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Dienstag, 13. Juni 2017

Last Shift






Last Shift
(Last Shift)
mit Juliana Harkavy, Joshua Mikel, Hank Stone, J. LaRose, Sarah Sculco, Kathryn Kilger, Natalie Victoria, Mary Lankford Poiley, Matt Doman, Lindsi Jeter, Randy Molnar, Jason Fusco, Scott Poiley, Jeremy S. Brock
Regie: Anthony DiBlasi
Drehbuch: Anthony DiBlasi / Scott Poiley
Kamera: Austin F. Schmidt
Musik: Adam Barber
keine Jugendfreigabe
USA / 2014

Die junge Polizistin Jessica soll die letzte Schicht in einer verlassenen Polizeiwache übernehmen in der nur noch altes Beweismaterial lagert. Was die junge Frau zunächst für einen langweiligen Job hält, entpuppt sich schnell als eine Nacht voller Schrecken und Gefahr, denn der ein Jahr zuvor ums Leben gekommene Kultführer John Paymon sucht die Wache heim und terrorisiert nun Jessica..


Es ist schon wirklich erstaunlich, wie sehr die Meinungen der Zuschauer bei manchen Filmen auseinander gehen. So verhält es sich auch bei "Last Shift" von Anthony DiBlasi (Dread), der ganz offensichtlich die Empfindungen der Betrachter in zwei Lager spaltet. Sind die einen eher gelangweilt und sprechen der Geschichte so ziemlich jegliche Qualität ab, so scheint es auch genügend Leute zu geben, die der vorliegenden Geschichte richtig viel abgewinnen können. Ich selbst möchte mich zur zweiten Gruppe zählen, denn ich liebe ganz einfach diese Produktionen, in denen man mit extrem minimalen Mitteln das Maximum heraus holt und das ist DiBlasi augenscheinlich vortrefflich gelungen. Dabei entwickelt sich von Beginn an eine herrliche Mischung aus Mystery-und Horrorthriller, die durch die gegebene Situation in dem verlassenen Polizeirevier doch ganz stark an Carpenters Meisterwerk "Das Ende" erinnert. Das war es dann allerdings auch schon mit den Ähnlichkeiten, denn ansonsten schlägt die Produktion letztendlich eine vollkommen andere Richtung ein, wie man auch schon der knappen Inhaltsangabe entnehmen kann. Dabei kommt man auch schon gleich am Anfang relativ schnell zur Sache, denn schon nach wenigen Minuten baut sich ein guter Spannungsbogen auf, der sich mit zunehmender Laufzeit ganz kontinuierlich immer weiter verdichtet. 

Ziemlich schnell erkennt man, das es an dieser Stelle ganz augenscheinlich nicht mit rechten Dingen zugeht, denn die übernatürlichen Elemente des Szenarios gewinnen mit der Zeit immer mehr die Oberhand. Sind es zu Beginn noch eher Kleinigkeiten wie diverse Geräusche, so steigert sich das Ganze hin zu geschickt eingesetzten Schockmomenten und etlichen Passagen, in denen man kaum zwischen Realität und Fiktion unterscheiden kann. Im Mittelpunkt der Szenerie steht die junge Polizistin Jessica, die sich inmitten einer perfiden Situation wieder findet, in der die Grenzen zwischen Realität und Fiktion völlig verschwimmen. In der Hauptfigur ist dann aber auch die vielleicht einzige Schwachstelle dieses Filmes zu suchen, denn obwohl Juliana Harkavy im Prinzip eine gute darstellerische Leistung zum Besten gibt, sind die Handlungen der jungen Frau nicht immer logisch nachzuvollziehen. Mehr kann man an dieser Stelle allerdings nicht verraten, da man ansonsten viel von der Spannung vorweg nehmen würde. Trotz dieses manchmal nicht zu übersehenden Defizites gelingt es "Last Shift" aber dennoch einen überzeugenden Gesamteindruck zu hinterlassen, denn DiBlasi hat mit wirklich geringen Mitteln das Maximale aus seiner Erzählung heraus geholt und somit einen absolut sehenswerten Genrevertreter auf den Weg geschickt.

Insbesondere der Aufbau der Chose hat mir extrem gut gefallen, denn der zu Beginn noch recht subtil auftretende Horror wird mit der Zeit immer mehr gesteigert, so das man das aufkommende Unheil förmlich greifen kann. Die übernatürlichen Zutaten tun ihr Übriges um zu keiner Zeit Langeweile aufkommen zu lassen, denn stattdessen bekommt man größtenteils echten Nervenkitzel geboten. Untermalt wird das alles von einer erstklassigen Atmosphäre, die sich im Laufe der Zeit immer stärker verdichtet und dabei extrem bedrohliche Elemente in den Vordergrund rückt. Etwas verwunderlich erscheint allerdings die ziemlich hohe Alterseinstufung, denn eine 16er Freigabe wäre an dieser Stelle völlig ausreichend gewesen. Die Story beinhaltet nämlich keinerlei Szenen bei denen man hätte schneiden müssen, denn "Last Shift" hat es auch überhaupt nicht nötig, durch einen visuellen Härtegrad künstliche Spannung zu erzeugen. Das Werk bezieht seine ganze Kraft aus der unheimlichen Ausgangslage seiner Hauptfigur und reichert diese mit etlichen paranormalen Zutaten an, wodurch fast durchgehend eine gepflegte Gänsehaut beim Zuschauer entsteht.

Letztendlich handelt es sich hier um einen Film der mich richtig positiv überrascht hat und der absolut gelungene Gruselkost anbietet. Diese ist zudem auch noch mit einem recht ansehnlichen Tempo ausgestattet, so das es mir wirklich schwer fällt, diverse schlechte Bewertungen nachvollziehen zu können. Da werden langweilige Gurken wie "Paranormal Activity" regelrecht in den Himmel gelobt und wenn endlich mal ein gelungener Mix aus Horror-und Mystery auf den Markt kommt, dann wird diese Produktion teilweise regelrecht zerrissen. Aber jedem das Seine und Geschmäcker sind ja nun einmal verschieden. Meiner Meinung nach ist "Last Shift" jedoch eine sehr positive Überraschung und für Freunde gruseliger Horrorkost absolut zu empfehlen, denn hier wird man gut 85 Minuten lang bestens unterhalten.


Fazit:


Eine spannende Geschichte, gezielt eingesetzte Schockmomente und jede Menge übernatürliche Elemente reichen vollkommen aus, damit "Last Shift" den Zuschauer in seinen Bann zieht. Die stetige Steigerung der Intensität ist hervorragend gelungen, so das man bis zum letzten Moment wirklich bei Atem gehalten wird und in der Nachbetrachtung zu einem überzeugenden Gesamteindruck gelangen sollte.


7/10

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