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Sonntag, 21. Januar 2018

The last Shot






The Last Shot
(Sotto il vestito niente)
mit Tom Schanley, Renée Simonsen, Donald Pleasence, Nicola Perring, Maria McDonald, Catherine Noyes, Paolo Tomei, Sonia Raule, Cyrus Elias, Anna Galiena
Regie: Carlo Vanzina
Drehbuch: Carlo Vanzina / Franco Ferrini
Kamera: Giuseppe Maccari
Musik: Pino Donaggio
ungeprüft
Italien / 1985

Der junge Nationalpark-Ranger Bob Crane hat plötzlich eine Vision. Ein Unbekannter versucht mit einer Schere seine hübsche Zwillingsschwester Jessica zu ermorden. Er reist sofort nach Mailand und stellt fest, das das Model spurlos verschwunden ist. Da weder eine Leiche noch Blutspuren aufzufinden sind, kann Kommissar Danesi mit irgendwelchen Visionen wenig anfangen. Plötzlich wird aber am selben Ort, auf die gleiche Art und Weise wie in Bob s Vision, ein weiteres Model ermordet. Auch der Kommissar ist nun überzeugt, es vielleicht doch mit einem Serienkiller zu tun zu haben.


Carlo Vanzina's "The Last Shot" ist ein Spät-Giallo aus dem Jahr 1985, als das immer noch sehr beliebte Subgenre seine Blütezeit schon überschritten hatte. Gleichzeitig ist der Film der Auftakt zu der 2011 abgeschlossenen Modell-Giallo-Trilogie, wobei dem abschließenden dritten Beitrag bisher leider noch keine Veröffentlichung auf Scheibe zu teil wurde. Es handelt sich hier um einen recht stimmungsvollen Beitrag, der sämtliche Zutaten beinhaltet die diese Filmart so sehenswert macht. Schwarze Handschuhe, ein Stichwerkzeug (Schere) als Mordwaffe und ein ominöser Mörder sind dabei die prägendsten Merkmale und ziemlich schnell wird dem Zuschauer klar, das Vanzina sich ganz eindeutig an den Werken eines Dario Argento orientieren will. Teilweise gelingt das auch sehr gut, wobei "The Last Shot" aber zu keiner Zeit die hohe Qualität früherer Genrebeiträge erreichen kann. Dennoch präsentiert sich eine durchaus interessante und größtenteils auch spannende Story, die nur phasenweise auch kleinere Sequenzen offenbart die ein wenig langatmig und zu dialoglastig daher kommen.

Zu Beginn pendelt die Erzählung zwischen den beiden Schauplätzen in Wyoming und Mailand hin und her und wartet dabei mit diversen wunderbar fotografierten Landschaftsaufnahmen auf. Nach einer relativ kurzen Zeitspanne verlagert sich das Ganze dann komplett in die italienische Modemetropole und man wird mit der prächtigen und bunten Welt der Reichen und Schönen konfrontiert. Diese lässt jedoch schnell die ersten Risse erkennen, denn ein unheimlicher Mörder geht um und befördert einige Modells auf sehr unschöne Art und Weise ins Jenseits. Mit von der Partie ist dabei das hübsche Modell Jessica, die auch wie in der Inhaltsangabe beschrieben der Auslöser für die geheimnisvollen Geschehnisse ist. In der Folge entwickelt sich ein nettes Szenario, das in einem perfekten 80er Jahre Ambiente und in einer eher ruhigeren Erzählweise eingebettet ist. Zwillingsbruder Bob macht sich auf die Suche nach seiner Schwester und muss bei seinen Nachforschungen feststellen, das anscheinend ein skrupelloser Serienmörder am Werk ist, dem immer mehr Mädchen zum Opfer fallen.

Die Beweggründe werden dabei ziemlich langen im Dunkeln gelassen und erst nach einer guten Stunde kommt langsam ein wenig Licht ins Dunkel. Die Identität des Killers wird aber noch nicht preis gegeben, wobei sich erfahrene Giallo-Liebhaber jedoch ihren eigenen Reim auf die Abläufe machen können, da die Zahl der Verdächtigen nicht allzu groß ist. Vanzina hat im zweiten Teil seiner Geschichte einige kleinere Wendungen eingebaut, die einen ohne Weiteres auf die ein oder andere falsche Fährte locken können. Die endgültige Auflösung des Rätsels ergibt sich dann aber erst wenige Minuten vor dem Ende und wie so oft werden die Motive des Täters förmlich aus dem Hut gezaubert. Auch in dieser Beziehung liegt also auch ein typisches Stilmittel vor und auch wenn dies ein wenig auf Kosten der Logik geht, passt es ausgezeichnet in das insgesamt stimmige Gesamtbild. 

Insgesamt gesehen handelt es sich bei "The Last Shot" sicher nicht um einen der absoluten Toptitel des Subgenres, aber immerhin bekommt man einen grundsoliden Beitrag geboten. Diverse Anleihen bei Frühwerken eines Dario Argento sind dabei kaum zu übersehen und wirklich störend erscheint lediglich das manchmal etwas ungelenke Schauspiel einiger Akteure. Zwar können sich die Darbietungen in der Summe durchaus sehen lassen, jedoch treten immer wieder Passagen auf den Plan, in denen äußerst hölzern agiert wird. Stellvertretend dafür steht beispielsweise das Finale zwischen Bob und dem Killer, das nicht unbedingt durch ein Höchstmaß an Authentizität geprägt ist. Über dieses Manko kann man aber großzügig hinweg sehen, denn letztendlich wurde hier gute Arbeit abgeliefert und ein in Deutschland eher unbekannter Vertreter auf den Weg gebracht den man sich unbedingt anschauen sollte.


Fazit:


"The Last Shot" ist bestimmt kein Überflieger, beinhaltet aber sämtliche Zutaten die ein Giallo haben muss. In einem gemäßigten Tempo wird eine spannende Story erzählt, die auch die obligatorischen und etwas blutigeren Einstellungen enthält.. In der Summe sollte man also durchaus zu einem Gesamteindruck gelangen, der sich etwas über dem normalen Durchschnittsbereich ansiedeln kann.


7/10

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