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Subgenres des Horrorfilmes

Teil 1
Einführung & Übersicht


Leider Gottes zählt der Horrorfilm immer noch zu den Genres, die am argwöhnischsten beäugt werden. Da muß man sich als Fan zwangsläufig die Frage stellen, woran das wohl liegen mag. Vielleicht ganz einfach an der Tatsache, dass viele Leute dieses Genre immer nur auf Zombies oder gezeigte Härte reduzieren. Dabei zählt diese Filmgattung doch eigentlich zu den abwechslungsreichsten überhaupt, dazu muß man ganz einfach nur einmal über den Tellerrand hinausschauen, um zu erkennen, welche vielfältigen Möglichkeiten dieses Genre dem Zuschauer bietet.

Aber um das zu verstehen, sollte man sich selbst erst einmal die Frage beantworten, welches Ziel ein Horrorfilm hat und welche Gefühle er beim Betrachter auslösen will. Die Antwort auf diese Frage ist eigentlich sehr simpel, Angst, Schrecken und auch Verstörung sind doch die häufigsten Gefühle, die einen bei der Sichtung eines solchen Films überkommen. Und wenn ein Film dies erreicht, dann hat man es mit einem Horrorfilm zu tun. Sicherlich gibt es auch etliche Filme, bei denen durch gezielt eingefügte, sehr harte Szenen gar Ekel, oder bei manchen etwas zartbesaiteteren Leuten sogar Anflüge von Panik hinzukommen.

Hierzu muß man aber auch die jeweiligen Sub-Genres unterscheiden, was jetzt eventuell so manchen sogenannten Horror-Fan überraschen wird, denn Horror ist nicht gleich Horror, auch wenn mancher das nicht wahrhaben will. Es gibt sehr feine, aber auch teilweise ziemlich starke Unterschiede, weshalb jetzt mal eine kleine Auflistung verschiedener Arten des Horrorfilms kommt.

Der klassische Horror - Gruselfilm

Ja genau, jetzt kommen die sogenannten "Alten Schinken", die keinerlei Härte innehaben, doch diese Filme sind die Grundlage dafür, das es überhaupt den Horrorfilm gibt, das sollte man nicht vergessen. Schon Anfang des 20. Jahrhunderts gab es die ersten klassischen Horrorfilme, zu dieser Zeit gab es natürlich noch keine tollen Effekte, so etwas wie Splatter - und Gore waren zu der Zeit noch Fremdworte und dennoch verstanden es diese Filme, den Zuschauer zu schocken und zu begeistern. Das lag ganz einfach daran, das diesen Filmen eine so ausgeprägte und dichte Atmosphäre anhaftet, die selbst in der heutigen Zeit noch sehr faszinierend auf den Betrachter wirkt. Hinzu kommt die Tatsache, das durch die s/w Optik noch einiges an Bedrohlichkeit hinzukommt und Darsteller, die ihren Rollen ganz einfach eine so starke Präsenz verleihen, das man davon begeistert sein muß.

Als Meilensteine dieser Zeit - und Filmgattung gelten Werke wie zum Beispiel "Der Golem", "Nosferatu" und natürlich die wohl mit am bekanntesten wie "Dracula", "Der Wolfsmensch" und "Frankenstein". Aber auch spätere Werke wie "Bis das Blut gefriert" zählen zu den absoluten Klassikern des Genres. All diese Filme leben von ihrer guten Story, der starken Spannung und der unvergleichlichen Atmosphäre und haben auch keinerlei Härte nötig, um den Zuschauer spannend zu unterhalten. Aus der heutigen Zeit sind auch Filme wie "Ring" oder "The Grudge" zu nennen.

Der Splatter / Gore Film

Hier kommen wir zur härteren Gattung des Horrorfilms, in der es durch durch gezielt eingesetzte Schockszenen der teilweise recht harten und derben Art dazu kommen soll, das der Betrachter fasziniert und unterhalten werden soll. Generell ist dagegen auch nichts einzuwenden, doch in der heutigen Zeit wird bei vielen dieser Filme leider zuviel auf extreme Härte gesetzt und dabei werden die für einen Horrorfilm sehr wichtigen Dinge wie Atmosphäre und Spannung stark vernachlässigt. Sicher, welcher Fan schaut nicht auch gern härtere Filme des Genres, nur wenn statt einem guten Film lediglich ein absolut sinnloses Gemetzel über den Bildschirm flimmert, dann kann das auch schnell langweilig und stumpfsinnig wirken. Bei dieserArt von Filmen muß man sehr wohl zwischen guten und schlechten Filmen unterscheiden, zu den wirklich guten zählen sicherlich Klassiker wie "Dawn of the Dead","Tanz der Teufel", oder auch das Remake von "Dawn of the Dead" von 2004. Schlechtere Vertreter dieser Art sind sicherlich Filme wie "Return of the living Dead 4 & 5", oder auch "Wrong Turn 2 - Dead End", wo der Unterhaltungswert zwar durchaus gegeben ist, aber eigentlich nur im Bezug auf den Härtegrad des Films und sonst gar nichts.

Der Slasher Film

Der Slasher ist mein absoluter Favorit unter den Horrorfilmen, denn hier wird dem Zuschauer meiner Meinung nach der größte Unterhaltungswert geliefert, obwohl ja eigentlich immer alles nach dem gleichen Schema abläuft. Es gibt eigentlich immer einen wahnsinnigen, psychopatischen Massenmörder, der meist mit einem Messer bewaffnet Jagd auf fast immer gutaussehende, aber meist leicht dümmliche und naive Teenager macht und einen nach dem anderen tötet. Bei dieser Art von Horrorfilm gibt es auch die meisten unlogischen Verhaltensweisen der Opfer zu sehen, aber vielleicht ist es gerade das, was den Reiz dieser Filme ausmacht. Nicht umsonst hat gerade dieses Sub - genre des Horrorfilms 3 der erfolgreichsten und und größten Filmreihen hervorgebracht, als da wären:

* 1. Halloween
* 2. Freitag der 13.
* 3. Nightmare on Elm Street

Wo wir auch gleichzeitig bei 3 der beliebtesten fiktiven Serienkillern des Genres wären, nämlich Michael Myers, Jason Vorhees und dem sprücheklopfenden Freddy Krueger. Diese 3 Killer sind schon längst Legende und genießen vollkommen zu recht absoluten Kultstatus. Gerade das Slasher Sub - Genre kann man sich ohne diese liebenswerten Kerlchen eigentlich nicht vorstellen, denn sie haben es nachhaltig geprägt.

Der Teenie - Horrorfilm

Mitte der 90 er trat Wes Craven mit dem Film "Scream - Schrei" eine Welle los, die bis in die Gegenwart noch nicht verebbt ist, die sogenannte Teenie - Horrorwelle. Nachdem "Scream" ein Riesenerfolg beim Publikum wurde, setzte das natürlich auch Bewegung bei anderen Regisseuren frei und es folgte eine wahre Flut dieser Art von Filmen. natürlich hatten nicht alle dieser Filme die gleiche, hohe Qualität von "Scream", aber es gab doch so einige Filme, die wirklich sehr gut und auch spannend sind. Zu diesen zählt sicher auch "Ich weiss, was du letzten Sommer getan hast", oder auch "Düstere Legenden".Die beiden genannten Werke zogen jeweils noch 2 Sequels nach sich, die aber nicht die Klasse der ersten Teile erreichen konnten. Aber auch einige nicht so gute Vertreter machten die Runde, wie zum Beispiel "Dich kriegen wir auch noch", oder "Wishcraft". Diese Filme können zwar auch teilweise recht nett unterhalten, aber qualitätsmäßig sind sie doch eine Stufe niedriger anzsiedeln. Da hier eigentlich bei fast allen Vertreter dieser Filmgattung auch sämtliche Slasher - Merkmale zum Tragen kommen,kann man sie auch "Die Renaissance des Slashers" nennen.

