesamtbetrachtung wirklich durchgehend zu punkten. Auch das Element des Horrors tritt leider zu selten in Erscheinung und auch der enthaltene Härtegrad des Geschehens ist eigentlich kaum der Rede wert. Ein wenig Kunstblut und diverse Andeutungen von visueller Härte gleichen dieses Manko nur bedingt aus, so das Freunde der harten Gangart nicht unbedingt auf ihre Kosten kommen.

Mit etwas über 100 Minuten Laufzeit ist der Film im Übrigen zu opulent ausgestattet, denn ohne Probleme hätte man die Geschichte auch in gut 80 Minuten untergebracht. In der vorliegenden Form wird man deshalb auch stellenweise das Gefühl nicht los, das die Chose ein wenig künstlich auf Länge getrimmt wurde. Ein Grund dafür ist im Prinzip nicht zu erkennen, denn die Erklärungen für den sogenannten Fluch hätte man aufgrund des hanebüchenen Inhaltes auch durchaus kürzer halten können. Wie dem aber auch sei, "Blood Punch - Und täglich grüsst der Tod" ist keinesfalls ein schlechter Film, nur fehlt dem Ganzen irgendwie der richtige Pfiff, um einen die ganze Zeit über kurzweilig zu unterhalten. 

Letztendlich ist dieses Erstlingswerk als solide zu bezeichnen, doch offenbaren sich über die gesamte Laufzeit verteilt auch genügend Schwächen, die man ohne Weiteres hätte vermeiden können. So ist die Story leider mit einem viel zu kleinen humorigen Anteil ausgestattet worden und wirklicher Horror kommt auch nur an einigen Stellen auf. Es mangelt ganz einfach an der richtigen Atmosphäre, was man aber vielleicht auf die Unerfahrenheit der Regisseurin zurück führen kann. Zur einmaligen Sichtung eignet sich die Produktion auf jeden Fall, mit gesteigerten Erwartungen sollte man aber nicht an diesen Film heran gehen, bei dem eine ganze Menge an Potential liegen gelassen wurde.


Fazit:


Insgesamt gesehen präsentiert sich "Blood Punch - Und täglich grüsst der Tod" als nicht immer stimmiger Genre Beitrag, aus dem man viel mehr hätte machen können. Dennoch kann man ohne Weiteres eine Sichtung wagen, denn in den letzten Jahren hat man schon unzählige Beiträge zu Gesicht bekommen, die weitaus schlechter anzusehen waren.


6/10

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