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Freitag, 28. April 2017

Underworld: Blood Wars






Underworld: Blood Wars
(Underworld: Blood Wars)
mit Kate Beckinsale, Theo James, Tobias Menzies, Lara Pulver, Charles Dance, James Faulkner, Peter Andersson, Clementine Nicholson, Bradley James, Daisy Head
Regie: Anna Foerster
Drehbuch: Kyle Ward / Cory Goodman / Cory Goodman
Kamera: Karl Walter Lindenlaub
Musik: Michael Wandmacher
FSK 16
USA / 2016

Die andauernde Feindschaft zwischen Lykanern und Vampiren ist auf einem Tiefststand angekommen. Und auch unter den Vampirclans herrscht nicht gerade Einigkeit. Als besonders gefährlich entpuppt sich der Lykaner Marius, der es auf Selenas besonders reines Blut abgesehen hat. Nur der junge David und sein Vater Thomas stehen auf der Seite von Selena.


Zum mittlerweile fünften Mal steigt das Underworld Franchise in den Ring und präsentiert dabei gleich auch den nächsten Wechsel auf dem Regiestuhl. Mit Anna Foerster nimmt dabei zum ersten Mal eine Frau Platz und meiner bescheidenen Meinung nach merkt man das auch ein wenig, denn ziemlich eindeutig stehen die weiblichen Figuren der Geschichte eindeutig im Vordergrund. Ansonsten bekommt man das handelsübliche Szenario geboten, denn selbstredend steht der scheinbar nicht zu beendende Krieg zwischen Lykanern und Vampiren auf der Tagesordnung, wobei sich "Underworld: Blood Wars" rein inhaltlich nicht gerade üppig präsentiert. Wirklich verwunderlich ist dieser Aspekt jedoch nicht, denn schon im Vorgänger "Awakening" wurde man mit einer Geschichte konfrontiert, die sich verhältnismäßig dünn eröffnet hat. Seinerzeit wirkte es wie der eher missglückte Versuch eine neue Story aufzubauen, so das der Film den Anstrich eines Übergang-Werkes nie ganz ablegen konnte. Wer im vorliegenden Teil allerdings auf eine große Besserung gehofft hat wird ein wenig enttäuscht sein, denn obwohl es sich um einen recht kurzweiligen Teil der Saga handelt, ist die inhaltliche Substanz nicht unbedingt hoch ausgefallen. Es scheint fast so, als wenn dem Franchise so langsam die Luft ausgeht und obwohl immer wieder neue Handlungsstränge gesponnen werden, ist die Faszination der ersten drei Filme irgendwie abhanden gekommen. Zugegeben, Foerster baut einige nette Ideen ein und stellt insbesondere die weiblichen Figuren des Szenarios ganz vehement in den Mittelpunkt.

Das steht dem Ganzen sogar gut zu Gesicht und die Damen aus den Reihen der Vampire machen ihre Sache auch wirklich gut, aber dieser Umstand allein kann nicht darüber hinweg täuschen, das man wohl so langsam aber sicher am Ende der Fahnenstange angelangt ist. Dabei ist durchaus noch genügend Potential für weitere Fortsetzungen vorhanden, denn allein schon der Erzählstrang um Selenas Tochter ist noch längst nicht zu Ende erzählt. Was nützt das aber, wenn die einzelnen Verfilmungen mittlerweile nur noch auf Action ausgelegt sind und die Geschichten an sich dabei viel zu kurz kommen? Genau diesen Eindruck wird man nämlich nicht los und denkt dabei in erster Linie an den grandios erzählten Erstling zurück, in dem zwar die Passagen voller Action noch recht selten gestreut wurden, man dafür aber eine absolut erstklassige Geschichte geliefert bekam. Und so sollte man lieber wieder zu den Anfängen zurück gehen, was aber ganz sicher nicht passieren wird, da in der heutigen Zeit nur noch die Kuh gemolken wird, bis auch der letzte Dollar heraus gepresst wurde. Die eventuell noch folgenden Ableger werden also auch in erster Linie einen eher gehetzten Eindruck hinterlassen und mit Action wie auch etlichen Effekten gespickt sein, wodurch die eigentliche Story immer mehr in den Hintergrund rücken wird. 

Obwohl mir das sehr missfällt hat mir "Underworld: Blood Wars" dennoch ziemlich gut gefallen. In erster Linie mag dies in der Person von Kate Beckinsale begründet sein, denn es ist einfach immer wieder ein Genuss, die bildhübsche Britin in ihrem hautengen Anzug zu sehen. Zudem agiert sie souverän wie immer und ist ganz einfach das Aushängeschild dieser beliebten Horrorfilm-Reihe. Desweiteren verfügt auch dieser Film wieder über die absolut typische Underworld-Optik, die ziemlich düster gehaltenen Bilder und der unverkennbare Blaustich sind ja mittlerweile zum absoluten Markenzeichen geworden. Im Grunde genommen handelt es sich also um einen gut unterhaltenden fünften Teil der äußerst kurzweilig daher kommt, allerdings vom Inhalt her nicht unbedingt eine wahre Offenbarung darstellt. 

Dafür werden jedoch die Action-Jünger einmal mehr auf ihre Kosten kommen, denn das Werk ist mit ordentlich Action ausgestattet, wobei sich der enthaltene Härtegrad allerdings in einem sehr überschaubaren Rahmen bewegt. Das mag vielen Leuten absolut ausreichend erscheinen, allerdings wurde wieder einmal die Chance vertan, das Ganze in einen überzeugenden geschichtlichen Rahmen einzubinden. Vielleicht besinnt man sich ja noch einmal eines Besseren und verschiebt die Gewichtung der einzelnen Elemente ein wenig, denn im Prinzip bietet das Franchise noch genügend an Potential, um viel mehr aus einer Erzählung heraus zu holen, als es im vorliegenden Fall gemacht wurde. Die Zeit wird es mit sich bringen und man darf gespannt sein, was im sicherlich noch folgenden sechsten Teil auf der Tagesordnung stehen wird.


Fazit:


"Underworld: Blood Wars" ist alles andere als ein schlechter Film, an die Klasse der ersten drei Teile kommt dieser Nachfolger jedoch nicht heran. Dennoch wird man bestens unterhalten und Fans der Saga um Lykaner und Vampire dürften knapp 90 Minuten lang ohne Probleme auf ihre Kosten kommen.


6,5/10

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