Mysteryfilm und Horror/Thriller

Hier verschwimmen manchmal etwas die Grenzen und mehrere Genres gehen in einem Film ineinander über. Als bestes Beispiel fällt mir hier immer "Ghotika" ein, der, wie ich finde, alle 3 Genres miteinander verbindet. Manchmal sind es aber auch nur 2 Genres, die zusammenfließen, wie es bei "The Messengers" der Fall ist, bei dem es sich um einen Mystery/Thriller handelt. Die dritte Möglichkeit ist der Horror/Thriller, für den meiner Meinung nach "Sieben" das prägnanteste Beispiel ist. Viel werden jetzt vielleicht denken, das es sich hierbei um einen reinen Thriller handelt, teilweise ist es ja auch rein subjektive Empfindungssache, Doch wenn man gerade bei diesem Beispiel daran denkt, welche Gefühle ein Horrorfilm beim Zuschauer auslösen will, dann finde ich sehr wohl, das "Sieben" ein nahezu perfekter Horror/Thriller ist. Denn wenn hier nicht Angst, Schrecken und Verstörung ausgelöst wird, dann weiss ich nicht mehr weiter.

Der Fun - Splatter

Nun kommen wir noch zu einer der beliebtesten Sparten des Horrorfilms, dem Fun - Splatter. Bei dieser Art von Filmen ist meist ein extremer Härtegrad vorhanden, der vielen manchmal gar nicht so bewust wird, weil hier halt eine Riesenportion Humor vorhanden ist. Wer kennt nicht die Klassiker dieser Sparte, die beide vom heutigen Star - Regisseur Peter Jackson stammen, nämlich "Braindead" und "Bad Taste", wobei letzterer Jackson's Erstlingswerk darstellt. Ja, manch einer mag sich das gar nicht richtig vorstellen können, aber der Mann , der uns mit der "Herr der Ringe - Trilogie" ein meisterhaftes Film - Epos beschert hat, das seinesgleichen sucht, begann seine Karriere mit Fun - Splattern und das ist auch gut so, denn sonst gäbe es viel weniger Spaß im Horror - Genre. Aber auch Spanien hat hier mit "Mucha Sangre" einen fantastischen Beitrag geliefert, der aber leider nicht so vielenfans bekannt sein dürfte. Und vor kurzem erschien mit "Black Sheep" ein weiterer mehr als sehenswerter Film dieser Art aus Neuseeland, das anscheinend für diese Filme wie prädestiniert zu sein scheint.

Der Tierhorrorfilm

Auch dieses Sub - Genre erfreut sich sehr großer Beliebtheit, allerdings sollte man hier anmerken, das gerade in diesem Bereich auch sehr viel Müll produziert wird. Aber der Horrorfilm, in dem unsere tierischen Freunde die Hauptrolle spielen, hat auch einige richtige Klassiker hervorgebracht. man nehme nur die beiden Meisterwerke Die Vögel von Altmeister Alfred Hitchcock, oder auch Der weisse Hai von Steven Spielberg. Auch absolut erwähnenswert sind Klassiker wie Tarantula oder Formicula. Leider gibt es aber auch sehr viele negative Beispiele wie Alligator, Der weisse Hai 3 & 4, oder auch Mimic 2 & 3.

Man könnte hier jetzt noch viel mehr aufzählen und erwähnen, aber für den Anfang soll diese kurze Einführung erst einmal genug sein. Ich hoffe, das die Einführung für einige etwas hilfreich sein kann, ich werde mich aber auch demnächst ausführlich mit jedem einzelnen Sub - Genre beschäftigen,

Fortsetzung folgt....



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Teil 2 :
Der klassische Horrorfilm
- Eine Übersicht -


Viele mögen jetzt denken, das der klassische Horrorfilm mit den berühmten Werken Anfang der 30er Jahre begonnen hat, als Filme wie Frankenstein mit Boris Karloff, oder auch Dracula mit Bela Lugosi erschienen. Doch weit gefehlt, denn die Anfänge liegen noch einige Jahre weiter zurück in der Stummfilmzeit.

So wurde die Thematik des Monsters von Frankenstein nach der Romanvorlage von Mary Shelley schon 1910 das erste Mal verfilmt. Allerdings handelt es sich hier um einen Kurzilm, mit einer Laufzeit von gerade mal 13 Minuten. Diese Version galt viele Jahre als verschollen, ehe ein amerikanische Sammler in den 50 er Jahren eine Kopie dieser ersten Frankenstein – Verfilmung erwarb, ohne sich überhaupt darüber bewust zu sein, welch eine Rarität er da erworben hat. Die Existenz dieses Films wurde erst in den 70 er Jahren bekannt.

Auch der wohl bekannteste aller Vampire, Graf Dracula, kam schon einmal 1922 zu Filmehren und zwar in dem Film Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens. In diesem Meilenstein des Genres, bei dem Friedrich Murnau Regie führte, musste allerdings aus rechtlichen Gründen der Name des Vampirs in Graf Orlok umgeändert werden. Murnaus Stummfilm – Werk ist wie gesagt die erste Verfilmung der Romanvorlage von Bram Stoker und gilt nicht zuletzt wegen seiner expressionischtischen Atmosphäre als Meilenstein und Meisterwerk des Genres. Die Titelrolle spielte hier übrigens der unvergessene Max Schreck, der hier in seiner absoluten Paraderolle zu bewundern ist. Weitere prägende Filme der Stummfilmzeit sind auch noch Das Kabinett des Dr. Caligari von Robert Wiene aus dem Jahr 1920, oder Der Golem von Paul Wegener und Carl Boese aus dem gleichen Jahr. Man kann hier also auch ganz klar den deutschen Einfluss gerade auf die Anfangszeit des Horrorfilms beobachten, denn die meisten hier aufgezählten Klassiker sind aus deutschen Landen. Aber auch Klassiker wie Das Phantom der Oper ( 1925 ) wurden in dieser Zeit – Dekade das erste Mal verfilmt, bevor, wie zum Beispiel bei diesem Film erst 1943 die wohl bekannteste und auch pöpulärste Version erschien.

In den 30 er Jahren Jahren setzte sich dann sehr zügig der Tonfilm durch und es entstanden so die wohl mit bekanntesten Klassiker des Genres. 1931 wurden dann 2 der wohl bekanntesten Geschöpfe des Horrorfilms neu kreiert und auf Zelluloid verewigt. Zum einen ist die Rede von Frankenstein’s Monster, in dessen Rolle der Brite Boris Karloff schlüpfte, der durch diese Rolle weltberühmt wurde, zum anderen erschien Graf Dracula, diesmal auch unter selbigem Namen. In dessen Rolle der Ungar Bela Lugosi schlüpfte. Mit diesen 2 Darstellern haben wir hier auch gleichzeitig 2 der absoluten Stars dieser zeit, die für diese Rollen einfach wie geschaffen waren. Karloff zum Beispiel kann man auch in dem 1932 erschienenen Meisterwerk Die Mumie sehen, in dem er allein durch seine unglaublich starke Präsenz und seine diabolische Ausstrahlung zu überzeugen weiss. Ein dritter Star der frühen Klassiker ist auch sicherlich Lon Chaney Jr., der mit dem 1941 erschienenen Der Wolfsmensch für Furore sorgte. Hier muß man allerdings anmerken, das schon 6 Jahre vorher, also 1935 ein Werwolffilm mit dem Namen Der Werwolf von London erschien, doch dieser Film hatte nicht annähernd die Klasse des Films von 1941 und ist in der heutigen Zeit auch eher in Vergessenheit geraten.

Auch der erst viel später richtig populär gewordene Zombiefilm hat seine eigentlichen Ursprünge in dieser Zeit, so erschien 1932 der Klassiker White Zombie, der auch schon damals eine richtiggehende Welle auslöste. Ein weiteres, sehr bekanntes Werk dieser Zeit ist auch der 1942 erschienene Film I walked with a Zombie. Allerdings wurden die Zombies hier noch nicht als die mordlüsternen und menschenfressenden Kreaturen der heutigen Zeit dargestellt, vielmehr wurde hier alles noch unter dem Einfluss der Voodoo – Thematik in Szene gesetzt.

