Follower

Die James Bond Filme






James Bond 007 jagt Dr. No
(Dr. No)
mit Sean Connery, Ursula Andress, Joseph Wiseman, Jack Lord, Bernard Lee, Anthony Dawson, Zena Marshall, John Kitzmiller, Eunice Gayson, Lois Maxwell, Peter Burton, Yvonne Shima, Michel Mok
Regie: Terence Young
Drehbuch: Richard Maibaum / Johanna Harwood / Berkely Mather
Kamera: Ted Moore
Musik: Monty Norman / John Barry
FSK 16
Großbritannien / 1962

Nachdem auf der Karibik-Insel Jamaica ein MI6-Agent und seine Sekretärin ermordet wurden, schickt der britische Secret Service seinen besten Agenten James Bond. Er findet heraus, dass der Agent vor der Insel Crab Key Radioaktivität gemessen hat. Bond freundet sich mit CIA-Agent Leiter und Bootfahrer Quarrell an, segelt nach Crab Key, wo er auf Muscheltaucherin Honey Rider trifft. Sie werden von Dr. No gefangen. Der will das US-Raketensystem zerstören. 007 tötet ihn im Wasser des Kernreaktors, entkommt mit Honey. Die Insel fliegt in die Luft.


Aller Anfang ist schwer und das merkt man auch bei diesem ersten Abenteuer von James Bond, dessen filmische Premiere nun schon knapp über ein halbes Jahrhundert her ist. Zu diesem Zeitpunkt ahnte wohl noch niemand, das hier die langlebigste Filmreihe aller Zeiten ihren zugegebenermaßen etwas holprigen Start hatte, sollten doch bis zum heutigen Tag noch 22 weitere Abenteuer des britischen Agenten folgen. Mit Sean Connery in der Hauptrolle ist wohl auch gleichzeitig der beste Bond-Darsteller aller Zeiten am Start, obwohl die Geschmäcker bei diesem Punkt ja bekanntlich stark auseinander gehen. Etwas gewöhnungsbedürftig erscheint hier der Umstand, das Connery in diesem Abenteuer noch nicht die bekannte Synchronstimme von G.G Hoffmann verfügt, dafür jedoch durch einen absolut durchtrainierten Körper ins Auge fällt. Von nicht gerade wenigen Leuten wird "Dr. No" ja als einer der besten Filme der Reihe benannt, wobei ich persönlich diese Einschätzung nicht so ganz zu teilen vermag. Im Gegensatz zu späteren Filmen gestaltet sich dieser Erstling doch eher recht unspektakulär, von den geliebten technischen Spielereien und den unzähligen Gadgets ist hier noch keine Spur zu finden.

Doch auch im Bezug auf die Action-Anteile gestaltet sich das Szenario doch äußerst bieder, die wenigen Nahkämpfe und Verfolgungsjagden bieten noch längst nicht den hohen Unterhaltungswert, der später ein absolutes Markenzeichen dieser erfolgreichen Reihe werden sollte. Nun möchte ich den Film aber auch nicht schlechter machen als er im Endeffekt ist, handelt es sich doch sehr wohl um einen durchaus sehenswerten Agenten-Film, zudem ist es natürlich auch reine Geschmackssache, ob man lieber den eher unspektakulären James Bond bevorzugt, oder mehr Freude an den später folgenden und so manches Mal sehr überzogenen Szenarien hat. Connery agiert aber auch schon in seinem ersten Fall recht routiniert, wobei ihm aber noch ein wenig die danach an den Tag gelegte Lässigkeit abhanden kommt. Coole Sprüche und der berühmte Bond-Humor vermisst man auch noch ein wenig, lediglich einige kleinere Andeutungen lassen darauf schließen, das diese Figur noch immenses Potential beinhaltet, das hier lediglich leicht angekratzt, aber nicht annähernd ausgeschöpft wurde.

Ein Markenzeichen ist definitiv die berühmte-und unverwechselbare Titelmusik, die man hier des Öfteren zu hören bekommt und die einem auch sofort in die Ohren geht. Einmal gehört, kann man die Melodie jederzeit problemlos zuordnen und weiß so ganz genau, wann wieder einmal "Bond - Time" ist. Für mich persönlich ist die größte Schwäche dieses ersten Filmes die Figur des Bösewichtes "Dr. No", dauert es doch fast geschlagene 85 Minuten, bis man den größenwahnsinnigen Chinesen überhaupt einmal zu Gesicht bekommt. Fast ebenso lange muss man auf die Sichtung einer der schönsten Frauen der damaligen Zeit warten, denn mit der jungen-und bildhübschen Ursula Andress wird einem hier das allererste Bond-Girl präsentiert, eine Bezeichnung, die im Laufe der Jahre zu einer absoluten Auszeichnung wurde, denn die Rolle der Bond-Gespielin zählt wohl zu den begehrtesten Rollen in der Filmwelt.

Letztendlich ist "James Bond 007 jagt Dr. No" in meinen Augen nicht zu den besten Filmen der Reihe, aber das liegt selbstverständlich im Auge des jeweiligen Betrachters. Und dennoch nimmt der Film auf jeden Fall eine Art Sonderstatus ein, handelt es sich eben um den Erstling einer Film-Reihe, die bis zum heutigen Tag unzählige Fans um sich geschart hat, wobei es im Bezug auf die Machart der Filme sowie auf den besten Bond-Darsteller immer wieder für heftige Diskussionen sorgt. Im Endeffekt liegt hier aber auch der besondere Reiz dieser Filme, die definitiv in 50 Jahren nichts von ihrem Charme und ihrer Faszination eingebüßt haben und immer wieder sehenswert sind. Und so verhält es sich auch mit "Dr. No", der trotz wenig Action und eines eher ruhigen Erzähl-Tempos als Start einer echten Ära anzusehen ist.


Fazit:


James Bond steckt hier definitiv noch in seinen Kinderschuhen, denen er erst später entschlüpfen soll. Ein junger-und noch entwicklungsfähiger Sean Connery und eine blendend aussehende Ursula Andress trösten den Zuschauer über einige andere Mankos hinweg, aber insgesamt gesehen präsentiert sich dieser Film immer noch als absolut sehenswerter Agenten-Thriller mit einiger Luft nach oben.


6,5/10







Liebesgrüße aus Moskau
(From Russia with Love)
mit Sean Connery, Daniela Bianchi, Pedro Armendáriz, Lotte Lenya, Robert Shaw, Bernard Lee, Eunice Gayson, Walter Gotell, Francis De Wolff, George Pastell, Nadja Regin, Lois Maxwell, Aliza Gur, Martine Beswick
Regie: Terence Young
Drehbuch: Richard Maibaum / Johanna Harwood / Berkely Mather
Kamera: Ted Moore
Musik: John Barry
FSK 16
Großbritannien / 1963

Die Verbrecherorganisation Phantom will MI 6 und KGB gegeneinander ausspielen, um an die Dechiffriermaschine Lector, Lockmittel für die Briten, zu gelangen. M schickt James Bond nach Istanbul, wo er sich mit Kerim Bey, Chef des türkischen Geheimdienstes, anfreundet und Kontakt mit Russin Tatjana Romanova aufnimmt, die nach England fliehen will. Sie stehlen die Lector. Im Orientexpress ermordet Grant, Killer von Phantom, Kerim Bey. Bond tötet Grant. Mit Tatjana und der Lector erreicht er Venedig, wo er gegen Phantom-Planerin Rosa Klebb antritt.


Lediglich ein Jahr nach dem Erstling "James Bond 007 jagt Dr. No" durfte Regisseur Terence Young mit doppeltem Budget den nächsten Film der Reihe drehen und schuf mit "Liebesgrüße aus Moskau" einen der wohl besten Bond-Filme überhaupt. Wirkte der Vorgänger an diversen Stellen noch etwas unrund und holprig, so präsentiert sich dem Zuschauer in vorliegendem Fall doch eine Geschichte, die erfolgreich die in "Dr. No" noch vorhandenen Defizite zu bereinigen. So erscheint die Story doch weitaus stimmiger und beinhaltet doch etliche der wunderbaren Aspekte, die diese Reihe in der Folge so besonders auszeichnen sollen. Zuerst einmal sollte man Hauptdarsteller Sean Connery lobend erwähnen, der schon in diesem zweiten Abenteuer merklich in die Rolle des britischen Super-Agenten hinein gewachsen ist. Sein Schauspiel wirkt längst nicht mehr so hölzern wie im ersten Teil der Reihe und schon hier ist die berühmte Lockerheit zu verspüren, die sich im Laufe der Jahre zu einem absoluten Markenzeichen der Figur James Bond entwickeln sollte. Lockere Sprüche, der typische Charme und teils auch witzige Dialoge zeichnen dieses Werk ganz besonders aus und verleihen ihm so den unverwechselbaren Touch, den die Fans doch so sehr lieben. Es ist jedoch nicht nur das Schauspiel, auch spricht Connery hier das erste Mal mit der Synchronstimme von G.G Hoffmann, so das man sich als Betrachter nun auch richtiggehend heimisch fühlt und die deutsche Synchronisation genießen kann.

Terence Young ist mit "From Russia with Love" eine absolut erstklassige Inszenierung gelungen, in der man die zuvor vorhandenen Kinderkrankheiten ausgemerzt hat, so erscheint der Plot viel stimmiger und rund, wobei sich eine wunderbare Dreiecks-Geschichte präsentiert, in der England und Russland gnadenlos gegeneinander ausgespielt werden sollen. Bond trifft hier auch das erste Mal auf seinen Gegner Ernst Stavro Blofeld, der allerdings nicht im Bild zu sehen ist, sondern lediglich im Hintergrund agiert. Damit wird man mit dem Gegenspieler des Agenten konfrontiert, der ihm noch in so manchem weiteren Abenteuer das Leben erschweren soll, treffen die beiden Kontrahenten doch noch oft genug aufeinander. Der Aspekt, das sich Bond immer auf einen Haupt-Gegenspieler trifft ist hier keinesfalls neu, doch in vorliegendem Fall hält auch noch eine andere Tradition Einzug in die Film-Reihe, denn neben den zumeist größenwahnsinnigen Hintermännern bekommt es der britische Agent nun auch mit einem weiteren Gegner zu tun, der für das Grobe verantwortlich ist und eigentlich immer die Aufgabe hat, den smarten Briten zu eliminieren. Wird dieser Part in späteren Werken von Darstellern wie beispielsweise Kabir Bedi, Famke Janssen oder auch Grace Jones übernommen, so handelt es sich in diesem Fall um ein hünenhaftes Muskelpaket, das von Robert Shaw (Der weiße Hai) dargestellt wird und sich mit Connery wohl die bekannteste Film-Schlägerei in einem Zug liefert.

Ganz generell sind die Fortschritte in diesem zweiten Abenteuer mehr als deutlich zu erkennen, die Erzählweise des Geschehens gestaltet sich weitaus rasanter-und temporeicher als im Vorgänger "Dr. No" und auch im Bezug auf die vorhandenen Action-Passagen hat sich eine ganze Menge getan. Das Szenario nimmt bei diesem Aspekt nämlich ordentlich an Fahrt zu und präsentiert dabei Nahkämpfe, Verfolgungsjagden und auch jede Menge Explosionen. Dabei wirken die Ereignisse aber zu keiner Zeit überladen oder gar unglaubwürdig, wie es in diversen später erscheinenden Bond-Filmen der Fall sein soll. Terence Young hat hier die genau richtige Mixtur aus Action-und spannender Agenten-Story geschaffen, die auch in der heutigen Zeit immer wieder sehenswert erscheint und in Sachen Qualität so manch anderes Abenteuer von James Bond locker in den Schatten stellt. So stellt man sich nämlich den fast perfekten Film vor, in dem auch das erste Mal zarte Anflüge der so beliebten Gadgets zu erkennen sind, wobei sich das Szenario auch bei diesem Punkt in einem äußerst glaubwürdigem Rahmen bewegt und nicht vollkommen überzogene technische Spielereien offenbart.

Insgesamt gesehen ist "Liebesgrüße aus Moskau" als nahezu perfekter Bond-Vertreter zu bezeichnen, in dem wirklich sämtliche Zutaten unglaublich harmonisch ineinander übergehen. Der dadurch gewonnene Gesamteindruck ist absolut hervorragend und hinterlässt beim Betrachter zudem einen sehr nachhaltigen Eindruck. Eine gelungene Dramaturgie, wunderbar ausgewählte Schauplätze und exzellent agierende Darsteller lassen diese auch in atmosphärischer Hinsicht grandiose Inszenierung mit zum Besten aufsteigen, was die Bond-Reihe je hervor gebracht hat. Die jüngere Generation mag das eventuell ein wenig anders sehen und gerade die 60er Jahre Filme als zu antiquiert und angestaubt ansehen, doch in ihrer Gesamtheit sind diese Werke meiner Meinung nach unübertroffen und immer wieder sehenswert.


Fazit:


"From Russia with Love" beinhaltet sämtliche Zutaten, die ein gelungener Bond-Film haben sollte und lässt diese zudem auch extrem stimmig erscheinen, so das sich ein letztendlich überragendes Gesamtbild ergibt. Die teils vorhandenen Defizite des Erstlings wurden beseitigt und ein glänzend aufgelegter Hauptdarsteller ist innerhalb kürzester Zeit perfekt in seine Rolle hinein gewachsen, so das es im Prinzip nichts an diesem Film auszusetzen gibt.


9/10








Goldfinger
(Goldfinger)
mit Sean Connery, Honor Blackman, Gert Fröbe, Shirley Eaton, Tania Mallet, Harold Sakata, Bernard Lee, Martin Benson, Cec Linder, Austin Willis, Lois Maxwell, Bill Nagy, Michael Mellinger, Peter Cranwell
Regie: Guy Hamilton
Drehbuch: Richard Maibaum / Paul Dehn
Kamera: Ted Moore
Musik: John Barry
FSK 16
Großbritannien / 1964

James Bond wird auf die Fährte eines verbrecherischen Genies gesetzt, das die Goldreserven von Fort Knox in seinen Besitz bringen will. Bonds Gegner Goldfinger ist der Mann, der seine abtrünnig gewordene Geliebte einem tödlichen Veredelungsprozess auszusetzen pflegt, indem er sie mit Goldlack überzieht. Männliche Rivalen "barbiert" Odd-Jod, der Leibwächter des exzentrischen Multimillionärs, mit seiner rasiermesserscharfen Hutkrempe aus Metall. Mit Hilfe von Pussy Galore will Bond den Raub des Goldes vereiteln.


Best of the Best


Die Frage nach dem besten Bond-Film aller Zeiten spaltet ja oft genug die Meinungen der Fans, doch die Mehrheit nennt immer wieder diesen dritten Film der Reihe und ich bin durchaus auch dieser Meinung. "Goldfinger" bietet das absolut perfekte Szenario und der Film ist innerhalb der letzten gut 50 Jahre längst zu einem absolut zeitlosen Klassiker aufgestiegen. Auf dem Regie-Stuhl nahm dieses Mal nicht mehr Terence Young sondern Guy Hamilton Platz und präsentiert dem Zuschauer eine jederzeit packende Geschichte, die ihren absoluten Höhepunkt aber im Schauspiel der Akteure erkennen lässt. In diesem dritten Abenteuer bekommt es der britische Geheimagent nämlich mit dem Inbegriff des bösen Gegenspielers zu tun, denn Gert Fröbe in der Rolle des Auric Goldfinger ist wohl definitiv der brillanteste Bösewicht, mit dem es James Bond je zu tun hatte. Allein die Mimik der deutschen Schauspiel-Legende sticht dabei ganz besonders hervor und verleiht dem Mimen eine fast diabolische Ausstrahlung, wobei er nach Außen hin eine sagenhafte Eiseskälte an den Tag legt, die einen spürbar beeindruckt. Die Passagen in denen Connery und Fröbe aufeinander treffen sind dann auch mit größtenteils brillanten Dialogen angefüllt, in denen sich auch eine ordentliche Portion schwarzer Humor zu erkennen gibt und beide Figuren zudem eine gewisse Arroganz erkennen lassen, die absolut perfekt in das Gesamtbild hineinpasst. "Goldfinger" besticht jedoch nicht ausschließlich durch das teils hervorragende Schauspiel seiner Akteure, denn die Geschichte an sich ist äußerst interessant und zudem mit einer Menge Tempo umgesetzt worden.

Guy Hamilton hat eine ganze Menge sehenswerter Action aufgebaut und außerdem bekommt man auch das erste Mal einen Einblick in die berühmte Gadget-Schmiede des MI6, in der "Q" ( der hier übrigens noch K genannt wird) seine neuesten Erfindungen auf den Prüfstand stellt. So wird Bond mit einigen legendären Utensilien ausgestattet, wobei der Aston Martin als Gefährt das erste High-Tech Auto der Bond-Ära darstellt. Wilde Verfolgungsjagden, etliche Schießereien und Harold Sakata in der Rolle von Goldfingers stummen Leibwächters ein würdiger Mann für die groben Dinge sind lediglich drei Zutaten für eine temporeiche-und extrem rasante Inszenierung, die mit hervorragend ins Bild gesetzten Action-Passagen aufwartet, so das eigentlich jedem Bond-Fan das Herz im Leibe lachen müsste. Und natürlich dürfen auch die hübschen Damen der Schöpfung nicht fehlen, wobei mit Honor Blackman, Shirley Eaton oder auch Tania Mallet gleich mehrere Schönheiten am Start sind, die dem Tausendsassa Bond den Kopf verdrehen.

Waren im Vorgänger "Liebesgrüße aus Moskau" schon etliche Steigerungen zu erkennen, so wurde mit "Goldfinger" noch einmal eine weitere Entwicklungsstufe hinzugefügt. Immer mehr kristallisiert sich schon zu diesem noch frühen Zeitpunkt ein prägendes Schema heraus, das die Reihe bis heute begleiten soll und von den unzähligen Fans geliebt wird. Daran ändert auch die Tatsache nichts, das man mit den letzten drei Filmen mit Daniel Craig eine neue Richtung eingeschlagen wurde, die sicherlich nicht jeden Geschmack trifft. "Goldfinger" festigt jedenfalls die zuvor schon erkennbaren Muster und legte insbesondere im Bezug auf den obligatorischen Gegenspieler Bond's mit Gert Fröbe eine Messlatte an, die bis zum heutigen Tag nicht getoppt werden konnte. Fröbes' Interpretation des Superschurken war dermaßen perfekt, das sich nun einmal jeder weitere Gegenspieler daran messen lassen muss, doch trotz etlicher starken Gegner in der Film-Reihe wird der große deutsche Schauspieler wohl immer das Maß aller Dinge darstellen. Auch die in "Liebesgrüße aus Moskau" angedeutete Figur des zweiten Gegenspielers (Robert Shaw) die Bond das Leben schwer macht, bekommt hier durch Harold Sakata bekommt hier festere Konturen und soll in der Folge ein wichtiger Bestandteil des festen Bond-Schemas werden, das diese Filme allesamt so absolut unverwechselbar erscheinen lässt.

Und so kann man letztendlich festhalten, das der Regie-Wechsel sich hier keinesfalls als negativ herausstellt, denn Guy Hamilton ist es ganz hervorragend gelungen, die sehr guten Ansätze von Terence Young zu festigen und der Reihe damit ihren ganz persönlichen Stempel aufzudrücken, der sich durch ein halbes Jahrhundert Filmgeschichte ziehen soll, bevor mit "Casino Royale" ein neuer Weg eingeschlagen wird, an den man sich erst einmal gewöhnen muss. "Goldfinger" jedoch stellt meiner persönlichen Meinung nach den perfektesten Bond-Film aller Zeiten dar, denn die Kombination aus satter Action, jeder Menge Thrill, exzellentem Schauspiel und einem dramaturgisch perfekten Spannungsbogen ist so dermaßen gelungen, das sich jeder weitere Film der Reihe zwangsläufig mit diesem Klassiker des Agenten-Thrillers messen lassen muss.


