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Bekannte Horror-Mehrteiler








Die Dead - Reihe von Romero



Horror - Mehrteiler gibt es zur Genüge und oft genug enthalten diese Reihen auch zumindest einen Teil, der nahezu prägend für das gesamte Genre war. Dabei ist es vollkommen egal, ob es sich dabei um "The Texas Chainsaw Massacre", "Halloween" oder auch "Nightmare on Elm Street" handelt, denn alle diese Mehrteiler bringen auch gleichzeitig eine Horror - Ikone mit sich, die tief in den Herzen der Fans verwurzelt ist. Etwas anders verhält es sich mit der "Dead - Reihe" von George A. Romero, denn hier steht kein einzelner Serienkiller im Vordergrund, es ist die Figur des Zombies allgemein, die gerade in den ersten beiden Filmen das Fundament für ein eigenes Sub-Genre legte, das mittlerweile nicht mehr wegzudenken ist. Natürlich gab es auch schon in früheren Zeiten Filme mit Untoten, doch war deren Darstellung doch vollkommen anders geraten. Vor allem in den frühen Jahren des Horrorfilmes präsentierten sich diese noch nicht einmal als wieder auferstandene Tote, zumeist handelte es sich nämlich vielmehr um normale Menschen, die durch irgendwelche Pülverchen zu einer Art seelenloser Kreaturen mutierte. Erst 1968 wendete sich das Blatt vollends, denn mit seinem unumstrittenen Meisterwerk "Night of the Living Dead" erschuf Romero den bösartigen Wiedergänger der nichts anderes zu tun hatte, als sich vom Fleisch und Blut der Lebenden zu ernähren. Mit dieser Entwicklung war der Regisseur eine Art Visionär und revolutionierte das Genre regelrecht, um gleichzeitig auch den Zuschauer mit der neuen Art eines Monster richtiggehend zu ängstigen-und zu bedrohen.

Auch wenn sich im ersten Teil der Reihe der visuelle Härtegrad noch nicht unbedingt zu erkennen gab, so präsentierte sich doch diese bisher eher verniedlichende Art des Horrorfilmes auf einmal mit eine Vehemenz, die man aus anderen Genre-Vertretern bisher nicht kannte. Zudem kam nun eine regelrechte Lawine in Gang, denn immer mehr Filmemacher folgten Romeros Beispiel und sprangen auf den Erfolgszug der Zombie-Welle auf. Dabei hielt sich das Ganze in den 70 er Jahren noch in einem durchaus überschaubaren Rahmen, bis 1978 ein Film Namens "Zombie - Dawn of the Dead" mit ungeheurer Wucht auf sich aufmerksam machte. Es handelte sich hier um den zweiten Film in einer eigentlich geplanten Trilogie und hier sollte nun auch die gefährliche Bedrohung durch die Untoten durch einen vor allem für die damalige Zeit extremen Härtegrad untermalt werden. Schon der europäische Klassiker "Invasion der Zombies von Jorge Grau aus dem Jahr 1974 wartete mit etlichen blutigen Effekten auf, aber "Zombie verschärfte die Brutalität noch einmal zusehends und trieb so manchen Kino - Besucher zwischendurch auf die Toilette, um mal kurz nebenbei den Magen zu entleeren. In der heutigen Zeit mag man sich das nicht mehr so recht vorstellen wollen, doch damals waren die gezeigten Passagen eine brutale Neuerung, die man bis dahin eher selten zu Gesicht bekommen hatte. Wie schon im Vorgänger war einmal mehr auffällig, das der Film sich keinesfalls nur durch die visuelle Härte definiert, sondern durch eine starke Portion Gesellschaftskritik angereichert wurde, was in der Folge ein absolutes Markenzeichen der Zombiefilme von Romero werden sollte. Ein weiterer Aspekt erschien dann 1985 im dritten Film "Day of the Dead", der lange Jahre als Abschluss einer Trilogie galt. War doch das erste Mal eine Art Evolution bei den Untoten zu erkennen, wurden hier doch erstmalig Tests durchgeführt, um ureigenste Instinkte des Menschen wieder wach zu rufen, was phasenweise im ersten Moment ein wenig skurril anmutet.

Gleichzeitig war die Entwicklung jedoch auch im Bezug auf die generelle Situation in der Welt zu erkennen, denn spielten die beiden ersten Filme noch in Gegenden die ziemlich belebt waren, so wurde das Geschehen hier in eine unterirdische Militärbasis verlegt, die an der Oberfläche von unzähligen Zombies umstellt war. So vermittelte man dem Zuschauer eine wunderbar beklemmende Endzeit - Atmosphäre, die sich dann auch 2005 in "Land of the Dead" einmal mehr breit machen sollte. Dieser Teil war eine echte Überraschung, denn eigentlich hatte niemand mit einer Fortsetzung der Reihe gerechnet. So ist es dann auch sicherlich am besten zu erklären, das sämtliche Teile nach "Day of the Dead" bei vielen Fans einen eher schwierigen Stand haben und meiner Meinung nach oft zu Unrecht äußerst schlecht bewertet werden. Dabei bekommt man gerade in diesem Teil eine wunderbar trostlose-und düstere Grundstimmung geboten, zudem gibt es auch die logische Weiterentwicklung der Untoten zu sehen, die im dritten Teil schon angedeutet wurde. Auch im Bezug auf die visuelle Härte gibt es wieder eine Menge zu bestaunen, war man doch mittlerweile in einer Zeit angelangt, wo diese Dinge längst der Normalität angehörten, was man auch in unzähligen weiteren Genre-Vertretern sehen kann. Nur 2 Jahre später erfolgte dann der nächste Streich und "Diary of the Dead" sollte nun die Meinungen der Fan-Gemeinde erst richtig in verschiedene Lager teilen. Der dokumentarische Anstrich des Szenarios gefiel längst nicht jedem, doch nun war Romero auf den Erfolgszug anderer aufgesprungen, indem er seine Geschichte in einem Stil drehte, bei dem größtenteils die berüchtigte Wackelkamera zum Einsatz kam. Filme wie der spanische Beitrag "[REC]" hatten bewiesen, das dieses Konzept durchaus die Massen begeistert und so ist es eigentlich nicht wirklich verwunderlich, das diese zu der Zeit noch recht neue Art auch hier eingesetzt wurde.

Der bisherige und höchstwahrscheinlich auch letzte Teil der Dead - Reihe hebt sich dann wirklich in Sachen Qualität von seinen Vorgängern ab, wobei dies allerdings leider in leicht negativer Form der Fall ist. Beim 2009 erschienenen "Survival of the Dead" handelt es sich nämlich um eine fast waschechte Horror-Komödie, was ja eigentlich generell nichts Negatives ist. Doch stellt sich einem hier die Frage, ob man eine solche von George A. Romero unbedingt sehen möchte, oder ob der bis dahin eher äußerst ernste Anstrich der gesamten Reihe nicht unnötig etwas ins Lächerliche gezogen wird. Nun verhält es sich ja so, das der Regisseur auch in allen anderen Filmen der Reihe durchaus witzige Momente eingebaut hat und auch phasenweise skurril anmutende Situationskomik in den Fokus gerückt wird, doch hielt sich das immer in Maßen und schadete dem Gesamteindruck des jeweiligen Filmes in keinster Weise. Hier jedoch wird kein Zweifel daran gelassen, das man diesen Film nicht so ernst nehmen sollte und das ist genau der Aspekt, der meiner Meinung nach ganz einfach nicht in ein Zombie-Werk von Romero hineinpasst. Dennoch kann man abschließend definitiv sagen, das wohl kaum eine andere Horror-Reihe dem Genre so viele revolutionäre Momente verliehen hat, zudem beinhaltet sie mit "Night of the Living Dead" und "Zombie - Dawn of the Dead" mindestens zwei absolute Meisterwerke, die auch von sonst dem Genre kritisch gegenüber stehenden Experten anerkannt werden.

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Die Saw Reihe


Als im Jahr 2004 der erste Teil der Saw-Reihe erschien ahnte wohl noch niemand, welch erfolgreichen Verlaus das Ganze nehmen würde und das hier lediglich der Startschuss für eines der erfolgreichsten Franchises erfolgte. Im 1-Jahres Abstand erfolgte jeweils ein weiterer Teil der spannenden Geschichte um den Killer "Jigsaw", der seine unzähligen Opfer doch aus vollkommen anderen Gesichtspunkten um ihr Leben erleichterte, als wie man es von einem ansonsten üblichen Serienkiller kennt. Kein Wunder also, das auch viele Zuschauer große Symphatien für Tobin Bell hegten, der für die Hauptrolle wie prädestiniert erscheint und so auch ziemlich schnell von den Fans in den absoluten Kult-Status erhoben wurde. Doch nicht nur die Hauptfigur, sondern die gesamte Reihe wird von den Fans verehrt, wobei man jedoch auch nicht verschweigen sollte, das es genügend Leute gibt, die nach dem wirklich absolut brillanten Original jede Fortsetzung als überflüssig ansehen. Sicherlich kann man nicht alle Argumente der Saw-Gegner vollends entkräften, denn im Prinzip ähneln sich die einzelnen Teile der Reihe selbstverständlich, liegt doch allen die gleiche Grundidee zu Grunde, andererseits muss man jedoch auch anerkennen, das immer wieder eine Menge Innovation vorhanden ist. So sind es allein schon die immer wieder sehr vielfältigen-und abwechslungsreichen Fallen, die der Reihe einen ganz besonderen reiz verleihen. Zudem kommt auch noch der Aspekt hinzu, das die etlichen Verknüpfungen der einzelnen Filme ein am (vorläufigen) Ende ein großes und ganz klares Gesamtbild ergeben, das logisch und jederzeit nachvollziehbar erscheint. Die vielen verschiedenen Charaktere und die auch in späteren teilen wieder auftretenden Figuren sind ein weiterer Anreiz, sich jeden einzelnen Film der Reihe in das heimische Regal zu stellen.