In der Mitte des vergangenen Jahrhunderts, nachdem mittlerweile der Farbfilm Einzug gehalten hatte, bestimmten Die Hammer Studios zum größten teil des Geschehen im Sektor des Horrorfilms. Die Stars der Szene waren Schauspieler wie Peter Cushing, Vincent Price, oder ein gewisser Christopher Lee, der der Figur des Grafen Dracula neues Leben einhauchte und ihr eine extrem charismatische Präsenz verlieh. Zu dieser Zeit gab es auch sehr viele Verfilmungen zu literarischen Vorlagen von Edgar Allen Poe, wie beispielsweise Der Rabe, oder Das Pendel des Todes. Allerdings gingen die Produktionen der Hammer Films später teilweise zu sehr ins Lächerliche und wussten den Zuschauer nicht mehr vollends zu begeistern.

Ein junger polnischer Regisseur namens Roman Polanski schuf mit seiner Vampir – Persiflage Tanz der Vampire einen Meilenstein und im Bezug auf Horror – Komödien ein absolut zeitloses Meisterwerk. Hinzu kamen auch Filme mit einem okkulten Hintergrund, in denen es um Dämonen oder den Teufel ging. So entstanden einige der zeitlosesten Klassiker überhaupt, als bekannteste Werke kann man hier sicherlich Rosemary' s Baby, Das Omen, oder das Meisterwerk von William Friedkin Der Exorzist nennen.

Aber auch ein neuer Aspekt des Horrorfilms begann sich richtig zu entwickeln, der Haunted House Film. Häuser, die ein gespenstisches und sehr gruseliges Eigenleben entwickeln, in denen rast – und ruhelose Seelen ihr Unwesen treiben. Der wohl bekannteste und vielleicht sogar beste dieser Filme ist Bis das Blut gefriert aus dem Jahre 1963, der ein Paradebeispiel dafür ist, was man allein mit einer ausgeprägten und unheilvollen Atmosphäre bewirken kann. Diese Art Filme zieht sich auch wie ein roter Faden bis in die heutige Zeit hin, Filme wie Haunted Hill, The Return to Haunted Hill, oder auch The Amityville Horror sind die besten Beispiele dafür, das subtiler Horror die Menschen noch immer fasziniert.

Auch in unserem neuen Jahrtausend gibt es immer wieder Horrorfilme, die auf die klassischen Stilmittel wie Atmosphäre und Grusel – Effekte zurückgreifen und auf Härte und großes Blutvergießen verzichten, das beweisen auch durchaus einige Filme aus der letzten Zeit. So gibt es Werke wie Der eisige Tod, oder Dead Silence, wo der klassische Horror immer wieder durchscheint. Man sieht also, das die Anfänge des Horrorfilms sich bis in unsere Zeit hin immer wieder durchgesetzt haben und das nicht nur die harte Welle den Zuschauer fasziniert. Denn eines sollte man auch niemals außer acht lassen, ohne die hier aufgezählten Klassiker wäre der Horrorfilm sicherlich nicht das, was er heute ist.




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Der Splatter / Gore Film
- Eine Übersicht -


In der heutigen Zeit gilt es eigentlich als normal, das die beiden Begriffe Splatter und Gore im Horror-Genre zusammengehören, obwohl es sich hier um 2 verschiedene Stilrichtungen handelt.

Wo beim Splatterfilm eher die explizite Gewaltdarstellung im Vordergrund steht, so ist es beim Gorefilm eher das Endprodukt der Gewalt, das durch Nahaufnahmen besonders ins Bild gerückt wird.

In der Frühzeit des Horrorfilms galten solche Gewaltszenen als vollkommen verpönt, obwohl Splatterszenen schon in den Avantgarde-Filmen des Surrealismus vorkamen. So drehte zum Beispiel Luis Bunuel zusammen mit Salvador Dali 1928 den Kurzfilm Un Chien Andalou (Ein andalusischer Hund), in dem es eine berühmte Szene gibt, in der ein Auge mit einer Rasierklinge zerschnitten wird.

Erste, aber ganz zarte Ansätze von Splatter erlebte der Horrorfilm mit den ersten Gruselfilmen der Hammer Studios, in denen eigentlich zum ersten Mal viel rotes Blut auf der Leinwand verteilt wurde und abgetrennte Gliedmaßen gezeigt wurden. Filme wie Frankensteins Fluch von 1957, oder Dracula von 1958 gelten hier indirekt als die Ahnen des Splatter / Gore Films, wenn auch nur indirekt. Aber der eigentliche Erfinder des Splatter / Gore Films ist Herschell Gordon Lewis, der 1963 mit Blood Feast den ersten richtigen Film dieser Art rausbrachte. Die Idee zu dem Film kam ihm beim anschauen eines Gangsterfilms, in dem Menschen durch Maschinengewehrsalven niedergestreckt wurden, aber diese Szenen vollkommen unblutig in Szene gesetzt waren.Der Film war so erfolgreich, das man 1964 gleich Two Thousand Maniacs und Color Me Blood Red nachschob. Diese 3 Filme gelten heute als die sogenannte Blut-Trilogie. Noch zu erwähnen wäre hier, das Blood Feast bei Produktionskosten von lediglich 24.000 $ mehr als 6,5 Millionen Dollar erwirtschftet hat.

In den 70er und frühen 80er Jahren gerieten die Ikonen des klassischen Horrorfilms vollends in den Hintergrund und wurden von mordlüsternen Psychopaten und Kannibalen abgelöst. Frankenstein, Dracula & Co. waren nicht mehr angesagt, die Welle der harten Filme begann. So machten in den frühen Siebzigern Filme wie The last House on the left, oder The Texas Chainsaw Massacre auf sich aufmerksam und sorgten für Furore. Menschen wurden mit Kettensägen zerteilt, Frauen vergewaltigt und auch sonst wurde der Horrorfilm immer gewalttätiger. Mit diesen Terrorfilmen wurde eine vollkommen neue Richtung im Genre eingeschlagen. Aber es war auch die absolute Hochzeit der sogenannten Mondo-und Kannibalenfilme, die einen noch nicht gesehenen Härtegrad hervorbrachten. Diese Filme leben letztendlich wirklich nur von den gezeigten Gewaltdarstellungen und haben rein filmisch gesehen nicht wirklich viel zu bieten. Filmen wie Mondo Cannibale von 1972, mit dem Regisseur Umberto Lenzi praktisch den Startschuß gab, folgten Werke wie Lebendig gefressen (1980), oder Cannibal Ferrox (1981), die beide von R. Lenzi stammen, um hier nur einige Beispiele zu nennen. Aber als eigentlicher Höhepunkt des Kannibalenfilms gilt der 1978 erschienene Cannibal Holocaust (Nackt und zerfleischt) von Ruggero Deodato. Dieser Film wird von eingefleischten Fans sogar als Meisterwerk bezeichnet, wobei dieser Begriff wohl etwas mehr beinhalten sollte, als vollkommen sinnloses Gemetzel.

Auch der Zombiefilm ist ein nicht unwesentlicher Eckpfeiler des Splatter / Gore Film. George A. Romero hatte ja schon 1968 mit seinem Night of the living Dead für sehr viel Aufsehen gesorgt, da hier die Untoten das erste Mal als wirklich bedrohliche Kreaturen dargestellt wurden. Allerdings hielt sich in diesem Film die Härte noch in leicht überschaubaren Grenzen. Das änderte sich allerdings schlagartig, als 1978 sein nächster Streich Dawn of the Dead erschien, der heute ja längst einen verdienten Kultstatus besitzt. Zur Bedrohlichkeit kam jetzt noch die Härte hinzu, es gab Fresszenen in nie gezeigtem Maße, Köpfe wurden weggeschossen und Innereien aus Körpern gerissen. Da dieser Film so extrem erfolgreich war, sprangen jetzt auch die Italiener auf den Zombie-Zug auf. So drehte zum Beispiel Lucio Fulci kurzerhand ein inoffizielles Sequel mit dem Namen Woodoo-Schreckensinsel der Zombies, das 1979 erschien. bekannt ist der Film auch unter dem Titel Zombie 2, obwohl er rein gar nichts mit Romero's Werk zu tun hat. Italien produzierte daraufhin Zombiefilme wie am Fließband, am bekanntesten dürften wohl Filme wie Ein Zombie hing am Glockenseil von Fulci (1980), oder In der Gewalt der Zombies von Joe D'Amato von 1981 sein.