Fazit:


Natürlich hat jeder seinen ganz eigenen Favoriten unter den mittlerweile 23 Abenteuern des britischen Top-Agenten, doch die Mehrheit der Fan-Gemeinde nennt bei der Frage nach dem besten Teil immer wieder den Namen "Goldfinger". Ob so viele Menschen sich irren können lasse ich dahin gestellt, liegt die Einschätzung des Ganzen doch wie immer im Auge des jeweiligen Betrachters. Die Tendenz kann man jedoch keinesfalls verleugnen, so das sich der Film definitiv jedes Mal aufs Neue für eine erneute Sichtung anbietet, wenn man erstklassig-und kurzweilig unterhalten werden möchte.


10/10








Feuerball
(Thunderball)
mit Sean Connery, Claudine Auger, Adolfo Celi, Luciana Paluzzi, Rik Van Nutter, Guy Doleman, Molly Peters, Martine Beswick, Bernard Lee, Desmond Llewelyn, Lois Maxwell, Roland Culver, Earl Cameron
Regie: Terence Young
Drehbuch: Kevin McClory / Richard Maibaum / John Hopkins
Kamera: Ted Moore
Musik: John Barry
FSK 16
Großbritannien / 1965

Coup für SPECTRE: Die Verbrecherorganisation bringt einen Vulcan-Bomber mit zwei Nuklearraketen an Bord in ihre Gewalt und droht der britischen Regierung: Wenn man nicht binnen sieben Tagen eine Summe von 100 Millionen Pfund berappt, soll eine Großstadt der westlichen Hemisphäre vernichtet werden. Vier Tage Zeit bleiben James Bond, den Irrsinn zu stoppen. Auf den Bahamas gerät er an den diabolischen Emilio Largo, zweiter Mann bei SPECTRE, und dessen Gespielin Domino, die sich tatsächlich mit Racheplänen trägt.


Nachdem Guy Hamilton mit "Goldfinger" wohl den besten Bond aller Zeiten präsentiert hat lag es auf der Hand, das der Nachfolger "Feuerball" es schwer haben würde, den gleichen Qualitäts-Standard aufrecht zu erhalten. Und obwohl es sich um den zur damaligen Zeit an den Kinokassen erfolgreichsten Teil der Reihe handelt, war hier doch ein kleiner Rückschritt zu erkennen. Die Regie übernahm wieder einmal Terence Young und insgesamt gesehen hat er auch einen wirklich guten Vertreter der Reihe auf die Beine gestellt, doch den Vergleich mit dem genialen Vorgänger kann "Feuerball" meiner Meinung nach nicht standhalten. Zum mittlerweile zweiten Mal trifft James Bond hier auf die Verbrecher-Organisation SPECTRE (Das Phantom) und bekommt es dabei mit dem direkten Gegenspieler Emilio Largo (Adolfo Celi) zu tun. Der gute Mann macht seine Sache dann auch wirklich gut, muss sich aber als Nachfolger im Bereich des Schurken immerhin an Gert Fröbe messen lassen, gegen den er leider keine Chance hat. Dennoch entwickelt sich hier eine durchgehend spannende Geschichte, die mit einer Laufzeit von knapp über zwei Stunden auch die bisher längste in der Bond-Historie darstellt. Malerische Schauplätze vermitteln dem Zuschauer dabei streckenweise ein echtes Urlaubs-Feeling, das jedoch durch die kriminellen Machenschaften der Verbrecher-Organisation nicht wirklich zu genießen ist.

Ich mag mich täuschen, aber phasenweise erscheint es so, als wenn bei Sean Connery die ersten leichten Abnutzungs-Erscheinungen zu erkennen sind, denn sein Schauspiel wirkt zwar gewohnt routiniert und gut, aber es kommt beispielsweise nicht die in "Goldfinger" erkennbare Lockerheit und Spielfreude an den Tag, die der Figur des James Bond doch ihren unverwechselbaren Stempel aufdrückt. Die ansonsten witzigen Dialoge hinterlassen streckenweise einen eher künstlichen Eindruck, so das die Inszenierung manchmal ein wenig aufgezwungen wirkt. Manch einer mag das sicherlich vollkommen anders sehen, aber nach meinem persönlichen Eindruck fehlt hier ein wenig der nötige Esprit, der das gesamte Geschehen ein wenig auflockert. Dafür kann man sich jedoch im Bezug auf die vorhandene Action überhaupt nicht beschweren, denn Terence Young schöpft in dieser Beziehung aus dem Vollen und verwöhnt den Zuschauer mit etlichen Nahkämpfen, Verfolgungsjagden und einem wunderbaren Unterwasserkampf, der ein absolutes Highlight darstellt.

Was dem Szenario ein wenig abgeht ist der Aspekt, das der britische Agent in vorliegendem Fall keinen einzelnen direkten Gegner für das Grobe hat, so wie es in "Liebesgrüße aus Moskau" oder auch "Goldfinger" der Fall war, hier sind es nämlich mehrere Untergebene von Largo, die dem smarten Agenten das Leben schwer machen. Das erscheint ein bisschen ungewohnt, ändert aber nichts an der Tatsache, das Bond mehr als nur einmal in eine äußerst brenzlige Lage gerät, in der sein eigenes Leben nur noch am seidenen Faden hängt. Natürlich ist auch wieder für weibliche Reize gesorgt und dieses Mal ist mit Claudine Auger einmal mehr ein optischer Leckerbissen in der Rolle des berühmten Bond-Girls zu sehen. Im Prinzip beinhaltet "Feuerball" also sämtliche nötigen Zutaten, die ein echter Bond-Film enthalten muss und das Gesamtpaket weiß auch durchaus zu überzeugen, die erkennbaren kleinen Defizite ergeben sich zudem auch hauptsächlich aus dem Vergleich mit dem direkten Vorgänger "Goldfinger", den sich das Werk zwangsläufig gefallen lassen muss.

Insgesamt gesehen handelt es sich also auf jeden Fall um einen der besseren Filme der gesamten Reihe, zudem ist es gleichzeitig auch das einzige Werk, dem bisher eine Neuauflage zu Teil wurde (Sag niemals nie, 1983). Wie immer liegt es im Auge des Betrachters wie man dieses Szenario einordnet, doch meiner persönlichen Meinung nach siedelt sich der Film auf jeden Fall in der oberen Bewertungs-Skala ein. Dennoch kann man schon zu diesem Zeitpunkt leicht erahnen, das Sean Connery nicht mehr allzu lange in der Rolle des britischen Agenten zu sehen ist, denn dezente Abnutzungserscheinungen sind unübersehbar. Und dennoch steht "Feuerball" in der Gunst der Fans ziemlich weit oben und wird sogar von einigen Leuten als bester Film der Reihe genannt, wobei ich selbst diese Meinung nicht teilen kann. Letztendlich sollte man auch erst im Laufe der Zeit den Stellenwert dieses Werkes so richtig zu schätzen wissen, sollen doch noch einige Abenteuer von James Bond folgen, die qualitativ weitaus niedriger einzustufen sind.


Fazit:


Trotz kleinerer Schwächen hat Terence Young immer noch einen überdurchschnittlich guten Bond-Film auf die Beine gestellt, der auch heute noch immer wieder sehenswert erscheint. Und gerade aus heutiger Sicht wird das Werk noch zusätzlich aufgewertet, wenn man einige schwächere Vertreter der letzten 20 Jahre betrachtet. Auch wenn Connery hier nicht mehr allzu glänzend agiert, ist und bleibt er meiner Meinung nach der beste Bond-Darsteller aller Zeiten und ist so auch untrennbar mit der Figur des britischen Agenten verbunden.


8/10









Man lebt nur zweimal
(You Only Live Twice)
mit Sean Connery, Akiko Wakabayashi, Mie Hama, Tetsurô Tanba, Teru Shimada, Karin Dor, Donald Pleasence, Bernard Lee, Lois Maxwell, Desmond Llewelyn, Charles Gray, Tsai Chin, Peter Fanene Maivia
Regie: Lewis Gilbert
Drehbuch: Roald Dahl / Harold Jack Bloom
Kamera: Freddie Young
Musik: John Barry
FSK 12
Großbritannien / 1967

Ein amerikanisches Raumschiff ist im All abgefangen worden und verschwunden. James Bond 007 macht sich, nachdem er in Hongkong zum Schein ermordet wurde, nach Japan auf, wo er Aki, die Assistentin des Geheimdienstchefs Tiger Tanaka, kontaktiert. In der Firma Osaka Chemicals gelangt er an wichtige Informationen. Er entkommt mit Aki, die einem Giftattentat zum Opfer fällt. Als Japaner getarnt, entdeckt er mit seiner Angetrauten Kissy das Lager seines Erzfeindes Blofeld und stürmt mit Tanakas Ninjas dessen Vulkanbasis.


Mit Lewis Gilbert nahm nun im fünften James Bond-Abenteuer der dritte Regisseur auf dem Regie-Stuhl platz, doch ob man allein diesen Aspekt für das langsam sinkende Niveau verantwortlich machen kann, lasse ich einmal dahin gestellt. Damit wir uns an dieser Stelle nicht falsch verstehen, "Man lebt nur zweimal" ist keineswegs ein schlechter Bond-Film, weist jedoch zu den Vorgängern definitiv einige unübersehbare Schwächen auf, die man als Fan der Reihe auf keinen Fall ignorieren kann. Denkt man beispielsweise an die malerischen Schauplätze auf den Bahamas, die im Vorgänger "Feuerball" noch für ein richtiges Fernweh-Gefühl sorgten, so erscheint die dieses Mal gewählte Location in Japan doch eher nüchtern und löst beim Zuschauer eher weniger Begeisterung aus. Kann man sich mit diesem Fakt aber noch arrangieren, so ist es doch in der Hauptsache die augenscheinliche Müdigkeit eines Sean Connery, der anscheinend der Rolle des britischen Geheimagenten müde geworden ist, was in etlichen Passagen recht augenscheinlich zu erkennen ist. Kaum noch etwas ist zu spüren von der zuvor enthaltenen Leichtigkeit, vielmehr entsteht der Anschein, das sich der gute Mann hier mehr schlecht als recht durch die Geschichte quälen muss, was den Seh-Genuss doch sichtlich beeinträchtigt. Selbst die ansonsten witzigen Sprüche-und Dialoge kommen ihm etwas schwerfällig über die Lippen und es fehlt ganz einfach am ansonsten vorhandenen Esprit, der die Figur des James Bond doch so charmant erscheinen lässt.

Kein Wunder also, das mit "Man lebt nur zweimal" auch der vorübergehende Abschied des schottischen Schauspielers eingeläutet wird, merkt man doch eindeutige Abnutzungserscheinungen, so das der Reihe durch einen neuen Hauptdarsteller wieder neues Leben eingehaucht werden muss. Dennoch gestaltet sich vorliegende Geschichte immer noch recht gut unterhaltend, auch wenn es ihr an wirklichen Höhepunkten mangelt und auch die Action-Passagen sicherlich nicht zu den Besten gehören, die man in Bond-Filmen zu sehen bekommt. Zum mittlerweile schon dritten Mal bekommt es der britische Agent mit der Verbrecherorganisation SPECTRE zu tun, wobei er hier auch zum ersten Mal seinen Erzfeind Blofeld wirklich zu Gesicht bekommt. Gespielt wird dieser von Donald Pleasence (Halloween, Die Fürsten der Dunkelheit) und auch wenn die Figur nur wenige Minuten zu sehen ist, hinterlässt es einen befriedigenden Eindruck, den sonst im Hintergrund agierenden Schurken endlich einmal zu Gesicht zu bekommen. Nicht weniger als das Auslösen eines Weltkrieges steht auf dem Plan des Superschurken, wobei er die beiden Supermächte USA und Russland gegeneinander ausspielen will, was Bond selbstverständlich zu verhindern versucht, um am Ende einmal mehr die Welt vor einer Katastrophe zu retten.

Nun präsentiert sich das Geschehen zwar auch durchaus spannend, leidet jedoch ein wenig unter der dieses Mal eher mäßig besetzten Darsteller-Riege. Zum ersten Mal hat man nämlich das Gefühl, das fast alle Charaktere ziemlich blass bleiben und zudem auch noch sehr austauschbar erscheinen. Bonds direkter Gegenspieler Osato ist ein prägnantes Beispiel für diese These, rückt die Figur doch kaum in den Vordergrund und fristet eher ein Schattendasein. Ebenso kann auch Karin Dor aus deutscher Sicht nicht wirklich punkten was aber auch darin begründet ist, das ihre Rolle kaum Möglichkeiten zur darstellerischen Entfaltung bietet. So könnte man die Liste jetzt weiter fortführen, denn das gesamte Geschehen ist viel zu sehr auf Bond selbst zugeschnitten, so das sämtliche anderen Charaktere kaum wirklich zur Geltung kommen. An sich wäre dieser Punkt gar nicht einmal als negativ zu bewerten, doch durch die Tatsache das Connery hier längst nicht zur gewohnten Höchstform aufläuft, fällt dem Zuschauer das insgesamt mäßige Schauspiel der Akteure viel intensiver auf.

Letztendlich bewegt man sich bei "Man lebt nur zweimal" immer noch auf einem recht hohen Niveau, merkt jedoch andererseits ganz eindeutig, das die Bond-Reihe einige neue Impulse benötigt. Ein etwas müde erscheinender Hauptdarsteller ist dabei das beste Indiz dafür, zudem ist auch die Geschichte an sich nicht unbedingt das Gelbe vom Ei. Das es sich aber dennoch um Kritik auf gehobenem Niveau handelt soll man insbesondere bei einigen späteren Werken der Reihe feststellen, nach denen man die trotzdem vorhandene Qualität des vorliegenden Filmes erst so richtig zu schätzen lernt.


Fazit:


"Man lebt nur zweimal" zählt sicherlich nicht zu den allerbesten Filmen der Bond-Reihe, bietet aber immer noch qualitativ gute Unterhaltung, die sich über dem normalen Durchschnitt ansiedelt. Dennoch sind diverse Schwächen unübersehbar, die man jedoch gerade aus heutiger Sicht durchaus verzeihen kann, da noch einige Filme folgen sollten, die viel schwächer geraten sind.


7/10










Im Geheimdienst ihrer Majestät
(On Her Majesty's Secret Service)
mit George Lazenby, Diana Rigg, Telly Savalas, Gabriele Ferzetti, Ilse Steppat, Lois Maxwell, George Baker, Bernard Lee, Bernard Horsfall, Desmond Llewelyn, Yuri Borionko, Virginia North, Geoffrey Cheshire
Regie: Peter R. Hunt
Drehbuch: Simon Raven / Richard Maibaum
Kamera: Michael Reed
Musik: John Barry
FSK 16
Großbritannien / 1969

In seinem Urlaub hindert James Bond die attraktive Tracy Draco am Selbstmord. Sie ist die Tochter des Anführers eines Verbrechersyndikats, der sich von Bond beeindruckt zeigt und wünscht, dass er seine Tochter heiratet. Im Austausch bietet Draco an, wertvolle Hinweise auf die Ergreifung von Bonds Erzfeind Blofeld geben zu können. Bond willigt ein und verliebt sich wider besseres Wissen in Tracy. Als bekannt wird, dass Blofeld die Welt mit einem tödlichen Virus bedroht, findet sich 007 zwischen allen Stühlen wieder.


Wenn man die Frage nach dem schlechtesten Bond-Darsteller-und dem schlechtesten Film der gesamten Reihe stellt, erhält man nicht gerade selten die Antworten George Lazenby und "Im Geheimdienst ihrer Majestät". Dabei sind beide Antworten im Prinzip überhaupt nicht gerechtfertigt, macht der australische Schauspieler als James Bond seine Sache doch überraschend gut und der Film an sich zählt meiner persönlichen Meinung nach zu den besten der gesamten Reihe. Sicherlich ist es zu Beginn noch gewöhnungsbedürftig, nicht mehr das bekannte Gesicht von Sean Connery zu sehen, doch ist die optische Ähnlichkeit Lazenby's durchaus hilfreich, das dieser Aspekt gar nicht einmal weiter ins Gewicht fällt. Am meisten jedoch stören sich die meisten Gegner dieses sechsten Abenteuers des britischen Agenten wohl an der recht außergewöhnlichen Erzähl-Struktur der Geschichte, die sich doch ziemlich erheblich von den bisherigen Filmen unterscheidet. Mag dies einerseits im erneuten Wechsel auf dem Regie-Stuhl begründet sein auf dem dieses Mal Peter R. Hunt platz nahm, so ist die Hauptursache wohl darin zu finden, das man der Reihe neue Impulse verleihen wollte. Was dann also vielen Leuten eher störend erschien, sind dabei die großen Stärken eines Werkes, das nicht nur neue Wege geht, sondern auch bei den altbewährten Zutaten eine ganze Menge zu bieten hat.

So beginnt die Geschichte gleich mit ordentlich Tempo und legt insbesondere einen ordentlichen Anteil an Action-Passagen an den Tag, in denen sich der neue Bond zudem extrem gut ins Bild rücken kann. Wirkte Connery zuletzt doch ziemlich müde und ausgelaugt, so kann Lazenby in etlichen Nahkämpfen sein Können unter Beweis stellen und ist dabei streckenweise richtig gut in Fahrt. Die Kämpfe mögen aus heutiger Sicht dennoch etwas antiquiert erscheinen, wirken jedoch nicht annähernd so gestellt, wie es zuvor einige Male der Fall war. Und in Sachen Action kann dieser Bond nun wirklich überzeugen, zumal der Zuschauer auch mit herrlichen Verfolgungsjagden in den Schweizer Alpen konfrontiert wird, die absolut sehenswert ins Bild gesetzt wurden. Und auch wenn es 007 hier einmal mehr mit Ernst Stavro Blomfeld zu tun bekommt, der übrigens grandios von Telly Savalas interpretiert wird, erscheint das Szenario keinesfalls eintönig oder gar langweilig, spaltet sich die vorliegende Story doch dieses Mal in zwei Erzählstränge, die parallel zueinander laufen. In dieser Tatsache liegt wohl auch ein weiterer Kritikpunkt vieler Fans, denn "Im Geheimdienst ihrer Majestät" entpuppt sich insbesondere in der ersten Stunde mit fast dramatischen Zügen, die man bisher nicht gewohnt war. So kommt hier gleich zu Beginn der weibliche Faktor in den Vordergrund, rettet bond doch die bildhübsche, aber anscheinend depressiv veranlagte Tracy Draco (Diana Rigg) vor dem Selbstmord, woraus sich in der Folge eine echte Romanze entwickeln soll, die am Ende sogar in einer Heirat gipfelt. Das die Beziehung jedoch nur von kurzer Dauer ist, fügt dem Ganzen im Showdown einen bitteren Beigeschmack hinzu, der äußerst tragische Züge erkennen lässt und den Betrachter mit einem eher flauen Gefühl entlässt.

