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Donnerstag, 10. August 2017

Rosemary's Baby (2014)






Rosemary's Baby
(Rosemary's Baby)
mit Zoe Saldana, Patrick J. Adams, Carole Bouquet, Christina Cole, Jason Isaacs, Olivier Rabourdin, François Civil, Rosemarie La Vaullée, Eva Lutz, Wojciech Pszoniak, Hiro Uchiyama
Regie: Agnieszka Holland
Drehbuch: Scott Abbott / Ira Levin / James Wong
Kamera: Michel Amathieu
Musik: Antoni Lazarkiewicz
FSK 16
USA / 2014

Das junge Ehepaar Rosemary und Guy zieht von New York nach Paris um einen Neuanfang zu wagen. Dort angekommen lernen sie ein nettes und einflussreiches Pärchen kennen und ihr Glück scheint perfekt, als die beiden ihnen eine luxuriöses Apartment in ihrem eigenen Wohnhaus vermitteln und Rosemary schwanger wird. Doch schon bald merkt die junge Frau, dass das ihre neuen Freunde ein dunkles Geheimnis verbergen und teuflische Ereignisse ihren Lauf nehmen …


Einem echten Klassiker eine Neuauflage angedeihen zu lassen birgt eigentlich immer ein Risiko in sich, denn mit Kenntnis des Originals stellt der Zuschauer fast zwangsläufig den direkten Vergleich an. Nicht anders verhält es sich bei der neuen Interpretation zu "Rosemary's Baby", mit dem Roman Polanski seinerzeit einen absoluten Genre-Klassiker ins Leben gerufen hat. Wie nicht anders zu erwarten kann das Remake aus dem Jahr 2014 dem Vergleich in keinster Weise stand halten, obwohl Agnieszka Holland sich bei ihrer Erzählung die größte Mühe gegeben hat, in die nicht gerade kleinen Fußstapfen des Originals zu treten. Rein inhaltlich hat man so gut wie keine Veränderungen vorgenommen, so das es bis auf die Tatsache das man das Geschehen in vorliegendem Fall nach Frankreich verlegt hat, im Prinzip keinerlei Neuerungen zu vermelden gibt. Man hat das Ganze als sogenannte Mini-Serie in Szene gesetzt, wobei es sich im Grunde genommen aber schlicht um einen in zwei Teile verpackten Spielfilm mit Überlänge handelt. Die Laufzeit von insgesamt knapp 170 Minuten ist dann auch gleich der erste kleine Kritikpunkt, denn die Ereignisse gestalten sich in manchen Phasen ein wenig langatmig und hinterlassen einen künstlich aufgeblähten Eindruck. Das ist allerdings durchaus zu verschmerzen, denn insgesamt gesehen präsentiert sich die Geschichte doch recht unterhaltsam.

Viel mehr stört es einen dann aber, das Holland es zu keiner Zeit geschafft hat, hier auch nur annähernd etwas von der genial düsteren Atmosphäre einzufangen, die Polanskis Werk so dermaßen ausgezeichnet hat. Das Remake ist vielmehr auf Hochglanz poliert worden und wird dem Original in dieser Beziehung keinesfalls gerecht. Dadurch entsteht dann auch keinerlei Intensität während der Abläufe und es will auch nicht das ganz große Grusel-Feeling aufkommen, das aber zwingend notwendig gewesen wäre, um den Betrachter wirklich für sich einzunehmen. Auch in darstellerischer Hinsicht sollte man mit diversen Abstrichen rechnen, denn waren die Schauspieler 1968 noch als eine große Stärke anzusehen, so geben sich die Akteure hier eher blass und farblos. Lediglich Zoe Saldana in der Hauptrolle gibt eine ganz gute Figur ab, sämtliche anderen Charaktere könnte man jedoch beliebig austauschen. Das Schauspiel ist zwar durchaus bemüht, aber irgendwie wird man das Gefühl nicht los, das die meisten Darsteller in irgendeiner Weise gehemmt wirken.

In vielen Kritiken im Netz wird sich auch über die angeblich miese deutsche Synchronisation aufgeregt, was ich persönlich ehrlich gesagt nicht so ganz nachvollziehen kann. Sicherlich handelt es sich hier nicht um die beste Synchro aller Zeiten, aber wer das Ganze als schlechten Witz oder gar noch Schlimmeres empfindet, hat wohl noch nie einen Film mit einer wirklich schlechten Synchronisation gesehen. Wie dem aber auch sei, insgesamt gesehen handelt es sich keinesfalls um eine echt misslungene Neuinterpretation des Originals, doch selbst wenn man "Rosemary's Baby" 2014 als eigenständiges Werk betrachtet, kommt man lediglich zu einem eher mittelmäßigen Eindruck. Es fehlt ganz einfach am nötigen Suspense, um einen gänzlich überzeugenden Gesamteindruck zu hinterlassen. Dafür hat Agnieszka Holland zu viel falsch gemacht und es insbesondere nicht verstanden, in ihrer Erzählung den echten Horror aufkommen zu lassen. Zwar wurde das Ganze zeitgemäß aufbereitet, doch gerade in diesem Aspekt ist dann auch gleichzeitig die Schwäche des Filmes zu finden.

Die Hochglanz-Optik ist völlig falsch gewählt und verhindert im Prinzip durchgehend, das sich eine gruselige Grundstimmung aufbauen kann. Durchschnittlich aufspielende Darsteller und fehlende Grusel-Atmosphäre tragen dann auch nicht zu einem besseren Gesamteindruck bei, so das die Neuauflage keinen sonderlich nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis hinterlassen wird. Man kann sich diesen Zweiteiler zwar ohne Weiteres gut anschauen, sollte aber auf gar keinen Fall mit zu hohen Erwartungen an die Sache heran gehen, denn die können von "Rosemary's Baby" 2014 nicht erfüllt werden. Wer ein wirkliches Meisterwerk des subtil aufkommenden Horrors erleben möchte, sollte also lieber immer wieder zu Polanskis Film greifen, für alle anderen präsentiert sich mit dem Remake ein gerade mal durchschnittlicher Horrorfilm.


Fazit:


Im Prinzip bin ich nicht wirklich enttäuscht, denn ehrlich gesagt konnte man definitiv erahnen, das diese Neuauflage keinesfalls an die Klasse des Originals heran reichen kann. Etwas mehr hätte es dann aber durchaus sein dürfen, denn insbesondere in atmosphärischer Hinsicht versagt Holland's Version fast gänzlich. Das hätte man bestimmt vermeiden können, aber eine auf Hochglanz getrimmte Optik war anscheinend wichtiger, als diesem Film das nötige Etwas angedeihen zu lassen.


5,5/10

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