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Samstag, 22. April 2017

Fear the Walking Dead Staffel 2






Fear the Walking Dead
(Fear the Walking Dead)
mit Kim Dickens, Cliff Curtis, Frank Dillane, Alycia Debnam-Carey, Mercedes Mason, Colman Domingo, Lorenzo James Henrie, Karen Bethzabe, Arturo del Puerto, Alfredo Herrera, Patricia Reyes Spíndola, Marlene Forte
Regie: Adam Davidson / Stefan Schwartz / u.A.
Drehbuch: Dave Erickson / Robert Kirkman / u.A.
Kamera: Michael McDonough / Robert Humphreys / u.A.
Musik: Paul Haslinger
keine Jugendfreigabe
USA / 2016
15 Episoden mit einer Laufzeit von ca. 717 Minuten

Die Familien Clark, Manawa, Salazar und Strand drohen auseinander zu brechen. Nach den schrecklichen Ereignissen auf der Abigail sind sie ganz auf sich alleine gestellt und müssen ihren eigenen Weg finden, wenn sie überleben wollen. Doch dies geht nicht reibungslos von statten: Alicia tut sich schwer mit Madisons Weigerung, Nick los zu lassen, während Travis versucht, Chris vor der apokalyptischen Dunkelheit zu schützen, die ihn zu verzehren droht. Strand ist ganz in seiner Trauer gefangen, und die Macht von Daniels dunkler Vergangenheit hat Ofelia ihre Illusionen genommen sich ein neues Leben aufbauen zu können. Jeder kämpft mit seinen eigenen Dämonen, während die wahren Monster bereits auf sie lauern … 


Nachdem ich persönlich schon die erste Staffel des "The Walking Dead" Spin Offs als sehr gelungen angesehen habe, wurde dieser Eindruck durch die zweite Staffel noch bestärkt. Mittlerweile bekommt man auch einen guten Bezug zu den Hauptfiguren, was in den ersten 6 Episoden noch relativ schwer gefallen ist. Wie schon in der Mutter-Serie bekommt der Zuschauer nun recht ausführliche Charakter-Beleuchtungen geboten und kann so auch einen guten Bezug zu den wichtigen Figuren herstellen. Im Grunde genommen soll "Fear the Walking Dead" ja dafür ausgerichtet sein, die Anfänge der Zombie-Apokalypse aufzuzeigen, aber dieser Punkt hat sich mit der vorliegenden Staffel fast schon erledigt. Die Zivilisation scheint nämlich am Ende und so ist es nicht unbedingt verwunderlich, das immer stärkere Parallelen zu "The Walking Dead" auf den Plan treten. Auch hier entfaltet sich der pure Überlebenskampf und auch im Bezug auf die Gruppe der Überlebenden offenbaren sich die selben Strukturen, die bei Ric & Co. zu beobachten sind.

Das mag einem gefallen oder auch nicht, jedenfalls wurden die 15 Episoden der zweiten Staffel ziemlich spannend in Szene gesetzt. Die erste Hälfte beinhaltet allerdings auch diverse kleinere Längen, was sicherlich auch in der Tatsache begründet ist, das sich ein Großteil der Spielzeit auf der Yacht abspielt mit der man auf der Suche nach einem sicheren Ort ist. Die zweite Hälfte der Staffel reißt dann jedoch eine Menge raus, wobei aber ganz generell noch relativ wenig Zombie-Action zu beobachten ist. Ich würde das dennoch nicht als negativen Kritikpunkt ansehen, denn der dramatische Anteil der Serie weiß durchaus zu gefallen. Und Drama bekommt man zur Genüge geboten, wobei sich dies nicht ausschließlich in Dialogen zu erkennen gibt. Die kleine Gruppe wird mit zunehmender Laufzeit gesplittet, was der Gewichtung bestimmter Protagonisten sehr zu gute kommt. 

Die innerhalb der Familien auftretenden Spannungen sind hier das Salz in der Suppe und sorgen auch für so manch aufregende Passage. Gleichzeitig kristallisiert sich mit dem ehemals drogenabhängigen Nick ein wahrer Sympathieträger heraus, der im Laufe der Zeit einen immer wichtiger erscheinenden Part einnimmt. Dies geschieht insbesondere ab dem Zeitpunkt als der junge Mann die Gruppe verlässt und seinen eigenen Weg geht, denn nun gestaltet sich das Ganze um einige Facetten reicher und das wertet den gewonnenen Gesamteindruck ganz erheblich auf. Man lernt viele neue Gesichter kennen, allerdings ist dabei noch nicht wirklich zu erkennen, ob gewisse Personen auch in den zukünftigen Staffeln noch eine große Rolle spielen. Damit behalten sich die Macher also noch eine ganze Menge an Entwicklungspotential vor, was den Betrachter doch hoffnungsvoll in die Zukunft blicken lässt.

Insgesamt gesehen hinterlässt Staffel 2 also einen überzeugenden Eindruck und man kann sich getrost auf eine weitere Fortsetzung freuen. Es wird nämlich bestimmt noch viel über Nick, Madison, Travis & Co. zu erzählen geben, allerdings sollte man sich auch darüber im Klaren sein, das "Fear the Walking Dead" in der Zukunft genau das gleiche Strickmuster wie "The Walking Dead" aufweisen wird. Das Spin Off deswegen allerdings als Kopie abzustempeln wäre ungerecht, denn dafür beinhaltet das Geschehen doch zu viel Eigenständigkeit. Wie dem aber auch sei, mit persönlich gefällt dieser Ableger und ich hoffe, das noch einige Staffeln folgen werden, denn die Erzählung an sich ist äußerst interessant und beinhaltet noch eine Menge an Potential.


Fazit:


Mehr Drama als Horror, so könnte das Fazit der ersten beiden Staffeln lauten. Ebenso verhielt es sich aber auch bei der Mutter-Serie, so das man diesen Aspekt nicht als negativ bewerten sollte. Viel mehr könnte es den ein oder anderen wohl stören, das "Fear the Walking Dead" zu schnell die Anfänge der Katastrophe verlassen hat und sich mittlerweile schon dem absoluten Überlebenskampf widmet. Andererseits erscheint das aber auch irgendwie logisch, aber dennoch hätte sich der Beginn des Ganzen doch etwas ausführlicher gestalten können.


8/10

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