Diese oft genannte Schwäche des Werkes ist aber in meinen Augen seine große Stärke, werden dem britischen Agenten doch menschliche Züge verliehen und da, wo ansonsten alles mit Coolness und Lässigkeit überspielt wurde, lässt man Platz für echte Emotionen, die bei James Bond bisher eher verkümmert erschienen. Der eigentliche Fall, nämlich einmal mehr Blofeld aufzuhalten, kristallisiert sich hier erst viel später heraus und wieder einmal will der Superschurke der gesamten Welt einen gewaltigen Schlag versetzen. Einige Dinge ändern sich also nicht, doch andererseits halten hier etliche neue Zutaten Einzug in das Geschehen, das in seiner Gesamtheit einen richtig gelungenen Vertreter der Bond-Reihe darstellt und leider viel zu oft und vollkommen zu Unrecht als schlechtester Teil der Reihe bezeichnet wird. Auch Lazenby in der Rolle des Geheimagenten hätte es durchaus verdient gehabt, noch mehrere Male in dessen Rolle zu schlüpfen, denn seine Darstellung konnte doch in allen Belangen voll überzeugen. Mit Diana Rigg in der weiblichen Hauptrolle hat man hier auch alles genau richtig gemacht, ihre Performance als Gemütskranke Comtesse verleiht dem Ganzen unglaublichen Glanz und erscheint zudem absolut authentisch. Von ihren optischen Reizen zur damaligen Zeit muss man nicht weiter Stellung nehmen, gilt sie doch auch heute noch als eines der hübschesten Bond-Girls aller Zeiten, was nach Ansicht dieses Filmes auch vollkommen berechtigt erscheint.

Auch wenn "Im Geheimdienst ihrer Majestät" oft genug als schlechtester Bond-Film aller Zeiten genannt wird, ist hier eigentlich eher das Gegenteil der Fall. Das Werk siedelt sich meiner Meinung nach ganz oben in der Bewertungs-Skala ein und bringt allein durch die vielen Neuerungen frischen Wind in die Reihe, die zu diesem Zeitpunkt ein wenig stagnierte. Gleichzeitig wurde aber nicht auf die üblichen-und sehr beliebten Zutaten verzichtet, so das sich insgesamt ein sehr rundes und stimmiges Gesamtbild ergibt, das auch in der heutigen Zeit immer noch überzeugen kann. Eine tolle Geschichte, viel Spannung, sehr gute Darsteller und ein Schuss Dramatik sind ein Garant für allerbeste Unterhaltung, die man sich aus der Bond-Reihe definitiv nicht wegdenken kann.


Fazit:


Vollkommen zu Unrecht als Eintagsfliege bezeichnet, versteht es George Lazenby in der Rolle des britischen Agenten zu überzeugen und wirkt so in einem der besten Filme mit, die bisher in dieser Reihe erschienen sind. Eine großartig agierende Diana Rigg steht ihm dabei hilfreich zur Seite und auch die restlichen Komponenten der Geschichte hinterlassen einen durchaus nachhaltigen-und äußerst positiven Eindruck.


9/10









Diamantenfieber
(Diamonds Are Forever)
mit Sean Connery, Jill St. John, Charles Gray, Lana Wood, Jimmy Dean, Bruce Cabot, Putter Smith, Bruce Glover, Norman Burton, Joseph Fürst, Bernard Lee, Desmond Llewelyn, Leonard Barr, Lois Maxwell
Regie: Guy Hamilton
Drehbuch: Richard Maibaum / Tom Mankiewicz
Kamera: Ted Moore
Musik: John Barry
FSK 16
Großbritannien / 1971

Um den Mord an seiner Ehefrau Tracy zu rächen, verfolgt James Bond seinen Erzfeind Blofeld bis nach Kairo, wo er ihn in einem Schlammtümpel versinken sieht. Wieder in London erhält 007 den Auftrag, einen internationalen Diamanten-Schmuggelring auszuheben. Bond schleust sich als Bandenmitglied ein und reist mit einer Ladung Edelsteine nach Las Vegas, wo er eine schockierende Entdeckung macht: Hinter dem Ring steht niemand anderes als Blofeld - diesmal in doppelter Ausführung.


Nachdem Sean Connery seinen Abschied eingereicht hatte und einmalig durch den unterschätzten George Lazenby ersetzt wurde, kehrte er nun in Guy Hamilton's "Diamantenfieber" noch einmal in die Rolle des James Bond zurück. Nach dem tragischen Ende des Vorgängers "Im Geheimdienst ihrer Majestät" fällt es nicht schwer sich auszumalen, das sein größtes Bestreben darin liegt, sich wegen dem Mord an seiner Frau zuerst an Blofeld zu rächen, der für deren Tod verantwortlich zeichnet. Und so wird dem Zuschauer auch gleich in den ersten Minuten suggeriert, das Bond seinen Erzfeind tötet, was sich jedoch im Laufe der Geschichte als Trugschluss herausstellen soll, denn der Superschurke findet doch erst am Ende des Filmes seinen scheinbaren Tod, wobei keinesfalls klar dargestellt wird, das der Bösewicht wirklich ums Leben gekommen ist. Wie dem aber auch sei, im Gegensatz zu seinen letzten beiden Auftritten wirkt Connery hier wieder top in Form und scheint zudem auch wieder Lust an der Rolle zu verspüren. Das er auch in optischer Hinsicht deutlich reifer erscheint, verleiht dem Ganzen sogar einen Hauch von Seriosität und steht dem älter gewordenen Agenten sehr gut zu Gesicht steht. Dieses Mal muss sich der britische Super-Agent mit der Frage auseinandersetzen, warum jemand unzählige Diamanten hortet und was er mit dieser Maßnahme bezweckt.

Die Reise führt dabei über etliche Umwege nach Las Vegas und konfrontiert den Betrachter außerdem mit dem wohl bisher skurrilsten Mörder-Päärchen der bisherigen Bond-Historie, denn mit Mr. Wint (Bruce Glover) und Mr. Kidd (Putter Smith) agieren hier zwei augenscheinlich schwule Auftrags-Killer, die dem Ganzen durch die Art ihrer Tötungen einen ganz eigenen Stempel aufdrücken und die Szenerie zusätzlich mit einer Art von morbidem Humor auflockern. Guy Hamilton hat in vorliegendem Fall wirklich viele Register gezogen, denn neben einem ordentlichen Tempo und jeder Menge sehenswerter Action-Einlagen wurden der Story auch zahlreiche Irrwege beigefügt, bis der Zuschauer letztendlich erkennen kann, wer wirklich hinter dem brillanten-und teuflischen Plan steht, der dem Ganzen Szenario zu Grunde liegt. So muss Bond eine ganze Menge Gefahren meistern, bis er am Ende einmal mehr die Welt vor einer Katastrophe bewahren kann. Dabei steht im als Bond-Girl Jill St. John zur Seite, die vielleicht nicht zu den hübschesten Damen der Reihe zu zählen ist, aber in schauspielerischer Hinsicht eine absolut gelungene Performance zum Besten gibt.

Von den bisher erschienenen Filmen der Reihe bietet "Diamantenfieber" aus meiner Sicht sogar eine der Vielseitigsten und dennoch erscheint einem das gewonnene Gesamtbild nicht so rund-und stimmig, wie man es aufgrund dessen eigentlich vermuten sollte. Dabei kann man noch nicht einmal genau sagen an welcher Stelle es hakt, doch ein richtiger Funke will eigentlich zu keiner Zeit überspringen. Eventuell empfinde auch ich das nur so, doch obwohl man hier im Prinzip sämtliche Zutaten für einen gelungenen Bond serviert bekommt, ist die Gesamt-Komposition irgendwie nicht richtig überzeugend. In diesem Punkt werden sich die Geister natürlich wieder einmal scheiden, doch die Rückkehr Connery's erscheint mir ein wenig deplaciert, weshalb man sich auch nur leidlich damit arrangieren kann. Man hätte es Lazenby gegönnt, selbst Rache für den Tod seiner Frau zu nehmen und nach seiner gelungenen Performance in "Im Geheimdienst ihrer Majestät" zumindest noch eine Chance zu bekommen, noch weiter in die Figur hinein zu wachsen.

Letztendlich ist "Diamantenfieber" beileibe kein schlechter Vertreter der Bond-Reihe und siedelt sich definitiv über dem Durchschnitt an, ich persönlich konnte aber noch nie so richtig mit diesem siebenten Abenteuer des smarten Agenten warm werden. Das unspektakuläre und nicht wirklich bestätigte Ende von Blofeld ist sicherlich ein Grund dafür und ansonsten gibt es eigentlich recht wenig an diesem Film auszusetzen, der dennoch nie zu meinen absoluten Lieblingen der Reihe aufsteigen wird. Dennoch ist es ein recht versöhnlicher Abschied für Sean Connery, der danach (1983) ja noch einmal in die Rolle des James Bond schlüpfen sollte (Sag niemals nie), wobei der Titel ja nicht zur offiziellen Bond-Historie zu zählen ist.


Fazit:


Tempo, Action und Geschichte ergeben im Prinzip ein gutes Gesamtbild und dennoch hinterlässt "Diamantenfieber" bei mir immer einen seltsam sterilen Eindruck, den ich nicht wirklich begründen kann. Trotzdem lässt sich das Werk gut anschauen und beinhaltet auch durchaus einige richtig gute Momente, so das der geneigte Bond-Fan auf jeden Fall auf seine Kosten kommt.


7/10








Leben und sterben lassen
(Live and Let Die)
mit Roger Moore, Yaphet Kotto, Jane Seymour, Clifton James, Julius Harris, Geoffrey Holder, David Hedison, Gloria Hendry, Bernard Lee, Lois Maxwell, Tommy Lane, Earl Jolly Brown, Roy Stewart, Lon Satton
Regie: Guy Hamilton
Drehbuch: Tom Mankiewicz
Kamera: Ted Moore
Musik: George Martin
FSK 16
Großbritannien / 1973

Drei britische Agenten sind auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen. Bei der Aufklärung dieser Morde sieht sich James Bond der schwarzen und gefährlichen Welt des Voodoo Zaubers und des Okkulten ausgesetzt. Hinter dem verhängnisvollen Vorhang des Mystizismus verbirgt sich eine gewaltige Organisation, die mit harten Drogen Geschäfte macht. Die geheimnisvolle und wunderschöne Hellseherin Solitaire bringt James Bond zwar auf die Fährte der mächtigen Hintermänner, aber auch in höchste Lebensgefahr.


In diesem Film bekommt es der Zuschauer nun das erste Mal mit Roger Moore in der Rolle des britischen Geheimagenten James Bond zu tun und Moore feiert dabei einen recht gelungenen Einstand. Das zweite Bond-Abenteuer in den 70er Jahren bietet dann auch einmal nicht die üblichen Szenarien, in denen die Welt von einem Superschurken bedroht wird, sondern widmet sich mit seiner Kern-Thematik des Drogen-Schmuggels eher einer "normalen" Geschichte, die deswegen aber keinesfalls minder spannend daher kommt. Regisseur Guy Hamilton hat dabei ein durchaus gelungenes Geschehen auf den Weg gebracht, in dem Neueinsteiger Moore fast gänzlich ohne technische Spielereien auskommt, lediglich seine nicht im normalen Handel erhältliche Armbanduhr soll ihm vor allem zum Ende hin noch sehr wertvolle Dienste leisten, denn ohne den Zeitmesser wäre es wohl ein einmaliges Gastspiel des smarten Briten geworden, der im Laufe der Jahre die meisten Einsätze als Bond-Darsteller anhäufen sollte. Ansonsten wird aber auf sämtliche Gadgets verzichtet, weswegen die Ereignisse im Gegensatz zu diversen Vorgängern auch äußerst nüchtern erscheinen, was jedoch nicht als negative Kritik aufgefasst werden sollte.

Das Szenario legt nämlich ein ordentliches Tempo an den Tag, wobei insbesondere die Verfolgungsjagden in den kleinen Motorbooten in den Sümpfen Louisianas einen absoluten Höhepunkt des Filmes darstellen. Als Gegenspieler Bond's tritt dieses Mal mit Yaphet Kotto ein Gegner auf, der mit einer straff organisierten Organisation einen regen Drogenhandel treibt, was manch einem eventuell für einen Bond-Film schon etwas zu banal erscheint. Dennoch entwickelt sich mit der Zeit eine spannende-und sehr interessante Story, der auch durchgehend ein leichter Hauch einer Voodoo-Atmosphäre anhaftet, was dem Ganzen eine größtenteils wunderbar dichte Grundstimmung verleiht. "Leben und sterben lassen" dürfte wohl rückblickend das mit Abstand ernsthafteste Abenteuer des britischen Geheimagenten sein, in dem der gute Roger Moore in der Hauptrolle zu sehen ist. Zwar gibt es hier und da schon einige lockere Sprüche zu hören und ganz generell beinhalten die Dialoge einen netten Anteil an Wortwitz, doch gerade wenn man einige der noch folgenden und teils recht stark überzogenen Filme zum Vergleich nimmt, schneidet vorliegendes Szenario noch sehr gut ab und bietet dem Betrachter ein Geschehen, das für Bond-Verhältnisse fast schon zu ernst erscheint. Es ist natürlich Geschmackssache, aber ein klein wenig vermisst man schon das typische Feeling, das ansonsten durch die mittlerweile zur lieben Gewohnheit gewordenen Gadgets verbreitet wird, doch trotzdem handelt es sich immer noch um einen überdurchschnittlich guten Vertreter der Reihe.

Nun wird dem guten Roger Moore ja oft genug nachgesagt, das er in dieser Rolle immer ein wenig zu blasiert-und affektiert gewirkt hat, wobei das in diesem Film noch nicht so stark zum Ausdruck kommt. Wirkt er doch drahtig und agil, was jedoch in weiteren Abenteuern so manches Mal ein wenig anders ins bild gesetzt wird. Das mag aber auch ein jeder etwas anders sehen, doch im Gegensatz zu Sean Connery oder auch Timothy Dalton wird dem Zuschauer wirkt Moore ein wenig weicher, so das man ihm die Figur des knallharten Geheimagenten vielleicht nicht wirklich abnimmt. Dafür bekommt man es hier jedoch mit dem typischen Gentleman zu tun, dessen elegantes Auftreten auch eine ganze Menge für sich hat. Lediglich in den Action-Passagen ist es oft sehr gewöhnungsbedürftig die nötige Glaubwürdigkeit an den Tag zu legen, wobei dieser Aspekt auch erst in späteren Filmen stärker ins Gewicht fällt.

"Leben und sterben lassen" zählt also sicherlich nicht zu den allerbesten Vertretern der James Bond-Reihe, bietet aber gerade durch die verhältnismäßig normale Geschichte einmal eine gelungene Abwechslung und wirkt im Vergleich mit diversen anderen Fällen herrlich normal. Zumindest kann man also von einem doch gelungenen Debüt sprechen, das der mittlerweile 85-Jährige Moore hier an den Tag legt, der einen von nun an noch in sechs weiteren Filmen begleiten soll, die sich in Sachen Qualität teilweise stark unterscheiden. Der endgültige Wechsel in der Hauptrolle ist jedenfalls wirklich geglückt und man bekommt einen insgesamt gesehen anständigen Bond-Film zu Gesicht, den man sich in regelmäßigen Abständen immer wieder gut anschauen kann.


Fazit:


Aller Anfang ist schwer und einen Sean Connery zu ersetzen, ist sicherlich nicht die leichteste Aufgabe. Dennoch hat man hier einen ordentlichen Neuanfang hinbekommen, auch wenn es sich von der Thematik her um einen eher ungewöhnlichen Bond-Film handelt. Tempo, Spannung und eine wunderschöne Jane Seymour als Bond-Girl ergeben eine gelungene Mixtur, die kurzweilige-und gute Unterhaltung bietet.


7/10









Der Mann mit dem goldenen Colt
(The Man with the Golden Gun)
mit Roger Moore, Christopher Lee, Britt Ekland, Maud Adams, Hervé Villechaize, Clifton James, Richard Loo, Soon-Tek Oh, Marc Lawrence, Bernard Lee, Lois Maxwell, Marne Maitland, Desmond Llewelyn, James Cossins
Regie: Guy Hamilton
Drehbuch: Richard Maibaum / Tom Mankiewicz
Kamera: Ted Moore / Oswald Morris
Musik: John Barry
FSK 16
Großbritannien / 1974

Dem M16 wurde eine goldene Kugel zugestellt, in die "007" eingraviert ist. Der Geheimdienst vermutet, dass sie von Scaramanga,stammt, der bestbezahlte Auftragskiller der Welt, der es auf ein Duell mit Bond angelegt hat. Bond, der eigentlich nach dem vermissten Solartechniker Gibson fahndet, macht sich auf die Suche nach Scaramanga, bevor dieser ihm zuvorkommen kann. Als er den Killer in dessen asiatischen Unterschlupf aufstöbert, wird 007 klar, dass der Mann mit dem goldenen Colt es vor allem auf einen neuartigen Solex-Agitator abgesehen hat.


Nach dem recht guten Einstieg von Roger Moore in "Leben und sterben lassen" lag nun das zweite Abenteuer mit dem neuen Bond-Darsteller vor, das sich jedoch bis auf wenige Ausnahmen als eher laues Lüftchen entpuppt und insgesamt wohl zu einem der unwichtigsten Filme der gesamten Reihe zu zählen ist. Das dieses Werk dabei nicht zum totalen Rohrkrepierer mutiert ist wohl hauptsächlich dem Aspekt zu verdanken, das in der Rolle des Bösewichtes niemand anders als der großartige Christopher Lee zu sehen ist, der für solche Figuren ja geradezu prädestiniert ist. Und so verkörpert er den Charakter des charismatischen Auftragsmörder Scaramanga auch in seiner üblichen Art, indem er der Figur einen äußerst edlen-und fast schon aristokratischen Touch verleiht. Auch wenn die Kern-Thematik sich im Prinzip um die in der Inhaltsangabe angesprochene Solar-Technik handelt wird dem Zuschauer recht schnell klar, das letztendlich das gesamte Szenario auf einen unvermeidlichen Showdown zwischen Bond und seinem Gegenspieler hinausläuft, so das die eigentliche Thematik viel eher ein kleines Schattendasein führt und einen ehrlich gesagt auch gar nicht einmal sonderlich interessiert. Das erwartete Finale der beiden Gegenspieler gestaltet sich dann jedoch längst nicht so spektakulär wie erwartet, sondern entpuppt sich vielmehr als seicht dargestellter Endkampf, der keinen sonderlich nachhaltigen Eindruck hinterlässt. Das kann man aber auch ganz generell auf die gesamte Geschichte beziehen, die zwar durchaus ihre starken Momente beinhaltet, insgesamt gesehen aber doch zu den schwächeren der Reihe zu zählen ist.

Eine kleine Besonderheit beinhaltet jedoch auch dieses Bond-Abenteuer, ist doch in einer Nebenrolle die Schwedin Maud Adams zu sehen, die in einem späteren Film (Octopussy) dann sogar ihren Auftritt als weibliche Hauptdarstellerin feiern darf. Ansonsten wird der weibliche Part dieses Mal von der jungen-und bildhübschen Britt Ekland übernommen, die so wie Bond selbst als Agentin agiert. Das schön anzusehende Äußere täuscht aber keinesfalls darüber hinweg, das die Figur an sich extrem unglaubwürdig und sehr naiv dargestellt wird. Phasenweise erscheint die Person der Agentin Goodnight schon ziemlich albern, muss Ekland doch tollpatschig und unbeholfen agieren, was die Berufswahl doch sehr in Frage stellt. Wahrscheinlich wollte man der Figur damit einen gewissen Charme verleihen, doch dieser Schuss ging vielmehr nach hinten loss, so das die gute Britt wohl als eine der dümmlichsten Agentinnen überhaupt in die Geschichte eingehen wird. So wie die von ihr dargestellte Person verhält es sich auch mit einem Großteil des Geschehens, das eher selten einen wirklich ernsten Eindruck hinterlässt und phasenweise schon etwas zu albern daher kommt. Dazu zählt auch die Figur des Schnick-Schnack, der hier als eine Art Kampfzwerg in Erscheinung tritt, denn der Kleinwüchsige mimt doch allen Ernstes den Leibwächter Scaramanga's. Was wohl eher witzig und charmant wirken soll, hinterlässt viel eher Kopfschütteln beim Betrachter, so das man die ganze Chose dann auch selten wirklich ernst nehmen kann.