Aber der italienische Horrorfilm hatte durchaus nicht nur Zombiefilme zu bieten, es gab auch Regisseure wie Dario Argento, die dem Horrofilm auf andere Art und Weise ihre Referenz erwiesen. Er zeigte den Horrorfilm eher von der künstlerischen Seit, was er 1977 mit seinem gotischen Hexenfilm Suspiria unter Beweis stellte. Hier wurden klassische und neue Elemente des Horrorfilms miteinander vereint, eine ordentliche Portion Härte hinzugefügt und herrliche, sehr kräftige Farbkompositionen geschaffen. Suspiria war übrigens der Auftakt der 3 Mütter-Trilogie, ihm folgten noch Inferno und in diesem Jahr endlich der Abschloß Mother of Tears. Auch ansonsten hat Argento gerade in der damaligen Hochzeit des italienischen Splatter / Gore Films noch Klassiker wie Deep Red, oder auch Phenomena geschaffen. Als Hommage an die wirklich große zeit des italienischen Horrorfilms kann man übrigens den 2003 erschienenen DellaMorte DellAmore sehen, der den Zombiefilm mit dem künstlerischen Horrorfilm perfekt verbindet und so einen ziemlich aussergewöhnlichen Film darstellt.

1982 erschien die US-Produktion Tanz der Teufel von Sam Raimi und dieser Film, die ja mittlerweile zu den absoluten Meilensteinen des Genres gehört. Dieser Film schlug wieder eine erwas neuere Richtung ein, nämlich den Fun-Splatter. Aber über diese Richtung wird an anderer Stelle noch einmal ausführlicher zu sprechen sein, nur soviel, die neue Kombination aus extremer Härte und sehr viel Humor sollte bis in die heutige Zeit ihre Früchte tragen.

Auch die Japaner brachten mit der Guinea Pig Reihe Filme auf den Markt, in denen es dem Zuschauer suggeriert wurde, das es sich um sogenannte Snuff Filme handeln würde. Diese Filme gelten noch immer mit als das härteste und vor allem krankeste, was der Splatter / Gore Film je hervorgebracht hat.

In den 90er Jahren erreichte Splatter-und Gore nicht mehr nur den Horror-Bereich, sondern schwappte auch in den sogenannten Maistream-Film. So wurden Filme wie Natural Born Killers (1994) von Oliver Stone, oder auch Starship Troopers (1997) zu absoluten Kultfilmen und begeisterten auch die breite Masse. Selbst Filme wie Mel Gibson's Die Passion Christi wären ohne das Splatter / Gore Sub-Genre in dieser Form nicht denkbar.

Nun sind wir mittlerweile in der Gegenwart angelangt, in der die meisten Splatter / Gore Filme Remakes der alten Klassiker sind. So gab es in den letzten Jahren Neuauflagen von Dawn of the Dead (2004), The Hills have Eyes (2006), oder auch The Texas Chainsaw Massacre von 2003. Aber es gibt natürlich nicht nur diese Neuauflagen, Filme wie zum Beispiel Haus der 1000 Leichen (2003), The Devil's Rejects (2005), die beide von Rob Zombie sind, bringen immer wieder frischen Wind in das Genre. Doch der absolute Hit der letzten Jahre und sicher einer der besten Splatter / Gore Filme überhaupt kommt aus Frankreich und heisst High Tension. Mit diesem Film wird dem Zuschauer nicht nur jede Menge Härte, sondern auch eine tolle Story geboten, bei der man schon höllisch aufpassen muß, um den Film auch wirklich zu verstehen. Abschließend kann man wohl sagen, das dieses Sub-Genre wohl eine der beliebtesten Arten des Horrorfilms überhaupt darstellt, vor allem bei der jüngeren Generation.Wollen wir jedenfalls hoffen, das uns auch in nächster Zeit noch viele und vor allem gute Filme aus diesem Bereich beschert werden.



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Teil 4
Der Slasher-Film
- Eine Übersicht -


Neben dem Splatter / Gore Film haben wir es hier wohl mit der beliebtesten Art des Horrorfilms zu tun, dem Slasher. In den meisten Fällen läuft bei dieser Art Film fast alles nach dem gleichen Muster ab, ein psychopatischer Serienmörder macht Jagd auf jugendliche Teenies und tötet sie auf die unterschiedlichsten Arten. Dabei kommen mehrere Waffen und Werkzeuge als Tatwaffe in Frage, zumeist handelt es sich hierbei um Messer, mit denen die Opfer aufgeschlitzt werden.

Ein wesentliches Merkmal dieser Filme ist auch die Tatsache, das die Jugendlichen fast immer vollkommen unlogisch handeln und es damit dem Mörder oft ziemlich leicht machen. Auch sind die Teenies meist sehr gutaussehend, haben aber nicht besonders viel im Kopf. Obwohl sich das jetzt eigentlich eher negativ anhört, sind es aber gerade diese fast immer gebrauchten Klischees, die den Slasher so beliebt machen und ihm seinen unverwechselbaren Charme verleihen. So ist es dann auch kein Wunder, das auch in der heutigen Zeit immer noch viele Slasher auf Oldschool-Art produziert werden.


Viele Leute sind ja der Meinung, das der 1978 erschienene Film Halloween - Die Nacht des Grauens von John Carpenter der Anfang des Slashers ist, dabei liegen die Wurzeln doch viel weiter zurück. Es sind nämlich Filme wie Peeping Tom (1960), Psycho (1960) und Bay of Blood von 1971, in denen die ersten Slasher-Elemente verankert sind. Zugegeben, es sind eher zarte Ansätze zu erkennen, aber gelten doch diese Filme als Vorahnen des Slashers. 1974 erschien dann die kanadische Produktion Black Christmas, oder auch Jessy - Die Treppe in den Tod genannt, die eigentlich als erster ernstzunehmender Vorläufer des Sub-Genres gilt. Und das, obwohl hier eigentlich so gut wie gar nichts von dem gezeigt wird, was diese Filmart so auszeichnet.

Dann kam das besagte Jahr 1978, in dem das Genre dann eigentlich richtig eröffnet wurde, denn John Carpenter hatte den oben schon erwähnten Film Halloween geschaffen, der unumstritten als Mutter aller Slasher-Filme gilt und das auch vollkommen zu recht. Obwohl der Film eigentlich keine besonders harten Passagen zu bieten hat, so weiss er selbst in der heutigen Zeit noch die Zuschauer zu fesseln und faszinieren und das allein durch seine sagenhaft dichte und bedrohliche Atmosphäre, die Carpenter hier geschaffen hat. Nach dem Riesenerfolg von Halloween setzte eine regelrechte Welle ein und etliche Filme dieser Art wurden gedreht. So zeichnete 1980 Sean S. Cunningham für den Kultfilm Freitag der 13. als Regisseur verantwortlich und 1984 kam Wes Craven's Nightmare on Elm Street, womit hier auch schon die 3 langlebigsten Slasher-Reihen genannt sind, die gleichzeitig auch 3 der wohl bekanntesten und beliebtesten fiktiven Serienmörder hervorbrachten, nämlich Michael Myers, Jason Vorhees und nicht zuletzt Freddy Krueger. Letzterer stellt sogar noch etwas besonderes dar, da er seine jugendlichen Opfer in ihren Träumen tötet.

Nun ist es aber nicht so, das dieses Sub-Genre gerade in den 80 er Jahren nur diese 3 Reihen hervorgebracht hat, den gerade die Freitag-Reihe zog etliche gute und auch weniger gute Nachahmer nach sich, in denen der Tatort immer in ein Ferien-Camp verlegt wurde. So gibt es Filme wie The Burning - Brennende Rache von 1981, der sicherlich einer der besten sogenannte Camp-Slasher darstellt, weitere Vertreter dieser Art sind zum Beispiel Camp des Grauens, der es sogar auf 2 Fortsetzungen brachte. Zum Ende der 80 er Jahre wurde es dann etwas ruhiger, einige redeten sogar vom Tod des Slasher-Films, der dann aber in den 90 er Jahren ein fast sensationelles Comeback erlangte, nachdem Wes Craven 1996 seinen Film Scream in die Kinos schickte.