Das die Macher natürlich ziemlich schnell den großen Erfolg erkannten und somit eine regelrechte "Saw-Mania" ausgelöst haben ist aber der Hauptgrund dafür, das man die Fortsetzungen als eine wahre Fließband-Produktion in Auftrag gegeben haben. Insgesamt 4 Regisseure zeichneten für die insgesamt 7 Teile verantwortlich, auf James Wan (Saw) folgten Darren Lynn Bousman (Saw 2,3 und 4), David Hackl (Saw 5) und abschließend Kevin Greutert (Saw 6 und 7) und ehrlich gesagt ist es meiner Meinung nach nur eine Frage der Zeit, bis noch zumindest eine weitere Verfilmung folgen wird. Denn zu groß ist doch die Hintertür, die man sich im finalen Teil offen gelassen hat und die man lediglich durchschreiten muss, um die Geschichte weiterführen zu können. Interessant ist auch das vorhandene Budget der einzelnen Filme, denn während das Original von James Wan seinerzeit mit knapp 1.200.000 $ in der heutigen Zeit durchaus als Low Budget Produktion bezeichnet werden kann, lag den Fortsetzungen doch ein weitaus größeres Budget zu Grunde. Schon bei Saw 2 lag mehr als die dreifache Summe bereit (4.000.000 $). Ab dem dritten Teil folgte dann fast schon ein Quantensprung und das jeweilige Budget ging in den achtstelligen Bereich, so lagen Saw 3 (10.000.000 $), Saw 4 (10.000.000 $), Saw 5 (10.800.000 $), Saw 6 (11.000.000 $) und Saw 7 ( 17.000.000 $) zu Grunde, was ganz sicher auch in den immer spektakuläreren Effekten begründet ist.

Dabei ist es im Prinzip eigentlich vollkommen egal, wieviel die einzelnen Filme gekostet haben, an die Genialität des Erstlings kam keine Fortsetzung heran. Saw war 2004 etwas vollkommen Neues und Innovatives und selbstverständlich hat sich die Thematik im Laufe der Zeit ein wenig abgenutzt. Dennoch muss man der Reihe aber zu Gute halten, das es durchgehend extrem spannende-und teilweise auch sehr harte Horror-Kost zu sehen gab, die sich die Fans auch immer wieder gern anschaut. Daran ändert auch die Tatsache nichts, das mit Tobin Bell der Haupt-Charakter im dritten Teil seiner Krankheit erliegt, wird seine Person doch auch in den folgenden teilen immer wieder eingebracht, denn in den etlichen Rückblenden-und Erklärungen taucht die Figur des Jigsaw immer wieder auf. Und so kann man es drehen und wenden wie immer man will, Saw ist einer der besten und erfolgreichsten Horror-Mehrteiler überhaupt und kann auch locker mit den absoluten Größen des Genres (Halloween, Freitag der 13, Nightmare on Elm Street) mithalten. Der jeweilige-und persönliche Geschmack des Zuschauers entscheidet dabei natürlich über die Reihenfolge der eigenen Lieblinge, doch Jigsaw und sein Vermächtnis sind definitiv nicht mehr aus dem Genre wegzudenken.

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Die Halloween Reihe


 Das Jahr 1978 war die Geburtsstunde eines der beliebtesten Serienkiller des Genres, an dem sich auch die zwei Jahre später startende Film-Reihe "Freitag der 13." orientieren sollte. Regie-Altmeister John Carpenter schuf mit Michael Myers eine Figur, die das Sub-Genre des Slashers dominieren sollte, gab es doch bisher noch keinen Mörder, der auch in etlichen Fortsetzungen unzählige Menschen töten sollte und dem dabei die Aura des Übernatürlichen anhaften sollte. Es war also die Geburt einer absolut prägenden Ikone und Carpenter hat insbesondere mit dem Original-Film einen absolut zeitlosen Klassiker geschaffen, der auch in der heutigen Zeit immer noch einen ungeteilten-und wohlverdienten Kult-Status inne hat. Dabei handelt es sich hier um einen Slasher, der im Prinzip so gut wie vollkommen unblutig daher kommt und vielmehr durch seine unglaublich dichte-und bedrohliche Atmosphäre immer wieder aufs Neue fasziniert. Das kann man jedoch auf die gesamte Reihe beziehen, denn die Halloween-Teile gehören sicherlich nicht zu den Horror-Filmen, die durch einen gesteigerten Blutgehalt oder expliziten Gewaltdarstellungen ins Auge fallen, denn in dieser Beziehung gibt es weitaus härtere Genre-Vertreter. Es ist vielmehr die immer wieder gelungene Kombination aus Spannung, einer grandiosen Grundstimmung und dem dazu passenden Score, der diesen Filmen einen ganz eigenen Stempel aufdrückt und sie so zu etwas ganz Besonderem macht.

Nachdem die ersten beiden Teile im Prinzip einen einzigen Film darstellen, der zeitlich gesehen in ein-und derselben Nacht spielt, erschien danach der ominöse-und von den meisten Fans verpönte dritte Film der Reihe, der mit der eigentlichen Geschichte überhaupt nichts zu tun hat. Vollkommen zu Unrecht erhält dieses Werk auch immer eher sehr negative Kritiken, doch wenn man die Geschichte ganz einfach mal als eigenständigen Horrorfilm betrachtet, dann offenbart sich ein durchaus gelungenes Szenario, das durchgehend gut zu unterhalten weiß. Danach kam man dann wieder zur eigentlichen Geschichte zurück und fügte die Hauptfigur auch wieder in das Geschehen ein. Von nun an jedoch sollte keine der Fortsetzungen mehr an die hohe Qualität der beiden ersten Teile herankommen, denn präsentierten sich zwar immer noch recht gelungene Fortsetzungen, doch auch hier zog eine gewisse Monotie in die Ereignisse ein, die man auch später bei "Freitag der 13." erkennen sollte. Dies scheint aber ganz generell ein Aspekt zu sein, unter dem etliche Horror-Mehrteiler zu leiden haben, denn ganz egal, wie gelungen sich eine Thematik gestaltet, irgendwann treten irgendwelche Ermüdungserscheinungen auf, da sich gewisse Mechanismen ganz einfach mit der Zeit abnutzen. Auch Michael Myers blieb davon natürlich nicht unberührt und sollte erst viel später durch Rob Zombie eine Art Auffrischung erhalten, die jedoch die Lager der Fans ziemlich spaltete.

Und damit wären wir auch schon bei den Neuauflagen des ursprünglichen Klassikers von Carpenter, dem 2007 ein Remake von Zombie spendiert wurde. Im Prinzip handelt es sich dabei um eine zeitlich gestraffte Kopie der Original-Geschichte, der jedoch eine längere Vorgeschichte beigefügt wurde, in der intensiv auf die Figur des Michael Myers eingegangen wird. Im Grunde genommen eine exzellente Idee von Rob Zombie, doch für eingefleischte Fans der Reihe ergaben sich hier neue Gesichtspunkte im Bezug auf die Hauptfigur, die dann doch weitaus gewöhnungsbedürftiger erscheinen, als man es eventuell im ersten Moment angenommen hatte. War doch Michael bisher immer als das personifizierte Böse dargestellt worden, so bekam die Figur nun menschliche Züge verliehen. Auf einmal musste man sich mit dem Menschen auseinandersetzen, anstatt weiterhin ausschließlich das Böse zu sehen, das eigentlich überhaupt keinen Grund brauchte, um seine etlichen Morde zu begehen. War dieser Aspekt im Remake noch durchaus zu ertragen, so setzte Zombie mit der Fortsetzung von 2009 dem Ganzen jedoch die absolute Krone auf, denn nun tendierte das Geschehen in eine vollkommen andere Richtung und es ging fast nur noch um die seelischen Qualen eines Killers, die auf eine extrem gewöhnungsbedürftige Art und Weise ins Bild gesetzt wurden.

Nicht umsonst handelt es sich bei diesem Film wohl auch um den umstrittensten der gesamten Halloween-Teile, da die menschliche Seite von Michael schon zu sehr im Vordergrund steht und im Prinzip nur noch sehr wenig vom Original-Charakter übrig ist. So sieht man den ursprünglich seelenlosen Killer in diesem Werk auch des Öfteren ohne Maske, was meiner persönlichen Meinung nach schon fast einer Demontage gleich kommt, wobei es nicht gerade wenige Leute gibt, die diese neuen Gesichtspunkte als absolut genial ansehen. Natürlich kommt es hier auch auf den eigenen Geschmack an, doch die fast vollkommene Entfremdung vom personifizierten Bösen ist in meinen Augen eine zu große Entfremdung vom Original, auch wenn ich ganz generell nichts gegen neue Impulse und eine zeitgemäße Aufbereitung einer Thematik habe. Man darf also gespannt sein, ob die Geschichte um Michael Myers noch weiter fortgeführt wird, oder ob nun das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Eines aber steht auf jeden Fall fest, die Halloween-Reihe ist ein absolut unverzichtbarer Bestandteil des Horror-Genres und hat mit Michael Myers eine der prägendsten Figuren herausgebracht, die sich auch heute noch größter Beliebtheit erfreut und einen festen Platz in der Hall of Fame inne hat.

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Nightmare on Elm Street


Regie-Legende Wes Craven hat ja so einige tolle Beiträge für das Horror-Genre kreiert und einige davon sind mit einem Kultstatus behaftet, oder haben sogar eine fast revolutionierende Wirkung gehabt. Sein genialster Streich ist dem guten Mann aber wohl mit der Erschaffung einer echten Ikone gelungen, als er nämlich dem Publikum 1984 mit der Figur des Freddy Krueger einen Serienmörder präsentierte, der sich so vollkommen von seinen anderen Kollegen abhebt. Waren bis dahin hauptsächlich die eher stumpfen Killer wie Michael Myers (Halloween) oder der brachiale Jason Voorhees (Freitag der 13.) in aller Munde, so erschien nun ein Mörder im Genre, der Teenager in ihren Albträumen tötete. Schon die Idee an sich ist dabei als äußerst innovativ anzusehen, kannte man doch diese Art Mörder noch nicht und konnte gespannt darauf sein, wie sich die Thematik in der filmischen Umstellung darstellen würde. Und "Nightmare - Mörderische Träume" wurde zu einem absoluten Publikums-Magneten, der mittlerweile unzählige Fans auf der ganzen Welt um sich versammelt hat und längst schon Einzugin die Hale of Fame des Horrorfilmes gehalten hat. Doch nicht nur das, denn die Idee erwies sich als dermaßen erfolgreich, das der geniale Erstling 6 Nachfolger nach sich zog, die allerdings längst nicht alle an die Qualität des Originals heranreichen konnten. Insbesondere der zweite Teil "Die Rache" konnte nie wirklich bei den Fans punkten und nicht gerade wenige Leute sehen in diesem Werk auch etwas ähnliches wie den ominösen dritten Teil der Halloween Reihe "Season of the Witch".