In Sachen Action muss sich der Film nicht allzu viel vorwerfen lassen, die üblichen Verfolgungsjagden und einige Nahkämpfe sind wie immer enthalten und dennoch merkt man einmal mehr, das Roger Moore in den entsprechenden Szenen nicht so glaubwürdig agieren kann wie ein Sean Connery, da dieser irgendwie weitaus robuster erschien. Dieses Manko soll sich dann auch durch die folgenden fünf Filme ziehen, bevor Moore von Timothy Dalton abgelöst wird. Wie aber soll man nun "Der Mann mit dem goldenen Colt" einigermaßen fair beurteilen, verdient das Werk doch sicherlich den üblichen Bond-und Nostalgie Bonus, erzählt aber andererseits eine eher nichtssagende Geschichte, die einem nicht allzu lange in Erinnerung bleiben wird. Zu unrund und teils albern kommt das Ganze daher und lediglich ein wie immer grandios agierender Christopher Lee sorgt für den nötigen Unterhaltungswert. Ansonsten hat dieses zweite Abenteuer mit Roger Moore eher weniger zu bieten und reiht sich keinesfalls im oberen Bewertungs-Drittel ein, wenn es darum geht, den besten Bond-Film zu küren.

Zum mittlerweile vierten Mal zeichnete Guy Hamilton für die Regie eines Bond-Filmes verantwortlich und seine letzte Arbeit sollte sogleich auch seine Schwächste sein. Natürlich werden die Meinungen hierüber wieder einmal auseinander gehen, doch "Der Mann mit dem goldenen Colt" ist nun wirklich alles andere als ein gänzlich überzeugender Film der Reihe. Die humorigen Einlagen wirken streckenweise viel zu überzogen und albern und auch der gute Roger Moore weiß nicht so wirklich zu überzeugen. Dennoch kann man sich dieses Werk noch recht gut anschauen, zu einem Höhepunkt des Bond-Universums ist es aber definitiv nicht zu zählen. Man muss sich in vorliegendem Fall also mit einem Film zufrieden geben, der gerade einmal oberen Durchschnitt anbietet und in etlichen Phasen zu sehr an eine Komödie erinnert, wobei man doch vielmehr einen gelungenen Agenten-Film erwartet, der sich leider viel zu selten zu erkennen gibt. Hamilton's Mischung will in diesem Fall nicht so richtig zünden, so das der gewonnene Gesamteindruck nicht vollends überzeugen kann.


Fazit:


Auch der zweite Film mit Roger Moore hinterlässt kein wirklich überzeugendes Gesamtbild, zu unausgegoren erscheint die Geschichte an etlichen Stellen. Alberner Humor und eine groteske Darstellung einiger Figuren ist da auch nicht sonderlich hilfreich, um die Wertung dieses Filmes aufzubessern. Als Bond-Fan kommt man aber dennoch nicht an diesem Werk vorbei, wird es aber höchstwahrscheinlich nicht so regelmäßig sichten, wie es bei einigen anderen Filmen der Reihe der Fall ist.


6/10










Der Spion, der mich liebte
(The Sy Who Loved Me)
mit Roger Moore, Barbara Bach, Curd Jürgens, Richard Kiel, Caroline Munro, Walter Gotell, Geoffrey Keen, Bernard Lee, George Baker, Michael Billington, Olga Bisera, Desmond Llewelyn, Edward de Souza, Vernon Dobtcheff
Regie: Lewis Gilbert
Drehbuch: Christopher Wood / Richard Maibaum
Kamera: Claude Renoir
Musik: Marvin Hamlisch
FSK 12
Großbritannien / 1977

James Bond scheint immun gegen jede noch so heimtückische Waffe, aber nicht gegen den Charme einer schönen Frau. Deshalb bedient sich der russische Geheimdienst diesmal einer extrem raffinierten Geheimwaffe - der schönen Agentin Anya Amasowa. Aber aus einem anderen Grund sind die besten Agenten der Welt mobilisiert: Der größenwahnsinnige Stromberg bastelt in seiner Unterwasser-Festung an einem weltweiten Vernichtungsplan. Und eine ganz exquisite Falle lauert auch hier auf Agent James Bond OO7...


Gerda in der James Bond Reihe ist es immer wieder erstaunlich, wie unterschiedlich doch die einzelnen Filme bewertet werden. Auch "Der Spion, der mich liebte" stellt hier keine Ausnahme dar, denn bezeichnen nicht wenige Leute dieses Werk als Startzeichen für den Qualitätsverslust der Roger Moore-Bonds, so ist für andere zum ersten Mal ein qualitativ nicht unerheblicher Aufschwung zu erkennen, der endlich wieder frischen Wind in die leicht angestaubte Film-Reihe wehen lässt. Ich persönlich zähle mich zur zweiten Gruppe, denn mit dem zum ersten mal verantwortlichen Regisseur Lewis Gilbert erfährt das Format doch nicht nur etliche technische Neuerungen, auch im Bezug auf Tempo und Action legt man eine ordentliche Schippe zu, wenn man insbesondere den etwas mauen Vorgänger "Der Mann mit dem goldenen Colt" zum Vergleich heranzieht. Zum zweiten Mal bekommt es der britische Agent mit einem deutschen Schauspieler als Gegner zu tun, denn kein Geringerer als der große Curd Jürgens ist in der Rolle des größenwahnsinnigen Stromberg zu sehen, der die Welt in den nuklearen Holocaust treiben will, um sein eigenes Imperium auf dem Meeresboden aufzubauen. Nun kann man sich trefflich über diese eher fantastische Thematik streiten, doch beinhaltet sie auf jeden Fall eine absolut faszinierende Note, was dem Zuschauer auch phasenweise in grandiosen Bildern vermittelt wird. Viele Fans sehen jedoch in Jürgens lediglich einen groben Abklatsch des von Gert Fröbe dargestellten Auric Goldfinger, der Sean Connery im dritten Abenteuer das Leben schwer machte und dabei eine für alle weiteren Bond-Filme sehr hohe Messlatte für die Darstellung des Superschurken an den Tag legte.

Zugegebenermaßen erscheint Jürgens in seiner Rolle eher ruhig und gediegen, doch wo ihm viele Fans gerade dadurch die nötige Bedrohlichkeit absprechen, kommt diese doch viel eher eben durch diesen Aspekt vortrefflich zum Ausdruck. In seiner immer ruhigen Stimme vermeint man regelrecht das Böse zu verspüren und auch der offensichtliche Wahnsinn des Mannes kommt durch seine bedachte Wortwahl und die gleichbleibende Stimmlage extrem gut zum Ausdruck. Neben der Eröffnungs-Sequenz in den Bergen von Österreich, in der man Zeuge einer der besten Verfolgungsjagden auf Skiern wird, sind vor allem die technischen Neuerungen als absoluter Höhepunkt des Filmes anzusehen. Zum ersten Mal wird einem dabei auch ein etwas tieferer Einblick in die Waffenschmiede von "Q" gewährt, in der man mit so manchen absonderlichen Waffen konfrontiert wird. Und so gibt es auch für James Bond einige nette neue Gadgets, wobei das neue Super-Auto wohl das absolute Highlight darstellt. Und das stellt sich nicht nur im Straßenverkehr heraus, denn der Lotus Esprit entpuppt sich auch gleichzeitig als Unterwasser-Fahrzeug, was eine totale Neuerung im Bezug auf die Neuerungen darstellte.

Eine weitere Neuerung ist die Einführung des Bösewichtes "Beißer", der in der Folge von den Fans auch gern liebevoll "Beißerchen" genannt wurde. Gespielt wurde die Figur von dem 2, 20 Meter großen Hünen Richard Kiel und sein Markenzeichen ist neben den körperlich imposanten Merkmalen unbestritten das Stahlgebiss, von dem man sich besser fernhalten sollte. Bei dieser Figur handelt es sich auch um den einzigen Bösewicht der für das Grobe zuständig ist, der mehr als nur einen Auftritt in der Bond-Reihe hat, trifft man doch auch im Nachfolger "Moonraker - Streng geheim" einmal mehr auf den sympathischen Killer, den man trotz seines Auftrages Bond zu töten, ganz automatisch in sein Herz schließt. Den Part des Bond-Girls übernahm dieses Mal die bildhübsche Barbara Bach, obwohl für die Rolle eigentlich Louis Chiles vorgesehen war, die ihren Auftritt dann jedoch auch erst in "Moonraker" haben sollte. Bach kann in der Rolle der russischen Agentin durchgehend überzeugen und so wären wir auch schon bei einer weiteren Premiere der Reihe, arbeiten doch der britische MI6 und der russische KGB zum ersten Mal in einer Art Zweckgemeinschaft zusammen, da Atom-U-Boote beider Länder auf mysteriöse Art und Weise verschwunden sind.

Letztendlich trennen sich also auch bei "Der Spion, der mich liebte" wie eigentlich bei jedem Bond-Film die Meinungen, für mich persönlich handelt es sich hier jedoch um einen der besten Filme überhaupt. Insbesondere im Vergleich mit dem biederen Vorgänger findet hier in fast allen Belangen eine Art Quantensprung statt, denn dem Betrachter offenbart sich eine durchgehend spannende Geschichte, die mit viel Tempo und ordentlich Action angereichert wurde. Die Einführung etlicher technischer Spielereien und des beliebten Bösewichtes "Beißer" sorgen dann für die nahezu perfekte Abrundung und präsentieren ein insgesamt äußerst stimmiges Gesamtbild, das man sich auch heute noch immer wieder gern anschaut.


Fazit:


"Der Spion, der mich liebte" ist der bisher stärkste Film, in dem Roger Moore als James Bond unterwegs ist. Waren die beiden Vorgänger schon recht sehenswert, wobei sie jedoch etwas zu zahm und bieder wirkten, so hat Lewis Gilbert hier ein Szenario auf den Weg gebracht, das ordentlich Pepp enthält und in keiner Phase auch nur annähernd langatmig erscheint.


8,5/10









Moonraker - Streng geheim
(Moonraker)
mit Roger Moore, Lois Chiles, Michael Lonsdale, Richard Kiel, Corinne Cléry, Bernard Lee, Geoffrey Keen, Desmond Llewelyn, Lois Maxwell, Toshirô Suga, Emily Bolton, Blanche Ravalec, Irka Bochenko, Mike Marshall
Regie: Lewis Gilbert
Drehbuch: Christopher Wood
Kamera: Jean Tournier
Musik: John Barry
FSK 12
Frankreich / Großbritannien / 1979

James Bond im Weltraum. Eine US-Raumfähre wird entführt. James Bond entgeht einem Anschlag auf sein Leben. Jaws, der Beißer, ist in diesem Bond-Film auch wieder dabei, in dem sich der verrückte Multimillionär Drax sich eine Weltraumstation aufbaut. Sein teuflischer Plan ist es, die gesamte Menschheit zu vernichten und eine neue Weltordnung mit seinen Astronauten zu schaffen. Bond muss Drax aufhalten, bevor es für die Erde zu spät ist. Der Countdown läuft bereits. Mit der Nasa-Expertin Holly Goodhead entert er die Weltraumstation.


Der letzte Bond-Film in den 70er Jahren war gleichzeitig die zweite Regie-Arbeit von Lewis Gilbert und auch in diesem Abenteuer merkt man ziemlich stark, das der gute Mann eine Vorliebe für die eher fantastischen Geschichte der Reihe sein Eigen nennt. "Moonraker - Streng geheim" war der erste Bond-Film nach dem sensationellen Erfolg von George Lucas "Krieg der Sterne" und was lag da näher, als auch der vorliegenden Geschichte zumindest teilweise den Schauplatz des Weltraums angedeihen zu lassen. War es im Vorgänger "Der Spion, der mich liebte noch eine Unterwasserwelt, in der die Menschheit neu erschaffen werden sollte, so geht der größenwahnsinnige Multimillionär Drax noch eine Stufe weiter, indem er die Welt durch ein Giftgas entvölkern will, um mit einigen ausgewählten Menschen im Weltall eine neue Super-Rasse zu schaffen. Bis es jedoch zu den zugegebenermaßen beeindruckenden Bildern im All kommt, schlägt man sich einen Großteil des Geschehens eher schlecht als recht auf der Erde durch ein Szenario, das leider nicht so stimmig und rund erscheint wie das des vorhergehenden Filmes. Das Drehbuch weist in vorliegendem Fall doch einige nicht zu übersehende Defizite auf, die man mit ein wenig Tempo und diversen Morden zu übertünchen versucht. Dennoch gestalten sich die Ereignisse recht kurzweilig und auch wenn "Moonraker" sicherlich nicht zu den grandiosesten Abenteuern des britischen Agenten zählt, lässt das Werk doch kaum Langeweile zu und bietet auch die ansonsten üblichen Zutaten.

Eines sollte man aber dennoch anmerken, die Bond-Reihe hat sich eigentlich immer über ihre Hauptfigur definiert, denn im zentralen Mittelpunkt von Allem stand immer James Bond selbst. Dieser Aspekt wird jedoch insbesondere in vorliegendem Szenario fast sträflich außer acht gelassen, denn die Figur an sich gerät doch phasenweise ziemlich stark in den Hintergrund. Vielmehr setzt man auf die neue Strategie der technischen Spielereien, die offensichtliche Mankos innerhalb der Geschichte übertünchen sollen. Was in "Der Spion, der mich liebte" noch als freudig empfangene Neuerung erschien und zudem einen sehr harmonischen Eindruck hinterließ, wirkt in "Moonraker - Streng geheim" doch streckenweise arg konstruiert und ergibt so keinesfalls den harmonischen Gesamteindruck des Vorgängers. Damit wir uns an dieser Stelle nicht falsch verstehen, ich persönlich mag diesen Film sehr gern, da er an reinem Unterhaltungswert eine ganze Menge zu bieten hat, doch in storytechnischer Hinsicht sollte man doch die Mankos ansprechen, wobei es natürlich jedem selbst überlassen bleibt, wie er diese letztendlich bewertet. Man merkt jedenfalls eindeutig, das mittlerweile mehr Wert auf technische Spielereien und teils groteske Gadgets (in diesem Fall die auch an Land fahrende Gondel) gelegt wird und das man dafür gut und gern auch einmal auf ein wenig Logik verzichtet, was jedoch ehrlich gesagt noch nier ein Aushängeschild der James Bond-Filme war.

Wie dem aber auch sei, der sympathische "Beißer" hat hier gleich seinen Folgeauftritt, nachdem er Bond ja schon im vorherigen Film das Leben enorm schwer gemacht. Hier gestaltet es sich durch die Ereignisse sogar so, das er zum Ende hin als eine Art Lebensretter für den Agenten auftritt, der ohne die Hilfe des Hünen wohl nie wieder zur Erde zurückgekommen wäre. Die weibliche Hauptrolle übernahm Lois Chiles, die ja schon in "Der Spion, der mich liebte" als Gespielin von Roger Moore auserkoren war, dann aber doch durch Barbara Bach ersetzt wurde. Auch ansonsten bekommen vor allem die männlichen Zuschauer noch eine Menge geboten, denn nicht nur die hübsche Lois Chiles weiß durch ihr attraktives Äußeres ins Auge zu fallen. Kommen wir noch zu einer augenscheinlichen Schwäche dieses Filmes, die dieses Mal ganz eindeutig in der Figur des Schurken Drax liegt, denn nach zwei so charismatischen Schauspielern wie Christopher Lee und Curd Jürgens in der Rolle des Bösewichtes erscheint der gute Michael Lonsdale in dieser Rolle doch eher blass und nichtssagend, was dem Zuschauer doch verhältnismäßig schnell ins Auge fällt. Hier fehlt ganz einfach die nötige Ausdruckskraft und auch wenn Lonsdale sichtlich bemüht ist, kann sich seine Performance maximal als durchschnittlich bezeichnen lassen.

Man sieht also, das "Moonraker Streng geheim" bei objektiver Betrachtung eine ganze Menge an Defiziten beinhaltet und so in der Bewertung der Bond-Filme eher im hinteren Mittelfeld anzusiedeln ist. Aus subjektiver Sichtweise verhält sich das natürlich etwas anders und der Film wird bei nicht gerade wenigen Fans den ein-oder anderen Sympathiepunkt ergattern können. Mir selbst gefällt dieses Werk ziemlich gut und gerade die fantastische Thematik hat es mir hierbei angetan. Zudem hat Lewis Gilbert seiner Story wieder eine Menge an Tempo und Action-Passagen beigefügt, so das langatmige Phasen eher selten auftreten. Und ganz egal, wie man die Zutaten im Zusammenhang bewertet, "Moonraker" ist sicherlich nicht zu den absoluten Top-Filmen der Reihe zu zählen, aber die rote Laterne des Schlusslichtes übernimmt das Werk auch keinesfalls.


Fazit:


Beide Beiträge von Regisseur Lewis Gilbert heben sich in ihrer Machart ziemlich deutlich von den anderen Vertretern ab, so sind die Geschichten beispielsweise recht fantastisch gestaltet, beinhalten aber insbesondere unzählige technische Spielereien, die man in dieser Anzahl bisher noch nicht gesehen hat. Dadurch wurden natürlich auch die Meinungen der eingesessenen Bond-Fans in zwei Lager gespaltet, wobei jede Sichtweise etwas Wahres beinhaltet.


7/10









In tödlicher Mission
(For Your Eyes Only)
mit Roger Moore, Carole Bouquet, Topol, Lynn-Holly Johnson, Julian Glover, Cassandra Harris, Jill Bennett, Michael Gothard, John Wyman, Jack Hedley, Lois Maxwell, Desmond Llewelyn, Geoffrey Keen, Walter Gotell
Regie: John Glen
Drehbuch: Richard Maibaum / Michael G. Wilson
Kamera: Alan Hume
Musik: Bill Conti
FSK 16
Großbritannien / USA / 1981

Das britische Spionageschiff St. Georges sinkt vor der Küste eines Staates des Warschauer Paktes. An Bord befindet sich die für die Briten überaus wichtige Dechiffrierungsmaschine ATAC. James Bond soll sie wieder beschaffen und befindet sich schon bald im Wettstreit mit den Russen, die ebenfalls Interesse an ATAC anmelden und ihren örtlichen "Kontakt" aktivieren. Die Spur führt nach Griechenland, wo Bond auf Melina Havelock trifft, die den Mörder ihrer Eltern sucht - besagten "Kontakt". Sie stoßen auf Aristotle Kristatos und Milos Colombo und sind sich sicher, auf der richtigen Spur zu sein.


Ob es allein im neuerlichen Wechsel auf dem Regie-Stuhl begründet ist kann man nur vermuten, doch mit John Glen als Verantwortlichem erdete die Bond-Reihe wieder ein wenig. Es war zwar eigentlich vorherzusehen, das man insbesondere nach dem doch stark überzogenen "Moonraker - Streng geheim" einen Schritt zurück machen würde, doch "In tödlicher Mission" erscheint dann fast schon ein wenig zu altbacken-und bieder, so das man als Zuschauer fast das Gefühl entwickelte, sich wieder in den 60er Jahren zu befinden, in denen die Reihe ihre Anfänge hatte. Nun mag man durchaus geteilter Meinung über diesen "Rückschritt" sein, denn die vorliegende Geschichte präsentiert sich keinesfalls als vollkommen uninspiriert, baut jedoch zu keiner Zeit das typische Bond-Feeling auf und kann schon gar nicht durch einen durchgehend spannenden Verlauf überzeugen. An diversen Stellen kommt sogar ein klein wenig Langeweile auf, kann man sich doch kaum des Eindruckes erwehren, das einige Dinge vor gar nicht allzu langer Zeit schon einmal in ähnlicher Form zu sehen waren. Hauptsächlich möchte ich dabei an die Verfolgungsjagd auf Skiern erinnern, die man in ähnlicher Art erst in "Der Spion, der mich liebte" zu Gesicht bekam und die auch schon in "Im Geheimdienst ihrer Majestät" thematisiert wurde. Und so lässt sich also kaum Innovation erkennen, wobei besagte Passagen fast schon den Eindruck von starken Abnutzungserscheinungen erkennen lassen.