Dieser Film trat eine gewaltige Welle los, es gab unzählige Nachahmer, die im Sog dieses Filmes folgten. Doch davon mehr zu einem späteren Zeitpunkt, denn dieser neuen Teenie-Horrorwelle wird ein eigener Bericht gewidmet.

Die Renaissance dieses Sub-Genres, die Mitte der 90 er Jahre begann, hält eigentlich bis zum heutigen Tage an, sehr gefragt sind im Moment die sogenannten Oldschool-Slasher, wie zum Beispiel der Film Hatchet, der, wenn man den Meinungen vieler fans glauben darf, sogar das Potential für eine neue Horror-Reihe besitzt. Aber auch Werke wie Dark Ride, oder Boogeyman 2 - Wenn die Nacht dein Feind wird sind Beispiele dafür, das auch heute noch immer wieder neue Slasher produziert werden, auch wenn natürlich rein storymäßig nicht viel Innovation vorherrscht.

Zum Abschluß noch ein nicht ganz unwesentlicher Aspekt, der durchaus erwähnenswert ist, war in ganz frühen Slasher-Werken die Identifikation noch auf die Opfer ausgelegt, so hat sich das in den 80 er Jahren doch fast grundlegend geändert und fast alles hat sich auf die Täter focusiert, die durch ihre teils comichafte Überzeichnung zu den wahren Sympatieträgern wurden, was man ja allein an den 3 oben genannten großen Film-Reihen ermessen kann, wenn man ihre Popularität und Beliebtheit als Maßstab nimmt



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Teil 5
Der Teenie-Horrorfilm
-Eine Übersicht-


Sicherlich hätte man den Großteil dieser Filme auch im Slasher-Bereich unterbringen können, aber diese noch ziemlich neue Art des Horrorfilms, kann man doch eigentlich schon als eigenes Sub-genre ansehen und viele Leute tun das auch. Ausserdem gehen zwar der größte Teil dieser Filme in die Slasher-Richtung, aber es gibt auch rinige Ausnahmen.

Diese neue Welle, oder auch oft "Renaissance des Slasher-Films" genannt, begann 1996, als Altmeister Wes Craven seinen Film Scream an den Start brachte. Zu dieser Zeit ahnte wohl kaum jemand, welch eine Lawine damit ins Rollen gebracht wurde. Doch Scream wurde ein solch sensationeller Erfolg, das es nur eine Frage der Zeit war, bis die ersten Nachahmer folgen sollten. Und wenn man bedenkt, das diese neue Slasher-Welle bis heute nicht gestoppt ist, dann kann man sich schon denken, das es nicht wenige sind.

Die wohl so ziemlich am bekanntesten Filme, die in die gleiche Kerbe schlugen, sind Ich weiss, was du letzten Sommer gatan hast aus dem Jahre 1997, oder auch Düstere Legenden von 1998. Zusammen mit Scream sind das auch genau die Filme, die noch je 2 Fortsetzungen nach sich zogen. Bei den beiden zuletzt genannten Filmen hätte man sich allerdings den jeweils dritten Teil eher verkneifen sollen, denn der ging bei beiden Titeln nach hinten los. Die Scream-Trilogie ist hier auch die mit Abstand beste, vor allem weil hier ein wirklich durchgehender Handlungsstrang zu erkennen ist, der im Endeffekt und in seiner gesamtheit wirklich nur eine Geschichte erzählt. Bei der sogenannten Sommer-Trilogie sind es lediglich die ersten beiden Teile, die wirklich zusammengehören, wohingegen Teil 3 ein vollkommen eigenständiger Film ist. Bei Düstere Legenden ist es nur der Titel, den alle 3 Teile gemeinsam haben,ansonsten sind alle 3 eigenständige Filme. Vor allem die Scream-Trilogie unterscheidet sich hier auch etwas im Gegensatz zum "alten" Slasher, denn hier wurde auch ganz bewust viel Humor mit eingebaut und die Filme nehmen sich auch selbst nicht so ganz ernst. Hier wurde vielmehr das Genre und seine sogenannten regeln sehr oft zum Teil der Handlung gemacht.

Die bis jetzt aufgeführten Filme sind aber noch lange nicht alle, die durch die neue Teenie-Welle zu uns gespült wurden, es gab immer mehr Regisseure, die auf den Erfolgszug aufspringen wollten und immer mehr dieser Filme wurden gedreht. Manch einer davon konnte auch wirklich überzeugen, wie zum Beispiel Tamara aus dem Jahre 2005, in dem der Slasher mit der Hexen-Thematik verknüpft wurde und das Ergebnis ein absolut sehenswerter Film ist. Es gab aber auch einige Enttäuschungen, zu denen auch teilweise der 2000 erschienene Cherry Falls - Sex oder stirb zählt, der damals als innovativ und neu großspurig angekündigt wurde, dieses versprechen aber leider nicht einhalten konnte. Wenn man es so will, bestand die einzige Innovation darin, das der Mörder nur Jungfrauen getötet hat. Wenn das allein schon ausreicht, um innovativ zu sein, dann ist es wohl um wirklich neue Ideen sehr schlecht bestellt. Die meisten Filme dieser Teenie-Welle bleiben wohl eher im soliden Mittelfeld stecken, der eine ist etwas besser, der andere etwas schlechter, prägnante Beispiele dafür sind Filme wie Wishcraft (2002) oder 7eventy 5ive (2006).

Aber nicht alle der neuen Teenie-Filme sind waschechte, reine Slasher, es gibt sogar Filme, die wirklich innovativ sind und so komme ich zu Final Destination aus dem Jahre 2000. Hier kam wirlich mal etwas neues auf den Markt und bot eine gelungene Abwechslung zum oft gezeigten Einheitsbrei. Hier gab es mal keinen psycopatischen Mörder, hier ist es der Tod selbst, der sich seine Pläne nicht durchkreuzen lassen will. Das war wirklich mal sehr erfrischend und neu und übte auch eine große Faszination auf den Zuschauer aus. Mittlerweile hat es auch diese Reihe schon auf 3 Teile gebracht und es soll auch schon ein vierter Teil in Arbeit sein, was bei dem Erfolg und der Beliebtheit der Filme keineswegs verwundert.

Und dann gibt es da noch die neuen Backwood-und Survival Horrorfilme, die sich beim Publikum auch einer sehr großen Beliebtheit erfreuen und bei den meisten Vertretern ist das auch durchaus verständlich, da die Qualität doch sehr ansprechend ist. So gibt es Filme wie Wrong Turn aus dem Jahre 2003, der nicht durch besondere Härte, sondern viel eher durch seine extrem dichte Atmosphäre und recht gute Darsteller zu überzeugen weiss. Allerdings hat man das beim Sequel Wrong Turn 2: Dead End von 2007 eher ausser acht gelassen und in diesem zweiten Teil viel mehr Härte eingebracht, was aber auf jeden Fall auf Kosten anderer Dinge wie Story und Atmosphäre ging, die hier eher verkümmert daherkommen.

Weitere Filme dieser Art sind Monster Man von 2003, House of Wax (2005), oder auch Turistas (2006).

All diese Filme haben eine sehr gute, bedrohliche Grundstimmung, sind sehr spannend und wurden exzellent in Szene gesetzt.

Abschließend kann man feststellen, das der größte Teil der Teenie-Horrorfilme durchaus sehenswert ist, manch einer sticht sogar besonders hervor und man kann nur hoffen, das uns noch einige wirklich gute Filme dieser Art ins haus kommen.

Aber man sollte nicht aus reiner Profitgier das gute Gesamtbild einiger Filme zerstören. Diese Bemerkung meine ich im Zusammenhang damit, das ja immer wieder das Gerücht um eine Fortsetzung der Scream-Trilogie kursiert.

Die Reihe ist abgeschlossen und ich bin der Meinung, das man es auch dabei belassen sollte.



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Teil 6:
Mystery- und Horror- Thriller
-Eine Übersicht-


Die heute vorgestellte Art von Filmen hat ihren ganz besonderen Reiz, da hier meist die Grenzen etwas verschwimmen und mehrere Genres ineinander übergehen. So ist bei diesen Filmen auch vieles Interpretations-und Ansichtssache. Manch einer mag in einem Filme einen reinen Psycho / Thriller sehen, für den anderen sind auch Merkmale des Horrorfilms ersichtlich.

