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Montag, 24. April 2017

Conjuring 2







Conjuring 2
(The Conjuring 2)
mit Patrick Wilson, Vera Farmiga, Madison Wolfe, Frances O'Connor, Lauren Esposito, Benjamin Haigh, Patrick McAuley, Simon McBurney, Maria Doyle Kennedy, Simon Delaney, Franka Potente, Bob Adrian, Robin Atkin Downes
Regie: James Wan
Drehbuch: Carey Hayes / James Wan
Kamera: Don Burgess
Musik: Joseph Bishara
FSK 16
USA / 2016

Lorraine und Ed Warren arbeiten als Berater bei übernatürlichen Phänomenen, was sie mit seltsamen Ereignissen konfrontiert. Doch obwohl sie eigentlich abgehärtet sein müssten, hinterlässt ihr nächster Einsatz einen nachhaltigen Eindruck bei ihnen. Die beiden Experten für Geistererscheinungen reisen in den Norden von London, zu einer allein erziehenden Mutter von vier Kindern, deren Tochter von einem Dämon besessen zu sein scheint. Schnell merken Lorraine und Ed, dass sie es mit keinem gewöhnlichen Geist zu tun haben.


Spukhäuser und paranormale Aktivitäten haben in den letzten Jahren wieder Hochkonjunktur, wobei sich die Anteile zwischen normalen Spielfilmen und Found Footage Beiträge so ziemlich die Waage halten. Im Grunde genommen hat man in diesem Sub-Genre auch schon alles gesehen, so das man nicht zwingend ein Höchstmaß an innovativen Ideen in neuen Beiträgen erwarten sollte. Das ist allerdings auch nicht unbedingt notwendig, denn wenn man die altbewährten Zutaten so gekonnt in Szene setzt wie Regisseur James Wan in der "Conjuring-Reihe", dann sind Gänsehaut und spannende Unterhaltung praktisch vorprogrammiert. Schon der 2013 erschienene Erstling "Conjuring - Die Heimsuchung" war ein echter Leckerbissen, wobei der vorliegende zweite Fall die Klasse und die Intensität des Vorgängers noch einmal übertrifft. Das ist natürlich nur mein rein subjektiver Eindruck, aber zumindest steht "Conjuring 2" dem ersten Teil in nichts nach. Selbstverständlich begleitet der Zuschauer einmal mehr Ed und Lorraine Warren bei ihrer Arbeit, bei der es die beiden dieses Mal nach London verschlägt, wo eine allein erziehende Mutter und ihre vier Kinder übernatürlichen Ereignissen zum Opfer fallen.

Im Mittelpunkt steht dabei die junge Janet, die ganz offensichtlich von einem Geist gepeinigt wird, der teilweise sogar Besitz von ihr ergreift. Aber erst mit zunehmender Laufzeit bekommt man die ganzen Hintergründe serviert und muss dabei feststellen, das dieser Fall doch weitaus komplexer ist, als es zu Beginn noch den Anschein hat. Auch die hier erzählte Geschichte lehnt sich an eine wahre Begebenheit an und es ist wieder absolut faszinierend, den mysteriösen Abläufen zu folgen. Wan setzt dabei auf äußerst gezielte Schockmomente und unheimliche Passagen, was den Betrachter von Beginn an in die perfekte Stimmung für ein solches Szenario versetzt. Zugegebenermaßen ist es nicht so, das man die dargestellten Ereignisse noch nie so oder in ähnlicher Form gesehen hätte, aber der gute James hat die gesamte Chose dermaßen stimmig und unheilvoll ins Bild gesetzt, das man ganz automatisch mit einer prickelnden Gänsehaut überzogen wird und die grandiose Atmosphäre förmlich in sich aufsaugt.

Ein ganz wichtiger Aspekt für dieses Gefühl sind auch die Darbietungen der handelnden Akteure, wobei sich Vera Farmiga und Patrick Wilson einmal mehr durch ihr fantastisches Zusammenspiel ganz hervorragend ergänzen. Dennoch ist meiner persönlichen Meinung nach der wahre Star des Filmes an anderer Stelle zu suchen, denn was die kleine Madison Wolfe in der Rolle der Janet zum Besten gibt, ist wirklich allererste Sahne. Die Performance des Mädchens ist unglaublich authentisch und geht einem dabei so richtig unter die Haut. Man leidet förmlich mit und vermeint phasenweise, das die Besessenheit des Kindes einen richtiggehend anspringen könnte. Vielleicht geht es aber auch nur mir so, aber "Conjuring 2" hat mich von der ersten bis zur letzten Minute so richtig gepackt und für sich eingenommen, denn anders als in der "Insidious-Reihe" springt der Funke hier sofort über. 

Manch einer wird das sicherlich anders sehen, denn schließlich sind die Geschmäcker ja verschieden. Aber James Wan ist es mit dieser Geschichte gelungen etwas nicht unbedingt Alltägliches zu schaffen. Ist es doch im Normalfall eher so, das Folgefilme eher selten die Klasse des Erstlings erreichen, so wurde in vorliegendem Fall ein zweiter Teil produziert, der sogar das Werk von 2013 noch toppen kann. Mit Ausnahme von "Sinister" hat es jedenfalls kein vergleichbarer Film in den letzten Jahren geschafft, mich mit einer altbekannten Thematik so dermaßen zu fesseln, das ich auch noch lange nach Beendigung der Sichtung unter dem Eindruck des Gesehenen gestanden habe. Bei dieser Qualität werden hoffentlich noch weitere Ableger folgen, denn in Sachen Qualität und Klasse sind die "Conjuring-Teile" mit das Beste, was das Sub-Genre in den letzten Jahren hervor gebracht hat.


Fazit:


Jede Menge Spannung, eine erstklassige Grundstimmung, eine tolle Story und überzeugende Darsteller sind die idealen Zutaten für gut zwei Stunden herrliches Grusel Feeling, das man sich als Fan solcher Werke um keinen Preis entgehen lassen sollte. Hier stimmt einfach alles, so das ein tolles Filmerlebnis auf jeden Fan des Genres wartet.


9/10

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