Ansonsten stellt sich die Geschichte im Gegensatz zu den beiden vorherigen Werken ziemlich normal dar, der offensichtlich größenwahnsinnige Schurke hat erst einmal eine Pause eingelegt, so das es der Zuschauer mit einer stinknormalen 08/15 Agenten-Story zu tun bekommt, die noch nicht einmal sonderlich interessant in Szene gesetzt wurde. War es beispielsweise in den beiden Vorgängern an technischen Spielereien fast schon zuviel des Guten, so hält man sich bei "In tödlicher Mission" gerade bei diesem Aspekt zu sehr zurück. Gerade im direkten Vergleich mit "Moonraker" überkommt einen das Gefühl, das man in dieser Beziehung den Stecker komplett gezogen hat, so das schon diverse Entzugserscheinungen auftreten. Ein gesunder Mittelweg wäre sicherlich die bessere Lösung gewesen, doch leider hat man in diesem Fall zu sehr auf Sparflamme gekocht, so das letztendlich recht wenig Grund zur Begeisterung vorherrscht.

Das merkt man ganz besonders im Finale des Filmes das in einer Felsenfestung stattfindet. Wer hier jetzt einen furiosen Showdown erwartet, muss mit einer ziemlichen Enttäuschung rechnen, gestaltet sich das Ganze zwar mit einiger Action versehen, doch diese wirkt äußerst unspektakulär und eines Bond-Abenteuers eigentlich nicht würdig. Lediglich die Tatsache, das man in der Geschichte mit gleich mehreren Bösewichtern konfrontiert wird, rettet das Szenario vor einem totalen Flop, denn zumindest bei diesem Aspekt wird teilweise für ein wenig gelungene Abwechslung gesorgt. Das reicht aber keinesfalls für einen wirklich stimmigen Gesamteindruck aus, den dafür beinhaltet "In tödlicher Mission" ganz einfach zu viele Defizite, die einem doch recht offensichtlich ins Auge springen. So ist zum Beispiel die Figur des Eislauf-Sternchens Bibi vollkommen unnütz und erscheint fehl am Platz, zudem ist die Darstellung des jungen Mädchens so absolut naiv-und dämlich, das man sich nur vor den Kopf schlagen kann. Manch einem mag das gar nicht so wichtig erscheinen, ist es doch aber ein eindeutiges Indiz dafür, das die einzelnen Zutaten der Geschichte nicht wirklich miteinander harmonieren wollen.

Und so kann man letztendlich definitiv nicht zu einem überragenden Urteil gelangen, denn dieses Werk zählt meiner Meinung nach zu den mittelmäßigen Bond-Filmen.Ein paar starke Momente und einige nette Ansätze reichen jedoch auf keinen Fall aus, um die vielen augenscheinlichen Mängel zu übertünchen. Darunter leidet selbstverständlich auch der reine Unterhaltungswert, der eigentlich in keiner Phase über den normalen Durchschnitt hinauskommt. Bleibt am Ende also nur Mittelmaß für einen Film, aus dem man ganz sicher weitaus mehr hätte herausholen können, was aber wohl ganz eindeutig an der mangelnden Inspiration gescheitert ist. "In tödlicher Mission" kann sich so also lediglich im hinteren Mittelfeld der Reihe ansiedeln und zählt ganz bestimmt nicht zu den Filmen, die einen größeren-und nachhaltigen Eindruck beim Betrachter hinterlassen.


Fazit:


Beschwerten sich viele Leute noch bei "Moonraker" über ein zu überzogenes Szenario, so tritt hier genau der umgekehrte Fall ein. Wenig Esprit, Wiederholungen und fehlende Innovation sorgen dafür, das dieser Teil der Bond-Reihe nicht in allerbester Erinnerung bleibt.


6/10









Octopussy
(Octopussy)
mit Roger Moore, Maud Adams, Louis Jourdan, Kristina Wayborn, Kabir Bedi, Steven Berkoff, David Meyer, Tony Meyer, Desmond Llewelyn, Robert Brown, Lois Maxwell, Michaela Clavell, Walter Gotell, Vijay Amritraj
Regie: John Glen
Drehbuch: George MacDonald Fraser / Richard Maibaum / Michael G. Wilson
Kamera: Alan Hume
Musik: John Barry
FSK 16
Großbritannien / USA / 1983

Als 009 mit einem gefälschten Fabergé-Ei in der Hand in der DDR ermordet wird, soll James Bond 007 das echte finden. Bei einer Versteigerung bietet er mit und vertauscht den echten mit dem falschen Schmuck, der von Prinz Kamal Khan ersteigert wird. Bond folgt ihm nach Indien, wo er auf die mysteriöse Octopussy trifft und bei einer Tigerjagd entkommt. Khan, Octopussy und ein russischer General wollen den Schmuck und eine Atombombe in einem Zirkuszug über die Grenze schmuggeln. Bond verhindert im Zirkus die Sprengung.


Hier handelt es sich nun also um den zweiten Bond-Film, der unter der Regie von John Glen entstand und nach dem äußerst mittelmäßigen Vorgänger "In tödlicher Mission" ist bei "Octopussy" durchaus wieder ein Anstieg der Qualität zu verspüren. War der vorherige Beitrag noch viel zu zahm ausgefallen und stellte einen ganz eindeutigen Rückschritt in der Reihe klar, so ist in vorliegendem Fall zumindest in der ersten Filmhälfte eine ganz klare Tendenz nach oben zu erkennen. Wie man jedoch an der genannten Einschränkung erkennen kann, beinhaltet auch dieses Werk diverse Schwächen, die sich insbesondere im letzten Drittel zu erkennen geben. Bis dahin jedoch präsentiert sich eine wirklich spannende-und sehr atmosphärische Story, was ganz eindeutig auch in den exotischen Schauplätzen begründet ist. Der zuschauer wird nämlich über weite Teile des Geschehens nach Indien entführt, was endlich einmal wieder das typische Bond-Flair verbreitet, denn leben doch viele Filme der Reihe gerade von den malerischen Schauplätzen, an denen sich die Szenarien ansiedeln.

So wird man beispielsweise mit einer Menschenjagd durch den indischen Dschungel konfrontiert und kann sich zudem kaum an den herrlichen Palästen satt sehen, die hier geradezu pompös ins Bild gesetzt wurden. So erscheint es einem dann auch fast wie eine Art Kulturschock, als die Ereignisse im letzten Drittel des Filmes nach Deutschland führen, wobei die damals noch existierende DDR als Schauplatz sämtliche Klischees bedient, die man sich nur vorstellen kann. Trist und trostlos zeigt sich das Land und der Aufbau des bösen sowjetischen Gegners stellt in seiner Art auch überhaupt keine Überraschung dar. In diesem Teil des Geschehens bringt lediglich der als Bösewicht agierende Kabir Bedi (Sandokan) einen kleinen aber feinen Farbtupfer ein, zudem ist ganz generell sein purer Anblick schon absolut furchteinflössend, wobei insbesondere seine Augen so viel Bösartigkeit versprühen, das es einem phasenweise kalt über den Rücken läuft.

Die bis dahin aufgebaute Spannung erleidet in dieser Phase leider auch diverse Einbrüche, bietet das Szenario doch wenig Überraschendes und gestaltet sich vielmehr extrem vorhersehbar. Es versteht sich fast von selbst, das darunter auch das gewonnene Gesamtbild unter diesem Umstand zu leiden hat, denn die ersten beiden Drittel des Filmes waren wirklich ganz hervorragend in Szene gesetzt, wohingegen der Rest die Gesamt-Komposition doch ein wenig ins Schwanken bringt. Mit dafür verantwortlich zeichnen auch die etlichen Damen der Schöpfung, denn in kaum einem anderen Bond-Abenteuer sind dermaßen viele Damen der Schöpfung vertreten, wie es in "Octopussy" der Fall ist. Leider kommt jedoch nicht eine einzige von ihnen wirklich gut zur Geltung, denn selbst Maud Adams in der weiblichen Hauptrolle hinterlässt einen eher schwächelnden-und blassen Eindruck, womit sie für mich persönlich auch zu einem der schlechtesten Bond-Girls aller Zeiten zählt. Streckenweise wirkt die zwar stets bemühte Schwedin sogar etwas fehl am Platz, wobei ich aber keinesfalls von einer totalen Fehlbesetzung sprechen möchte, aber ein echtes Ruhmesblatt stellt ihre Performance sicherlich nicht dar.

Insgesamt gesehen geht es hier aber nach dem kleinen Durchhänger mit "In tödlicher Mission" definitiv wieder in höhere Sphären, auch wenn auch "Octopussy" bestimmt nicht zu den allerbesten Bond-Filmen zu zählen ist. Gute-und kurzweilige Unterhaltung bekommt man jedoch fast durchgehend geboten, so das man sich dieses Werk mit kleineren Defiziten immer wieder recht gut anschauen kann.


Fazit:


Trotz einer schwächelnden Maud Adams und einem vorhersehbaren letzten Film-Drittel bietet "Octopussy" ein Bond-Abenteuer, dessen Tendenz ganz eindeutig nach oben zeigt. Roger Moore agiert dieses Mal auch weitaus besser als es noch im Vorgänger der Fall war, so das man im Endeffekt von einem Teil der Reihe sprechen kann, der sich oberhalb des Durchschnitts ansiedelt.


7/10









Im Angesicht des Todes
(A View to a Kill)
mit Roger Moore, Christopher Walken, Tanya Roberts, Grace Jones, Patrick Macnee, Patrick Bauchau, David Yip, Fiona Fullerton, Manning Redwood, Alison Doody, Willoughby Gray, Desmond Llewelyn, Robert Brown
Regie: John Glen
Drehbuch: Richard Maibaum / Michael G. Wilson
Kamera: Alan Hume
Musik: John Barry
FSK 12
Großbritannien / USA / 1985

Im sibirischen Schnee findet James Bond bei der Leiche von 003 einen Mikrochip. Es gibt nur eine Erklärung dafür, wie der Chip nach Russland gekommen sein kann: Ein Mitarbeiter des Unternehmens des Industriellen Max Zorin muss ihn den Russen zugespielt haben. Bond macht eine furchtbare Entdeckung: Zorin und seine brandgefährliche Gespielin May Day sind aus genetischen Experimenten der Nazis hervorgegangen und planen nun, über Silicon Valley gleich ganz Kalifornien mittels Erdbeben zu zerstören.


Mit seinem siebenten und letzten Auftrag verabschiedet sich Roger Moore in "Im Angesicht des Todes" aus der James Bond-Reihe und hinterlässt noch einmal einen richtig glänzenden Eindruck beim Zuschauer. Neben "Der Spion, der mich liebte" handelt es sich hier meiner Meinung nach um den besten Moore-Bond und Regisseur John Glen hat in vorliegendem Fall eine richtig spannende Geschichte kreiert, die einen durchgehend bei Atem hält. Beinhalteten die letzten beiden Filme durchaus einige Schwächen, so präsentiert sich dieses Mal eine Story, die im Prinzip in allen Belangen überzeugen kann. Besonders auffallend ist jedoch der wirklich gute Cast, denn mit dem brillant agierenden Christopher Walken und der exzentrischen Grace Jones werden 007 zwei Bösewichter an die Seite gestellt, die nicht nur in optischer Hinsicht einen absoluten Farbtupfer darstellen. Walken erscheint die Rolle des offensichtlich psychopatischen Industriellen Max Zorin wie auf den Leib geschneidert und allein schon sein markantes Mimen-Spiel kristallisiert sich als absolute Augenweide heraus. Aber auch Grace Jones in der Rolle der Killerin May Day steht ihm in nichts nach und sorgt in der Rolle der Killerin für so manches Highlight, das einem die Zeit äußerst kurzweilig vertreibt. Eher selten traf Bond auf so überzeugende Gegenspieler und hier liegt auch eine der großen Stärken des Filmes verborgen, der jedoch auch in anderen Belangen keinerlei Grund zur Beanstandung bietet, was nach den letzten beiden Abenteuern geradezu eine Wohltat ist.

Lediglich die Einleitung der Geschichte stößt beim Betrachter auf wenig Gegenliebe, wird man doch schon wieder mit einer Verfolgungsjagd auf Skiern konfrontiert, was ehrlich gesagt ein wenig ermüdend erscheint. Danach jedoch geht "Im Angesicht des Todes" in die Vollen und präsentiert auch gleich im ersten Drittel das meiner Meinung nach absolute Highlight des gesamten Szenarios, denn die Verfolgungsjagd rund um den Pariser Eiffelturm ist geradezu sensationell in Szene gesetzt worden. Selbst aus heutiger Sicht können sich die entsprechenden Passagen immer noch sehen lassen und sorgen bei jeder neuerlichen Sichtung für eine erhöhte Adrenalin-Zufuhr. Selbstverständlich offenbart sich hier auch der gern gesehene Hang zum Überzogenen, was ja in den ganzen Jahren durchaus zu einem Markenzeichen der Film-Reihe geworden ist. Glen ist es jedoch erstklassig gelungen, hier eine gesunde Mischung zu finden, so das die Ereignisse nicht vollkommen aus dem Ruder laufen und so zumindest einen Hauch von Glaubwürdigkeit hinterlassen. Nch dem furiosen ersten Film-Drittel beruhigt sich das Ganze dann ein wenig und entpuppt sich als sehr gelungene Kombination aus Action-Film und Agenten-Thriller, wobei Glen ein glückliches Händchen dabei bewiesen hat, die Thematik der Geschichte in zwei Erzähl-Stränge zu splitten. Dreht sich zu Beginn fast alles um Pferde, die durch leistungssteigernde Drogen manipuliert werden, so kristallisiert sich mit der Zeit immer mehr die eigentliche Thematik heraus, die den Untergang von Silicon Valley beinhaltet, damit Zorin das weltweite Monopol für Mikro-Chips erlangen kann.

Der von ihm entwickelte Plan ist geradezu teuflisch und beinhaltet in der Folge auch so manch action-geladene Passage, bis es zum Ende hin auf einen grandiosen Showdown an der Golden Gate Bridge hinausläuft, in dem es zu einem luftigen Endkampf kommt. Mit einer Laufzeit von etwas über zwei Stunden gestaltet sich "Im Angesicht des Todes" zu keiner Zeit auch nur ansatzweise langatmig, denn selbst in den dialoglastigen Passagen erfreut man sich über absolut erstklassige Wortwechsel, die insbesondere immer dann auftreten, wenn Moore und Walken aufeinander treffen. Die beiden liefern sich so manch brillanten Wortwechsel und sorgen so dafür, das sich ein insgesamt jederzeit überzeugendes Gesamtbild ergibt. So bietet sich dem Zuschauer nach einigen schwächeren Bond-Filmen mit Roger Moore doch ein mehr als versöhnlicher Abschluss und nach nunmehr sieben Abenteuern mit dem smarten Briten fällt es schon ein wenig schwer, sich mit dem nächsten Film auf ein neues Gesicht im Bond-Universum einzustellen.

Letztendlich handelt es sich bei "Im Angesicht des Todes" um einen äußerst gelungenen Agenten-Thriller, der sich meiner Meinung nach auf jeden Fall zu den besten Filmen der gesamten Reihe gesellt. Ein starker Cast, tolles Schauspiel und eine richtig gelungene Geschichte erzeugen ein sehr stimmiges Gesamtbild, das man sich gern immer wieder zu Gemüte führt. Und auch für optische Höhepunkte ist wieder einmal gesorgt, denn während Grace Jones eher durch ihren extravaganten Kleidungsstil ins Auge fällt, bekommt man mit der bildhübschen Tanya Roberts eine Bond-Gespielin präsentiert, die einen absolute Augenweide darstellt. Das ihre schauspielerische Leistung dabei weniger ins Gewicht fällt kann man durchaus verschmerzen, denn ihr attraktives Äußeres entschädigt einen für eine eher mittelmäßige Interpretation ihrer Rolle. Der mittlerweile dritte Film von John Glen ist also bisher auch sein mit Abstand bester und man durfte also sehr gespannt sein, wie sich die Reihe mit dem neuen Gesicht eines Timothy Dalton weiter entwickeln würde, doch davon mehr an anderer Stelle.


Fazit:


So wirklich überzeugen konnte Roger Moore in der Rolle des britischen Geheimagenten eher selten, doch "Im Angesicht des Todes" gehört wohl eindeutig zu seinen besten Auftritten als James Bond. Das mag in erster Linie auch an seinen starken Gegenspielern liegen, doch auch er selbst tritt hier mit der nötigen Stärke auf, um einem das echte Bond-Feeling zu vermitteln.


8/10








Der Hauch des Todes
(The Living Daylights)
mit Timothy Dalton, Maryam d'Abo, Jeroen Krabbé, Joe Don Baker, John Rhys-Davies, Art Malik, Andreas Wisniewski, Thomas Wheatley, Desmond Llewelyn, Robert Brown, Geoffrey Keen, Walter Gotell, Caroline Bliss
Regie: John Glen
Drehbuch: Richard Maibaum / Michael G. Wilson
Kamera: Alec Mills
Musik: John Barry
FSK 16
Großbritannien / USA / 1987

Eine unbekannte Organisation tötet westliche Spitzenagenten, um das Gleichgewicht zwischen Ost und West zu stören. Nicht der russische KGB steckt dahinter, sondern ein sowjetischer Überläufer, dem James Bond zur Flucht in den Westen verholfen hat. Bei einer Verfolgungsjagd rund um den Globus legt Agent 007 mit tatkräftiger Unterstützung einer hübschen Cellistin dem Verschwörer das Handwerk.


John Glen wird sicherlich nicht als der Regisseur in der Bond-Reihe eingehen, der die spektakulärsten Geschichten in Szene gesetzt hat und so bietet auch "Der Hauch des Todes" ein eher normales Szenario, das weitesgehend auf technische Spielereien verzichtet, dem Zuschauer aber andererseits eine zu Großteilen glaubwürdige Story anbietet. Zunächst sollte man aber wohl auf die neue Besetzung in der Hauptrolle eingehen, denn mit Timothy Dalton präsentiert sich nun der mittlerweile vierte Darsteller in der Rolle des britischen Agenten James Bond und der gute Mann hatte von Beginn an mit etlicher Kritik zu kämpfen, da seine Darstellung des Charakters sich doch erheblich von den bisherigen Schauspiel-Kollegen abhob. Dies wird hier auch von Beginn an recht deutlich, hat man doch bisher eigentlich nie einen so harten Bond gesehen, was natürlich nicht jedermanns Geschmack traf, so das Dalton leider auch nur in zwei filmen in der Hauptrolle zu sehen war. Dabei hätte man dem smarten-und coolen Typen doch gern einige Abenteuer mehr gegönnt, brachte er doch viel frischen Wind in die Reihe, auch wenn dies ein wenig auf Kosten der lockeren Sprüche ging, was man meiner persönlichen Meinung nach aber durchaus verschmerzen konnte.