Nimmt man nämlich die gesamte Reihe als Maßstab, dann hat der erste Ableger im Prinzip herzlich wenig mit der Gesamt-Geschichte zu tun, die sich aus den anderen Filmen ergibt. Lediglich die Tatsache das Freddy hier mit von der Partie ist schützt den Film ein wenig dafür, das gleiche stiefmütterliche Dasein zu fristen, wie es bei "Season of the Witch" der Fall ist. Dabei handelt es sich in beiden Fällen um recht gute, aber ziemlich eigenständige Horrorfilme, die jedoch nun einmal den Namen der jeweiligen reihe tragen und sich so auch einen Vergleich mit den anderen Filmen gefallen lassen müssen. Mit dem dritten Film "Freddy lebt" kehrte man dann jedoch zur alten Stärke zurück, präsentierte sich dort doch neben dem Erstling der wohl beste Film des Nightmare-Universums, wobei es auch nicht wenige Leute gibt, die Teil drei als absolut gleichwertig empfinden. Hier ist dann auch die blutjunge Patricia Arquette zu sehen, die durch eine excellente Performance auf sich aufmerksam macht und es gibt gleichzeitig ein Wiedersehen mit Heather Langenkamp, die ja der Star des Originals war.

Ab Teil vier verliert die Reihe dann ein wenig an Qualität, auch wenn das eventuell nicht jeder so sehen mag. Die Filme schlugen von nun an aber zumeist eine immer stärker ausgeprägte Richtung ein die zur Horror-Komödie tendierte, wobei dies insbesondere im sechsten Teil "Freddy's Finale" extrem stark zur Geltung kommt. Zwar zeichnete sich "Nightmare on Elm Street" von Beginn an durch seine außergewöhnlich gute Kombination aus Horror, ein wenig Härte und jeder Menge schwarzem Humor aus, doch hielten sich die Zutaten in Teil 1 - 3 noch die Waage, so mutierte der gute Freddy immer mehr in die komödiantische Richtung und verlor doch zusehends an Biss. Während die Filme 4 & 5 noch einigermaßen gut gelangen, so stellte sich vor allem Teil 6 fast gänzlich als Rohrkrepierer heraus, der dem Franchise ein eher unwürdiges Ende bereitete, bevor Freddy's Schöpfer noch einmal selbst die Regie übernahm und mit "Freddy's New Nightmare" einen wie ich finde wirklich gelungenen siebenten Teil nach schob, der die Einfallslosigkeit und Monotonie des Vorgängers durch frische Einflüsse vergessen ließ. Dennoch wird auch gerade dieser letzte Film von den meisten Leuten nicht so gern gemocht, was ich persönlich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Aber die Geschmäcker sind nun einmal verschieden und das ist auch gut so, zudem ist es im Prinzip auch vollkommen egal, denn bis zum heutigen Tag erfreut sich die Film-Reihe größter Beliebtheit und Hauptdarsteller Robert Englund wird auf ewig mit der Figur des Albtraum-Killers verbunden sein, hat ihm diese Ikone doch die Rolle seines Lebens beschert und einen unglaublichen Bekanntheitsgrad verschafft.

Neben der eigentlichen Film-Reihe wurde auch noch eine TV-Serie präsentiert und 2003 erschien das lange angekündigte Spin-Off "Freddy vs. Jason", in dem zwei der beliebtesten Serienmörder zum ultimativen Fight gegeneinander antraten. Trotz erheblicher Bedenken der Fan-Gemeinde präsentierte sich ein rundum gelungener Film, der nicht nur durch seine vollkommen unterschiedlichen Charaktere überzeugte, sondern auch einen absolut sehenswerten Härtegrad enthielt. Im Jahr 2010 erschien dann das Remake zum Erstling von 1984 und diese Neuauflage spaltete natürlich wie zu erwarten die Meinungen der Zuschauer. Dabei handelt es sich eigentlich um eine recht gelungene Neuinterpretation der Thematik, die mit einigen Änderungen versehen wurde, damit man es nicht mit einer 1:1 Kopie zu tun bekommt. Am meisten störend erschien jedoch für viele der Aspekt, das natürlich nicht mehr Robert Englund, sondern Jackie Earle Haley in der Hauptrolle zu sehen war. Anders als bei "Halloween" oder "Freitag der 13." fiel dieser Punkt hier sehr wohl ins Gewicht, trat Freddy doch nie mit einer Maske wie Jason oder Michael auf, sondern präsentierte mit seinem verbrannten Gesicht ein absolutes Markenzeichen dieser Figur, die man so auch wie keinen anderen Killer mit seinem Darsteller identifiziert. Trotzdem empfinde ich einige sehr negative Kritiken als zu überzogen, denn das Remake an sich ist nun wirklich besser als sein Ruf. Obwohl Wes Craven ja lediglich beim ersten und beim letzten Teil der Original-Reihe Regie geführt hat ist es ganz eindeutig ihm zu verdanken, das man mit Freddy Krueger eine der beliebtesten Horror-Ikonen präsentiert bekommen hat, die einem für immer im Gedächtnis bleibt. Die bitter-böse und äußerst fiese Art des Killers ist absolut einmalig und gepaart mit raben-schwarzem Humor, auch wenn dieser in den letzten Teilen zu sehr ins Lächerliche abdriftet. Aus dem Genre ist "Nightmare on Elm Street" definitiv nicht mehr wegzudenken und so wird diese Reihe wohl auch in Zukunft noch jung und alt begeistern.


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Freitag der 13.


Als 1980 der erste Teil "Freitag der 13." von Sean S. Cunningham erschien, ahnten wohl selbst die größten Optimisten nicht, das hiermit der Start zur bisher langlebigsten Horror-Reihe stattfand. Nachdem 1978 Carpenter's "Halloween" für Furore sorgte, war es im Prinzip nur eine Frage der Zeit, das die neu los getretene Slasher-Welle weitere Filme nach sich ziehen würde. So wurde mit Jason Vorhees ein neuer Serienkiller geboren, wobei man jedoch nicht vergessen sollte, das dieser in Cunningham's Original nicht für die etlichen Morde an jungen Menschen verantwortlich zeichnete, sondern erst im Nachfolger auf den Plan trat. Im ersten Teil war es nämlich seine Mutter, die sich grausam für den von Camp-Aufsehern verschuldeten Tod ihres Sohnes rächt und etliche Jugendliche ins Jenseits befördert. Bis zum heutigen Tag gibt es insgesamt 10 Filme in dieser Reihe, zudem ist 2009 eine Art Remake unter der Regie von Marcus Nispel entstanden, das eigentlich eine Zusammenfassung der ersten drei Filme aus der Original-Reihe darstellen soll. Zeitgemäß aufgepeppt dürfte die Neuauflage durchaus gerade die jüngere Generation ansprechen, doch für eingefleischte Fans handelt es um mehr als einen recht ordentlichen Slasher, der den Originalen jedoch nicht das Wasser reichen kann. Natürlich liegt dies immer im Auge des Betrachters, doch wie auch in den neuen Versionen von "Halloween" wurde auch hier die Figur des Killers phasenweise demontiert und wenn man sich Nispel's Werk einmal genauer betrachtet, dann dürften die streckenweise hanebüchenen Passagen sofort ins Auge fallen.

Im Jahr 2003, also lediglich 2 Jahre nach dem eigentlichen Abschluss der Reihe mit "Jason X" erschien ein Spin-Off, in dem zwei absolute Giganten des Horror-Genres aufeinander trafen. Mit Ronny Ju's "Freddy vs. Jason" ging ein Traum etlicher Fans in Erfüllung, trafen doch zwei absolute Kult-Ikonen aufeinander und lieferten sich einen erbarmungslosen Kampf. Nachdem das Projekt immer wieder verschoben wurde, waren die Befürchtungen in Fan-Kreisen doch ziemlich groß, das der Film eine einzige Enttäuschung werden könnte. Umso größer war dann jedoch die Freude über eine extrem unterhaltsame Geschichte, die zudem auch mit einem sehr ordentlichen Härtegrad angereichert wurde. Das ausgerechnet Freddy Krueger (der in einem anderen Artikel noch ausreichend gewürdigt wird) der Gegner des körperlich weit überlegenen Jason wurde, ist rückwirkend betrachtet ein genialer Schachzug gewesen. Hatten doch nicht wenige Leute auf eine Auseinandersetzung der eher vergleichbaren Masken-Killer Jason und Michael Myers gerechnet, die sich von der Art her aber wahrscheinlich viel zu ähnlich sind, als das bei diesem Vergleich der selbe Unterhaltungswert aufgekommen wäre.

Kommen wir jedoch wieder zur eigentlichen Reihe zurück, deren einzelne Teile sich im Bezug auf die vorhandene Qualität doch teilweise stark unterscheiden. Dieser Aspekt bleibt bei immerhin zehn Filmen in 21 Jahren nicht gänzlich aus und so musste sich die Fan-Gemeinde auch mit einigen schwächeren Filmen zufrieden geben, wobei die Meinungen sehr stark auseinander gehen. Fast immer werden jedoch die Teile 8 (Todesfalle Manhattan) und 9 (Jason goes to Hell) genannt, wenn es darum geht, den schwächsten Film der gesamten Reihe zu küren. Erstaunlich erscheint dies gerade aus der Sichtweise, das es sich hier just um die beiden Filme handelt, die neben dem Abschluss "Jason X" doch am meisten von immer gleichen Szenarien abweichen. Im achten Teil verschlägt es Jason nämlich in die Großstatdt, was vielen Leuten ein Dorn im Auge war und im neunten Teil schlüpft der Killer in einen fremden Körper, um so seine Mord-Serie weiterführen zu können. Da wurde also mal ein wenig Abwechslung eingebaut, indem man zumindest die Schauplätze vom Chrystal Lake weg verlagert hat, oder gar die innovative Idee der Seelenwanderung eingebracht hat und gerade das hat etliche Liebhaber der Reihe total auf die Palme gebracht. Andererseits sind das jedoch höchstwahrscheinlich genau die Personen, die sich zuvor über Stagnation-und Einfallslosigkeit aufgeregt hatten, da die Filme kaum mehr neue Impulse inne hatten. OK, ganz egal welchen Film man nun als Beispiel nennen würde, "Freitag der 13." hat sich im Prinzip nie durch herausragende Originalität ausgezeichnet und auch die Morde von Jason sprühten nicht unbedingt vor Ideenreichtum, es waren halt gerade in den 80er Jahren die handelsüblichen Slasher, in denen ein übernatürlicher Serienkiller junge Leute meuchelt, ohne auch nur ein Wort dabei zu verlieren. Eine Maske als Markenzeichen und als übliche Waffe wurde zumeist eine Machete gebraucht, ruckzuck war ein eher banales Strickmuster geboren, das die Leute aber dennoch zu faszinieren wusste.

