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Sonntag, 7. Januar 2018

Rosemary's Baby







Rosemary's Baby
(Rosemary's Baby)
mit Mia Farrow, John Cassavetes, Ruth Gordon, Sidney Blackmer, Maurice Evans, Ralph Bellamy, Victoria Vetri, Patsy Kelly, Elisha Cook Jr., Emmaline Henry, Charles Grodin, Hanna Landy
Regie: Roman Polanski
Drehbuch: Ira Levin / Roman Polanski
Kamera: William A. Fraker
Musik: Krzysztof Komeda
FSK 16
USA / 1967

Frischverheiratet ziehen Rosemary und Guy in das düstere New Yorker "Bramford-Haus". Angeblich sollen hier früher Satansanbeter ihre geheimen Riten zelebriert haben. Als Rosemary schwanger wird, beginnt für sie ein Alptraum. Schon die Zeugung ihres Kindes hat sie in einer merkwürdigen Trance erlebt. Wollen Guy und seine ominösen neuen Freunde etwa ihr Kind dem Teufel opfern? Oder ist Rosemaries Baby am Ende sogar Satans Sohn? 


Ich glaube, das es keine Übertreibung ist, wenn man diesen Film zu den Meisterwerken des Genres zählt. Was Roman Polanski hier erschaffen hat, ist ein großer Klassiker, der schon seit etlichen Jahren Kultstatus besitzt. Ich bin der Meinung, das dieser Film den Status auch durchaus verdient hat. "Rosemary's Baby" ist kein Film, der durch Härte oder Brutalität glänzt, sondern er besticht durch seine gute und intelligente Story und die sagenhafte Atmosphäre, die in ihm vorherrscht. Dadurch entsteht ein unglaublich gruseliges Filmerlebnis, das man sich immer wieder gut anschauen kann und dabei auch nicht den Anflug von Langeweile verspürt. Auch in der heutigen Zeit, in der es nicht wenige Leute gibt, die den hier entstehenden Horror als zu sehr angestaubt ansehen, kann "Rosemary's Baby" durchaus für die ein oder andere Gänsehaut verantwortlich zeichnen, wenn man das geschehen nur richtig auf sich einwirken lässt.

Es gibt nicht sehr viele Horrorfilme, die eine so extrem dichte und unheimliche Atmosphäre vorweisen können, dieser Film ist ein Paradebeispiel dafür, das man den Zuschauer auch ohne Härte vor dem Bildschirm fesseln kann. Der Film strahlt eine gewaltige Faszination aus, der man sich einfach nicht entziehen kann, man fiebert automatisch mit und folgt der sehr interessanten Story nur zu gern. Dabei verdichtet sich das Geschehen immer mehr zu einem mysteriösen Konstrukt, das zudem äusserst unheilvolle und bedrohliche Züge erkennen lässt. Insbesondere, wenn man sich in die Lage von Rosemary hineinzusetzen versucht, kann man ihre Angstzustände und die panikartigen Reaktionen sehr gut nachvollziehen, steht sie doch allein auf weiter Flur und fühlt sich von ihren Mitmenschen schändlich hintergangen, wobei sie über einen langen Zeitraum darüber im Unklaren ist, wo die Motive dafür zu suchen sind.

Die Spannung wird hier Stück für Stück aufgebaut und zieht sich auf einem sehr straff gespannten Spannungsbogen durch den gesamten Film, ohne auch nur den kleinsten Spannungseinbruch zu verzeichnen. Ein weiterer Pluspunkt des Films sind die wirklich hervorragenden Darsteller, bei denen man von Beginn an merkt, das sie etwas von ihrem Fach verstehen. Vor allem Mia Farrow ist in diesem Film einfach brillant. Für mich persönlich ist dies die beste Rolle, die sie je gespielt hat, denn sie verleiht der Figur der Rosemary etwas sehr Verletzliches, was sie einerseits wie ein kleines hilfloses Mädchen erscheinen lässt, entwickelt aber im laufe der Geschichte eine unglaubliche Kampfkraft, die man ihr ehrlich gesagt gar nicht zugetraut hätte. So entfaltet sich ein sehr vielschichtiger Charakter, dessen verschiedenen Fawcetten erstklassig in Szene gesetzt wurden und dem Zuschauer so ein erstklassiges Schauspiel präsentieren, an dem man sich wahrlich erfreuen kann.

"Rosemary's Baby" ist ein Horror - Klassiker der alten Schule, der auch trotz seines Alters nichts von seinem Reiz verloren hat. Es ist ein zeitloser Film, den man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte, denn er bietet immer wieder kurzweilige und extrem spannende Unterhaltung. Selbst die etwas jüngere Generation sollte sich einmal durchaus an diesem Klassiker des Genres versuchen, wird doch eindrucksvoll unter Beweis gestellt, das man auch mit minimalem Aufwand den maximalen Horror erzeugen kann.




10/10

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