Mit "Der Hauch des Todes" zog eine leichte Stil-Änderung in das Bond-Universum ein, was sich insbesondere im nächsten Film sehr deutlich zu erkennen geben sollte. Doch auch in vorliegendem Film merkt man schon ganz deutlich, das die leicht überzogene und manchmal versnobte Art des Agenten gewichen war und stattdessen Härte-und Kompromisslosigkeit Einzug hielt. So bekommt man etliche Action-Passagen geboten, die allesamt nicht nur erstklassig ins Bild gesetzt wurden, sondern auch einen extrem rauen Eindruck hinterlassen. Diese Art scheint Dalton wie auf den Leib geschneidert und der gute Mann liefert eine wirklich absolut gelungene Performance ab, was dem Geschehen ganz klar seinen persönlichen Stempel aufdrückt. Und so passt auch die eher nüchterne Geschichte ganz hervorragend zum neuen Bond, der fast vollkommen auf alberne Sprüche und affektiertes Gehabe verzichtet, was man ja insbesondere bei seinem Vorgänger Roger Moore des Öfteren bemängelt hat. Ihm zur Seite hatte man mit Maryam d'Abo die weibliche Hauptrolle nahezu perfekt besetzt, die Dame sieht nämlich nicht nur verdammt gut aus, sie mischt auch ordentlich mit im bunten Treiben, das sich rund um den gesamten Erdball abspielt. Ich kann mich nicht daran erinnern, das 007 einmal eine so aktive-und draufgängerische Dame zur Seite gestellt wurde, die viel mehr als nur ein hübsches Bett-Häschen darstellt.

Wer nun aber denkt das die Neuerungen damit abgeschlossen wären sieht sich getäuscht, denn auch die gute alte Miss Moneypenny wurde ersetzt, denn mit Caroline Bliss bekommt man nun eine junge Version vor die Augen gesetzt, was eigentlich weitaus gewöhnungsbedürftiger erscheint als die Neubesetzung der Titel-Rolle. Und so präsentiert sich "Der Hauch des Todes" als ein Film mit vielen Neuerungen, die manchem Fan nicht wirklich geschmeckt haben. Vor allem der Wandel im Charakter des James Bond lag vielen Leuten sehr schwer im Magen, hatten doch Sean Connery und Roger Moore diese Figur mit einer unverwechselbaren Art interpretiert, die nun teilweise nicht mehr vorhanden war. Mir persönlich hat das sehr gut gefallen und obwohl Sean Connery für mich immer der beste Bond-Darsteller bleiben wird, siedelt sich gleich dahinter Mr. Dalton an, der sich jedoch leider nicht durchsetzen konnte. Aus heutiger Sicht finde ich das besonders bedauerlich, denn hätte man an ihm festgehalten, wäre der Reihe eventuell ein anderer Weg vorgeschrieben gewesen, denn die hier an den Tag gelegte neue Richtung ist einfach grandios und nach einigen schwächeren Bond-Filmen der Vorjahre machte es endlich wieder richtig Spaß, sich auf das nächste Abenteuer zu freuen. Leider wird diese mittlerweile vierte Regie-Arbeit von John Glen viel zu oft vollkommen unterbewertet, denn im Prinzip präsentiert sich ein richtig harter-und guter Agenten-Thriller, den man sich auch in der heutigen Zeit immer wieder gut anschauen kann.

Der Wechsel in der Hauptrolle, eine neue Miss Moneypenny und eine Härte, die man bisher von James Bond gar nicht gewöhnt war sind die Neuerungen, die "Der Hauch des Todes" mit sich bringt. Der Film spaltet von jeher die Lager der Bond-Fans und ich zähle mich zu denjenigen, die dieses Werk als eines der besten der gesamten Reihe bezeichnet. Vielleicht mag es 007 ein wenig an Lockerheit und Eleganz fehlen, doch diese Neuerung steht dem Charakter sehr gut zu Gesicht. Timothy Dalton ist der erste Darsteller, der einen Geheimagenten auch so darstellt, das man ihm die Rolle wirklich abnimmt. Es erscheint wie eine Art Frischzellen-Kur für eine Figur, die in den letzten Jahre doch so einige Male Abnutzungserscheinungen erkennen ließ und ein Daniel Craig wäre heute froh, wenn er nur annähernd so gut-und überzeugend agieren würde, wie es Dalton vor fast drei Jahrzehnten getan hat.


Fazit:


Die Bond-Reihe hat sicherlich einige weitaus spektakulärere Geschichten erzählt, als wie es in "Der Hauch des Todes" der Fall ist. Dennoch ist es ganz einfach das neue Gesamtbild, das hier in allen Belangen überzeugen kann und dem Zuschauer einen neuen Bond offeriert, den man gern öfter als nur zweimal in Action gesehen hätte. Dafür bekommt man aber im Nachfolger "Lizenz zum Töten" den wohl härtesten Bond aller Zeiten zu sehen, denn was hier schon für manch einen ungewohnt erscheint, erfährt dann seinen absoluten Höhepunkt.


8,5/10











Lizenz zum Töten
(Licence to Kill)
mit Timothy Dalton, Carey Lowell, Robert Davi, Talisa Soto, Anthony Zerbe, Frank McRae, David Hedison, Wayne Newton, Benicio Del Toro, Anthony Starke, Everett McGill, Desmond Llewelyn, Pedro Armendáriz Jr
Regie: John Glen
Drehbuch: Michael G. Wilson / Richard Maibaum
Kamera: Alec Mills
Musik: Michael Kamen
FSK 16
Großbritannien / USA / 1989

James Bond ist Trauzeuge bei der Hochzeit seines Ex-Kollegen Felix Leiter. Ihre Freude über die gemeinsame Verhaftung des Drogenbosses Sanchez hält nicht lange an. Der Südamerikaner flüchtet, ermordet die Braut und foltert Leiter fast zu Tode. Sein Freund Bond sinnt nach Rache. Prompt entzieht ihm "M" für sein eigenmächtiges Handeln die Lizenz zum Töten. Auf eigene Faust reist er zu Sanchez' Hauptquartier in Isthmus City. Dort vereitelt er im Alleingang zunächst größere Drogengeschäfte, um dann die als Meditationszentrum getarnte Drogenfabrik des Südamerikaners in die Luft zu jagen und schließlich Sanchez nach abenteurlicher Verfolgungsjagd auszuschalten.


Mittlerweile handelt es sich hier um den fünften Film der Bon-Reihe nacheinander, der unter der Regie von John Glen entstanden ist und gleichzeitig ist es leider auch das letzte Abenteuer, in dem man Timothy Dalton als James Bond bewundern kann. Zumindest hat man Dalton aber einen äußerst gelungenen Abgang beschert, denn "Licence to Kill" bietet dem Zuschauer gut zwei Stunden lang allerbeste Unterhaltung und beinhaltet dabei etliche richtig rasante Action-Passagen, die für eine erhöhte Adrenalin-Zufuhr sorgen. Es dürfte sich wohl um den persönlichsten Bond überhaupt handeln, denn dieses Mal ist der britische Geheimagent vollkommen auf sich allein gestellt und verfolgt keinen offiziellen Auftrag, es steht nämlich ein reiner Rachefeldzug auf dem Plan, in dem James Bond seinen alten Freund Felix Leiter und dessen ermordete Ehefrau rächen will. Dafür entzieht er sich sogar dem Zugriff seines Vorgesetzten, der keinerlei Verständnis für die Gefühle seines Untergebenen aufbringen kann und die Ausführung seines Planes unterbinden will.

Die Geschichte an sich ist im Prinzip recht simpel gehalten, was in vorliegendem Fall jedoch keinesfalls als negativer Kritikpunkt aufzufassen ist. Bonds Gegner ist ein Drogen-Boss, den man mit dem charismatischen Robert Davi absolut perfekt besetzt hat. Nahezu grandios interpretiert er die Figur des völlig emotionslosen Kartell-Chefs, der auch von der Optik her die Ideal-Besetzung für diese Rolle ist. Anders als im Vorgänger "Der Hauch des Todes" hat John Glen hier auch auf einige technische Spielereien gesetzt, die aber nicht so überzogen erscheinen wie in vielen anderen Filmen der Reihe. Vielmehr stellen sie eine äußerst unterhaltsame Ergänzung dar und lassen das Geschehen auch weitaus spektakulärer erscheinen, wie es in den letzten Filmen oft der Fall war. Das Ganze fügt sich hier sehr gut zusammen und ergibt im Zusammenhang mit der harten Action ein sehr stimmiges Gesamtbild, an dem man seine helle Freude hat. Dalton erscheint einmal mehr extrem hart, wobei in dieser Geschichte auch des Öfteren leichte Spuren einer Überreaktion zu erkennen sind. Durch seinen persönlichen Schmerz betäubt, unterlaufen dem ansonsten so abgeklärten Agenten diverse Fehler und an diversen Stellen wirkt er ein wenig unkonzentriert.

Durch diesen Aspekt wird der Figur ein menschlicher Zug verliehen, der ihr äußerst gut zu Gesicht steht und sie meiner Meinung auch mit zusätzlichen Sympathiewerten versorgt, denn selbst 007 kann also in Situationen gelangen, die ihn an seine emotionalen Grenzen bringen, was hier mehr als einmal sehr gut in Szene gesetzt wurde. Gleichzeitig lässt sich Bond aber auf keinen Fall von seinem eingeschlagenen Weg abbringen und versucht mit sämtlichen Mitteln, seinen Gegner in die Enge zu treiben. Dabei gerät er so manches Mal selbst in Situationen, in denen sein Leben nur noch an einem seidenen Faden hängt. So kann man sich also auf ein durchgehend faszinierendes Film-Erlebnis freuen, in dem es etliche Höhepunkte zu sehen gibt. Und auch wenn manche davon etwas übertrieben dargestellt werden, ändert das rein gar nichts an der Klasse dieses Filmes, der meiner persönlichen Meinung nach ganz weit oben in der Bewertungs-Skala einzuordnen ist. Jede Menge Tempo, gutes Schauspiel und eine jederzeit sehr spannende Geschichte machen es dabei umso schwerer, Abschied von einem Timothy Dalton zu nehmen, den man doch gern öfter in der Rolle des James Bond gesehen hätte.

"Licence to Kill" ist einer der besten Filme der gesamten Reihe und ich frage mich auch heute immer noch, warum der gute Dalton bei den Leuten nie richtig angekommen ist. Wie wertvoll und erfrischend anders er in der Rolle des britischen Agenten war, merkt man wohl erst so richtig im nachhinein, denn auch sein Nachfolger Pierce Brosnan sollte nicht den allerbesten Stand bei den Fans haben, obwohl man mit ihm eigentlich wieder näher an Connery und Moore heran rückte. Dieser letzte Film von John glen war auch gleichzeitig sein bester Beitrag zur Bond-Reihe und bietet ein knallhartes Agenten-Abenteuer, in dem ein großartig aufgelegter Timothy Dalton noch einmal so richtig zeigt, was er alles drauf hat.


Fazit:


Action satt, Tempo ohne Ende und ein äußerst spektakuläres Finale ergeben hier ein mehr als stimmiges Gesamtbild. Es ist wohl definitiv einer der rasantesten Beiträge der gesamten Film-Reihe, der gleichzeitig den Abschied eines der besten Bond-Darsteller aller Zeiten beinhaltet, was einen auch im nachhinein immer noch ein wenig traurig stimmt.


9/10









GoldenEye
(GoldenEye)
mit Pierce Brosnan, Sean Bean, Izabella Scorupco, Famke Janssen, Joe Don Baker, Judi Dench, Robbie Coltrane, Gottfried John, Alan Cumming, Tchéky Karyo, Desmond Llewelyn, Samantha Bond, Michael Kitchen
Regie: Martin Campbell
Drehbuch: Michael France / Jeffrey Caine / Bruce Feirstein
Kamera: Phil Meheux
Musik: Eric Serra
FSK 16
Großbritannien / USA / 1995

Die russische Mafia-Gruppe Janus hat "Goldeneye", zwei Satelliten, deren elektromagnetische Strahlen alles Leben auf der Erde vernichten können, in ihre Kontrolle gebracht. Der Chef dieser kriminellen Bande ist Ex-"006" Alec Trevelyan, James Bonds ehemaliger Kollege. Zusammen mit der Computerspezialistin Natalya Simonova setzt sich 007 auf die Spuren des Verräters. Der Weg führt die beiden über Monaco und St. Petersburg bis nach Kuba in die Kommando-Zentrale von Janus.


Nachdem 1989 Timothy Dalton nach nur zwei Bond-Abenteuern schon wieder seinen Hut nehmen musste, trat die längste Pause zwischen zwei Filmen der Reihe ein. Volle sechs Jahre mussten sich die Fans gedulden, bis mit "GoldenEye" der nächste Bond-Film erschien, in dem eigentlich nur noch die Figur des guten "Q" an glorreiche Zeiten erinnert. Ansonsten ist nämlich so gut wie alles neu gestaltet, denn nicht nur die Person des James Bond wurde hier mit Pierce Brosnan neu besetzt, sondern das gesamte Ambiente des Bond-Universums hat einen neuen Anstrich erhalten. "M" wird mittlerweile von einer Frau dargestellt und zwischen ihr und 007 kommt es auch zu augenscheinlichen Spannungen, die in diversen Passagen ganz offensichtlich in den Vordergrund treten. Nun ist Brosnan rein von der Optik her vielleicht sogar der beste Bond-Darsteller aller Zeiten, doch nur das perfekte Aussehen allein ist längst keine Garantie dafür, das man den Charakter auch überzeugend darstellt. Zwar sichtlich bemüht eine ordentliche Figur abzugeben, fehlt es Brosnan am nötigen Charme, um in die großen Fußstapfen seiner Vorgänger zu schlüpfen und diese auch auszufüllen. So fehlt es ihm ganz eindeutig an der nötigen Lockerheit, die beispielsweise Connery und Moore immer an den Tag gelegt haben was man insbesondere in den humorigen Momenten des Szenarios feststellen muss. Wirkte der Humor in den vorherigen Werken manchmal schon etwas zu übertrieben, so präsentiert er sich in vorliegendem Film schon etwas zu trocken, so das im Prinzip relativ wenige Szenen auffallen, die dem Zuschauer einen dezenten Schmunzler abringen können.

Der wesentlichste Unterschied zu den bisherigen Filmen der Reihe besteht aber wohl darin, das "GoldenEye" auch im Bezug auf die vorhandene Action neue Maßstäbe setzt, wobei diese nicht unbedingt als rein positiv zu bezeichnen sind. Schon in der Eröffnung des Geschehens kann man sich denken, in welche Richtung das Ganze tendieren wird, denn wohl kaum eine andere Einleitungs-Sequenz in einem Bond-Film wurde so dermaßen übertrieben dargestellt, wie es hier der Fall ist. Nun hat dem smarten Agenten ja eigentlich immer der Touch des Unbesiegbaren angehaftet, doch mittlerweile wird 007 schon fast wie ein Superheld aus dem Marvel Universum dargestellt, der mit übernatürlichen Fähigkeiten ausgestattet ist. Selbstverständlich wirkt das alles äußerst spektakulär und ist zudem auch erstklassig in Szene gesetzt worden, doch die Glaubwürdigkeit des Szenarios reduziert sich dadurch auf ein absolutes Minimum, was dem gewonnenen Gesamtbild eher schadet, als das es dadurch aufgewertet wird. Es präsentieren sich fast schon hanebüchene Stunts, die man beim besten Willen nicht ernst nehmen kann und in diversen Passagen erscheint die Geschichte fast schon ein wenig lächerlich.

Damit wir uns nicht falsch verstehen, vom reinen Unterhaltungswert her ist "GoldenEye" eine regelrechte Action-Granate, doch die Figur des James Bond wird phasenweise schon der Lächerlichkeit preisgegeben. Unzählige technische Spielereien lassen die Ereignisse stellenweise schon fast in den Fantasy-Bereich abdriften, als das man hier noch von einem erntszunehmenden Agenten-Thriller sprechen könnte. Dafür ändert sich aber wohl ein Aspekt der bond-Filme nie, den n auch hier sind einmal mehr etliche hübsche Damen am Start, von denen Famke Janssen den wohl besten Eindruck hinterlässt. In ihrer Rolle als gnadenlose Killerin liefert die hübsche Dänin eine nahezu perfekte Performance ab und ist somit ein absoluter Lichtblick in einem ansonsten nicht gänzlich überzeugendem Film. So reduziert sich vorliegendes Werk dann auch hauptsächlich auf seine zugegebenermaßen extrem spektakulären Action-Passagen, an den Genre-Fans ganz sicher ihre Freude haben werden. Wer jedoch einen echten Bond erwartet, wird wohl eher eine kleine Enttäuschung erleben, da zu viele Neuerungen eingebaut wurden, die dem Gesamtbild nicht unbedingt förderlich sind. Natürlich könnte man damit argumentieren, das die Reihe eine zeitgemäße Aufrüstung benötigt hat, doch ein solch grenzenlos überzogenes Spektakel zu inszenieren, kann auch nicht der Weisheit letzter Schluss sein.

"GoldenEye" ist im Endeffekt aber lediglich der Auftakt zu einer Ära von vier Filmen, die alle nach dem gleichen Strickmuster aufgebaut wurden. Mit Pierce Brosnan in der Hauptrolle hat man dabei einen Darsteller verpflichtet, der den Charakter des Geheimagenten auf seine ganz eigene Art interpretiert. Diese gefällt sicherlich nicht jedem und stellenweise weiß man erst jetzt einen oft unterschätzten Roger Moore so richtig zu würdigen, der in der Rolle auf jeden Fall weitaus charmanter und lockerer agiert hat. Dennoch ist auch Brosnan nicht so schlecht wie viele Leute ihn machen, doch muss man sich ganz eindeutig erst einmal an die neue Richtung gewöhnen, die mit "GoldenEye" eingeschlagen wurde.


Fazit:


Unterhaltsam und kurzweilig ist dieser Film auf jeden Fall, doch in der Rangliste aller Bond-Filme ist er sicherlich nicht ganz vorn anzusiedeln. Im Normalfall behauptet man ja immer das neue Besen gut kehren, was in vorliegendem Fall aber nicht unbedingt zutrifft. Zu viel Action und zu wenig Story zeichnen einen Gesamteindruck, der nicht gänzlich überzeugend ist, so das sich der film lediglich im normalen Durchschnitts-Bereich ansiedeln kann.


6,5/10











Der Morgen stirbt nie
(Tomorrow Never Dies)
mit Pierce Brosnan, Jonathan Pryce, Michelle Yeoh, Teri Hatcher, Ricky Jay, Götz Otto, Joe Don Baker, Vincent Schiavelli, Judi Dench, Desmond Llewelyn, Samantha Bond, Colin Salmon, Geoffrey Palmer
Regie: Roger Spottiswoode
Drehbuch: Bruce Feirstein
Kamera: Robert Elswit
Musik: David Arnold
FSK 16
Großbritannien / USA / 1997

Der machtgierige Medienmogul Elliot Carver hat ein makabres Hobby: Er kreiert Nachrichten, die er dann in seiner Zeitung "Morgen" veröffentlicht, am liebsten selbst. Um nun auch den profitablen chinesischen Markt zu erobern, ist Carver jedes Mittel recht. Also versucht der Größenwahnsinnige, mit einem fürs Radar unsichtbaren U-Boot einen verheerenden Dritten Weltkrieg anzuzetteln. Nur der britische Super-Agent James Bond kann dem skrupellosen Zeitungsbaron das Handwerk legen.


