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Freitag, 14. April 2017

Turbo Kid






Turbo Kid
(Turbo Kid)
mit Munro Chambers, Laurence Leboeuf, Michael Ironside, Edwin Wright, Aaron Jeffery, Romano Orzari, Orphée Ladouceur, Steeve Léonard, Yves Corbeil, Evan Manoukian, Anouk Whissell, François Simard, Tyler Hall
Regie: François Simard / Anouk Whissell / Yoann-Karl Whissell
Drehbuch: François Simard / Anouk Whissell / Yoann-Karl Whissell
Kamera: Jean-Philippe Bernier
Musik: Jean-Philippe Bernier / Jean-Nicolas Leupi / Le Matos
FSK 16
Kanada / Neuseeland / 2015

Es ist die Zukunft, wir schreiben das Jahr 1997…In einer post-apokalyptischen Zukunft, “The Kid” (Munro Chambers), ein junger und einsamer Plünderer, mit einer Vorliebe für Comics, muss sich seinen tiefsten Ängsten stellen und wird dabei widerwillig zum Helden, als er auf das mysteriöse Mädchen „Apple“ (Laurence Laboeuf) trifft. Ausgestattet mit nichts weiter als blindem Vertrauen und einer antiken, turboaufgeladenen Waffe, lernt The Kid was Gerechtigkeit und Freundschaft bedeutet. Er begibt sich dabei auf eine unglaubliche und abenteuerliche Reise, um das Wasteland aus den Fängen des Bösen (Zeus, Michael Ironside) zu befreien und das Mädchen seiner Träume zu retten. 


OK, "Turbo Kid" soll ganz eindeutig eine Hommage an diverse 80er Jahre Kultfilme sein und ganz generell ist das gerade für ältere Semester eine tolle Sache. Dennoch hat mich diese krude Mischung aus Action, SCI/FI und Komödie keinesfalls überzeugt, denn die Geschichte ist dermaßen dämlich, das man sich eigentlich nur die Haare raufen kann. Einzig und allein der enthaltene Härtegrad sorgt für einen gewissen Unterhaltungswert, denn stellenweise geht es hier wirklich mehr als ordentlich zur Sache. An dieser Stelle darf man dann auch durchaus berechtigt die Frage in die Runde werfen, wie dieser Film denn mit einer 16er Freigabe gekennzeichnet werden konnte, da phasenweise ziemlich derbe und äußerst blutige SFX zum Einsatz kommen. So könnte man das vorliegende Werk dann auch ohne Weiteres als Paradebeispiel für die Willkür der FSK benennen, die sich diese Geschichte höchstwahrscheinlich mit geschlossenen Augen angeschaut hat. Wie dem aber auch sei, die Effekte erinnern schon an diverse Japan-Horror Trasher, denn größtenteils wird die vorhandene Härte völlig überzogen in Szene gesetzt. Diesem Umstand verdankt es "Turbo Kid" dann auch ausschließlich, das man zumindest streckenweise eine gewisse Kurzweil verspürt und etwas Spaß an dem ansonsten hanebüchenen Szenario hat. 

Rein inhaltlich bewegt man sich hier nämlich nur knapp über dem filmischen Bodensatz, denn was dem Zuschauer als Endzeitfilm mit komödiantischen Einschlag präsentiert wird, hat noch nicht einmal ansatzweise Substanz. Stattdessen vermeint man in großen Teilen einen irgendwie komischen Kinderfilm zu sehen, in dem auch nicht der Hauch einer postapokalyptischen Atmosphäre zu verspüren ist. Jedermann fährt hier mit BMX Rädern durch die zerstörte Welt und "The Kid" ist die Hauptfigur in einer Story, die einem oft genug sogar ganz tierisch auf die Nerven geht. Was nämlich als Humor gedacht ist nervt einfach nur und das beste Beispiel dafür ist ein weiblicher Roboter, in den sich unser Titelheld nach anfänglicher Ablehnung sogar noch verlieben soll. Laurence Leboeuf ist in der Rolle von Apple dermaßen aufgekratzt das es schon nicht mehr witzig ist, das Ganze ist einfach nur albern und strapaziert den Geduldsfaden des Betrachters aufs Äußerste. Es kommt einem so vor, als wenn das liebe Mädchen auf einem schlechten Trip ist und dabei wahrscheinlich sämtliche Drogen zu sich genommen hat die man sich nur vorstellen kann. Es mag durchaus sein das viele Leute das lustig finden, aber ehrlich gesagt hinterlässt dieser völlig sinnlose Quatsch nur Ärger und aufkommende Aggressionen.

Vielleicht bin ich mittlerweile ja auch einfach nur zu alt für ein solch hirnloses Gedöns, aber diese völlig sinnlose Aneinanderreihung dämlicher Abläufe ist wirklich nur mit größter Mühe über die gesamte Laufzeit zu ertragen. Meiner Meinung nach passt hier ganz einfach die gewählte Mixtur nicht, wobei insbesondere die kindlichen Hauptdarsteller das größte Manko darstellen. "Turbo Kid" wirkt durchgehend vollkommen unentschlossen und hinterlässt alles andere als ein überzeugendes Gesamtbild. Die Chose ist durch die Vermischung der unterschiedlichen Genres nicht stimmig und auch wenn diese Kombination ja offensichtlich völlig beabsichtigt gewählt wurde, ist es gerade dieser Aspekt der den gesamten Film der Lächerlichkeit preis gibt. Wenn man sich die ansonsten abgegebenen Kritiken zu diesem Werk anschaut dann stehe ich mit meiner Meinung so ziemlich allein da, aber wenn ein Machwerk dieser Art noch nicht einmal durchgehend kurzweilig unterhält, dann handelt es sich um einen ziemlichen Rohrkrepierer.

Der kindliche Anstrich des Geschehens zerstört einfach alles, wobei vor allem die Passagen extrem nerven, in denen "The Kid" und Roboter-Weibchen Apple ihre unsinnigen Wortwechsel von sich geben. Einzig und allein die wirklich sehenswerten SFX bewahren dieses obskure Filmchen vor dem totalen Absturz, denn so kommt man zumindest an einigen Stellen ein wenig auf seine Kosten. Den gesamten Rest kann man getrost vergessen und insbesondere die mehr als ausgedünnte Rahmenhandlung hat genau so viel Nährwert wie eine schimmelige Scheibe Toastbrot. Das hier sogar drei Personen für das sogenannte Drehbuch verantwortlich zeichnen ist schwerlich zu glauben, andererseits ist an dieser Stelle aber vielleicht genau der Grund zu suchen, warum die Chose so gewaltig in die Hose gegangen ist. Die Story reicht gerade einmal dafür aus einen halben Bierdeckel zu füllen und höchstwahrscheinlich wurde dieses absurde Szenario sogar im Vollrausch in einer Kneipe entworfen. Von meiner Seite aus kann ich jedenfalls definitiv keine Empfehlung für diesen hirnlosen Rotz ausstellen, denn ein ordentlicher Härtegrad ist längst nicht ausreichend, um einen überzeugenden Gesamteindruck zu hinterlassen.


Fazit:


Es gibt unzählige dämliche Filme, aber selten habe ich in letzter Zeit ein dermaßen dümmliches Filmchen wie "Turbo Kid" gesehen. Es ist natürlich reine Geschmackssache, aber bis auf ein paar kurzweilige Stellen hat dieses Machwerk rein gar nichts zu bieten, was einen nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis hinterlassen würde.


3/10 für die netten Effekte

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