Komischerweise war dann "Jason X" durchaus sehr beliebt und wird auch nicht gerade von wenigen Fans sogar als bester Teil der Reihe bezeichnet. Vielleicht liegt das ganz einfach darin begründet, das man 2001 nicht nur die eingefleischten Fans in die Kinos zog, sondern auch ein neues-und jüngeres Publikum parat hatte, das die innovative Grundidee den Film in der Zukunft und im Weltall anzusiedeln, durchaus positiv aufgenommen hat. Ganz davon abgesehen, das es sich hier um wirklich einen der besten Teile handelt, überzeugte "Jason X" zudem durch seine Härte, wobei die Grenzen des guten Geschmacks zu keiner Zeit überschritten wurden. Doch so entschlossen und brutal hat man Jason selten wüten sehen, wobei man sich nach Ansicht des Filmes seit längerer Zeit mal wieder eine Fortsetzung gewünscht hätte. Andererseits war es aber auch der perfekte Schlusspunkt unter eine Film-Reihe, die immerhin über zwei Jahrzehnte lang und trotz etlicher Unkenrufe die Massen begeistert hat, denn mit welchen Ideen hätte man jetzt noch die Geschichte weiterführen können? So bleibt einem der gute Jason, der übrigens im letzten Film von Ken Kirzinger und nicht mehr vom wohl besten Jason-Darsteller Kane Hodder gespielt wurde in allerbester Erinnerung, auch wenn dieser Eindruck durch das Remake von Marcus Nispel ein wenig verfälscht wird.

Die mit Remake und Spin Off insgesamt 12 Filme entstanden unter insgesamt 10 Regisseuren, nur Steve Miner zeichnet für 2 Teile verantwortlich (Teil 2 & 3) und die Figur des Jason wurde von insgesamt 9 verschiedenen Schauspielern dargestellt, wobei der beliebteste bei den Fans ganz eindeutig Kane Hodder ist, der immerhin in 4 Filmen (Teil 7-10) in diese Rolle schlüpfen durfte. Zu guter Letzt noch ein paar Zahlen, die auch gleichzeitig die Unterschiede des Budgets für einen Horrorfilm in den 80er Jahren zur heutigen Zeit belegen. Wurde das Original von Cunningham 1980 noch mit einer sehr bescheidenen Summe von geschätzten 550.000 $ bewerkstelligt, so lagen dem neunten Teil "Jason goes to Hell" immerhin gewaltige 2.500.000 $ zu Grunde. "Jason X" war dann im neuen Millennium mit 11.000.000 $ ein wahrer Blockbuster, wobei das Remake von Marcus Nispel 2009 ganze 19.000.000 $ verschlang. Das die teuerste Produktion dann nicht zwangsläufig auch die beste sein muss, wird hier einmal mehr sehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt.


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The Texas Chainsaw Massacre


Als Tobe Hooper 1974 seine Low Budget Produktion "The Texas Chainsaw Massacre" raus brachte konnte wohl noch niemand ahnen, das hier der Grundstein für eine der beliebtesten Horror-Reihen gelegt wurde. Besonders interessant ist dabei auch die Zensur-Geschichte des Originals, das noch bis vor gar nicht so langer Zeit auf dem Index stand, obwohl der enthaltene Härtegrad sicherlich nicht der Grund dafür sein konnte. Im Gegensatz zu anderen mehrteiligen Reihen des Genres sind es hier nämlich eher die neueren Filme, die im Bezug auf explizite Gewaltdarstellungen den heutigen Ansprüchen genügen, wohingegen die ersten vier Filme rein visuell gesehen eher recht harmlos erscheinen. Mittlerweile hat es die Figur des "Leatherface" schon auf 7 Filme gebracht, wobei die Reihe offiziell im Prinzip mit dem dritten Teil "Leatherface - Die neue Dimension des Grauens" als abgeschlossen galt. Nun kann man das jedoch sehen wie man will, mit Teil 4 "Die Rückkehr" wurde jedenfalls ein Nachfolger abgeliefert, der ganz eindeutig als schwächster Film von allen gilt. Mehr wie eine skurrile Persiflage aufgezogen, kann der Film in keinster Weise an die Qualität der drei Vorgänger heranreichen und führt so innerhalb der Reihe ein eher stiefmütterliches Dasein. Eher unüblich für einen Mehrteiler ist die Zeitspanne zwischen den einzelnen Filmen, so lagen schon allein zwischen dem Original und dem zweiten Teil volle 12 Jahre, bevor die beiden weiteren Filme dann immer in einem Abstand von 4 Jahren folgten. Bleiben wir also erst einmal bei den alten Werken, von denen insbesondere Teil 1 einen absoluten-und wohl auch wohlverdienten Kultstatus genießt, auch wenn gerade Teile der jüngeren Generation dies aus heutiger Sicht kaum nachvollziehen können. Daran merkt man aber auch schon, das Horrorfilme heute zumeist ausschließlich über den Härtegrad definiert werden und in diesem Bezug hat das Original nun einmal überhaupt nichts zu bieten.

Dennoch entfacht dieser Film eine unglaubliche härte, die sich allerdings nur in psychischer Hinsicht bemerkbar macht, da sich das Geschehen ganz unweigerlich im Gehirn des Zuschauers einbrennt. Zudem sollte man auch bedenken, das "The Texas Chainsaw Massacre" zur damaligen Zeit als revolutionär zu bezeichnen war und etliche Tabus sowie Grenzen überschritten hat. Die folgenden 3 Filme konnten dann auch nicht annähernd die gleiche Intensität erreichen, wobei Teil 2 hauptsächlich durch seinen teils skurrilen Humor auffällt und der dritte Teil ein wenig visuelle Härte ins Spiel bringt. Nach 1994 wurde es dann sehr ruhig um den Mörder mit der Maske aus Menschenhaut, dessen Geschichte durch den realen Serienmörder Ed Gein inspiriert wurden, bevor im Jahre 2003 Action-Spezialist Michael Bay mit einer Neuauflage des Originals daher kam, das überraschend gut ausgefallen ist. Natürlich sehen viele Leute das auch anders, denn gab es doch etliche negative Kritik im Bezug darauf, das man das Szenario zu sehr auf Hochglanz poliert hätte. Selbstverständlich konnte man nicht die genial-beklemmende und siffige Atmosphäre des Originals erzeugen, aber unter den unzähligen Remakes der heutigen Zeit hat man es hier wohl ganz eindeutig mit einem der besten zu tun.

Nur 3 Jahre später kam es dann zum langersehnten Prequel, war man doch schon immer gespannt darauf zu erfahren, wie "Leatherface" überhaupt zum Serienmörder geworden ist und "TCM: The Beginning" lieferte wirklich eine Geschichte ab, wie sie sich viele Fans in ihren Gedanken ausgemalt hatten. Doch nicht nur das, denn das Werk legte auch in Sachen Härte eine erstaunliche Kompromisslosigkeit an den Tag, die man bisher aus den anderen Filmen der Reihe überhaupt nicht gewohnt war. Zudem erscheint das Geschehen auch herrlich dreckig und auf alt getrimmt, so das es sich letztendlich um ein rundum glaubwürdiges Szenario handelt, das wohl im Bezug auf Gewaltdarstellungen der mit Abstand härteste Film der gesamten reihe ist. Zu guter Letzt erschien dann dieses Jahr der langersehnte "Texas Chainsaw 3D", der wie schon erwartet die Fans in mehrere Lager spaltet. Rein inhaltlich ziemlich an den Haaren herbeigezogen und unter einem doch eher schwächelnden Drehbuch leidend, kann das Werk in erster Linie durch ein rasantes Tempo und mehrere brutale Passagen überzeugen. Dafür wird der Zuschauer jedoch mit unzähligen Logiklöchern konfrontiert, bei deren Nicht-Beachtung man jedoch zumindest sehr kurzweilige Unterhaltung geboten bekommt, die man allerdings keinesfalls nach ihrer inhaltlichen Substanz bewerten sollte.

Auf welchen Platz in der jeweiligen Mehrteiler-Hitparade des einzelnen Horror-Fans sich TCM ansiedelt ist sicherlich sehr unterschiedlich ,aber eine Sache dürfte so gut wie unumstößlich sein. Das Original aus dem Jahr 1974 ist wohl definitiv zu den absoluten Genre-Klassikern zu zählen und hat auch noch heute eine absolut prägende Wirkung für etliche Werke der heutigen Zeit. Dabei sollte man den Film nicht unbedingt nach heutigen Maßstäben messen wenn es um die visuelle Härte geht, denn "The Texas Chainsaw Massacre" hat seine unbestreitbaren Stärken ganz eindeutig an anderen Stellen. Insgesamt gesehen muss man jedoch auch feststellen, das die Film-Reihe in ihrer Gesamtheit einen eher durchwachsenen Eindruck hinterlässt, da einige Teile doch diverse Schwächen aufzuweisen haben. Dennoch macht es immer wieder Spaß, dem maskierten Killer mit der Kettensäge bei der Arbeit zuzusehen, die er im Prinzip jederzeit zuverlässig durchführt.


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Wrong Turn


Der Backwood - Slasher erfreut sich ja seit jeher größter Beliebtheit und so ist es auch keine sonderliche Überraschung, das dadurch sogar eine mehrteilige Reihe entstanden ist. Als im Jahr 2003 der erste Teil "Wrong Turn" erschien, bot dieses Franchise zwar schon nicht mehr die totale Innovation, doch das Original hatte trotzdem etwas herrlich Erfrischendes an sich. Zudem verhielt es sich zu diesem Zeitpunkt auch noch so, das die vorhandene Geschichte auch rein inhaltlich ein wenig Substanz anbot, was man in den folgenden Teilen fast vollkommen vermissen sollte. Die Thematik Jugendliche gegen missgestaltete Rednecks gab es zwar auch schon früher, dennoch wurde sie in vorliegendem Fall dennoch interessant und spannend in Szene gesetzt. Nachdem der Erstling der mittlerweile fünf Teile umfassenden Reihe ziemlich erfolgreich war konnte man sich als Genre-Fan sicherlich denken, das hier bestimmt noch einige Nachfolger kommen würden, um die Kuh auch richtig zu melken. Dennoch dauerte es immerhin vier Jahre, bis mit "Wrong Turn 2: Dead End" die lang ersehnte Fortsetzung erschien. Beim Begriff Fortsetzung sollte man allerdings erwähnen, das sämtliche Filme der Reihe unabhängig voneinander und in sich abgeschlossen sind, so das man die Filme auch problemlos einzeln anschauen kann, ohne dabei etwas zu verpassen.

Von nun an gaben sich die weiteren Teile regelmäßig alle zwei Jahre die Ehre, wobei der kürzlich erschienene fünfte Film "Bloodlines" sogar nur ein Jahr auf sich warten lies. Doch nicht nur die Veröffentlichung der einzelnen Geschichten ging jetzt schneller voran, die Qualität der Film-Reihe lässt nämlich mittlerweile auch sehr zu wünschen übrig. War mit dem Original auch gleichzeitig der beste Teil erschienen der ganz einfach das beste Gesamtpaket darstellt, so sollte sich in der Folge eine ganz klare Tendenz erkennen lassen. Die jeweiligen Storys wurden immer dünner und gerieten streckenweise fast schon völlig in den Hintergrund, wohingegen die Macher die Zeichen der Zeit erkannt hatten und ihren jeweiligen Nachfolgern einen ziemlich hoch angesiedelten Härtegrad einverleibten. Das dafür Inhalt und Atmosphäre teils sträflich vernachlässigt wurden scheint kaum jemanden wirklich gestört zu haben, erfreut sich doch dieses Franchise immer noch größter Beliebtheit. Gerade vielen jüngeren Zuschauern kann es ja anscheinend nicht hart-und brutal genug sein und so wurden den Gesetzen des Marktes folgend logische Abläufe und eine dichte Grundstimmung durch literweise Blut und derbe SFX sowie viel nackter Haut ersetzt.

Sicher, ab und zu kann das ja auch ganz nett sein, doch der ständige Qualitätsabfall hat nunmehr mit Teil 5 den absoluten Tiefpunkt erreicht. Dabei will ich gar nicht weiter darauf eingehen, das von erfrischenden Elementen oder gar innovativen Einfällen schon längst keine Spur mehr zu finden ist, denn es ist auch sicher nicht leicht, gerade diese Sparte mit neuen Ideen anzureichern. Aber was sich dem Zuschauer in "Wrong turn 5: Bloodlines" offenbart, ist an Einfallslosigkeit doch schwerlich zu überbieten. Von einer wirklichen Geschichte kann man hier schon fast nicht mehr reden, denn die Rahmenhandlung passt auf jeden Fall auf einen halben Bierdeckel, was dann auch selbst die zugegebenermaßen recht gelungenen SFX nicht sonderlich aufwerten können. Zudem ist auch das dargebotene Schauspiel der Akteure so gut wie unter aller Sau, wodurch sich ein ziemlich schlechter Gesamteindruck des Ganzen bildet.

Auch wenn ich bisher trotz sinkender Klasse ein bekennender Fan dieser Reihe war, so sollte man nun doch ein Einsehen haben und nicht weiter mit irgendwelchen Billig-Filmchen aufwarten, nur um noch weiter den schnellen Dollar zu machen. Allerdings wird dies wohl eher ein frommer Wunsch bleiben, gibt es doch genügend Leute, die auch jeden weiteren Teil abfeiern werden, wenn er denn nur hart-und blutig genug in Szene gesetzt wurde. Dieses Schema ist einem ja auch aus diversen anderen Mehrteilern nur zu gut bekannt und so werden wir uns höchstwahrscheinlich demnächst bei der Besprechung von "Wrong turn 27: Das Elend geht weiter" wiedersehen, denn so lange noch Geld aus der Thematik heraus gequetscht werden kann, ist ein versöhnliches Ende ganz bestimmt nicht in Sicht. Eigentlich ist das sehr schade, denn diese Film-Reihe ist doch wirklich gelungen gestartet, um danach jedoch mit jedem Nachfolger weiter an Qualität zu verlieren, wobei der letzte Film den absoluten Tiefpunkt darstellt.


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Resident Evil (Real-Verfilmungen)


Bei den bisher mittlerweile fünf Real-Verfilmungen von "Resident Evil" handelt es sich wohl um die am meisten umstrittenste Film-Reihe aus dem Horror-Bereich, denn von Beginn an waren die Meinungen der Fans in zwei Lager gespalten. Handelt es sich doch um Filme, die auf dem gleichnamigen Spiel beruhen und daraufhin einerseits viel Vorfreude auslösten, dann jedoch insbesondere unter den Gamern für heftigste Gegenwehr sorgten. Anscheinend sehr stark von den Spielen abweichend konnten die Werke nie wirklich viele Freunde unter den Spielern sammeln, wohingegen sich die Leute ohne Vorkenntnisse vor allem an den ersten drei Teilen erfreuen konnten, wobei die letzten beiden Teile dann doch merklich an Qualität eingebüßt haben und lediglich zu vollkommen mit Action überlagerten Szenarien mutierten, denen es ganz eindeutig an Inhalt mangelt. Ganz generell vertrete ich den Standpunkt, das man die einzelnen Medien separat bewerten sollte, denn ein Spiel mit einem Film zu vergleichen, beinhaltet immer einen kleinen Hinkefuß. Zudem kann man die Reihe ohne die Spiele zu kennen viel objektiver betrachten und rein objektiv gesehen bekommt man auf jeden Fall recht kurzweilige Filmkost geboten, die auf jeden Fall gut unterhält. Jedoch muss man selbst an dieser Stelle immer noch stark differenzieren, denn die ersten drei Filme der futuristisch angehauchten Zombie-Saga stellt sich qualitativ auf jeden Fall besser dar als die zwei danach folgenden Filme.

Nun kann man ganz generell nicht behaupten, das "Resident Evil" unbedingt hochwertige Kost anbietet, dennoch haben die ersten drei Geschichten noch eine zu erkennende inhaltliche Substanz zu bieten, doch danach scheinen den Machern ein wenig die Ideen auszugehen, was man besonders stark im letzten Film "Retribution" erkennen kann. War zuvor noch eine recht ausgewogene Mischung aus Story und kurzweiliger Action zu sehen, die stellenweise auch recht blutig ausfiel, so bekommt man vor allem im fünften Teil ein eher vollkommen sinnbefreites Spektakel geboten, das lediglich aus tonnenweise Action und wilden Ballereien besteht und inhaltlich so gut wie überhaupt nichts zu bieten hat. Und dennoch freut man sich immer wieder auf den nächsten Teil der Reihe, denn eine Konstante hat diese Reihe auf jeden Fall in ihrer Hauptfigur Alice gefunden. Gespielt von Mila Jovovich ist hier ganz eindeutig der absolute Höhepunkt zu finden denn egal wie schwach auch die Geschichte sein mag, die gute Mila in Action zu erleben ist immer wieder absolut sehenswert und lässt einen über manch andere offensichtliche Schwäche hinwegsehen.

Ansonsten sind jedoch fast alle Charaktere austauschbar und so verwundert es auch nicht wirklich, das man es im Prinzip in jedem folgenden Film mit anderen Figuren zu tun bekommt. Manchmal haben diverse Protagonisten sogar eine etwas längere Haltbarkeit, doch in der Regel wird relativ munter durchgemischt, so das lediglich die Hauptdarstellerin als absoluter Fixpunkt des Ganzen ausgemacht werden kann. Und das ist auch gut so, denn ohne die gute Mila würde die Reihe merklich an Reiz verlieren, wobei dies höchstwahrscheinlich schon längst der Fall ist. Mit der Zeit verhält es sich nämlich wie auch mit fast jedem Mehrteiler, der Reiz geht so langsam verloren und die fehlende Innovation der Verantwortlichen ist ein untrügliches Zeichen dafür, das ihnen so langsam die Ideen ausgehen, diesem Franchise noch einmal wirklich neue Impulse zu verleihen. Die Szenarien ähneln sich streckenweise auf verblüffende Art und Weise und "Resident Evil: Retribution" beinhaltet sogar fast ausschließlich eine Ansammlung von Passagen-und Figuren, die in den vorherigen Filmen schon einmal zu sehen waren.

So kann man also durchaus gespannt sein wie lange die Kuh noch gemolken wird, denn mangelnde Ideen waren noch nie ein Grund dafür eine Reihe einzustellen, wenn damit noch der schnelle Dollar zu machen ist. Es liegt also im Prinzip auf der Hand, das auch hier noch längst nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist und so kann man wohl ganz sicher mit zumindest einer weiteren Fortsetzung rechnen, worauf auch das Ende des letzten Filmes hindeutet. Bleibt eigentlich nur zu hoffen, das dann eventuell auch die Qualität wieder ein wenig angehoben wird, denn ansonsten kann es wirklich passieren, das selbst die größten Liebhaber dieser Reihe demnächst das Interesse verlieren und sich anderen Dingen zuwenden.

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Chucky - Die Mörderpuppe


  Als 1988 mit "Chucky" ein Serienmörder im Körper einer Puppe das Horror-Genre betrat konnte wohl noch niemand ahnen, das dieser außergewöhnliche Mörder einmal ähnlichen Kultstatus einnehmen würde wie beispielsweise Michael Myers, Jason Voorhees oder auch Freddy Krueger. Denn gerade der erste Teil der mittlerweile 6-teiligen Reihe konnte sich nur über einen eher mäßigen Erfolg erfreuen, was eventuell aber auch in dem Aspekt begründet liegt, das Puppen-Horror längst nicht bei jedem Horror-Fan einen leichten Stand hat. Selbst heute muss sich "Chucky" noch mit etlichen Vorurteilen auseinandersetzen, teilweise fallen dabei sogar Begriffe wie "Kinder-Horror", was in meinen Augen der Qualität des Puppen-Mörders in keinem Fall gerecht wird. Erfinder des kleinen Kerls ist Don Mancini, der übrigens auch bei sämtlichen Teilen als Drehbuchautor in Erscheinung tritt, jedoch erst bei den letzten beiden Filmen auch höchstpersönlich auf dem Stuhl des Regisseurs saß. Gerade dem kürzlich erschienenen "Curse of Chucky" hat das sehr gut getan und man bekommt zudem mit Abstand härtesten Film der gesamten Reihe serviert. Nun ist das auch nicht sonderlich schwer, denn in den Geschichten um den Serienkiller Charles Lee Ray, dessen Seele durch eine Art magischen Zauber in den Puppenkörper gelangt ist stand im Prinzip nie die visuelle Härte im Mittelpunkt, denn bis auf einige Szenen mit etwas mehr Blut bekommt der Zuschauer eigentlich recht wenig geboten.

Vielmehr lebt die Reihe ganz eindeutig von der Präsenz ihres skurrilen Haupt-Charakters, der insbesondere durch seine Bösartigkeit und unzählige derbe Sprüche auf sich aufmerksam macht. Durch eben diese Eigenschaften und den köstlichen schwarzen Humor spielte sich "Chucky" dann in den Jahren immer mehr in die Herzen einer beträchtlichen Fan-Gemeinde und ließ dabei auch eher selten irgendwelche Schwächen erkennen. Nachdem 1991 die ersten drei Filme erschienen waren dachte eigentlich jeder, das es sich um eine abgeschlossene Trilogie handeln würde und es gab auch relativ wenig Hoffnung auf eine Weiterführung. Doch jeder kennt die Gesetze des Marktes nach denen die Kuh immer weiter gemolken wird und so lange noch etliche Dollar mit dem guten "Chucky" gemacht werden können, wollte man diese Chance auch nicht verstreichen lassen. Allerdings dauerte es sieben Jahre, bis mit "Chucky und seine Braut" ein weiterer Ableger erschien und an dieser Stelle sollte man im Prinzip auch einen ganz klaren Cut ziehen. Stand in den ersten drei Geschichten immer die Figur des Andy Barclay im Mittelpunkt, so änderte sich das nun schlagartig. Gleichzeitig verlor die Reihe ein wenig von ihrer Ernsthaftigkeit, denn obwohl die Filme bis hierhin immer eine ordentliche Portion schwarzen Humor beinhalteten, schlugen sie nie zu sehr die Richtung einer Horror-Komödie ein. Der vierte Film sollte dies grundlegend ändern und auch wenn es sich immer noch um einen unterhaltsamen Beitrag handelt, so wurde man doch das Gefühl nicht los, das der kleine Killer etwas von seinem Biss verloren hatte.

Zudem wurde ihm mit Tiffany eine Gefährtin an die Seite gestellt, was man einerseits durchaus als gelungene Abwechslung-und phasenweise sogar als Bereicherung ansehen kann. Leider wurde hier aber gleichzeitig zu viel Wert auf teils albern erscheinende Passagen gelegt und die Geschichte entfernte sich ziemlich stark vom Horrorfilm und tendierte extrem in die Komödien-Richtung. Den Höhepunkt sollte dann aber erst "Chucky's Baby" darstellen, denn in diesem Film verlor man erst so richtig die Linie. Zwar präsentierte Mancini einen äußerst unterhaltsamen Teil, der jedoch nur noch herzlich wenig mit einem echten Horrorfilm zu tun hatte. Kein Wunder also, das gerade die Filme 4 & 5 die Meinungen der Fans extrem spalteten und dies auch immer noch tun. Beide Werke gehören zwar definitiv in das große Chucky-Universum, hinterlassen aber gleichzeitig auch einen immer wieder kehrenden Zwiespalt beim Zuschauer, der sich nur recht schwer mit der neu eingeschlagenen Richtung anfreunden kann. Umso erstaunlicher erscheint dann auch der Gesichtspunkt, das mit "Curse of Chucky" der bisher letzte Film wiederum eine Richtungsänderung vornahm und so überraschend ernst und streckenweise hart daher kommt. Den Härtegrad sollte man dabei allerdings immer im Vergleich zu den Vorgängern sehen, denn auch hier präsentiert sich definitiv keine SFX-Orgie, aber das Werk beinhaltet doch einige äußerst bemerkenswerte Einstellungen, die man bei einer 16er Freigabe wahrlich nicht vermutet.

Mancini hat mit diesem höchstwahrscheinlich endgültig abschließenden Werk einen gewagten Spagat vollzogen, denn die Geschichte soll die Reihe nun wohl endgültig beenden, dient aber sogleich auch als eine Art Verbindungsstück zwischen Teil 3 & 4. Zudem werden einem hier noch diverse andere Zusammenhänge serviert, die teilweise sehr stimmig erscheinen, auf der anderen Seite aber auch diverse Logiklöcher entstehen lassen, so das letztendlich doch noch einige Fragen unbeantwortet bleiben. Das soll aber keinesfalls den insgesamt sehr guten Eindruck des Filmes schmälern, denn der beliebte Killer läuft hier endlich mal wieder zu absoluter Höchstform auf. Lediglich sein Gesicht wirkt dieses Mal ein wenig verändert, was einem ziemlich offensichtlich ins Auge springt. Wie dem aber auch sei und ganz egal wie man zu "Chucky" stehen mag, die Reihe bietet in ihrer Gesamtheit definitiv sehenswerte Kost und ist aus dem Genre kaum mehr wegzudenken. Das ein Mehrteiler nicht immer die gleiche konstante Qualität an den Tag legt ist dabei eine Selbstverständlichkeit und mit diesem Makel müssen auch andere Film-Reihen leben. Harten-und brutalen Horror sollte man allerdings nicht erwarten, denn dafür sind andere Filme zuständig, hier erfreut man sich vielmehr an der frechen Schnauze eines Mörders, der in dieser Form wohl eine ziemliche Ausnahmestellung im Genre einnehmen dürfte, die ihm so schnell auch niemand streitig machen wird.


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Final Destination


  Als im Jahr 2000 mit "Final Destination" der erste Teil der mittlerweile fünfteiligen Horror-Saga erschien, wurde der Zuschauer mit einer herrlich erfrischenden und innovativen Grundidee konfrontiert. Hatte Regisseur James Wong doch ein Szenario kreiert, das einen vollkommen neuen Typ von Serienkiller präsentierte, nämlich den Tod selbst. Das Schema der Reihe hat sich dabei in den folgenden Jahren-und Fortsetzungen auch nicht geändert, die Hauptfigur eines jeden Filmes erlebt zu Beginn eine Art Vision von folgenden Ereignissen, die dann auch in der Realität eintreffen. Gewarnt durch eben diese Vision gelingt es dem jeweiligen Haupt-Charakter, einige der möglichen Opfer zu retten, die daraufhin jedoch einer nach dem anderen durch seltsame Unfälle oder andere Ereignisse dennoch das Zeitliche segnen. Das mag sich nun im ersten Moment gar nicht einmal sonderlich spannend anhören, doch insbesondere in den ersten beiden Filmen der Reihe bekommt man dramaturgisch erstklassige Geschichten serviert, die für eine erhöhte Adrenalin-Zufuhr beim Betrachter sorgen. Geht es im Erstling noch relativ human zu, so sorgt spätestens der zweite Teil mit seinem enormen Härtegrad für Aufsehen, so das ich explizit diesen Film auch sehr gern als Paradebeispiel dafür nehme, welche Willkür phasenweise bei der ominösen FSK herrscht. Wenn man den Film nämlich gesehen hat, dann kann man es kaum logisch nachvollziehen, das dieser mit einer 16er Freigabe durchgekommen ist, da die Geschichte doch etliche Passagen anbietet, die äußerst blutig und streckenweise richtig derbe daher kommen.

Wie dem aber auch sei, mit dem dritten Film der Reihe hält so langsam ein wenig Stagnation und Monotonie Einzug in diese sehr beliebte Horror-Reihe, denn allmählich machen sich doch diverse Abnutzungserscheinungen bemerkbar und die Anfangs vorhandene Innovation ist definitiv nicht mehr zu verspüren. Es fällt natürlich auch ziemlich schwer neue Dinge in ein Schema einzubringen, das kaum Spielraum für sensationelle Neuerungen offenbart, wenn man der Grund-Thematik denn treu bleiben will. Besonders auffällig wird dies dann auch in den beiden abschließenden Teilen, denn wenn Teil 3 noch mit einer einigermaßen gelungenen Geschichte aufwarten konnte, so wird diese in den nächsten beiden Filmen doch ziemlich vernachlässigt. An dieser Stelle merkt man dann auch recht stark, das hier nur noch der schnelle Dollar gemacht werden soll, wobei die Qualität der Szenarien ganz augenscheinlich nicht mehr unbedingt im Fokus steht. So wird dann mehr Wert auf einige zugegebenermaßen gelungene-und deftige Effekte gesetzt um insbesondere die jüngere Generation zufrieden zu stellen, wobei sich über den Rest der Filme eher der Mantel des Schweigens breitet.

Nicht das wir uns hier falsch verstehen, ich bin bekennender Fan dieser Reihe und weiß selbst den letzten beiden Filmen noch eine ganze menge abzugewinnen, doch liegt dies viel eher in einem sogenannten Fan-Bonus begründet, als das mich die Geschichten an sich besonders ansprechen würden. Zu stark ist de Qualitäts-Verlust und wohl auch deshalb wurde in "Final Destination 5" das Ganze höchstwahrscheinlich beendet, indem man einen versöhnlichen Bogen zum Beginn dieser Horror-Reihe geschlagen hat. Im Grunde genommen ist das aber auch ganz egal, denn über einen recht hohen Unterhaltungswert verfügen sämtliche Filme, wobei sich aber ganz eindeutig die ersten beiden Teile als die mit Abstand besten heraus kristallisieren. Man darf aber dennoch sehr gespannt sein, ob dieses Franchise noch weiter ausgeschlachtet wird, oder ob demnächst sogar schon der Remake-Wahn auch auf diese mehrteilige Reihe übergreift. Unmöglich erscheint dies gerade in der heutigen zeit nicht, wo doch den meisten Regisseuren anscheinend die nötigen Ideen fehlen, um dem Horrorfilm ein kreatives Gesicht zu verleihen.

Ganz egal wie man zu diesem Horror-Mehrteiler steht, zumindest die ersten beiden Filme haben frischen Schwung in das Genre gebracht, denn mit der Idee den Tod selbst als Killer hinzustellen, hat man eine Tür durchschritten, die in dieser Form noch nicht geöffnet war. Zwar waren sämtliche Geschichten eher eigenständig, doch diverse Quer-Verweise und Rückblenden haben immer wieder einen Gesamt-Zusammenhang erkennen lassen, so das auch "Final Destination" eigentlich als Gesamtwerk gewürdigt werden sollte.

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Als Wes Craven 1996 seinen Film "Scream - Schrei" auf die Menschheit losgelassen hat konnte wohl noch niemand ahnen, welchen Erfolg dieses Werk für sich selbst nach sich zog und welche Welle damit gleichzeitig im gesamten Horror-Genre losgetreten wurde. War es doch die Geburtsstunde des sogenannten Teenie-Slashers, der auch etliche andere Mehrteiler und Einzelfilme nach sich zog, was bis zum heutigen Tage anhält. Natürlich könnte man jetzt sagen, das doch auch vorher die ganzen Genre-Filme sich um Teenager drehen, was Mehrteiler wie "Freitag der 13." oder auch Halloween" eindrucksvoll unter Beweis stellen. Dennoch wurde mit dem ersten Teil der mittlerweile vier Filmen umfassenden Reihe eine neue Version des Slashers ins Leben gerufen, handelt es sich doch hier und bei etlichen folgenden Filmen um Werke, die sich oft selbst ein wenig auf die Schippe nehmen und den Horror-Anteil mit einer ordentlichen Portion Humor und Ironie anreichern. Ganz speziell kommt dieser Aspekt wirklich in der vorliegenden Reihe zum Vorschein, denn Wes Craven war sehr wohl darauf bedacht, neben einem dramaturgisch sehr gut aufgebauten Spannungsbogen und einer bedrohlichen Atmosphäre das Geschehen immer auch mit einem Augenzwinkern und einem guten Schuss Selbst-Ironie zu versehen. So gibt es beispielsweise immer wieder witzige Anspielungen auf andere Genre-Größen, was sicherlich auch ein wesentlicher Bestandteil für den großen Erfolg der Scream-Teile ist.

Eigentlich war die erzählte Geschichte als eine reine Trilogie ausgelegt und wurde im Prinzip auch mit dem im Jahr 2000 erschienenen dritten Teil sehr harmonisch-und stimmig abgeschlossen, bevor dann erst ganze 11 Jahre später der heiß diskutierte Nachzügler "Scre4m" erschien, der seine Kritiker jedoch schnell verstummen lies. Den Mechanismen des Marktes folgend und nach reiflicher Überlegung entschloss sich Craven, nun seine Reihe doch weiter zu führen, was man nach Sichtung des bisher letzten Filmes auch durchaus als guten Entschluss bezeichnen kann. Dem Zuschauer präsentierte sich nämlich eine absolut würdige Fortsetzung, die auch unabhängig der langen Zeitspanne zwischen Teil 3 & 4 genau das bietet, was man als Fan der Reihe erwartet. Natürlich wurde dabei das Rad nicht neu erfunden und als Zuschauer weiß man ganz genau, wie sich die Abläufe gestalten, doch Craven hat einmal mehr sämtliche Zutaten perfekt zusammengefügt und ein äußerst stimmiges Szenario präsentiert, das einen von der ersten bis zur letzten Minute bei Atem hält und dabei allerbeste Unterhaltung bietet. Man darf also gespannt sein, ob in nächster Zeit eventuell noch weitere Ableger folgen, oder ob nun wirklich das Ende der Fahnenstange erreicht ist, was man aber wohl ernsthaft bezweifeln darf.

Der durchschlagende Erfolg und Hype um diese Film-Reihe ist meiner Meinung nach auch in den Haupt-Charakteren zu suchen, denn während diverse Figuren aus nachvollziehbaren Gründen meist nur in einem einzelnen Film mitspielen, hat sich mit der Zeit ein Stamm-Cast herauskristallisiert, ohne den man sich die Filme im Prinzip überhaupt nicht vorstellen könnte. Da wäre selbstverständlich Sydney (Neve Campbell), die immer wieder vom maskierten Killer verfolgt wird, der selbstverständlich in jeder Fortsetzung jemand anderes ist, die zweite Hauptfigur stellt dann Gail Weathers (Courtney Cox) dar, die einem im ersten Teil aufgrund ihres Jobs als Reporterin zunächst ein wenig unsympathisch erschien was sich jedoch im Laufe der Zeit absolut grundlegend geändert hat und zu guter Letzt wäre da noch der ehemalige und immer leicht trottelig erscheinende Deputy Dewy (David Arquette), der von der ersten Minute an einen gehörigen Sympathie-Bonus beim Zuschauer einfordern durfte. Ohne diese drei tragenden Säulen wäre die gesamte Reihe kaum vorstellbar, prägen sie doch ganz eindeutig das jeweilige Geschehen und sind somit ein absolut unverzichtbarer Bestandteil des Gesamtbildes.

Auch wenn die Scream-Filme mittlerweile sicherlich keine Innovation mehr beinhalten, ist jeder einzelne Film immer wieder spannend und äußerst atmosphärisch in Szene gesetzt. Die Vorhersehbarkeit der Abläufe ändert rein gar nichts an der Faszination, die einen immer wieder in Beschlag nimmt, denn immer wieder begibt man sich mit den Akteuren nur zu gern auf die Suche nach dem Mörder und darf dabei unglaublich gespannt auf die Identität und vor allem auf die vorherrschende Motive des Killers sein, denn in diesem Bezug fällt Craven immer wieder eine neue Pointe ein, um die komplexe Familiengeschichte der Sydney Prescott weiter auszubauen.


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Wishmaster


In den Jahren 1997 - 2002 machte eine sagenhafte Gestalt das Horror-Genre unsicher, denn der kultige-und extrem bösartige "Wishmaster" war geboren. Die Reihe hätte sicherlich das Potential zu etlichen wirklich sehenswerten Filmen gehabt, doch dazu wäre es absolut notwendig gewesen, das Hauptdarsteller Andrew Divoff der Reihe auch nach den ersten beiden Teilen treu geblieben wäre. Mit dem dritten Film merkt der Zuschauer nämlich erst, wie wichtig der Darsteller für die Verkörperung des Fabel-Wesens war, denn mit seiner göttlichen Darstellung stieg und fiel die Qualität des Franchises doch ganz erheblich. Bestechen die ersten beiden Teile noch durch eine ziemlich hohe Qualität, so ist danach doch ein ständiger Abfall festzustellen, der ganz eindeutig im Abgang Divoff's zu suchen ist. Auch wenn der gute Mann vielleicht nicht unbedingt zu den herausragenden Schauspielern zu zählen ist, so scheint ihm doch gerade diese Rolle wie auf den Leib geschneidert. Seine unvergleichliche Mimik drückt nämlich so viel Bösartigkeit aus und ist gleichzeitig mit dem bitter-bösen Humor der Filme in Zusammenhang zu bringen, so das die Neubesetzung der Hauptrolle ab Teil 3 dies besonders auffällig in den Vordergrund rückt. Natürlich ist der Abfall der zu Beginn vorhandenen Klasse sicherlich nicht nur mit dem Fehlen von Divoff in Verbindung zu bringen, denn auch der Wechsel auf dem Regiestuhl spielt hier eine ganz wichtige Rolle.

Für Teil 3 & 4 verpflichtete man Chris Angel und dem guten Mann fehlt es ganz augenscheinlich am nötigen Talent, um die Reihe würdig weiter zu führen. Dieser Aspekt fällt schon in "Wishmaster 3 - Der Höllenstein" auf, erreicht seinen negativen Höhepunkt jedoch erst in "Wishmaster 4 - Die Prophezeiung erfüllt sich, denn dieser letzten Film bietet im Prinzip lediglich durch die deutsche Synchronisation einen gewissen Unterhaltungswert. Ansonsten ist aber nichts mehr vom einst bösartigen Djinn zu verspüren, die einst vorhandene Boshaftigkeit ist kaum noch zu verspüren und auch die Geschichten der letzten beiden teile lassen merklich zu wünschen übrig. Ganz davon zu schweigen, das man in den späteren Filmen auch eher mittelmäßiges Schauspiel geboten bekommt und die Spannung der jeweiligen Geschichten sich in einem äußerst überschaubaren Rahmen bewegt. Es fehlt ganz einfach am nötigen Pepp, was bestimmt auch einer der maßgeblichen Gründe war, das die reihe nach dem vierten Teil eingestellt wurde.

Dabei wäre an dieser Stelle doch sicherlich eine Menge mehr drin gewesen, denn allein die Hintergrund-Geschichte des Djinn's hätte ganze Filme füllen können. In Teil 1 lediglich leicht angekratzt, hätte man diese Thematik richtig herausarbeiten können, was für die vielen Fans ganz sicher eine sehr interessante Variante dargestellt hätt. Stattdessen war man jedoch viel eher darauf bedacht nach dem Ausscheiden von Andrew Divoff schnellstmöglich 2 Schnellschüsse hinzulegen, die im nachhinein den Todesstoß für diese Reihe bedeutet haben. Nach dem unsäglichen letzten Teil wäre es so auch eine regelrechte Farce gewesen, die Geschichte um den "Wishmaster" weiter zu führen, dem jeglicher Biss abhanden gekommen war.

Letztendlich bin ich aber dennoch ein glühender Liebhaber dieser Horror-Reihe und habe den bösen Djinn ganz einfach in mein Herz geschlossen. Zwar hätte man aus heutiger Sicht nach den ersten beiden Filmen aufhören können, aber dennoch erfreut sich der "Wishmaster" auch heute noch großer Beliebtheit und konnte nicht gerade wenige Horror-Fans um sich scharen. Wäre Divoff der Reihe treu geblieben, hätte an dieser Stelle wirklich etwas Großes entstehen können, so aber wurde leider einmal mehr viel vorhandenes Potential verschenkt.

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Düstere Legenden


Ende der 90er Jahre wollte fast jeder auf den Erfolgszug aufspringen, der durch Wes Craven's "Scream - Schrei" ins Rollen gekommen ist. Kein Wunder also, das sich im Fahrwasser des Teenie-Slashers auch etliche andere Genre-Vertreter einfanden, aus denen die Macher im Nachhinein zumindest eine Trilogie entstehen ließen. Ein Beispiel dafür ist der 1998 erschienene "Düstere Legenden", der für sich allein genommen ein wirklich exzellenter Vertreter ist und in der Folge sogar noch zwei Fortsetzungen erhielt. Dabei ist der Begriff Fortsetzungen bei dieser Reihe mit Vorsicht zu genießen, handelt es sich doch bei allen drei Vertretern um eher eigenständige Werke, die im Prinzip nicht wirklich etwas miteinander zu tun haben. Anders als bei "Scream" handelt es sich hier um voneinander unabhängige Geschichten, so das letztendlich auch kein wirklicher Zusammenhang erkennbar ist. Bei Teil 1 handelt es sich wohl definitiv um den besten Film, der meiner Meinung nach auch gleichzeitig einer der besten Teenie-Slasher überhaupt ist und durch eine extrem spannende Geschichte überzeugt, die zudem mit einer grandiosen Atmosphäre versehen ist. Nachdem dieser Film einen beachtlichen Anklang unter den Fans fand war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis der erste Ableger folgen sollte.

2000 erschien dann mit "Düstere Legenden 2: Final Cut" der mit Abstand härteste Teil der Reihe, der auch als einziger eine 18er Einstufung erhielt. Mit einem erhöhten Härtegrad wollte man etwaige inhaltliche Schwächen kaschieren und fügte so manch überraschend derbe Passage ein, die die erhöhte Altersfreigabe auch durchaus gerechtfertigt hat. Auch dieser Film war noch ziemlich sehenswert und konnte auch in seiner Gesamtheit noch einen recht überzeugenden Eindruck hinterlassen, wobei auch leise Bezüge zum Vorgänger angedeutet wurden, ohne das jedoch beide Werke wirkliche Zusammenhänge erkennen ließen. Nun wäre es sicherlich sinnvoll gewesen, die Reihe spätestens nach diesem zweiten Film einzustellen, denn wenn man sieht, was einem fünf Jahre später im dritten Film "Bloody Mary" präsentiert wurde, dann hätte es diese sogenannte Fortsetzung nun wahrlich nicht gebraucht. Ein hanebüchenes und vollkommen an den Haaren herbei gezogenes Szenario, das lediglich den Namen "Düstere Legenden" trug kam auf den Markt und ziemlich deutlich konnte man dieser Produktion anmerken, das hier lediglich mit einem bekannten Namen der schnelle Dollar gemacht werden sollte.

Dieses Phänomen traf jedoch nicht ausschließlich bei der hier besprochenen Trilogie zu, doch davon soll später an anderer Stelle die Rede sein. "Urban Legends", so der Original-Titel der Reihe hätte im Prinzip unglaublich viel Potential beinhaltet, was mit dem ersten Film eigentlich nur angedeutet wurde. Auf diesem Teil hätte man nun wirklich aufbauen können und eine ähnlich durchgehende-und auch zusammenhängende Geschichte weiterspinnen können, wie es auch Wes Craven bei "Scream" gemacht hat. Stattdessen aber hat man eine gute Idee eher sinnlos verpulvert und so nur einen wirklich absolut gelungenen Film, einen zufriedenstellenden Nachfolger und einen katastrophalen Abschluss einer losen Trilogie geschaffen, wobei an dieser Stelle weitaus mehr möglich gewesen wäre. Wenn man sich nur einmal den dramaturgischen Spannungsaufbau, die extrem dichte Grundstimmung und vor allem die äußerst interessante Geschichte des Originals vor Augen hält, was hätte man noch alles aus der Thematik herausholen können.

Sicherlich hätte sich das Schema auch irgendwann tot gelaufen, doch zumindest wäre es einen Versuch wert gewesen, die Nachfolger alle im Zusammenhang mit Teil 1 zu kreieren, so das sich eine durchgehende Geschichte präsentiert hätte, die ganz sicher eine große Fan-Gemeinde um sich geschart hätte. Vielleicht war es jedoch auch die Angst, das man im Schatten der "Scream-Reihe" eher chancenlos agieren würde, da die Craven-Filme zur damaligen Zeit im Prinzip das höchste der Gefühle darstellten. Und so wird dieser lose Mehrteiler nie zu höheren Ehren kommen, da im Prinzip nur Teil 1 für sich allein gesehen wirklich ein exzellenter Horrorfilm ist. Und das, obwohl sich das Geschehen vollkommen blutarm und ohne explizite Gewaltdarstellungen präsentiert, sondern nur durch die einfachsten Zutaten wie Spannung und Atmosphäre zu überzeugen weiß.


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Die 3 Mütter-Trilogie von Dario Argento


Nachdem Dario Argento sich mit seinen ersten Werken hauptsächlich dem Sub-Genre des Gialli widmete und in diesem Bereich schon die sogenannte "Tier-Trilogie (Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe, Die neunschwänzige Katze, Vier Fliegen auf grauem Samt) auf den Markt brachte, erschien 1977 mit "Suspiria" der erste Teil der Mütter-Trilogie, die sich thematisch mit den 3 Hexen-Schwestern Mater Suspiriorum (Die Mutter der Seufzer), Mater Tenebrarum (Die Mutter der Finsternis) und Mater Lachrymarum (Die Mutter der Tränen) beschäftigen sollte. Jeder der drei Filme (Suspiria, Horror Infernal, The Mother of Tears) spielt in einer anderen Stadt (Freiburg, New York, Rom) und jedes Mal steht ein bedrohliches Haus im Focus, das eigens für eine der Schwestern erbaut wurde. Von diesen Domizilen aus gehen die Geschicke der Hexen aus, deren Ziel darauf ausgerichtet ist Mord und Totschlag auf der ganzen Welt zu verbreiten, um letztendlich die Herrschaft zu übernehmen. Über die drei Hexen erfährt man dabei in den einzelnen Werken gar nicht sonderlich viel und die Figuren stehen vielmehr im Hintergrund der Ereignisse, die hauptsächlich im abschließenden dritten Teil (The Mother of Tears) in Sachen visueller Gewalt sicherlich ihren absoluten Höhepunkt erreichten.

Nach den Frühwerken im Krimi-Thriller Bereich beschritt der Regisseur so nun den Weg ins Horror-Genre und präsentierte dem Zuschauer gleich mit "Suspiria" ein absolutes Meisterwerk, das insbesondere durch seine audiovisuelle Wirkung einen äußerst nachhaltigen Eindruck beim Betrachter hinterlässt. So dermaßen berauschend wurde die Hexen-Thematik bis dahin wohl noch nie in Szene gesetzt, denn durch die unglaubliche Bildgewalt und die damit verbundene Ästhetik hat Argento einen Spagat zwischen Gothic-Horror und wahrer Kunst hingelegt, der auch nach fast vier Jahrzehnten immer wieder stark beeindruckt. Ganz deutlich ist natürlich eine ausgeprägte Anlehnung an die Werke eines Mario Bava unverkennbar, der sichtlichen Einfluss auf die Gestaltung Argento's hatte, was sich in erster Linie im extrem kräftigen Spiel mit den Farben ablesen lässt. So wird der Zuschauer hier auch mit einem wahren Sinnesrausch konfrontiert, der durch die wuchtige musikalische Untermalung der Band Goblin noch zusätzlich unterstützt wird, so das sich letztendlich ein Gesamtwerk offenbart, das man ganz einfach nur als perfekt bezeichnen kann. Kaum anders verhält es sich mit dem zweiten Teil "Feuertanz - Horror Infernal" der nur drei Jahre später erschien. Stilistisch ein absolutes Meisterwerk beinhaltet dieser Nachfolger jedoch einige inhaltliche Defizite, die man jedoch gerade als eingefleischter Fan aufgrund der audiovisuellen Perfektion durchaus großzügig übersehen kann.

Die etwas episodenartige Erzählung erscheint stellenweise ein wenig zusammenhanglos, ebenso werden diverse Figuren in die Geschichte eingebaut, die ohne jegliche Erklärung-und Einführung ebenso schnell wieder verschwinden. Nun gibt es sicherlich Leute die sich daran stören mögen, doch betrachtet man einmal die optische Perfektion des Filmes, dann geraten diese kleinen Mankos doch eher in den Hintergrund und vermögen den gewonnenen Gesamteindruck nicht wirklich zu trüben. Argento outet sich viel eher als wahrer Virtuose und inszenierte hier einen Film, der eine richtiggehend sogartige Wirkung auf den Betrachter ausübt und ihn so in einen berauschenden Strudel von Ereignissen hinein zieht, aus dem man beim besten Willen nicht entkommen kann. Fast schon bizarre Momente und brillante Kamerafahrten ergeben auch in dieser Fortsetzung im Zusammenklang mit dem Soundtrack von Keith Emerson eine Gesamt-Komposition, die an Ästhetik nur schwerlich zu überbieten ist. So konnte man also mit riesiger Vorfreude auf den abschließenden dritten Teil der Trilogie warten, doch der italienische Regisseur machte seinen Fans jahrelang einen dicken Strich durch diese Rechnung. Vergeblich zählte man all die Jahre und hegte schon längst die Vermutung das es sich auf ewig um eine unvollendete Geschichte handeln würde, bevor dann 2007 mit "The Mother of Tears" doch noch das lang ersehnte Finale erschien, an dem sich jedoch das Lager der Fans in zwei Hälften spaltete. Zugegebenermaßen hat der nach 27 Jahren gefundene Abschluss keinesfalls die Qualität seiner Vorgänger aufzuweisen, doch so manch wirklich schlechte Bewertung wird dem Ganzen auch nicht wirklich gerecht. Die Zeiten haben sich nun einmal geändert, zudem haben die Regisseure in der heutigen Zeit viel härtere Auflagen der Studios zu erfüllen und können so eher selten ihre eigenen Ideen auch wirklich umsetzen. Andererseits sollte man auch immer bedenken, das auch ein Dario Argento ganz augenscheinlich längst den Höhepunkt seines Schaffens überschritten hat.

Das merkt man dem Werk sicherlich an und auch in audiovisueller Hinsicht wird hier nicht einmal annähernd die Klasse der ersten beiden Teile erreicht, aber dennoch bitet "The Mother of Tears" einen würdigen Abschluss einer Trilogie, mit deren Vollendung man schon überhaupt nicht mehr gerechnet hat. Die Geschichte wurde eher zeitgemäß aufbereitet und erscheint in atmosphärischer Hinsicht eher rau und nüchtern, wenn man in dieser Beziehung einmal den Vergleich zu "Suspiria" und "Horror Infernal heranzieht. Dafür wurde das Ganze mit einem recht ordentlichen Härtegrad versehen, der sich auch visuell durchaus bemerkbar macht. Das dadurch leichte inhaltliche Schwächen kaschiert werden ist unübersehbar, nichtsdestotrotz offenbart sich ein durchgehend spannendes und interessantes Szenario, das nur allzu gern vollkommen unterbewertet wird. Wie dem aber auch sei, insgesamt gesehen liegt hier wohl ganz eindeutig eine der besten Trilogien vor, die das Horror-Genre je heraus gebracht hat. Zwei absolute Meisterwerke und ein überdurchschnittlich guter dritter Teil geben genügend Gründe dafür, das jeder Fan diese Filme in seiner heimischen Sammlung haben sollte. Insbesondere mit den ersten beiden Filmen hat sich Argento selbst ein Denkmal geschaffen, handelt es sich dabei doch um echte Meilensteine, an denen man unmöglich vorbei kommt und sich immer wieder nur zu gern einem echten Rausch der Sinne hin gibt, der auch nach der unzähligsten Sichtung nicht zu vermeiden ist.








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