Nachdem mit dem zwei Jahre zuvor erschienenen "GoldenEye" eine neue Richtung in der James Bond Ära eingeschlagen wurde, durfte man nun sehr gespannt darauf sein, ob dieser Stil auch im Nachfolger "Der Morgen stirbt nie" beibehalten wurde. Und wenig überraschend gestaltet sich dann auch dieses Werk in der gleichen Machart, so das der Zuschauer sich einmal mehr auf ein wahres Action-Spektakel einstellen kann, das aber auch gleichzeitig eine recht interessante Geschichte erzählt. Nach ziemlich langer Zeit bekommt es Bond hier auch mal wieder mit einem offensichtlich größenwahnsinnigen Gegner zu tun, der von Jonathan Pryce absolut grandios dargestellt wird. In der Rolle des Medienmoguls Carver liefert der gute Mann eine eindrucksvolle Performance ab, bei der er insbesondere durch seine hervorragende Mimik absolut überzeugen kann. Mit Götz Otto steht ihm ein Mann aus Deutschland an der Seite, der für die Beseitigung diverser Probleme verantwortlich ist, was zwangsläufig das Ableben diverser Personen bedeutet.

Wie eigentlich kaum anders zu erwarten, definiert sich auch dieser zweite Bond-Film mit Pierce Brosnan in der Hauptrolle hauptsächlich durch eine Unmenge an Action-Sequenzen, die streckenweise wieder einmal vollkommen überzogen daher kommen, aber absolut erstklassig in Szene gesetzt wurden. Und so langsam gewöhnt man sich ehrlich gesagt an diesen neuen Stil, wobei einem auch Brosnan mittlerweile immer besser in der Rolle des Agenten gefällt. Sicher versprüht er nicht unbedingt den Charme seiner Vorgänger und auch die flapsigen Sprüche kommen ihm mit einer ungewohnten Ernsthaftigkeit über die Lippen, aber diese leichte Veränderung des Haupt-Charakters erscheint dennoch absolut passend und ist letztendlich eine gute Ergänzung zu den ganzen anderen Neuerungen. Gerade seine eher trockene Art des Humors sagt einem hier viel mehr zu als es noch in "GoldenEye" der Fall war und so kommt es auch in diversen Passagen zu einer wunderbaren Situationskomik. Lediglich der neue Superhelden-Anstrich erscheint immer noch ein wenig störend und lässt das Szenario wenig glaubhaft erscheinen, denn die vorhandenen Stunts sind zwar allesamt extrem spektakulär ins Bild gesetzt worden, hinterlassen aber phasenweise einen schon wahnwitzigen Eindruck beim Zuschauer.

Für den wahren Action-Junkie offenbart sich also einmal mehr ein Geschehen voller Höhepunkte, der eingefleischte Bond-Fan wird das Ganze jedoch eher etwas kritischer beäugen, verliert die Reihe doch durch diese neue Richtung ein wenig von ihrem Charme, der sie über so viele Jahre begleitet hat. Das ständige Aufrüsten bei den technischen Spielereien und die unzähligen neuen Gadgets sind sicherlich ein optisches Highlight, doch an einigen Stellen wirkt das Geschehen schon ein wenig überladen. Wie dem aber auch sei, 007 ist im Zeitalter des High-Tech angekommen und das merkt man den neuen Abenteuern auch in jeder Phase an. Rein vom Zeitgeist her ist das auch alles in Ordnung, jedoch verliert sich ein wenig der Nostalgie-Faktor, den man bisher eigentlich immer verspüren konnte. Dieser wird im Prinzip nur noch durch Desmond Llewelyn vertreten ist, denn der gute Mann zählt mittlerweile schon längst zum Inventar der Reihe und ist immer noch in der Rolle des "Q" zu bewundern. Ansonsten jedoch ist nicht mehr viel vom einstigen Bond-Spirit zu verspüren, denn mittlerweile tendieren die Werke vom Agenten-Thriller schon längst mehr in die Richtung des spektakulären Action-Kinos, was eben auch dem neuen Zeitalter geschuldet ist.

Im Endeffekt ist "Der Morgen stirbt nie" auf jeden Fall ein extrem kurzweiliger Film, der vom reinen Unterhaltungswert ziemlich weit oben anzusiedeln ist. Zudem gewöhnt man sich an die neue Figur des James Bond und Brosnan und mittlerweile vermag Brosnan auch durchaus Sympatie-Punkte beim Betrachter zu sammeln, was beim Vorgänger "GoldenEye" noch nicht so sehr der Fall war. Vielleicht braucht man ganz einfach ein wenig Zeit, um sich an die vielen Neuerungen zu gewöhnen, war man doch über Jahrzehnte mit anderen Szenarien konfrontiert worden, die den Bond-Fan schließlich auch nachhaltig geprägt haben.


Fazit:


"Der Morgen stirbt nie" hat mir persönlich besser gefallen als der erste Film mit Brosnan, wobei ich insbesondere die Geschichte als äußerst interessant empfunden habe. Denn auch wenn diese extrem überspitzt in Szene gesetzt wurde, versteckt sich hinter ihr doch auch eine gewisse sozialkritische Note, da man sich auch in der Realität nur allzu oft von irgendwelchen Medien manipulieren lässt.


7,5/10












Die Welt ist nicht genug
(The World is Not Enough)
mit Pierce Brosnan, Sophie Marceau, Robert Carlyle, Denise Richards, Robbie Coltrane, Judi Dench, Desmond Llewelyn, John Cleese, Maria Grazia Cucinotta, Samantha Bond, Michael Kitchen, Colin Salmon
Regie: Michael Apted
Drehbuch: Neal Purvis / Robert Wade
Kamera: Adrian Biddle
Musik: David Arnold
FSK 12
Großbritannien / USA / 1999

Im Hauptquartier des britischen Geheimdienstes kommt Öl-Multi-Sir Robert King bei einem Bombenanschlag ums Leben. Agent 007 soll den Mörder entlarven und gleichzeitig Elektra, die bildhübsche Erbin des Milliarden-Imperiums, vor berüchtigten internationalen Terroristen beschützen. Mit der Nuklearwaffen-Expertin Dr. Christmas Jones an seiner Seite beginnt Bonds gefährliche Mission. Die Spur führt zu dem skrupellosen Hightech-Terroristen Renard. Eine Kugel im Gehirn macht ihn gegen jede Art von körperlichen Schmerzen immun und so zu einem ungewöhnlich tödlichen Feind.


Im nunmehr neunzehnten Abenteuer der langlebigsten Film-Reihe aller Zeiten ist zum dritten Mal Pierce Brosnan am Start und leider gibt es nichts Neues zu vermelden, was die Bond-Reihe eventuell positiv beeinflussen könnte. Spätestens mit diesem Werk wird klar, das die Macher nun eine bestimmt Schiene befahren und sich dabei schwerlich vom eingeschlagenen Kurs abbringen lassen wollen. Die Geschichten geben nicht mehr das her, was man in etlichen älteren Filmen immer so geschätzt hat und so entfaltet sich auch hier recht schnell ein Szenario, das sich weniger mit dem Charakter Bond, sondern vielmehr mit einem Geschehen voller Action beschäftigt und so nicht mehr den Charme früherer Jahre versprühen kann. Dabei ist "Die Welt ist nicht genug" im Bezug auf die Action der "normalste" der letzten 3 Filme, auch wenn die Eröffnung der Geschichte eventuell etwas anderes vermuten lässt. Das soll jetzt aber keinesfalls bedeuten, das sich nicht auch hier spektakuläre Passagen zeigen, in denen es einmal mehr ordentlich überzogen zugeht, doch insbesondere im Vergleich mit "GoldenEye" gestaltet sich das Ganze auf einem eher harmlosen Level. Dadurch wird die Story aber auch nicht besser, die dieses Mal sogar einige kleinere Längen beinhaltet, die man sicherlich hätte vermeiden können.Dafür bekommt man es in vorliegendem Fall jedoch mit zwei bildhübschen Gespielinnen an der Seite des zum Supermann mutierten Bond zu tun, denn Denise Richards und Sophie Marceau schmeicheln vor allem dem Auge des männlichen Zuschauers.

Während Richards aber nicht über den Status der nett aussehenden Staffage hinauskommt, ist es ganz besonders Marceau zu verdanken, das man den Film am Ende doch noch ein wenig aufwertet, was jedoch nicht allein ihrem blendenden Aussehen zu verdanken ist. Natürlich fällt dies zwar zuerst ins Auge, denn je älter und reifer die gute Frau wird, desto attraktiver scheint sie zu werden. An dieser Stelle kann man Brosnan dann auch das erste Mal wirklich beneiden, denn vor allem in der obligatorischen Bettszene hätte man doch nur zu gern mit ihm getauscht. Doch auch schauspielerisch verkörpert die Französin gekonnt das scheinbar schüchterne Mädchen das seinem Entführer verfallen ist und obwohl sie zu den Bösen zu zählen ist, sind ihr die Sympatiewerte des Betrachters auf jeden Fall gewiss. Dafür kommt der eigentliche Schurke in diesem Abenteuer eher weniger zur Geltung, denn die Figur des Terroristen Renard kommt so gut wie gar nicht zur Geltung und führt aufgrund dessen vielmehr ein verkümmertes Schatten-Dasein. Das ist sicherlich auch in der recht schwachen Darstellung von Robert Carlyle begründet, der in keiner Phase so richtig zu überzeugen weiß, andererseits bieten die Spielanteile der Rolle auch keinerlei größere Entfaltungs-Möglichkeiten. Bei diesem Punkt wäre viel mehr möglich gewesen und eine ausführlichere Charakter-Beleuchtung hätte da ganz bestimmt geholfen.

Dennoch gestaltet sich "Die Welt ist nicht genug" größtenteils äußerst kurzweilig-und unterhaltsam, die Macher halten sich an die Gesetze des Marktes und bieten insbesondere der jüngeren Generation das was sie erwartet. Etliche teils überzogene Action-Sequenzen, eine Menge Tempo und absolut waghalsige Stunts. Das dabei die Geschichte ein wenig auf der Strecke bleibt, scheint dabei lediglich die alteingesessenen Fans der Reihe wirklich zu stören. Ob der seit numehr drei Filmen eingeschlagene Weg denn auch der richtige war, konnte man zu diesem Zeitpunkt nicht beantworten, doch schon im übernächsten Film sollte das Bond-Universum eine Radikal-Kur erhalten, über die an anderer Stelle noch zu sprechen ist. Vorliegender Film gehört jedoch ganz eindeutig nicht in die obere Bewertungs-Skala, wenn man sich einmal alle bisherigen 19 Abenteuer des britischen Geheimagenten vor Augen hält, dennoch hat man sich mittlerweile an den neuen Bond gewöhnt und auch Pierce Brosnan wird einem mit der Zeit immer sympatischer.

Doch auch für ihn läuteten hier schon leise die Abschiedsglocken, sollte doch sein nächster Auftritt auch schon wieder der Letzte sein. Wie gut der gebürtige Ire dann wirklich in der Rolle des James Bond agiert hat, sollte einem erst einige Jahre später bewusst werden, denn der weitere Wechsel zu Daniel Craig war meiner persönlichen Meinung nach das Fatalste, was man dieser Film-Reihe antun konnte.


Fazit:


"Die Welt ist nicht genug" gehört keinesfalls zu den allerbesten Bond-Filmen, bietet aber in seiner Gesamtheit leicht überdurchschnittliche Film-Kost, die sich durch eine absolut bezaubernde Sophie Marceau ganz automatisch ein wenig selbst aufwertet. Ansonsten bleibt alles beim Alten, so das man nicht mit sonderlich viel Innovation rechnen sollte, die in der Reihe aber schon länger als verschollen gilt.


7/10









Stirb an einem anderen Tag
(Die Another Day)
mit Pierce Brosnan, Halle Berry, Toby Stephens, Rosamund Pike, Rick Yune, Judi Dench, John Cleese, Michael Madsen, Will Yun Lee, Kenneth Tsang, Emilio Echevarría, Mikhail Gorevoy, Lawrence Makoare, Madonna
Regie: Lee Tamahori
Drehbuch: Neal Purvis / Robert Wade
Kamera: David Tattersall
Musik: David Arnold
FSK 12
Großbritannien / USA / 2002

Wegen eines Verräters aus den eigenen Reihen landet James Bond in nordkoreanischer Gefangenschaft. Als er nach 14 Monaten Haft wieder in die Freiheit zurückkehrt, sinnt 007 auf Rache. Vom Geheimdienst im Stich gelassen, sucht er den Schurken auf eigene Faust und findet ihn im zwielichtigen Diamantenmillionär Graves. Der will der Welt mittels Hi-Tech im All eine zweite Sonne "schenken", deren Strahlen ganze Länder zu verwüsten vermögen. Gut, dass Bond da in der aparten Geheimagentin Jinx eine ebenbürtige Verbündete findet...


Es gibt nicht wenige Leute, die diesen letzten Film mit Pierce Brosnan in der Hauptrolle als seinen schwächsten Auftritt bezeichnen, für mich persönlich liegt hier jedoch das beste und interessanteste Abenteuer des Iren vor, denn die erzählte Geschichte bietet absolut erstklassige Unterhaltung mit jeder Menge herausragender Action-Sequenzen, die man mittlerweile auch schon gar nicht mehr missen möchte. Man kann sich denken, das es sich einmal mehr um ein wahres Feuerwerk an Stunts handelt, denn dieses Mal ist 007 so richtig sauer, musste er doch aufgrund eines Verrates lange Zeit in nordkoreanischer Haft bleiben und dort unsägliche Folterungen über sich ergehen lassen. Von den eigenen Leuten fallen gelassen nimmt er das Heft des Handelns selbst in die Hand und macht sich auf die Suche nach dem Verräter, wobei ihn seine Reise nach Island führt. Brosnan kann hier als grimmiger und mit Wut beladener Geheimagent punkten, man nimmt ihm die Rolle durchgehend ab und ist so mittlerweile fast schon traurig gestimmt, das er in "Stirb an einem anderen Tag" seinen letzten Einsatz bestreitet, bevor die gesamte Film-Reihe danach ein komplettes Reboot erhalten sollte. So kann man dann auch diesen 20. Jubiläums-Bond als Ende einer Ära ansehen, die nach nunmehr 40 Jahren zu Grabe getragen wird, um danach wieder ganz am Anfang zu starten.

Regisseur Lee Tamahori hat hier noch einmal sämtliche typischen Bond-Zutaten zu einem extrem unterhaltsamen Mix zusammengefügt und präsentiert dem Zuschauer somit ein Werk, das es wirklich in sich hat. Das man dabei einmal mehr ein wahres Spektakel an Action-und waghalsigen Stunts geboten bekommt ist dabei keine wirkliche Überraschung mehr, ist dies doch in der Zwischenzeit zu einem absoluten Markenzeichen der Brosnan-Filme geworden, das man sogar schon ein wenig lieb gewonnen hat. Diese sind selbstverständlich wieder regelrecht bombastisch in Szene gesetzt worden und mittlerweile erscheint es auch längst nicht mehr so störend, das immer wieder der Hang zum stark Überzogenen vorhanden ist. Es macht einfach nur Spaß, die wilden Verfolgungsjagden im isländichen Eis zu beobachten, oder Bond in seinem neuen-und mit einer Tarnvorrichtung versehenen Super-Auto durch einen Eispalast fahren zu sehen, der langsam am schmelzen ist. "Stirb an einem anderen Tag" ist also noch einmal ein absolutes Action-Highlight, das aber nebenbei auch noch eine immer spannende Geschichte erzählt, die einen bis zur letzten Minute bei Atem hält.

Mit Hale Berry bekommt man es auch mit einem der hübschesten Bond-Girls überhaupt zu tun und die gute Frau tut sich an dieser Stelle nicht nur ausschließlich als optischer Blickfang hervor. Selbst als Agentin der Amerikaner tätig, versüßt sie dem smarten Briten nicht nur die Nächte, sondern kann auch in Sachen Action etliche Pluspunkte verbuchen. In einem kurzen Gastauftritt kann man zudem sogar Superstar Madonna beobachten, wobei ihre Rolle so klein ausgelegt ist, das man sich kaum ein Urteil darüber erlauben kann, ob in dem Mega-Star auch ungeahnte darstellerische Fähigkeiten schlummern. Was einem in diesem Film ein wenig fehlt ist der gute alte "Q", handelt es sich hier doch um das erste Werk, das ohne den zu diesem Zeitpunkt leider verstorbenen Desmond Llewelyn auskommen muss. Ersetzt wird dieser durch John Cleese, der das Urgestein jedoch nicht gleichwertig ersetzen kann. Mit Llewelyn ist somit auch das letzte Stück Nostalgie verschwunden, das der Film-Reihe noch beigewohnt hat und dieser Verlust ist fast noch schmerzhafter als der ständige Wechsel der Darsteller in der Hauptrolle, an die man sich innerhalb der Jahrzehnte gewöhnt hat.

Im Endeffekt wurde Pierce Brosnan hier ein wirklich würdiger Abschluss bereitet und in etlichen Passagen erscheint "Stirb an einem anderen Tag" schon fast wie ein Best of aus sämtlichen Bond-Filmen, die man in den ganzen Jahren zu Gesicht bekommen hat. Mit dem nächsten Film "Casino Royale" sollte dann der totale Schnitt folgen und die Uhren wieder auf 0 gestellt werden, denn mit Daniel Craig wurde nicht nur ein neuer Geheimagent präsentiert, sondern auch der zeitliche Rahmen vollkommen abgeändert. Die James Bond-Saga beginnt also von Neuem und verprellt damit etliche alt eingesessene Fans, doch davon an anderer Stelle mehr. Zunächst aber sollte man dieses letzte Abenteuer des alten 007 noch einmal richtig genießen, denn in dieser Form wird es den smarten James Bond wohl nie wieder geben, was schon ein wenig Wehmut aufkommen lässt.


Fazit:


Hübsche Frauen, faszinierende Bilder, eine spannende Geschichte und ein Feuerwerk an erstklassiger Action ergeben ein Gesamt-Paket, das sich wirklich sehen lassen kann. Unter den vier Filmen in denen Brosnan die Hauptrolle gespielt hat, handelt es sich hier meiner Meinung nach um den besten und somit ist "Stirb an einem anderen Tag" auch immer wieder eine neuerliche Sichtung wert.


8/10









Casino Royale
(Casino Royale)
mit Daniel Craig, Eva Green, Mads Mikkelsen, Judi Dench, Jeffrey Wright, Giancarlo Giannini, Caterina Murino, Simon Abkarian, Isaach De Bankolé, Jesper Christensen, Ivana Milicevic, Tobias Menzies
Regie: Martin Campbell
Drehbuch: Neal Purvis / Robert Wade / Paul Haggis
Kamera: Phil Meheux
Musik: David Arnold
FSK 12
Bahamas / Deutschland / Großbritannien / Tschechische Republik / USA / 2006

Der geheimnisvolle Le Chiffre fungiert als Geldwäscher für international operierende Terrororganisationen und vermehrt mittels geschickter Börsenspekulationen seinen Reichtum. Agent James Bond soll ihn nun im Glücksspielhaus um eben diesen bringen, beim Poker und mit Hilfe der verführerischen, zunächst überaus kratzbürstigen Kollegin Vesper Lynd. Das ist aber leichter gesagt als getan, denn der Blut weinende Bösewicht besticht nicht nur als begnadeter Zocker, er riecht auch schnell Lunte und unternimmt fortan alles, um den Plan Bonds zu vereiteln.