Auf jeden Fall haben diese Filme alle etwas gemeinsam, sie setzen meist auf einen sehr straff gespannten Spannungsbogen, der sich auf einem konstant hohen Level durch den gesamten Film zieht.

Weiterhin leben diese Filme von einer sehr dichten, meist auch bedrohlichen Grundatmosphäre, damit der Zuschauer von Beginn an sehr interessiert und gebannt dem Geschehen folgt.

Besonders erwähnenswert finde ich auch, das diese Filme in den meisten Fällen ohne große sehbare Härte und unnötiges Blutvergießen auskommen, was in der heutigen Zeit ja nicht mehr selbstverständlich ist und viele Leute die Qualität eines Horrorfilms leider nur an seinem Härtegrad messen.

Zu den Klassikern der Genre / Mix Filme zählen ganz sicher die Werke von Val Lewton, der mit seinem ersten Film "Cat People" (1942) so großen Erfolg hatte, das die Produktionsfirma RKO gleich einen ganzen Film-Zyklus in Auftrag gab. Insgesamt drehte Lewton 11 Filme für RKO, darunter Titel wie "Ich folgte einem Zombie (1943), The Ghost Ship (1943), oder auch The Body Snatcher (1945).

Einer der wohl bekanntesten Filme, in denen mehrere Genres aufeinandertreffen, ist mit Sicherheit Alfred Hitchcock's Meisterwerk "Psycho" von 1960, in dem ein wirklich fantastischer Psycho / Thriller gepaart mit den Wurzeln des Slashers daherkommt. Man kann sich heute kaum vorstellen, das damals sogar die katholische Kirche ein Verbot des Films forderte und Psychater sogar ihren Patienten von einem Kinobesuch abrieten. Der Film bot damals sehr großen Diskussionsstoff und erntete nicht nur positive Kritiken. Heute gilt er längst als Meisterwerk des Films, doch damals wirkte "Psycho" auf viele Menschen auch sehr verstörend.

Ein weiterer Film, der die Vermischung mehrerer Genres perfekt darstellt, ist Brian De Palma's "Dressed to Kill" von 1980, eine Hommage an Alfred Hitchcock. Hier merkt man auch ganz deutlich, das De Palma sehr stark vom Altmeister beeinflusst wurde, woraus er aber auch nie einen Hehl gemacht hat. Auch bei diesem Werk handelt es sich eigentlich wieder um einen Psycho / Thriller, in dem aber, genau wie in Psycho, auch wieder verstärkt die Slasher-Merkmale zum Tragen kommen. Weitere herausragende Horror / Thriller sind bestimmt David Fincher's Meisterwerk "Sieben" von 1995, der meiner Meinung nach ein extrem harter Film ist, oder auch "Das Schweigen der Lämmer" von 1991. Bei diesen Filmen, vor allem aber bei "Sieben" spielt sich die Härte meist im Kopf des Betrachters ab, da die meisten Dinge "nur" beschrieben, anstatt gezeigt werden. Ich persönlich empfinde das manchmal als relativ härter, als wenn man die beschriebenen Dinge auch sehen würde. Von vielen werden diese Filme lediglich als Thriller angesehen, aber ich finde, das hier sehr wohl auch Merkmale des Horrorfilms zu sehen sind. Bei Fincher's Werk kommt auch noch der okkulte Hintergrund der Morde des John Doe hinzu, der dem ganzen noch eine extrem gruselige und unheimliche Note verleiht. Und über die Figur des Hannibal Lecter muß man wohl keine großen Worte machen, allein seine diabolische Ausstrahlung versetzt einen in Angst und Schrecken, hinzu kommt noch die teuflische Intelligenz und seine Taten an sich.

Weitere sehr gute Horror / Thriller sind auch noch "Resurrection-Die Auferstehung" von 1999, der, wie ich finde, oft zu Unrecht als Plagiat von Fincher's Werk gesehen wird, oder auch "Die neun Pforten" von Roman Polanski (1999). Letzterer Titel ist auch einer derjenigen, bei dem zum Horror / Thriller zusätzlich das Mystery-Element hinzukommt. Und gerade diese Filme üben wohl auf den Betrachter einen ganz besonderen Reiz aus, was sicherlich im beigefügten Element des Übernatürlichen zu begründen ist. Auch in dieser Sparte gibt es einige ganz hervorragende Vertreter, wie zum Beispiel "Das siebte Zeichen" (1988), der allein durch seine religiöse Thematik zu fesseln vermag, oder auch "Die Prophezeiung" (2000).Aber auch moderne Klassiker wie "Angel Heart" (1987) von Alan Parker, der vor allem durch seine unheimliche Voodoo-Thematik zu überzeugen weiss, oder auch "Wenn die Gondeln Trauer tragen" (1973), der bei vielen als ein Höhepunkt des europäischen Kinos gilt, dürfen hier nicht unerwähnt bleiben.


Mein Lieblingsbeispiel für diese Art Film ist aber immer noch der von 2003 stammende Film "Gothika", in dem alle 3 Genres ganz besonders gut miteinander verschmelzen. Aus mir nicht verständlichen Gründen kommt dieser Film bei Kritiken leider meist immer ziemlich schlecht weg, aber das ist wohl wirklich Geschmackssache. Für mich persönlich zählt dieser Film jedenfalls zu den besten Genre-Mixen überhaupt und er bietet absolut spannende und sehr gruselige Unterhaltung.

Im Bereich des Mystery / Thrillers gab es vor allem nach dem 1999 erschienenen "The Sixth Sense" einen regelrechten Boom. Überhaupt gelten hier die Filme des Regisseurs M. Night Shyamalan als Trendsetter und erfreuen sich großer Beliebtheit. So zählen auch seine Filme "The Village" (2004), Unbreakable (2000), oder auch The Happening (2008) zu den Lieblingen bei den Fans. Ich kann das zwar nicht ganz nachvollziehen, denn meiner Meinung nach werden der Regisseur, wie auch seine Filme maßlos überbewertet, aber das ist alles Ansichtssache.

Aber im Mystery-Bereich gibt es nicht lediglich nur Filme von Shyamalan, auch andere Filme, wie "The Others" (2001), "Die Mothman Prophezeiungen" (2002), oder auch "The Messengers" (2007) versprechen hier wirklich gute, spannende und gruselige Unterhaltung. Großen Einfluss auf die Mystery-Horrorfilme der jetzigen Zeit haben auch die asiatischen Mystery / Grusler wie Ring-Das Original (1998), oder Ju-On (2003), um nur die wohl bekanntesten zu nennen. Durch den Riesenerfolg dieser Filme gibt es mittlerweile zu eigentlich jedem asiatischen Gruselfilm auch prompt ein US-Amerikanisches Remake. Welche Version dann die bessere ist, das muß Jeder für sich selbst entscheiden. Sicher kann man hier nicht alle Filme aufzählen, dafür ist das Angebot an Filmen dieser Art zu groß. Ich hoffe, das ich eine recht gute Auswahl getroffen habe, aber ich glaube, das der Querschnitt recht gut getroffen ist.

Ganz am Ende möchte ich es aber nicht verpassen, die im Moment wohl so ziemlich populärste Film-Reihe zu nennen, nämlich die Saw-Reihe, die mit dem ersten Teil einen der wohl besten Horror / Thriller überhaupt hervorgebracht hat, denn der Film ist innovativ, erfrischend und auch sehr überraschend. Eine für heutige Verhältnisse mit 1,2 Millionen Dollar Produktionskosten eine wirkliche Low Budget Produktion, die aber an den US-Kinokassen über 100 Millionen Dollar eingespielt hat.Seit dem Riesenerfolg schießen die Nachfolger förmlich wie Pilze aus dem Boden, es vergeht kein Jahr ohne einen neuen Saw-Teil. Leider haben sich die Nachfolger aberimmer mehr dem Splatter / Gore zugewandt, worunter leider der Spannungsbogen, die Story und die Atmosphäre gelitten haben. Die Teile sind zwar auch noch interessant und gut anzuschauen, aber die hohe Qualität und Genialität des ersten Teils können sie bei weitem nicht erreichen.



Teil 7:
Der Fun Splatter


Wenn man die Sparte dieser Filme betrachtet, dann fällt einem auf, das es eigentlich gar nicht so viele wirklich gute Fun-Splatter gibt, denn viele Titel, die diese Bezeichnung beanspruchen, verdienen sie eigentlich nicht wirklich. Natürlich ist dabei auch vieles Ansichtssache, aber in der Regel sollten es doch Filme sein, die einen hohen Härtegrad aufzuweisen haben, die entsprechenden Splatter/Gore Szenen aber teilweise so übertrieben und teilweise grotesk dargestellt werden, das man als Zuschauer einfach nur seinen Spaß hat.

Das alles wird noch durch eine sehr hohe Portion Humor angereichert, teilweise sogar mit slapstickartigen Einlagen garniert und fertig ist der Fun-Splatter. Diese Art Film ist untrennbar mit einem Namen verbunden und das ist Peter Jackson. Der heutige Star-Regisseur und Erschaffer eines der gewaltigsten Filmerlebnisse (Herr der Ringe-Trilogie) hat nämlich seine Wurzeln im Horror-Genre, genauer gesagt beim Fun-Splatter und gilt so auch nicht umsonst praktisch als Erfinder dieser Filme.

Mit seinem Erstlingswerk Bad Taste (1987) hat der Neuseeländer einen absoluten Kultfilm dieser Sparte geschaffen, der wirklich alle Zutaten beinhaltet, die diese Filme so auszeichnen. Hier hat man eine vollkommen abstruse Story, jede Menge Splatter-und Gore Einlagen, die aber so übertrieben und mit Slapstick-Einlagen untermalt sind, das es dem Zuschauer gar nicht so hart erscheint. Bad Taste ist so herrlich skuril und durchgeknallt, das man ihn einfach nicht so ernst nehmen kann. In dieser absoluten Low Budget Produktion sind übrigens sämtliche Darsteller Freunde, Bekannte oder Familienmitglieder von Peter Jackson, die im Film verwendeten Masken sind aus Pappmachee und bei den vorhandenen Waffen handelt es sich um Spielzeugwaffen, woran man sicherlich auch ersehen kann, das nicht gerade viel Geld für den Film vorhanden war. Weiterhin hat Jackson es sich nicht nehmen lassen, hier sogar in einer Doppelrolle auch selbst mitzuspielen, nämlich einmal als verwirrter Wissenschaftler und einmal als einer der Ausserirdischen.

Das war aber nicht Jackson's einziger Beitrag zum Fun-Splatter, 1992 erschien der unter seiner Regie entstandene Film Braindead, der später noch den Beinamen "Der Zombie-Rasenmähermann" erhielt. Dieser Film ist der wohl mit Abstand blutigste Fun-Splatter, der bis heute gedreht wurde. Gleichzeitig handelt es sich hierbei auch um den besten Film dieser Sparte, jedenfalls dann, wenn es nach den Fans geht. Allein für das "Rasenmäher-Massaker" wurden 300 Liter Kunstblut verbraucht. Bis in die heutige Zeit hinein ist das immer noch einzigartig in der Filmgeschichte. Bei uns in Deutschland ist die ungeschnitte Version des Films leider bundesweit beschlagnahmt worden und so gibt es nur einige vollkommen zerstückelte und stark geschnittene Versionen dieses Klassikers. Auch in diesem Werk hat es sich Jackson nicht nehmen lassen, wenigstens einen kleinen Gastauftritt zu haben, nämlich als schrulliger Assistent des Leichenpräparators.

Generell scheint Neuseeland ein sehr gutes Pflaster für den Fun-Splatter zu sein, was man auch am letzten Vertreter Black Sheep (2007) erkennen kann, der unter der Regie von Jonathan King entstanden ist. Ein herrlich, teilweise schon skuril anmutender Vertreter, in dem man es einmal mit mutierten Schafen zu tun bekommt. Auch hier ist der Härtegrad sehr hoch, was aber gar nicht so stark auffällt, da hier wirklich die witzige Story im Vordergrund steht. Gen-manipulierte Schafe, nach deren Biss sich auch ein Mensch in eine Art Monsterschaf verwandelt, das nenne ich doch mal innovativ und extrem witzig, auf die Idee muß man schließlich erst einmal kommen.

Aber verrückte und teilweise aussergewöhnliche Ideen, die den Filmen einen noch trashigeren Touch verleihen, scheinen im Moment sehr stark in Mode zu sein, was man auch im Werk von Robert Kurtzmann von 2006 sehen kann, das sich The Rage nennt und in dem es der Zuschauer mit computeranimierten und von einem Wut-Virus infizierten Zombie-Geiern zu tun bekommt. Allein bei dem Gedanken an den Film überkommt einen die Lust, die DVD gleich wieder einzulegen und sich einfach nur köstlich zu amüsieren.

Weitere gute und sehr kurzweilige Vertreter dieser Film-Sparte sind zum Beispiel noch der spanische Vertreter Mucha Sangre (2002), bei dem es einen wirklich verwundert, das er trotz seines hohen Blutgehaltes eine 16 er Freigabe erhalten hat. Vielleicht liegt es ja auch daran, das die Herrschaften bei der FSK sich selbst köstlich über diesen sehr trashig angehauchten Film kaputtgelacht haben. Auch die Firma Troma, von der ja nun sehr viel extrem trashige Filme kommen, hat meiner Meinung nach Klassiker dieser Sparte abgeliefert, denn die Toxic Avenger Filme (1985, 89 und 99) sollte man doch auf jeden Fall zu den Fun-Splattern zählen, da sie alles beinhalten, was diese Filme auszeichnet. Auch dazu zählt ganz sicher der kanadische Kurzfilm Bagman: Operation Massenmord, oder auch der "Lehrfilm" Staplerfahrer Klaus - Der erste Arbeitstag. Auch in diesen Kurzfilmen wird die vorhandene Härte so dermaßen übertrieben und auch teilweise witzig-skuril dargestellt, das man dabei fast Tränen lachen kann.

Einige neuere Filme, die eigentlich als Slasher gelten, kann man, je nach Sichtweise auch durchaus als Fun-Splatter durchgehen lassen, ich denke da an die Vertreter Simon Says (2006), oder auch Hatchet (2006), wobei gerade letzterer eigentlich als Oldschool-Slasher gelten möchte, aber wenn man die vorhandene Härte und die teilweise total übertriebene Darstellung sieht, dann ist meiner Meinung nach die Bezeichnung Fun-Splatter durchaus berechtigt. Auch das 2005 erschienene Remake des Herrschel Gordon Lewis-Klassikers 2000 Maniacs, nämlich 2001 Maniacs ist ein sehr kurzweilig und extrem humorig unterhaltender Vertreter der Sparte, bei dem vor allem die sehr verschrobenen Charaktere im Vordergrund stehen. Aber auch hier werden die Splatter-Gore Szenen auf so witzige Art und Weise dargestellt, das es dem Zuschauer die Tränen in die Augen treibt.

Zum Abschluß möchte ich noch einige Titel erwähnen, die meiner Meinung nach Grenzgänger sind, also Filme, bei denen es nicht so eindeutig ist, ob sie zu den wirklichen Fun-Splattern zählen, oder auch nicht. Da wären zum Beispiel Titel wie Severance - Ein tödlicher Betriebsausflug (2006), Undead (2003), oder auch Botched - Voll Verkackt (2007). Aber, wie schon gesagt, vieles ist natürlich Ansichtssache, die von mir hier im Artikel aufgeführten Filme sind nach meiner Meinung die Fun-Splatter, die es wirklich wert sind, aufgezählt zu werden. Manch anderer zählt eventuell ganz andere Filme dazu.


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Teil 8:
Der Tierhorrorfilm


Filme, in denen Tiere die Verursacher für den entstehenden Horror sind, üben auf sehr viele Leute eine starke Faszination aus. Auch wenn in diesem Sub-Genre sehr viel Ausschuß produziert wird (wie aber in anderen auch), erfreut sich der Tierhorrorfilm sehr großer Beliebtheit bei den Fans.

Ganz egal, ob Hunde, Fische, Ameisen, Spinnen, Affen oder andere Tiere, irgendwie strahlen diese Filme eine aussergewöhnliche Faszination auf die meisten Zuschauer aus, vielleicht liegt es ganz einfach darin begründet, das hier einmal nicht irgendwelche Mutanten oder psychophatische Serienmörder die Täter sind. Dazu gibt es eine gewisse Schnittmenge mit dem Monsterfilm.

Auch der Tierhorrorfilm hat neben etlichen, wirklich schlechten Produktionen und viel Mittelmaß auch einige wirkliche Klassiker herausgebracht, die sich im Laufe der Jahre einen teilweise sehr hohen Kultstatus erworben haben und das auch vollkommen zu recht. Einige dieser Filme sollen hier aufgezählt werden, aber natürlich auch Filme, die nicht so großes Ansehen erworben haben, bis hin zu einigen wirklich schlechten Vertretern dieses Sub-Genres.

Zu einem der wohl größten Klassiker dieser Film-Sparte zählt wohl ganz eindeutig der 1933 erschienene Film "King Kong und die weiße Frau", der unter der Regie von Merian C. Cooper und Ernest B. Schoedsack entstand. Der Film wurde am 2. März 1933 uraufgeführt. Hier wurde das erste mal ein Monster extra für den Film geschaffen und beruhte nicht wie zum Beispiel Dracula oder Frankenstein auf literarischen Vorlagen. Schon am ersten Wochenende spielte der Film rund 90.000 $ ein,was zur damaligen Zeit ein absoluter Rekord war. nebenbei hat dieses Werk durch seinen Erfolg die Produktionsfirma RKO vor dem Bankrott gerettet. Durch den enormen Erfolg des Films kam noch im gleichen Jahr eine Fortsetzung mit dem Titel "The Son of Kong" in die Kinos und im Jahr 1949 folgte ein weiterer Riesenaffenfilm mit dem deutschen Titel "Panik um King Kong", obwohl Kong hier gar nicht mitspielte.

Mittlerweile hat es das Original von 1933 schon zu 2 Neuauflagen gebracht, 1976 erschien das erste Remake, bei dem John Guillermin Regie führte und 2005 bescherte uns dann Peter Jackson seine Neuauflage von "King Kong". Jackson's Version des Films ist meiner Meinung nach die bessere Verion, allein schon aus dem Grund, das der Film in der zeitlich gesehen in der gleichen Epoche spielt wie das Original. In der 76 er Version hatte man die Gegenwart gewählt, was auf manch einen doch eher etwas befremdlich gewirkt hat.

In den 50 er Jahren entstanden einige B-Movies, in denen Insekten oder Spinnen zu riesenartigen Wesen ihrer Art mutierten und Jagd auf Menschen machten. Hier gibt es 2 Filme, die wohl besonders zu erwähnen sind und sich im Laufe der Jahre einen absoluten Kultstatus erworben haben. Zum einen handelt es sich um den 1954 erschienenen "Formicula" von Gordon Douglas, in dem Riesenameisen die gegend unsicher machen, der andere Titel ist "Tarantula" von 1955, der unter der Regie vom damaligen B-Movie König Jack Arnold stammt. Gerade letzgenannter Film, in dem es um eine Riesenspinne geht, ist wohl zu den absoluten Klassikern zu zählen und hat bis in die heutige Zeit nichts von seinem Charme verloren.

Ein weiterer Meilenstein im Bereich des Tierhorrors ist auch eines der Spätwerke von Alfred Hitchcock, nämlich "Die Vögel" aus dem Jahr 1963, in dem Menschen von ganzen Heerscharen von Vögeln angegriffen werden. Hitchcock hat in diesem Film keine eindeutige Erklärung dafür hinterlassen, aus welchem Grund dies eigentlich geschieht, sondern er ünerlässt es der Fantasie und der Interpretation des Zuschauers. Das ist ganz sicher auch einer der Gründe, warum dieser Film sich auch in der heutigen Zeit immer noch sehr großer Beliebtheit erfreut und aus dem Sub-Genre nicht wegzudenken ist.

1972 erschien mit dem Film "Frogs-Killer aus dem Sumpf" von George McCowan ein Werk, in dem sich die Tierwelt in Form von Fröschen, Insekten, Vögeln und Schlangen gegen die Menschen wendet und sich für die Zerstörung ihres Lebensraumes rächt und die Menschen tötet. Ob dieser Film zu den großen Klassikern zu zählen ist, das muß jeder für sich selbst entscheiden, aber dieses ökologisch angehauchte Werk hat sicherlich seinen ganz eigenen Reiz und ist als besonders interessant anzusehen.

Im Jahr 1975 erschien dann ein Film, der heute zu den allergrößten Klassikern des Genres zu zählen ist, Regie führte ein gewisser Steven Spielberg und der Film heisst "Der weiße Hai" (Jaws). Nicht wenige Leute behaupten, das hier einer der besten und vor allem spannendsten Filme des Genres entstanden ist, der auch heute, nach über 30 Jahren immer noch die Massen fasziniert. In der damaligen Zeit hat dieses Meisterwerk so einigen Leuten den Badespaß verdorben. Leider wurde diesem Meilenstein zum 30 jährigen Jubiläum eine neue Synchronisation verpasst, die man sich meiner Meinung nach besser gespart hätte, da sie sich wirklich grausam und befremdlich anhört. Der Film zog auch 3 Fortsetzungen nach sich, von denen allerdings nur der zweite Teil "Der weiße Hai 2" (1978) einigermaßen zu überzeugen wusste, wohingegen man "Der weiße Hai 3-D" (1983) und vor allem "Der weiße Hai IV-Die Abrechnung" (1987) doch eher vergessen konnte, da die Filme noch nicht einmal ansatzweise an das Original herankamen.

1978 erschien dann der Film "Piranhas", in dem sich alles um die kleinen Killerfische dreht. Allerdings konnte dieser Film nie annähernd den Erfolg von "Der weiße Hai" erreichen, obwohl es hier recht spannend zur Sache geht und der Film in Fankreisen sehr beliebt ist.

Oft bekommt man den Tierhorrorfilm auch in Kombination mit sehr viel Humor zu sehen, sehr bekannte Vertreter dieses Mixes sind sicherlich Filme wie "Arachnophobia" (1990) oder "Arac Attack" (2002), bei denen selbst Leute mit einer ausgewachsenen Spinnenangst ihre Freude haben werden. Auch ein Film wie "Lake Placid" (1999), in dem ein Riesenkrokodil sein Unwesen treibt, ist mit sehr viel Humor angereichert, so das er schon fast weniger als Horrorfilm zu sehen ist.

Gerade Krokodile und Alligatoren sind sehr oft Thema von Tierhorrorfilmen, wobei die meisten Filme hier doch eher schlecht bis mittelmäßig sind. Doch auch hier gibt es Ausnahmen, wie vor allem die letzte Zeit bewiesen hat. So erschienen 2007 gleich 3 Filme, in denen diese Tiere die Hauptrolle spilten, nämlich "Die Fährte des Grauens", "Black Water" und "Rogue-Im falschen Revier". Diese Filme wissen doch durch eine recht gute, bedrohliche Atmosphäre und einen guten Spannungsbogen zu überzeugen.

Aber auch andere Reptilien, nämlich Schlangen sind sehr beliebt, wenn es um Tierhorror geht. So hat mittlerweile auch der Film "Anaconda" (1997) 2 Fortsetzungen nach sich gezogen und ein vierter Teil ist wohl auch schon im Anmarsch. Ob diese Filme allerdings qualitätsmäßig weit oben anzusiedeln sind, lasse ich mal dahingestellt. Ein wirklich bedrohlicher und sehr spannender Vertreter der "Schlangenfilme ist aber sicherlich "King Kobra" von 1981, der es doch schafft, dem Zuschauer den ein oder anderen Schauer über den Rücken zu jagen.

Man könnte hier noch unzählige Filme aufführen, ich hoffe jedenfalls, das ich die größten Klassiker und einige andere bekannte Filme erfasst habe, aber meiner Meinung nach sind das die Filme, die erwähnt werden sollten. Damit ist jetzt auch der Streifzug durch die Sub-Genres beendet und ich hoffe, das ich trotz einiger Kritik (die auch meist berechtigt war) einen interessanten Querschnitt erstellt habe.