Das war er nun also, der ominöse erste Bond-Film mit Daniel Craig, der die Meinungen der Fans so sehr gespalten hat, wie wohl noch kein anderes Abenteuer des britischen Geheimagenten. Vier Jahre nach dem letzten Auftritt von Pierce Brosnan präsentiert sich ein vollkommen neues Konzept, denn die Reihe wurde praktisch neu gestartet. Genau darin lag auch mein Problem bei der ersten Sichtung dieses Filmes, dem ich damals überhaupt nichts abgewinnen konnte. Nachdem ich nun aber vollkommen frei von jeglichen Vorurteilen noch einmal eine Sichtung gewagt habe, gefällt mir "Casino Royale" richtig gut und selbst der von mir nicht gerade verehrte Daniel Craig hat mir mit seiner vollkommen neuen Interpretation des Haupt-Charakters äußerst gut gefallen. Vielleicht liegt das ganz einfach darin begründet, das man an dieser Stelle wirklich versuchen muss, die bisherigen Bond-Abenteuer zu den Akten zu legen und auch in seinem eigenen Kopf die Reboot-Taste zu drücken, denn dann funktioniert dieser Film ganz hervorragend. Natürlich fällt das den eingefleischten Fans der Reihe sicher nicht leicht, aber der neue und eher noch unbedarfte Bond hat schon etwas für sich. Dabei geht es im Prinzip ohne den ansonsten vorhandenen Charme zur Sache, denn Craig ist viel eher der trockene Geheimagent, der fast ohne jeglichen Humor an die Sache herangeht. Zugegebenermaßen ist das extrem gewöhnungsbedürftig, doch verleiht es dem Neustart der Reihe eine bisher kaum gekannte Ernsthaftigkeit, so das vorliegendes Szenario ganz automatisch an Glaubwürdigkeit gewinnt. So hat man beispielsweise auch auf jegliche technischen Spielereien verzichtet, was einerseits zwar schon ein wenig traurig stimmt, auf der anderen Seite jedoch den neuen-und eher nüchternen Bond authentisch in Szene setzt.

Lediglich bei den Action-Passagen konnte man nicht komplett auf das spektakuläre Moment verzichten, zwar sind die entsprechenden Passagen keinesfalls so überzogen dargestellt wie noch in den Filmen mit Pierce Brosnan, aber auch hier bekommt man diverse Sequenzen serviert, die sich jenseits der Realität ansiedeln. Als Beispiel sei dafür lediglich die Verfolgungsjagd zu Beginn der Geschichte erwähnt, als Bond in luftigen Höhen einen Schwarzen verfolgt. Dennoch herrscht hier eine weitaus stimmigere Mischung vor, das gesamte Szenario ist weitaus glaubwürdiger umgesetzt, als es bei Vorgänger Brosnan der Fall war. Trotzdem fällt es einem immer noch schwer, Daniel Craig auch wirklich als James Bond anzusehen, denn obwohl der gute Mann hier eine gelungene Performance ablegt, muss man sich erst noch mit der vollkommen neuen Stilrichtung anfreunden, hat man doch fast fünf Jahrzehnte lang ein ganz bestimmtes Bild des Geheimagenten vorgesetzt bekommen, das nun aber völlig auf den Kopf gestellt wird.

Das soll jedoch nichts daran ändern, das es sich bei "Casino Royale" um einen wirklich gelungenen Agenten-Thriller handelt, der zudem eine Härte-und Kompromisslosigkeit an den Tag legt, die man von Bond bisher eigentlich nicht gewöhnt war. Selbst der schon knallhart agierende Timothy Dalton wirkt fast wie ein Waisenknabe gegen die gnadenlose Härte, die ein Daniel Craig in die Waagschale wirft. Wenn man die Sache einmal genauer betrachtet dann fällt einem auf, das eigentlich schon mit Dalton die Richtungsänderung eingeläutet wurde, die nun fast 20 Jahre später ihre Fortsetzung findet. Damals war die Zeit anscheinend noch nicht reif genug und im Gegensatz zu "Casino Royale" handelte es sich zur damaligen Zeit ja auch nicht um einen völligen Neustart, doch die Interpretation des Charakters von Bond ist schon miteinander zu vergleichen. Für mich persönlich ist die alte Bond-Reihe mit "Stirb an einem anderen Tag" abgeschlossen worden und vorliegender Film ist nun auch in meinem Empfinden als absoluter Neubeginn angekommen. Nur so kann man auch wirklich unbefangen an den neuen Stil herangehen und auch Daniel Craig eine faire Chance geben. Und obwohl der britische Schauspieler mit der Mimik eines Til Schweiger wohl nie zu meinen Lieblings-Darstellern gehören wird, muss man ihm hier ein richtig gutes Zeugnis ausstellen. Knochenhart-und trocken in seiner Art offenbart er auch menschliche Wesenszüge an einer Figur, die man bisher eher viel zu selten gesehen hat. Dabei ist auch der Nymbus der Unverwundbarkeit verschwunden, denn so wie in vorliegender Geschichte ist Bond wohl noch nie am eigenen Leib malträtiert worden.

Und das macht die Ganze Sache dann wieder sehr sympathisch, denn der ansonsten immer schon fast als Superheld dargestellte 007 ist auf einmal verletzlich, wobei es keinesfalls bei ein paar lächerlichen Schlägen bleibt, die er eventuell mal einstecken muss. Hier geht es so richtig zur Sache und bei diversen Passagen zuckt man ganz unweigerlich selbst zusammen, da man die Schmerzen fast körperlich spüren kann. Man sieht also, das "Casino Royale" den Agenten James Bond in ein vollkommen neues Zeitalter führt und dabei im Prinzip mit allem gebrochen hat, was die Reihe bisher auszeichnete. Das mag nicht jedem gefallen und auch ich fand diesen radikalen Schritt zu Beginn noch absolut furchtbar. Lässt man aber ein wenig Zeit vergehen und betrachtet das Ganze dann einmal wirklich objektiv, dann müsste man eigentlich feststellen, das hier ein absolut gelungener Neustart gelungen ist, mit dem man sich lediglich arrangieren muss. Obwohl ich es nie für möglich gehalten hätte, ist "Casino Royale" nach neuerlicher Sichtung in meine persönliche "Top Five" Liste aller Bond-Abenteuer aufgestiegen und ich möchte dieses Werk nun auch keinesfalls mehr missen.


Fazit:


Nachdem ich mich jahrelang gegen die neue Art von James Bond und insbesondere gegen Daniel Craig zur Wehr gesetzt habe, konnte ich meinen inneren Frieden finden und den gewagten Neustart akzeptieren. Die eher nüchterne Richtung, mit der nun 007 zur Sache geht ist ungewohnt, aber keinesfalls schlecht. In Sachen Härte-und Kompromisslosigkeit wurde die Figur James Bond in eine neue Dimension verfrachtet, in der er aber auch gleichzeitig menschliche Schwächen offenbart, die einem bisher verschlossen blieben.


8,5/10








Ein Quantum Trost
(Quantum of Solace)
mit Daniel Craig, Olga Kurylenko, Mathieu Amalric, Judi Dench, Giancarlo Giannini, Gemma Arterton, Jeffrey Wright, David Harbour, Jesper Christensen, Anatole Taubman, Rory Kinnear, Tim Pigott-Smith
Regie: Marc Forster
Drehbuch: Paul Haggis / Neal Purvis / Robert Wade
Kamera: Roberto Schaefer
Musik: David Arnold
FSK 12
Großbritannien / USA / 2008

Nach dem Verrat und Tod von Vesper Lynd hat James Bond seine letzte Mission noch nicht abgeschlossen. Bei einem Verhör offenbart Mr. White, dass die Organisation Quantum, die hinter Vespers Tod steht, komplexer und größer ist als geahnt. Die Spuren eines Verräters aus eigenen Reihen führen Bond zu der geheimnisvollen Camille, die den Agenten wiederum zu dem Geschäftsmann Dominic Greene bringt. Der entpuppt sich als große Nummer bei Quantum und hat vor, mit Hilfe seiner Verbindungen das Regime eines lateinamerikanischen Landes zu entmachten.


Und wieder einmal eine Neuerung im Bond-Universum, denn mit "Ein Quantum Trost" ist man das erste Mal nach fast fünf Jahrzehnten ein gewisses Risioko eingegangen und hat ein waschechtes Sequel auf den Weg gebracht. Nahtlos knüpft der Film da an, wo der Vorgänger "Casino Royale" geendet hat und so kann man sich ziemlich schnell denken, das 007 dieses Mal hauptsächlich in eigener Sache unterwegs ist, um den Mord an Vesper Lynd zu rächen. Rein Äußerlich ist ihm dies kaum anzumerken und auch vor "M" versucht er jederzeit den Anschein zu wahren, als wenn die Sache für ihn längst vergessen ist. Nun finde ich es im Prinzip wirklich mutig und anerkennenswert, hier einmal eine echte Fortsetzung an den Start zu bringen, zeigt man so doch den ganz eindeutigen Willen, der Reihe wirklich neues Leben einzuhauchen. Vom technischen-und handwerklichen her gibt es auch nicht viel an vorliegendem Film auszusetzen, doch im Gegensatz zu seinem Vorgänger ist doch rein inhaltlich ein kleiner Rückschritt zu erkennen. Während "Casino Royale" mich bei der zweiten Sichtung vollends überzeugen konnte, so fällt die erste Sichtung vorliegenden Werkes doch ein wenig nüchterner aus.

Und das ist keinesfalls an Daniel Craig festzumachen, der einmal mehr die neu eingeschlagene Richtung absolut überzeugend verkörpert. Der neue Bond ist trocken, ohne jeglichen Humor und zudem ein knallharter Hund, der weder sich selbst noch seine Gegner schont. Für diesen Stil ist Craig wirklich der ideale Mann, was selbst mir mittlerweile aufgefallen ist. Es ist vielmehr die Geschichte an sich, die an diversen Stellen ein wenig unrund erscheint und zudem mit einer Laufzeit von gut 100 Minuten wohl ganz eindeutig zu den Kürzesten überhaupt in der Reihe gehört. Hinzu kommt auch der Aspekt, das man hier leider bei den Action-Passagen teilweise viel zu hektische Bilder präsentiert, was insbesondere gleich zu Beginn sehr offensichtlich ins Auge fällt. Natürlich erscheint das Geschehen dadurch äußerst rasant, doch für den Zuschauer ist es phasenweise nicht gerade leicht, sämtliche Abläufe richtig nachzuvollziehen. Dieses Manko trübt ein wenig das Seh-Vergnügen und auch ansonsten hält sich die Begeisterung für "Ein Quantum Trost" im Gegensatz zum Vorgänger doch ein wenig in Grenzen. Zwar handelt es sich auf keinen Fall um eine schlechte Fortsetzung, doch irgendwie fehlt dem Ganzen der zündende Funke, um beim Betrachter auch echte Begeisterung auszulösen.

Positiv ist aber auf jeden Fall zu erwähnen, das der eingeschlagene Weg konsequent weiter verfolgt wird und die Figur des James Bond mittlerweile so weit von der bisherigen Darstellung entfernt ist wie die Erde vom Mond. Mich wundert ehrlich gesagt, das ich mich mittlerweile sehr gut mit diesem Aspekt anfreunden kann, was mir bisher noch nie gelungen war. Auch die Tatsache, das man auch hier wieder auf jegliche technischen Spielereien verzichtet hat ist mittlerweile zu verschmerzen, erscheinen die Storys dadurch doch um Einiges glaubhafter. Ab und an vermisst man noch ein wenig den alten Bond-Charme, der allerdings in den neuen Filmen vollkommen fehl am Platz erscheinen würde. Das würde man auch Daniel Craig nicht abnehmen, der vielmehr der Typ für das Grobe ist und den neuen Filmen mit seiner kompromisslosen-und harten Gangart ganz eindeutig seinen eigenen Stempel aufdrückt.

Trotz einiger rasanter Verfolgungsjagden und deftigen Kämpfen erscheint "Ein Quantum Trost" in einem eher schlichten Gewand und wirkt ziemlich unspektakulär. Das könnte man durchaus noch verschmerzen, wenn die Geschichte an sich ein wenig ausgegorener und runder daher kommen würde. Hier aber liegt genau der Haupt-Kritikpunkt bei einem Film, den man dennoch als gut bezeichnen kann, auch wenn er nicht an die Qualität des Vorgängers heranreicht. Lobenswert erscheint hingegen der Fakt, das der neu eingeschlagene Weg der Bond-Reihe konsequent weiter verfolgt wird, was in der Zwischenzeit sogar mir sehr gut gefällt. Hätte mir jemand noch vor kurzer Zeit erzählt das ich Daniel craig einmal als James Bond ansehen würde, hätte ich ihn einweisen lassen. Doch der neue Stil ist dem Mann wie auf den Leib geschneidert, so das seine extrem harte-und trockene Art hier auch wunderbar zur Geltung kommen kann. Für viele Leute immer noch etwas gewöhnungsbedürftig, ist der neue James Bond aber auf jeden Fall zeitgemäß und hinterlässt einen äußerst glaubwürdigen Eindruck, was bei den vorherigen Filmen ja eher selten der Fall war.


Fazit:


"Ein Quantum Trost" ist zwar keinesfalls so gut gelungen wie "Casino Royale", präsentiert aber immer noch eine durchaus gelungene Fortsetzung, bei der man jedoch auch qualitative Einbußen in Kauf nehmen muss, die man durchaus hätte vermeiden können. Trotzdem lohnt es sich allemal einen Blick zu riskieren, denn kurzweilige Unterhaltung bekommt man auf jeden Fall zu sehen.


6,5/10








Skyfall
(Skyfall)
mit Daniel Craig, Judi Dench, Javier Bardem, Ralph Fiennes, Naomie Harris, Berenice Marlohe, Albert Finney, Ben Whishaw, Rory Kinnear, Ola Rapace, Helen McCrory, Nicholas Woodeson, Bill Buckhurst
Regie: Sam Mendes
Drehbuch: Neal Purvis / Robert Wade / John Logan
Kamera: Roger Deakins
Musik: Thomas Newman
FSK 12
Großbritannien / USA / 2012

Auf der Jagd nach einer Liste von Undercoveragenten, die mit diesem Dokument enttarnt und in den sicheren Tod geschickt werden könnten, stürzt James Bond, von einer Kugel getroffen, in eine tiefe Schlucht. Von Freund und Feind für tot gehalten, hält sich 007 versteckt, bis ihn ein Bombenanschlag auf seinen Geheimdienst zum Handeln zwingt. So kehrt Bond zum MI6 zurück, kämpft gegen einen unbekannten Gegner, der nur ein Ziel kennt: Dem britischen Geheimdienst empfindlich zu schaden und dessen Chefin M zu töten.


Es dauert manchmal eine geraume Weile, bis man sich mit einer totalen Stiländerung anfreunden kann wie sie beispielsweise die James Bond Reihe erfahren hat. So erging es auch mir und bei meiner ersten Sichtung von "Skyfall" habe ich den Film mit einer Wertung von gerade einmal 3 Punkten abgestraft, da die Enttäuschung über den rigorosen Kurswechsel doch zu groß war. Mittlerweile sehe ich das vollkommen anders und muss eingestehen, das hier ein absolut erstklassiger Bond-Film vorliegt, der äußerst konsequent den eingeschlagenen Weg weitergeht. Daniel Craig ist mittlerweile kaum mehr aus der Rolle des britischen Gehimagenten wegzudenken und ist mit seiner rauen-und ziemlich trockenen Art genau der richtige Mann, um den neuen Kurs der Bond-Reihe glaubhaft darzustellen. Zwar ist hier überhaupt nichts mehr von den Eigenschaften vorhanden die diese Reihe vier Jahrzehnte lang begleitet haben, doch ehrlich gesagt kann man diesen Aspekt durchaus verschmerzen. 007 ist nun einmal in der Gegenwart angekommen und genau so präsentieren sich nun auch seine Abenteuer, die fast vollkommen frei von den ansonsten üblichen technischen Spielereien sind. Knallharte Action ist angesagt und gerade in dieser Beziehung bekommt man einen kompromisslosen Agenten zu sehen, der weder sich noch seine Gegner schont.

Sicherlich mag man an der ein-oder anderen Stelle manchmal den typischen Charme vermissen, den Darsteller wie Connery oder Moore versprühten, dafür sind die Geschichten aber weitaus ernster zu nehmen und beinhalten nicht mehr den stellenweise albernen Touch, der in etlichen Vorgängern zu verspüren war. Gerade "Skyfall" ist hierfür ein ausgezeichnetes Beispiel, präsentiert sich die Story doch im Prinzip ohne jeglichen Humor, ist dafür jedoch umso spannender ins Bild gesetzt worden. Auch in Sachen Action kommt man wieder einmal voll auf seine Kosten, beinhaltet das Geschehen doch etliche Passagen, in denen es ordentlich zur Sache geht. Wie immer macht Craig dabei eine sehr gute Figur und man nimmt ihm seine Rolle auch jederzeit ab, zudem sind die entsprechenden Szenen hier nicht so hektisch geschnitten, wie es noch in "Ein Quantum Trost" der Fall war. Und so entfaltet sich hier ein wirklich in allen Belangen sehr überzeugender Agenten-Thriller, in dem Bond streckenweise weit über seine Grenzen gehen muss, um sein Vaterland und seine Chefin "M" vor drohendem Unheil zu bewahren. Selbst der neue "Q" hat mir dieses Mal besser gefallen, auch wenn es immer noch extrem gewöhnungsbedürftig erscheint, einen so jungen Darsteller in der Rolle zu sehen, die doch von dem großartigen Desmond Llewelyn so viele Jahre lang absolut geprägt wurde.

Neben der total neuen Charakter-Darstellung der Hauptfigur ist wohl ganz besonders ein weiterer Aspekt der neuen Richtung sehr augenscheinlich, die Zeit des größenwahnsinnigen Superschurken scheint ein-für allemal vorbei. Ehrlich gesagt wäre das wohl auch nicht mehr ganz zeitgemäß, andererseits hat insbesondere dieser Punkt doch oft genug für gewisse Reizpunkte gesorgt, die den Filmen etwas ganz Besonderes verliehen haben. Nun aber handelt es sich vielmehr um stinknormale Verbrecher, was jetzt aber keineswegs ein negativer Kritikpunkt ist, denn das entspricht ganz einfach viel besser dem heutigen Zeitgeist. Und so hat Regisseur Sam Mendes hier mit Javier Bardem einen großartigen Gegenspieler für 007 installiert, der durch seine gelungene Performance den gesamten Film ein wenig veredelt. Besonders die Dialoge zwischen ihm und Craig sind ein Höhepunkt des Geschehens, das nicht gerade spärlich mit Highlights ausgestattet ist.

Ich habe nun endlich meinen Frieden mit den neuen Bond-Filmen geschlossen und kann diesen auch mittlerweile eine ganze Menge abgewinnen. Um das zu erreichen, musste ich mich aber erst einmal von den Altlasten befreien, um zu einer wirklich objektiven Sichtweise zu gelangen. Wenn man diese aber anlegen kann, dann bekommt man einen neuen 007 präsentiert, der härter und rasanter als je zuvor agiert. Natürlich immer noch ein wenig gewöhnungsbedürftig offenbaren sich so jedoch Geschichten, denen man ihre vorhandene Faszination keinesfalls absprechen kann. Mit Daniel Craig wurde die Hauptfigur nahezu perfekt besetzt, denn für die neue Richtung ist der gute Mann wirklich die erste Wahl. Offenbart er doch auch Schwächen und eine manchmal ungewohnt menschliche Seite eines Agenten, die in dieser extremen Form noch nie zu sehen war. Und auch wenn der neue Bond sicherlich nicht jeden Geschmack trifft, freue ich mich jetzt schon auf das nächste Abenteuer, das hoffentlich nicht zu lange auf sich warten lässt.


Fazit:


Nüchtern, hart und absolut kompromisslos, das ist der neue James Bond. Ohne jegliche Gnade bekämpft er seine Gegner, wobei er mehr als einmal über seine Grenzen gehen muss und sein Leben an einem seidenen Faden hängt. Viele altbewährte Zutaten wurden durch neue ersetzt und wenn man sich selbst und den Filmen eine faire Chance gibt, dann findet man mit der Zeit auch seinen Gefallen an einer Richtungs-Änderung, die einem am Anfang noch sehr schwer im Magen gelegen hat.


8/10




Keine Kommentare: